Fahrsicherheitstraining – Die richtige Beherrschung des Fahrzeugs ist wichtig

Fahr- und Sicherheitstraining – Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Vielen Autofahrern ist der Begriff „Fahrsicherheitstraining“ bekannt. Die meisten wissen auch in etwa was sich dahinter verbirgt. Sie wissen, dass es sich um ein Fahrertraining handelt, dass zur besseren Beherrschung des Fahrzeugs und zum richtigen Umgang mit schwierigen Situation im Straßenverkehr beitragen soll.

Bei einem Fahrsicherheitstraining werden alltägliche und außergewöhnliche Fahrsituationen trainiert.

Bei einem Fahrsicherheitstraining werden alltägliche und außergewöhnliche Fahrsituationen trainiert.

Spezifische Ratgeber zum Thema Fahrsicherheitstraining

Fahrsicherheitstraining als gesetzliche Pflicht

Etwas Unvorhergesehenes kann im Straßenverkehr immer auftreten. Es ist ein plötzlich bremsendes Fahrzeug vor einem auf der Autobahn oder ein Reh, das unvermittelt die Landstraße überquert. Auch kann im Stadtverkehr ein Kind zwischen parkenden Autos hervorlaufen oder ein Radfahrer aus dem toten Winkel auftauchen. Die wenigsten Autofahrer, ob nun erfahren oder Fahranfänger, wissen, wie man in solchen Situation angemessen reagiert.

Ein Fahrsicherheitstraining kann zeigen, wie der Autofahrer sich und andere Verkehrsteilnehmer außer Gefahr bringt. Da eine Fahrschule dies nicht leisten kann, wurden diese speziellen Sicherheitstrainings erstellt.


Doch kaum ein Autofahrer in Deutschland hat jemals an einem solchen Sicherheitstraining teilgenommen. Trotz zahlreicher Berichte in den Medien und Statistiken, die darauf hinweisen, dass Autofahrer nach einer Teilnahme oft umsichtiger und damit sicherer im Straßenverkehr unterwegs sind, gibt es immer noch zahlreiche Fragen.

Was beinhaltet ein Fahrtraining und wer kann daran teilnehmen? Von wem werden sie durchgeführt? Ist die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining vor dem Führerschein Pflicht? Wie sieht es mit Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining ohne eigenes Auto aus?

Diese und weitere Fragen sollen im folgenden Ratgeber geklärt und erläutert werden.

Sicherheitstraining mit dem PKW: Was verbirgt sich dahinter?

Als Fahrsicherheitstraining, auch Sicherheitstraining (SHT) genannt, werden allgemein Schulungen bezeichnet, die von Fahrern von Kraftfahrzeugen durchgeführt werden. Diese Schulungen gibt es für unterschiedliche Fahrzeuge. So ist es beispielsweise möglich mit einem PKW, einem Motorrad, einem LKW oder auch einem Reisebus an den Schulungen teilzunehmen.

Neben den theoretischen Anweisungen findet ein Sicherheitsfahrtraining hauptsächlich auf einem speziellen Verkehrsübungsplatz statt. Dieser ist oft Teil von einem Fahrsicherheitszentrum, in dem dann auch weitere fahrpraktische Schulungen durchgeführt werden.

Das Fahrtraining im eigenen Auto wird besonders Fahranfängern empfohlen.

Das Fahrtraining im eigenen Auto wird besonders Fahranfängern empfohlen.

Die Grundlage für das heutige Verkehrssicherheitstraining wurde bereits Anfang der 1970er Jahre durch ADAC, Verkehrswachten und Automobilhersteller gelegt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden dann die Abläufe für das heute auch als „Schleuderkurs“ bekannte Fahrsicherheitstraining entwickelt. Die Kurse wurden dann stätig um Module erweitert und an die Entwicklungen im Straßenverkehr und in der Automobilindustrie angepasst. Als sogenanntes „DVR-Sicherheitstraining (Deutscher Verkehrssicherheitsrat Sicherheitstraining)“ für Auto und LKW wurde es 1975 erstmals als Sicherheitsprogramm eingeführt.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) war maßgeblich an der Entwicklung der spezifischen Kurse beteiligt. Zu ihm gehören:

  • die Verkehrsministerien der Länder,
  • die Deutsche Verkehrswacht,
  • Verkehrsclubs,
  • Automobilhersteller
  • auch Gewerkschaften,
  • Berufsgenossenschaften,
  • Versicherungen,
  • Wirtschaftsverbänden
  • und die Kirche.

Der eingetragene Verein beschäftigt sich mit der Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Die entwickelten Kurse sind heute so konzipiert, dass sie den Kraftfahrern eine vorausschauende Fahrweise vermitteln und ihnen so die Möglichkeit geben, Gefahren im Straßenverkehr rechtzeitig zu erkennen. Hierfür wird neben dem theoretischen Wissen auch Wert auf die richtige Beherrschung des Fahrzeuges gelegt.

Die Fahrsicherheitstrainings sollen den Teilnehmern vermitteln, wie sie in kritischen Situationen durch das richtige Wissen und die Beherrschung ihres Fahrzeuges Gefahren abwenden können. Darüber hinaus sollen die Kurse auch den richtigen Umgang mit der modernen Fahrzeugtechnik schulen und so darauf hinweisen wie zum Beispiel ABS, ESP und ASR korrekt angewendet werden.

Inzwischen gibt es Kurse für jeden Bedarf. Ob Basiskurse, die einen Tag dauern oder auch Wochenend-Lehrgänge für Berufskraftfahrer. Auch weiterhin wird das Fahrsicherheitstraining hauptsächlich über den ADAC, die Deutsche Verkehrswacht, viele Autohersteller und teilweise auch private Veranstalter angeboten.

Die Motivationen von Fahrern, an einem Sicherheitstraining teilzunehmen, können unterschiedlich aussehen. Es kann mit dem Beruf und den steigenden Anforderungen im Straßenverkehr zu tun haben, dass ein Berufsfahrer an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen möchte.

Es kann sich auch um eine junge Familie handeln, die mit einem Baby im Auto mehr Sicherheit haben möchte. Oder es ist ein Autofahrer, der nach einem Unfall verunsichert ist und den Umgang mit verschiedenen Fahrsituationen trainieren möchte.

Das Ziel eines Fahrsicherheitstrainings ist es, dass die Fahrzeugführer lernen Gefahren zu erkennen, Gefahren zu vermeiden und Gefahren zu bewältigen.

Das PKW-Sicherheitstraining: Wer kann teilnehmen?

Ein Fahrsicherheitstraining wird umgangssprachlich auch oft als Autofahrtraining bezeichnet, da viel davon ausgehen, dass nur Fahrer, die nicht richtig fahren können so einen Kurs absolvieren müssen. Dies ist allerdings nicht korrekt. An den Kursen können alle Kraftfahrer, die ihre praktischen Fahrkenntnisse weiterentwickeln möchten, teilnehmen. Dabei spielt der Erfahrungsgrad oder die Art Auto zufahren keine Rolle.

Das Sicherheitstraining beinhaltet auch Situationen, die in unterschiedlichen Witterungsbedingungen auftreten können.

Das Sicherheitstraining beinhaltet auch Situationen, die in unterschiedlichen Witterungsbedingungen auftreten können.

Im Gegensatz zu Österreich, wo ein Fahrsicherheitstraining Teil der Mehrphasenausbildung zum Führerschein ist, besteht in Deutschland keine Pflicht für PKW- und Motorradfahrer an einem Kurs teilzunehmen. LKW-Fahrer müssen jedoch seit einigen Jahren nachweislich an Fortbildungskursen teilnehmen, die auf dem Fahrsicherheitstraining aufgebaut sind.

Da die Teilnahme freiwillig ist, müssen die Fahren die Kosten selbst tragen. Je nach Art des gewählten Trainings können die Preise zwischen 85,- und 200,- Euro liegen. Ein Fahrsicherheitstraining kann in Firmen und Betrieben Teil der Arbeitgeberfürsorge oder des Ausbildungsprogramms sein. In diesen Fällen wird ein solcher Kurs oftmals von den Firmen bezahlt und die Teilnahme des Arbeitnehmers vorausgesetzt.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, Gutscheine für ein Training zu verschenken. Diese werden von den Veranstaltern ausgestellt und können bei diesen erworben werden.

Meist bieten auch Versicherungen und Berufsgenossenschaften Rabatte für die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining an, was die Kosten für eine Teilnahme erheblich verringern kann. Interessierte sollten sich hier bei Ihren Versicherungen erkundigen und die Gelegenheit zu einem Fahrsicherheitstraining nutzen.

Jeder Kursteilnehmer muss im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis für das Fahrzeug, für welches der Kurs absolviert werden soll. Das heißt, ein PKW-Fahrer muss mindestens einen Führerschein der Klasse B besitzen und ein Motorradfahrer eine Fahrerlaubnis für die jeweilige Maschine. Ohne einen Führerschein kann das Fahrsicherheitstraining nicht absolviert werden.

Möchten Jugendliche aus dem Projekt „Begleitetes Fahren mit 17“ an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen, muss die Fahrprüfung bereits bestanden sein. Ob die Begleitperson während des Trainings anwesend sein muss, sollten die Teilnehmer vor Kursantritt mit dem Veranstalter klären.

Des Weiteren kann ein Fahranfänger auf einem Verkehrsübungsplatz die ersten Fahrten ohne Fahrlehrer in einer sicheren Umgebung durchführen. Dieser Übungsplatz muss nicht unbedingt Teil eines Fahrsicherheitszentrums sein,

Diese Trainingsplätze erlauben es auch, dass Fahrer ab 16 Jahren in Begleitung einer Person, die seit mindestens drei Jahren einen Führerschein besitzt, erste Fahrversuche unternehmen.

Je nach Fahrerfahrung und Fahrzeugtyp können verschiedene Fahrsicherheitstrainings gebucht werden. Gängige Kurse für PKW- und Motoradfahrer können genauso ausgewählt werden, wie spezielle Angebote für Berufskraftfahrer, Busfahrer oder für Angehörige der Rettungsdienste.

Verkehrsclubs, Versicherungen oder auch Automobilhersteller, bieten zum Beispiel auch eine Vielzahl von Kursen für ein Fahrsicherheitstraining mit dem PKW an.

Nachfolgend eine Auswahl von möglichen Kursen (das genaue Kursangebot kann bei den jeweiligen Veranstaltern erfragt werden):

  • Basis-Training
  • Aufbau-Training
  • Wohnmobil-Training
  • Training für Wohnwagen und andere Pkw-Gespanne
  • Junge Fahrer-Training
  • Generation Plus-Training
  • Frauen-Training

Besonders jungen Fahrern wird empfohlen, Kurse zur Fahrsicherheit zu belegen, damit sie die Reaktion Ihres Autos in bestimmten Situationen einmal erleben können. Sie können so erfahren, welche Maßnahmen nützlich sind, um einen Unfall oder das Auftreten einer Gefahr zu verhindern.

Nicht nur mit einem PKW kann ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden.

Nicht nur mit einem PKW kann ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden.

Aber auch erfahre Autofahrern können von einem Sicherheitstraining mit Ihrem Auto profitieren. Technische Neuerungen sind für viele meist schwer einzuschätzen und oftmals nicht klar erkennbar in Ihrer Anwendung. Ein Fahrsicherheitstraining kann behilflich sein, sich selbst und sein Fahrzeug richtig einzuschätzen.

Die Möglichkeit, seinen PKW in verschiedenen Fahrsituationen ohne Gefahr oder Unfallrisiko kennenzulernen, besteht legal nur auf den Verkehrsübungsplätzen und unter Anleitung der Lehrer eines Fahrsicherheitszentrums.

Daher ist es auch eher sinnvoll mit dem eigenen PKW an einem solchen Kurs teilzunehmen. Sollte dies nicht möglich sein, kann bei einigen Anbietern bei der Buchung ein Kurswagen verlangt werden.

Fahrsicherheitstraining in Deutschland: Wer führt es durch?

Die Fahrsicherheitsanlagen, die in Deutschland betrieben werden und die für die Ausführung der Fahrtrainings zugelassen sind, unterliegen den Richtlinien des DVR. Dies soll die Qualität der Fahrsicherheitstrainings gewährleisten und Standards in der Ausführung der Kurse festlegen.

Insgesamt sind in Deutschland 30 Veranstalter tätigt, die alle den Richtlinien des DVR folgen. Die meisten der Anlagen werden in Deutschland vom ADAC – mit etwa 60 Verkehrsübungsplätzen – und der Verkehrswacht betrieben. Die Verkehrswacht führt das Fahrsicherheitstraining im Auftrag der Berufsgenossenschaften im Rahmen der Unfallverhütung durch.

Alle in den Fahrsicherheitszentren tätigen Lehrer, Trainer oder Moderatoren werden vom jeweiligen Veranstalter der Kurse beschäftigt. Sie werden besonders geschult und müssen für Ihre Tätigkeit vom DVR zertifiziert sein.

Interessierte können sich an die ortsansässigen Verkehrsclubs oder auch an ihre Versicherung wenden, um Informationen zu einem PKW-Fahrtraining zu erhalten.

Das Fahrsicherheitszentrum – der Verkehrsübungsplatz wird zum Trainingsort

Fahrsicherheitszentren oder auch Fahrtechnikzentren beziehungsweise Fahrsicherheitsanlagen sind künstlich angelegte Areale. Sie sind von öffentlichen Straßen abgegrenzt und deutlich gekennzeichnet. Auf diesen Arealen werden die Fahrsicherheitstrainings durchgeführt.

Einige Anlagen können nur von PKWs und Motorrädern befahren werden. Andere sind auch für LKWs und Busse zugänglich. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Anlagen auf denen besondere Anforderungen an Rettungs- oder Bergungsdienste trainiert werden können.

In den Fahrsicherheitszentren können kritische Situationen im Straßenverkehr oder erschwerte Witterungsbedingungen simuliert werden. Auf Verkehrsübungsplätzen, auch auf denen, die nicht Teil eines Fahrsicherheitszentrums sind, werden meist alltäglich Verkehrssituationen trainiert.

Auf dem Verkehrsübungsplatz werden verschiedene Fahrsituationen geübt.

Auf dem Verkehrsübungsplatz werden verschiedene Fahrsituationen geübt.

Da neben dem praktischen Motorrad- oder Auto-Fahrtraining auch ein theoretischer Teil zum Fahrsicherheitstraining gehört, sind die Zentren für Beides ausgestattet. Sie sind jedoch nicht für eine komplette Fahrausbildung bis hin zum Führerschein gedacht, hier sind allein die Fahrschulen für zuständig. Das Fahrsicherheitstraining soll auch nur eine Ergänzung zur Fahrschulausbildung darstellen und das Erlernte nach bestandener Prüfung festigen.

Die Anlagen sind, je nach Auslegung, angemessen dimensioniert und mit geraden Flächen für Brems- und Ausweichmanöver ausgestattet. Dazu kommen kurze Bergstrecken und Kreisbahnen sowie Bogenelemente die im Fahrsicherheitstraining für die Kurventechnik verwendet werden.

Darüber hinaus gibt es auch Gleitflächen, die entweder aus Metall oder aus Kunststoff bestehen. Diese Flächen werden im Fahrsicherheitstraining für Simulationen von winterlichen oder regnerischen Straßenverhältnissen genutzt. Auch können auf diesen Flächen Fahrsituation bei hohen Geschwindigkeiten dargestellt werden, ohne dass der Fahrer selbst diese Geschwindigkeiten fahren muss.

Die Areale und Flächen in einem Fahrsicherheitszentrum sind so gestaltet, dass ein Kursteilnehmer die Situationen auf den alltäglichen Straßenverkehr übertragen kann. So entstehen ein Lerneffekt und ein Erfahrungszuwachs.

Der Kraftfahrer lernt so, wie er selbst und wie sein Fahrzeug in bestimmten Fahrsituationen reagiert.

In einem Fahrsicherheitstraining können Übungen zum Beispiel das Bremsen auf einer einseitig glatten Fahrbahn und das sogenannte Abfangen des Fahrzeugs beinhalten. Mithilfe einer Schleuderplatte wird das Ausbrechen einer Achse trainiert und welche Gegenmaßnahmen in diesem Fall getroffen werden müssen. Für diese Übungen müssen die Flächen in einem Fahrsicherheitszentrum speziell gestaltet sein und auch ausreichend große Auslauf- und Sicherheitszonen bieten.

Um das bestmögliche Training bieten zu können, setzen viele Zentren auch Geschwindigkeitsmessanlagen ein und verwenden Funkgeräte, um mit den Kursteilnehmern im ständigen Kontakt zu bleiben. So kann eine Geschwindigkeit auf einer Testfahrbahn auch durch Zahlen dem Autofahrer sichtbar gemacht werden.

Je nach Ausstattung und Auslegung des Fahrsicherheitszentrums, sind Elemente wie Schleuderplatten oder Wasserfontänen elektronisch oder per Computer gesteuert. So kann zum Beispiel in einer Übung mehrere Elemente kombiniert werden. Nicht nur kann das Abfangen des Autos so mehrmals trainiert werden, sondern es kann gleichzeitig auch mit dem Umfahren von Hindernissen – in diesem Fall die Wasserwand – verbunden werden.

Auch haben einige Zentren eine flutbare Fahrspur, mit welcher Aquaplaning simuliert werden kann. Auf diesem Asphalt kann eine Wassertiefe zwischen 5 und 10 cm erreicht werden. Je nach der Tiefe wird das spezielle Verhalten des Fahrzeuges getestet.

Wie bereits erwähnt, wird ein Fahrsicherheitstraining meist mit dem eigenen PKW durchgeführt. Für Fahrten mit einem Anhänger werden spezielle Kurse angeboten. Auch ist es möglich mit speziell umgerüsteten und mit Stützrädern ausgestatteten Fahrzeugen die Kippgrenze dieser zu erfahren.

Der Ablauf eines Fahrsicherheitstrainings

Nach der Anmeldung zu einem Sicherheitstraining wird üblicherweise ein Termin mit dem Teilnehmer vereinbart. Meist sind dies auch Sammeltermine mit mehreren Teilnehmern. Die Anzahl der Kursteilnehmer wird bei einem Fahrsicherheitstraining relativ gering gehalten, so dass die Trainer auch auf die Teilnehmer konzentrieren können. Die Größe der Gruppe beträgt meist zwischen acht und 12 Fahrern.

Die Dauer der einzelnen Kurse richtet sich nach Art des ausgewählten Trainings. Sie kann zwischen fünf und acht Stunden betragen. Auch werden die Fahrsicherheitstrainings meist das ganze Jahr über angeboten. Sind die Witterungsbedingungen allerdings zu extrem oder ist der Verkehrsübungsplatz nicht nutzbar, kann aus auch vorkommen, dass Kurse abgesagt werden.

Die Vorkenntnisse des Teilnehmers spielt bei der Einstufung des Schwierigkeitsgrads eine Rolle. Hier gibt es zum Beispiel Aufbaukurse, Kurse für Fortgeschrittene oder ein Perfektionstraining.

Ein Fahrsicherheitstraining beginnt immer mit einer theoretischen Einführung bevor die Fahrer auf den Verkehrsübungsplatz dürfen. In dieser Einführung wird ausführlich auf die Kenntnisse und auch auf die Wünsche der Teilnehmer eingegangen. Hier soll herausgefunden werden, wo der Einzelne steht, wo er gerne hin möchte und was mit dem Fahrertraining erreicht werden soll.

Des Weiteren wird dann auf die Fahrphysik sowie auf die aktuelle Fahrzeugtechnik, wie zum Beispiel das Antiblockiersystem (ASB) oder die Electronic Stability Control (ESC) und deren Grenzen eingegangen.

Wie bereits beschrieben, sind bei den meisten Veranstaltern die Teilnehmer per Funk mit den Trainern verbunden und stehen somit ständig im persönlichen Kontakt. Der Trainier kann so korrigierend eingreifen und die Übung mit dem Teilnehmer zusammen durchlaufen. Daher ist es nicht notwendig, dass ein Trainer mit im Fahrzeug sitzt.

Der Trainer hat bei einem Fahrsicherheitstraining auch die Möglichkeit den individuellen Schwierigkeitsgrad des Fahrers zu variieren. So können Teilnehmer Erfahrungswerte sammeln und die Übungen auch von ängstlichen Fahrern oder Anfängern gut absolviert werden.

Durch die großen Auslauf- und Sicherheitszonen sowie die Gestaltung der Fahrbahnbreite ist es jedem Fahrer möglich jederzeit an den Rand zu fahren um zu zuschauen oder eine Übung abzubrechen.

Bevor das Sicherheitstraining im Auto beginnt, wird durch den Trainer die richtige Sitzposition geprüft. Dies ist wichtig, um eine optimale Fahrzeugbeherrschung zu erreichen und die mögliche Verletzungsgefahr durch den Airbag zu minimieren.

Es wird empfohlen, dass die Rückenlehne in einem Winkel von 110° eingestellt ist. Die Sitzposition sollte eine Armhaltung im 90°-Winkel zum Lenkrad ermöglichen.

Vor den praktischen Übungen bieten einige Kurse zum Verkehrssicherheitstraining auf speziellen Anlagen auch eine kurze Einführung zu den einzelnen Abschnitten des Fahrsicherheitszentrums an. Dies kann entweder noch während der Theorie erfolgen oder als kleine Rundfahrt auf dem Kurs. Teilnehmer sollen sich so schon vorher mit den Sicherheitszonen vertraut machen.

Vor Beginn von einem Fahrertraining, werden die richtige Sitzpisition sowie die richtige Lenkradhaltung geprüft.

Vor Beginn von einem Fahrertraining, werden die richtige Sitzpisition sowie die richtige Lenkradhaltung geprüft.

Das Fahrtraining an sich setzt sich dann, wie schon zuvor beschrieben, aus verschiedenen Übungen in den einzelnen Arealen der Anlage zusammen. Auf verschiedenen Fahrbahnuntergründen werden verschiedene Fahrsituationen trainiert.

Folgende praktische Übungen können Bestandteil eines Fahrsicherheitstrainings sein:

  • Eine Vollbremsung mit dem sogenannten Büffeltritt. Hier muss der Fahrer mit dem rechten Bein massiv auf die Bremse treten und gleichzeitig auch die Kupplung bedienen (bei Automatikschaltung fällt dies weg) bis das Fahrzeug steht. Bei Fahrzeugen mit einem Bremsassistenten sollte bei einer korrekten Vollbremsung die Warnblinkanlage angehen.
  • Bremswege bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Fahrbahnbelägen ausprobiert, damit der Teilnehmer die Reaktion des Fahrzeugs und der Reifen erfahren kann.
  • Es werden verschieden Brems- und Ausweichmanöver gefahren. Dies findet auch auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen statt, sowie vor einer Wasserwand. So wird unter anderem die richtige Nutzung des Lenkrades und des Lenkwinkels trainiert.
  • Auf der Kreisbahn wird unter anderem das Übersteuern oder Untersteuern des Fahrzeugs provoziert. Hierdurch wird auch die Funktion des Gaspedals aufgezeigt. Auch die Möglichkeit die Reaktion des Autos per Gaspedal zu steuern wird vermittelt.
  • In Bezug auf die richtige Lenkradhaltung und auch auf die Anwendung des Schulterblickes und der richtigen Blickrichtung werden Kurven- und Slalomfahrten trainiert.
  • Das Überfahren der Dynamikplatte, auch Schleuderplatte, soll das Ausbrechen des Hecks simulieren. Der Fahrer soll hier das richtige Abfangen des Wagens vermittelt bekommen.
  • Eine weitere Übung kann das Rückwärtsfahren um Hindernisse sein. Hier werden, neben der Orientierung im Raum, auch die Blickrichtungen und die Einschätzung des Fahrverhaltens trainiert.

Fahrsicherheitstraining – Tipps für die Teilnahme und die Vorbereitung

Fahrer mit wenig praktischer Erfahrung, sind oft ängstlich im Straßenverkehr unterwegs und wissen oft nicht, wie sie ihr Auto richtig beherrschen. Dies führt zu einer noch größeren Unsicherheit. Diese Autofahrer fühlen sich auch während eines Fahrsicherheitstrainings unsicher.

Hier kann eine Begleitperson, die zum Sicherheitstraining mitkommt oder vorher mit dem Fahrer auf einem Verkehrsübungsplatz einige Runden dreht, eine gute Hilfestellung bieten. Teilweise ist es in den Fahrsicherheitszentren möglich eine Begleitperson auch mit zu den Übungen zu nehmen. Dies sollte jedoch vorher mit dem Veranstalter abgeklärt werden. Hier können mitunter weitere Gebühren entstehen. Meist sind Personen unter 17 Jahren als Begleitperson ausgeschlossen. Auch im Training für junge Fahrer sind Beifahrer meist nicht zugelassen.

Einige Übungsstunden vor dem eigentlichen Training, in einer sicheren Umgebung mit einem Mitfahrer, dem vertraut wird, kann Ängste abbauen und den Teilnehmer aufnahmefähiger für das Training machen.

Im Fahrertraining an sich können die vorhandenen Ängste dann weiter abgebaut und die Sicherheit hinter dem Steuer erhöht werden. Da sich hier mit Extrem- und Gefahrensituationen auseinandergesetzt wird, lernt der Fahrer diese richtig einzuschätzen und Kontrolle über sein Fahrzeug zu erhöhen.

Vor der Fahrt ins Fahrsicherheitszentrum sollten Ölstand, Tankfüllung und Reifendruck überprüft werden.

Vor der Fahrt ins Fahrsicherheitszentrum sollten Ölstand, Tankfüllung und Reifendruck überprüft werden.

Wird das Sicherheitstraining mit dem eigenen Auto absolviert, muss dieses auch verkehrstauglich sein und den Vorschriften der StVO entsprechen. Vor der Teilnahme sollten neben dem Öldruck und den Benzinstand auch der Reifendruck und der Zustand der Reifen überprüft werden.

Die Reifen müssen die für die Jahreszeit entsprechenden sein und eine ausreichende Profiltiefe aufweisen. Darüber hinaus sollten keine abgenutzten Reifen für ein Fahrsicherheitstraining verwendet werden, da diese die Reaktion des Fahrzeugs unvorhersehbar machen können. Abgenutzte Reifen bedeuten auch hier, wie im alltäglichen Straßenverkehr, ein erhöhtes Unfallrisiko, das vermieden werden kann.

Darüber hinaus kann bei besonders warmen Außentemperaturen der Kühlwasserstand und an sehr kalten Tagen das Frostschutzmittel überprüft werden.

Wird auf den Verkehrsübungsplätzen und den Fahrsicherheitsanlagen das Wasser für die Bewässerung der Strecke recycelt, kann es sein, dass der PKW nach absolviertem Fahrsicherheitstraining gewaschen werden muss. Zur Wiederaufbereitung wird dem Wasser oftmals Kalk zugesetzt, was Kalkflecken verursachen kann.

Die Teilnehmer sollten sich auch darüber informieren, ob vor Ort eine Verpflegung mit Essen und Getränken stattfinden. In den meisten Fahrsicherheitszentren ist dies der Fall, dennoch sollte vor der Teilnahme geklärt werden, ob man sich in den Pausen selbst versorgen muss.

Nach dem absolvierten Training führt der Trainer auch eine Auswertung der einzelnen Übungen durch und gibt Tipps wie Teilnehmer sich in Zukunft verhalten können, um aus Gefahrensituationen im alltäglichen Straßenverkehr unbeschadet herauszukommen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (39 Bewertungen, Durchschnitt: 4,21 von 5)
Loading...

2 Kommentare

  1. Frank N. sagt:

    Sehr ausführlich! Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die 30 Fahrsicherheits-Zentren in der BRD benennen könnten. Überwiegend die für PKW. Auch, wenn es separate Motorrad-Trainings- Parcours‘ gibt.
    Mit bestem Dank und
    freundlichen Grüßen
    Frank N.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Frank,

      durch eine Suche bei einer der bekannten Suchmaschinen im Internet finden Sie sicherlich schnell die von Ihnen verlangten Informationen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

Verfasse einen neuen Kommentar