Eine Ölspur hinterlassen – Was müssen Sie jetzt tun?

Wie Sie unerwünschte Spuren Ihres Wagens beseitigen

Auch kleinere Ölspuren müssen Sie beseitigen, um niemanden zu gefährden.

Auch kleinere Ölspuren müssen Sie beseitigen, um niemanden zu gefährden.

Stellen Sie sich vor, Sie sind gerade in einer wunderschönen Gebirgslandschaft unterwegs, und auf einmal leuchtet Ihre Öllampe auf. Sie fahren rechts ran und entdecken, dass Ihr Wagen mitten auf der Straße eine stattliche Ölspur hinterlässt. Ein Leck am Unterboden Ihres Wagens muss entstanden sein, aus dem nun Öl läuft und sich auf der feuchten Straße mit Wasser verbindet, so dass ein Ölfilm entsteht, der in sämtlichen Farben des Regenbogen schimmert.

Doch der ästhetische Eindruck täuscht: Gerade auf kurvenreichen Gebirgsstrecken kann eine Ölspur für Motorradfahrer eine Todesfalle sein, und zwar nicht nur dann, wenn sie sich in einer Kurve entlangzieht. Auch auf geraden Abschnitten heftet sich der Ölfilm an die Reifen an, und erst in der nächsten Kurve rutscht das Motorrad auf dem Öl aus, im schlimmsten Fall den Abgrund hinunter.

Sie müssen jedoch auch auf weniger gefährlichen Strecken zusehen, dass Sie keine Ölspur hinterlassen. Was Sie tun müssen, um Ihre Ölspur zu beseitigen, erklärt Ihnen dieser Ratgeber.

Wie können Sie eine Ölspur melden?

Bei einer Ölspurbeseitigung müssen die Kosten vom Verursacher beglichen werden.

Bei einer Ölspurbeseitigung müssen die Kosten vom Verursacher beglichen werden.

Wenn Sie eine Ölspur hinterlassen, so ist das zunächst eine Ordnungswidrigkeit nach § 32 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO), auch wenn dies ohne Ihre Absicht geschieht. Dieser Paragraph verbietet es, eine Straße „zu beschmutzen oder zu benetzen […] wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann“. Wenn so etwas dennoch passiert, schreibt das Gesetz vor, dass Sie das Hindernis „unverzüglich zu beseitigen“ haben. So gehen Sie vor, wenn Sie Ihre Ölspuren beseitigen müssen:

  • Zunächst müssen Sie den betroffenen Straßenabschnitt mit Ihrem Warndreieck markieren, um andere Auto- und vor allem Motorradfahrer zu warnen.
  • Als nächstes rufen Sie die Feuerwehr an. Die sperrt die Straße ab und kümmert sich um die Ölspurbeseitigung. Der Feuerwehr müssen Sie die Strecke beschreiben, die Sie gefahren sind, damit sie auch anderswo Ölspuren finden kann. Sollten Sie kein Mobiltelefon dabei haben, halten Sie den nächsten Fahrer an, und bitten Ihn um sein Telefon.
  • Wenn Sie eine Ölspur entdeckt haben, die von einem anderen Fahrzeug stammt, müssen Sie nichts weiter tun. Stammt die Spur jedoch von Ihrem Wagen, müssen Sie nun die Polizei rufen und dieser melden, dass Sie eine Ölspur gezogen haben.
  • Bis Feuerwehr oder Polizei die Ölspur abgesperrt haben, müssen Sie bei Ihrem Wagen bleiben, wenn Sie am Telefon nichts anderes vereinbart haben.

Wie lässt sich eine Ölspur entfernen?

Traditionell werden Ölspuren beseitigt, indem ein Ölbindemittel auf die Straße aufgetragen wird, welches das Öl aufsaugt. Wenn die komplette Ölspur verschwunden ist, lässt sich das Bindemittel entfernen. Dabei bleiben jedoch Ölrückstände in den Poren des Straßenbelages, welche bei Regen wieder an die Oberfläche gelangen können.

Die verantwortliche Behörde kann sich deshalb auch für ein gründlicheres Nassreinigungsverfahren entscheiden, bei dem ein spezialisiertes Unternehmen für die Ölspurbeseitigung Maschinen einsetzt, welche die Fahrbahn mit einer speziellen Lösung porentief reinigen. Die Ölspur so zu beseitigen, kann hohe Kosten im vierstelligen Bereich nach sich ziehen.

Wer trägt bei einer Ölspurbeseitigung die Kosten?

§ 7 Abs. 1 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) besagt Folgendes:

Wird bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs […] eine Sache beschädigt, so ist der Halter verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“

Ausgenommen hiervon sind nur Fälle, bei denen die Sachbeschädigung durch höhere Gewalt zustande kam, wie beispielsweise durch Straßenschäden. Dies bedeutet, dass Sie bei einer notwendigen Beseitigung von Ölspuren auf Verkehrsflächen für sämtliche Kosten aufkommen müssen. Solch eine Ölspurbeseitigung kann unterschiedliche Preise haben, was davon abhängt, ob ein einfacheres Verfahren mit Bindemitteln oder eine teurere Nassreinigung eingesetzt wird.

Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte am 28.6.2011 mit zwei Urteilen (VI ZR 184/10 und VI ZR 191/10) fest, dass der Schadensersatzgrundsatz aus dem StVG explizit auf Fälle zu übertragen ist, bei denen eine Ölspur professionell beseitigt werden muss.

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