Sicherer Schulweg - Verkehrserziehung & Verkehrssicherheit 2018

Sicherer Schulweg: So kommen Abc-Schützen gefahrlos ans Ziel

Der Schulweg als Schritt in die Selbstständigkeit

Ein sicherer Schulweg muss verschiedene Kriterien erfüllen.

Ein sicherer Schulweg muss verschiedene Kriterien erfüllen.

Viele Kinder sehnen die Einschulung und den ersten Schultag lange herbei und freuen sich auf neue Freunde und Erfahrungen. Für Eltern birgt dieser wichtige Schritt ihrer Kinder in die Selbstständigkeit aber auch viele Gründe, sich zu sorgen. Eine Ursache für so manch schlaflose Nacht ist die Sicherheit auf dem Schulweg.

Für Kinder ist der Schulweg meist die erste aktive, regelmäßige und eigenständige Teilnahme am Straßenverkehr. Durch die neue Situation sind die Schulanfänger besonders gefährdet. Deshalb ist es wichtig, das Verhalten auf dieser Strecke zu trainieren und auf Gefahrenstellen hinzuweisen, denn nur Übung macht den Meister.

Der nachfolgende Ratgeber informiert Sie zum Thema Schulwegsicherheit und erklärt, worauf zu achten ist, damit Ihr Abc-Schütze sicher zur Schule findet und wie Sie die Verkehrssicherheit Ihres Kindes erhöhen.

Sicherer Schulweg: Kinder müssen das Verhalten im Straßenverkehr erst erlernen

Das Überqueren einer Straße oder das Verhalten an einer Ampel gehört für Erwachsene zum Alltag. Für diese Fußgänger stellen solche Situationen keine Herausforderung dar und sie werden in der Regel auch nicht hinterfragt. Für Kinder ist die selbstständige Verkehrsteilnahme mit vielfältigen und komplexen Anforderungen verbunden.

Wer sicher zur Schule kommt, kann dort auch fleißig lernen.

Wer sicher zur Schule kommt, kann dort auch fleißig lernen.

Die richtigen Verhaltensweisen und Reaktionen im Straßenverkehr müssen erst erlernt und verinnerlicht werden. Zudem strömen durch das Straßengeschehen viele Reize auf das Kind ein, sodass es leicht zu Ablenkungen kommen kann.

Hinzukommt, dass es bei Kindern aufgrund ihrer Entwicklung zu Erschwernissen bei der Wahrnehmung und Orientierung im Straßenverkehr kommt. Um eine Überforderung zu vermeiden, ist es für Eltern wichtig zu wissen, wie viel sie ihrem Nachwuchs je nach Alter zutrauen können.

Die nachfolgende Auflistung zeigt, wann Kinder ein bestimmtes Verhalten erlernen oder bestimmte Herausforderungen meistern:

  • Ab drei Jahren:
    Die ersten grundlegenden Verkehrsregeln können verstanden und erlernt werden. Zu diesen Regeln zählen unter anderem die Bedeutung der Ampelfarben, das Schauen nach rechts und links und das Warten an der Bordsteinkante.
  • Ab fünf Jahren:
    Gefahren werden als solche erkannt. Nach ausreichendem Training können bekannte und kurze Wege langsam alleine bewältigt werden.
  • Ab sieben Jahren:
    Der Bewegungsradius vergrößert sich, die Strecken werden länger. Zudem erkennen Kinder langsam, dass ein bestimmtes Verhalten riskant und gefährlich sein kann.
  • Ab neun Jahren
    Vorbeugende Maßnahmen, um eine Gefahrensituation zu vermeiden, werden erst ab dem neunten Lebensjahr angewendet.
Wichtig! Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell, weshalb die aufgeführten Altersangaben nur als Richtwerte dienen.

Aus Sorge vor möglichen Unfällen oder anderen Gefahren, bringen immer mehr Eltern ihr Kind mit dem Auto zur Schule. Der selbstständige Schulweg ist allerdings ein wichtiger Schritt in der Entwicklung Ihres Kindes und deshalb sollte es, sofern dies möglich ist, immer zur Schule laufen.

Früh übt sich – Vorbereitungen für den Schulweg

Rechtzeitiges Losgehen fördert die Schulwegsicherheit und vermeidet Stress.

Rechtzeitiges Losgehen fördert die Schulwegsicherheit und vermeidet Stress.

Damit Ihr Abc-Schütze eine gewisse Routine entwickelt, ist es wichtig, den zukünftigen Schulweg rechtzeitig zu trainieren. Wenn möglich, sollten die Übungen zu den regulären Tageszeiten stattfinden, weil nur so realistische Bedingungen zu gewährleisten sind. Das Schulwegtraining zu Ferienzeiten oder am Wochenende ist in der Regel weniger effektiv, weil dann auch das Verkehrsaufkommen geringer bzw. anders ist.

Gehen Sie gemeinsam mit dem Kind die Strecke ab und erklären Sie ihm zu Beginn die möglichen Gefahrenstellen und worauf in bestimmten Situationen besonders zu achten ist. Dabei ist es wichtig, regelmäßig zu loben und richtiges Verhalten zu bestärken.

Haben Sie das Gefühl, der künftige Abc-Schütze hat die elementaren Verhaltensregeln verinnerlicht, können Sie sich von Ihrem Kind zur Schule führen lassen. Währenddessen soll es Ihnen mögliche Gefahrenstellen erklären. Durch diesen Rollentausch können Sie erkennen, an welchen Stellen noch Nachholbedarf besteht.

In den ersten Wochen nach dem Schulbeginn sollten die Schulanfänger noch begleitet werden und auch später ist es sinnvoll, ab und zu das Verhalten im Straßenverkehr zu überprüfen. Achten Sie auch darauf, ob sich die Strecke durch Bauarbeiten oder ähnliches verändert und vielleicht ein anderer sicherer Schulweg ratsam ist.

Der sichere Schulweg: Darauf sollten Sie bei der Streckenplanung achten

Grundsätzlich gilt: Ein sicherer Schulweg ist nicht immer der kürzeste. Manchmal kann durch einen kleinen Umweg eine höhere Verkehrssicherheit gewährleistet werden. Planen Sie für den Weg auch immer ausreichend Zeit ein, denn unter Hektik geraten die trainierten Verhaltensweisen schnell in Vergessenheit.

Bei der Streckenplanung müssen verschiedene Kriterien der Schulwegsicherheit beachtet werden. Ein sicherer Schulweg zeichnet sich unter anderem durch folgende Merkmale aus:

  • Das Überqueren von (vielbefahrenen) Fahrbahnen ist nur selten notwendig.
  • Durch Ampeln oder Zebrastreifen wird das Passieren von Straßen erleichtert.
  • An Einbahnstraßen oder Straßen mit Mittelinsel ist das Überqueren leichter, weil nur auf eine Fahrtrichtung zu achten ist.
  • Der Gehweg verfügt über eine ausreichende Breite und ist beleuchtet.
  • Schülerlotsen sichern den Verkehr.

Besprechen Sie die Schulwegplanung auch mit anderen Eltern, vielleicht ergibt sich die Möglichkeit für einen gemeinsamen Schulweg.

Für viele Schulen existieren zudem bereits sogenannte Schulwegpläne, bei diesen Straßenkarten handelt es sich um eine Empfehlung für den Weg zur Schule. Den Plänen liegen unter anderem auch Unfallstatistiken zu Grunde, wodurch potenziell gefährliche Stellen identifiziert und somit möglicherweise umgangen werden können.

Tipps für die Teilnahme am Straßenverkehr

Für Kinder ist der Schulweg wichtig. Fahren Sie diese wenn möglich nicht mit dem Auto.

Für Kinder ist der Schulweg wichtig. Fahren Sie diese wenn möglich nicht mit dem Auto.

Ein sicherer Schulweg setzt auch die Kenntnisse der elementaren Verhaltensregeln im Verkehr voraus. Durch die Verkehrserziehung sollte Ihr Kind diese Vorschriften kennen:

  • Vor dem Überqueren einer Straße wird sich immer vergewissert, ob die Fahrbahn frei ist. Diese Regel gilt auch bei einer Ampel oder einem Zebrastreifen.
  • Bei möglichen Gefahrenstellen und am Bordstein gilt: Stehenbleiben! Weitergehen ist erst dann erlaubt, wenn die Straße frei ist.
  • Erst wenn die Ampel für Fußgänger grün zeigt, darf die Straße passiert werden.

Sicherheit durch Sichtbarkeit

Ein sicherer Schulweg ist nur eine Möglichkeit das Gefahrenpotenzial im Straßenverkehr zu reduzieren. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind auch bei schlechtem Wetter oder bei Dunkelheit gut sichtbar ist.

Möglich ist dies zum Beispiel durch reflektierende Materialien an Jacken, Schuhen oder Rucksäcken. Diese werfen das Licht der Autobeleuchtung zurück, sodass Kinder bereits aus größerer Entfernung erkennbar sind. Auch eingearbeitete LED-Leuchten können die Sichtbarkeit erhöhen und somit Unfälle verhindern.

Die Bezeichnungen für einen Schulanfänger unterscheiden sich in Deutschland teilweise stark. Neben Begriffen wie Erstklässler und Abc-Schütze findet im Rheinland der Term i-Dötzchen Anwendung.

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