Fahrsicherheitstraining für LKW - Rechtliche Grundlagen

Fahrsicherheitstraining mit dem LKW – Für Berufskraftfahrer Pflicht

Das LKW-Fahrertraining: Für mehr Sicherheit im Berufskraftverkehr

Ein Fahrsicherheitstraining mit dem Traktor kann Teil der Weiterbildung für Berufskraftfahrer sein.

Ein Fahrsicherheitstraining mit dem Traktor kann Teil der Weiterbildung für Berufskraftfahrer sein.

Fast jeder hat schon einmal von einem Fahrsicherheitstraining gehört und kann sich in etwa vorstellen, worum es geht. Für PKW- und Motorradfahrer sind diese Fahrtrainings meist eine freiwillige Angelegenheit. Anders sieht das bei den Berufskraftfahrern aus. Insbesondere das Fahrsicherheitstraining für den LKW hat hier eine größere Bedeutung. Denn eine Teilnahme ist für jeden Berufskraftfahrer Pflicht.

Wie sieht der Ablauf eines solchen Fahrtrainings aus und welche Voraussetzungen müssen für eine Teilnahme erfüllt werden? Wer muss an einem LKW-Sicherheitstraining teilnehmen und welche rechtliche Grundlage existiert hier?

In nachfolgenden Ratgeber soll dies und weiteren Fragen zum Thema „Fahrsicherheitstraining mit einem LKW“ beantwortet werden.

LKW-Fahrsicherheitstraining: Wer führt es durch und wer kann daran teilnehmen?

Sicherheitstrainings für Kraftfahrer wurden unter dem Aspekt der Verbesserung der Verkehrssicherheit bereits Anfang der 1970er Jahre entwickelt. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) war maßgeblich an der Erstellung und Weiterentwicklung des, zunächst als „Schleudertraining“ bekannten, Fahrsicherheitstrainings beteiligt.

Der eingetragene Verein beschäftigt sich mit der Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Zu ihm gehören unter anderem:

  • die Verkehrsministerien der Länder,
  • die Deutsche Verkehrswacht,
  • Verkehrsclubs,
  • Automobilhersteller
  • auch Gewerkschaften,
  • Berufsgenossenschaften,
  • Versicherungen,
  • Wirtschaftsverbänden
  • und die Kirche.
Sicherheitstrainings für LKW- und Berufskraftfahrer standen schon früh im Fokus des DVR. Daher gibt es heute neben den bekannten Sicherheitstrainings für PKW und Motorrad auch eine Vielzahl von Kursangeboten, die sich an Berufskraftfahrer richten.

So bieten die Verkehrsclubs und auch die Verkehrswacht Kurse für Nutzfahrzeuge an, die Übungen für Transporter, LKW und Busse sowie für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Einsatzfahrzeuge beinhalten. Auch bei vielen Fahrzeugherstellern kann ein Fahrsicherheitstrainings absolviert werden.

Das Fahrsicherheitstraining mit dem LKW kann privat durchgeführt werden, muss jedoch Teil der Weiterbildung sein.

Das Fahrsicherheitstraining mit dem LKW kann privat durchgeführt werden, muss jedoch Teil der Weiterbildung sein.

Möchten Betriebe und Unternehmen Ihre Mitarbeiter in Bezug auf Verkehrssicherheit und Ladungssicherung schulen lassen, können sie diese Kurse als „Fahrsicherheitstraining für Firmen“ buchen. Auch Berufskraftfahrer, die ihre Fähigkeiten und ihr Wissen bezüglich gefährlicher Situationen im Straßenverkehr erweitern möchten, können an diesen Kursen teilnehmen.

Voraussetzung ist, wie bei allen Fahrsicherheitstrainings, der Besitz einer Fahrerlaubnis für das jeweilige Fahrzeug, mit dem der Kurs absolviert werden soll. Darüber hinaus muss das Fahrzeug verkehrssicher sein und den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) entsprechen.

Ablauf vom Fahrsicherheitstraining: LKW und Bus

Die Kurse für LKW, Busse und andere Nutzfahrzeuge werden in einem geeigneten Fahrsicherheitszentrum des Veranstalters durchgeführt. Diese Anlagen sind speziell für die Trainings mit großen Fahrzeugen konzipiert und bieten ein entsprechend großes Areal.

So kann ein Fahrsicherheitstraining mit dem LKW, einem Reise- oder Linienbus auf dafür ausgestatteten Fahrsicherheitsanlagen problemlos durchgeführt werden. Teilweise werden auch die Fahrzeuge von den Veranstaltern gestellt. Ob dies der Fall ist, sollte vor der Buchung des Kurses geklärt werden.

Vor den fahrpraktischen Übungen findet bei allen Kursen eine theoretische Einführung statt. Hier werden der Programmablauf sowie die Fahrphysik und die Fahrzeugtechnik besprochen. Des Weiteren werden die richtige Sitzposition sowie die Spiegel- und Lenkradeinstellungen überprüft und korrigiert.

Diese Einzelkurse haben eine Dauer von acht Stunden und beinhalten meist folgende Übungen:

  • zum Rangieren,
  • zum Ausweichen von Hindernissen,
  • zum richtigen Bremsen,
  • zum richtigen Abfangen des Fahrzeugs,
  • zum Fahren auch verschiedenen Fahrbahnbelägen, um unterschiedliche Witterungsbedingungen und Geschwindigkeiten zu simulieren,
  • zu Kurvenfahrten und dem Kippverhalten von LKW, Transportern oder Bussen,
  • und zur richtigen Ladungssicherung.

Für diese Übungen werden Fahrten über einen Slalomparcours, über griffige und glatte Fahrbahnbeläge, über Gefälle und Gleitflächen sowie über eine hydraulische Dynamikplatte und durch Wasserhindernisse durchgeführt. Die Teilnehmer sind über Sprechfunk mit dem Trainer verbunden.

Übungen mit landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen und Anhängern werden, je nach ausgewähltem Kurs, in das Training mit eingebaut. Oft finden sich dann bei der Buchung die Zusätze „Fahrsicherheitstraining mit Anhänger“ oder „Fahrsicherheitstraining mit Traktor“
Die Kosten für ein Fahrsicherheitstraining mit dem LKW, Bus oder Transport bewegen sich zwischen 200 Euro und 299 Euro.

Übungen im LKW-Fahrsicherheitstraining: Mit Anhänger und ohne.

Übungen im LKW-Fahrsicherheitstraining: Mit Anhänger und ohne.

Teilweise können Teilnehmer Zuschüsse ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft erhalten. Auch dies sollte vor Buchung des Kurses abgeklärt werden. Darüber hinaus können Zusatzkosten durch geforderte Versicherungen oder eine Verpflegung vor Ort entstehen.

Die Gruppengröße bewegt sich meist zwischen zehn und zwölf Teilnehmern pro Kurs.

Fahrsicherheitstraining über die Berufsgenossenschaft: Pflicht für alle Berufskraftfahrer

Die freiwillige Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining für LKW oder Bus wird ausdrücklich empfohlen, besonders wenn sich der Kraftfahrer näher mit verschiedenen Situationen in seinem Berufsalltag auseinander setzen möchte.

Darüber hinaus gibt es für Berufskraftfahrer seit 2009 auch eine gesetzliche Verpflichtung, im Rahmen einer Weiterbildung die alle fünf Jahre erfolgen muss, ein Fahrsicherheitstraining zu durchlaufen. Dies wird durch das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) geregelt.

Das Gesetz gilt für alle Berufskraftfahrer im Güter- und Personenverkehr mit einer Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D, DE. Diese Qualifikation und die nachfolgende Weiterbildung dienen der Verbesserung der Verkehrssicherheit und müssen absolviert werden.

Nur gesetzlich anerkannte oder besonders zugelassene Ausbildungsstätten dürfen diese Weiterbildung durchführen. Neben den, von den Berufsgenossenschaften beauftragten Verkehrsclubs oder Verkehrswachten, können das auch Fahrschulen oder zuständige Ausbildungsbetriebe sein. Da diese Vorschrift EU-weit gültig ist, darf die Weiterbildung auch im EU-Ausland absolviert werden. Hier muss die Teilnahmebescheinigung ins Deutsche übersetzt sein.

Das Fahrsicherheitstraining ist Teil eines Kurses mit verschiedenen Modulen. Laut Gesetz müssen folgende Kraftfahrer an einer solchen Grundqualifikation und Weiterbildung teilnehmen:

  • Berufseinsteiger
  • Fahrer mit bestehender Fahrerlaubnis
  • Fahrer, die nur aushilfsweise gewerblich LKW fahren
  • Arbeitgeber, die gewerblich tätige LKW-Fahrer beschäftigen
Die Teilnahme an einer Grundqualifikation oder Weiterbildung wird dem Fahrer bescheinigt. Darüber hinaus wird in der Fahrerlaubnis die Schlüsselnummer 95 eingetragen.

Ziel des Gesetzes ist, die Berufskraftfahrer für ein vorausschauendes und wirtschaftliches Verhalten zu schulen. Neben dem Fahrsicherheitstraining spielen in den weiteren Modulen auch eine ökonomische Fahrweise sowie der Kraftstoffverbrauch eine Rolle. So sollen der Kostendruck und die Umweltbelastung minimiert werden.

Weiterbildung über die Berufsgenossenschaft: Das Fahrsicherheitstraining ist immer ein Bestandteil.

Weiterbildung über die Berufsgenossenschaft: Das Fahrsicherheitstraining ist immer ein Bestandteil.

Liegt die Grundqualifikation oder der Nachweis einer Weiterbildung nicht vor, muss der Fahrer mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro rechnen. Unternehmen, die Fahrer ohne Qualifikation beschäftigen oder Fahrten ohne diese zulassen, erwartet ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro.

BG-Fahrsicherheitstraining: Ablauf und Umfang

Die Weiterbildung beläuft sich auf 35 Zeitstunden. Meist werden diese in einem Fahrsicherheitszentrum an fünf Seminartagen absolviert, wobei pro Tag in sieben Stunden eines der fünf vorgeschriebenen Module behandelt wird. Der Fahrer erhält für jedes Modul einen gesetzlich anerkannten Teilnahmenachweis. Ein Berufskraftfahrer muss alle Module innerhalb eines Fünf-Jahres-Zyklus abgeschlossen haben.

Das Fahrsicherheitstraining für LKW, Bus, Transporter oder landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge findet demnach dann an einem von fünf Tagen statt. Im Ablauf richtet es sich nach den Vorgaben das DVR und beinhaltet, wie auch die zuvor benannten Einzelkurse, folgende Übungen:

  • sicheres Rangieren zur Vermeidung von Bagatellschäden,
  • Bremsen auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen,
  • Bremsen in Gefahrensituationen, Bremsen in Kurven, richtiges Einschätzen des Bremswegs
  • Kreisbahnfahren zum Kennenlernen von Fliehkräften,
  • Über- und Untersteuern,
  • Ausweichen vor Hindernissen,
  • Verhalten des Fahrzeugs bei verschiedenen Lenkimpulsen, in Kurven etc.
Wie auch bei den Einzelkursen zum Fahrsicherheitstraining für den LKW, findet bei dem Fahrsicherheitstraining der BG vor den fahrpraktischen Übungen ein theoretischer Teil statt.

Bei den meisten Veranstaltern müssen die Module mit dem eigenen Fahrzeug absolviert werden. Dennoch ist es teilweise, oft bei einzelnen Modulen, auch möglich Fahrzeuge vor Ort gestellt zu bekommen. Die sollte mit dem zuständigen Veranstalter vorab geklärt werden.

Jeder Berufskraftfahrer ist für seine Weiterbildung selbst verantwortlich, daher müssen die Kosten dieser auch vom Fahrer getragen werden. Diese können sich bei einzelnen Modulen zwischen 80 Euro und 110 Euro bewegen und bei Paketpreisen zwischen 500 Euro und 800 Euro liegen.

Ob der Arbeitgeber oder die Berufsgenossenschaft sich an den Kosten beteiligt, muss der Fahrer vorab in Erfahrung bringen. Auch kann die Möglichkeit eine Übernahme der Kosten durch das Bundesamt für Güterverkehr im Rahmen des Förderprogramms „Aus- und Weiterbildung“ angefragt werden.

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