Fernsehen beim Autofahren - Verkehrsrecht 2018

Ist das Fernsehen beim Autofahren erlaubt?

Welche Ahndungen zieht das Fernsehen beim Autofahren mit sich?

Ist das Fernsehen beim Autofahren verboten?

Ist das Fernsehen beim Autofahren verboten?

Manche Autofahrer verbringen viel Zeit in Ihrem Kfz – sei es, weil sie einen langen Arbeitsweg haben oder regelmäßige Außentermine wahrnehmen müssen. Um sich die Zeit während der langen Fahrt zu versüßen, kommen einige Fahrer auf die Idee, beim Autofahren Filme anzuschauen.

Doch ist das Fernsehen beim Autofahren überhaupt erlaubt? Und was passiert, wenn ein abgelenkter Fahrer einen Unfall verursacht?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Konsequenzen für das Fernsehen beim Autofahren drohen, auf welchen rechtlichen Grundlagen Ahndungen basieren und wie Versicherungen bei diesem Vergehen reagieren.

Mit einem Smartphone beim Autofahren fernsehen

Die StVO hält kein explizites Fernsehverbot für den Führer eines Autos fest. Nutzt dieser dazu aber ein Handy oder Smartphone, greift der Tatbestand der „Handynutzung am Steuer“. Diese ist in Deutschland strikt verboten und wird mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet.

Der Tatbestand ist allerdings erst dann erfüllt, wenn Sie als Fahrer das Mobiltelefon in der Hand halten – etwa um ein Video oder einen Film zu suchen und zu starten. Befindet sich das Handy in einer entsprechenden Halterung, droht in der Regel kein Bußgeld.

Beim Fernsehen beim Autofahren ist der Fahrer durch die Geräusch- und Bildberieselung jedoch vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. Liegt eine solche Beeinträchtigung vor, drohen teure Folgen.

Fernsehen beim Autofahren: Diese Bußgelder drohen

Grundregeln

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ (§ 1 StVO)


Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) hält diesen Grundsatz an erster Stelle fest. Ein Verstoß gegen diese wichtige Verkehrsregel zieht in der Regel ein Verwarngeld von 20 bis 35 Euro.

Je nachdem, ob Sie andere Verkehrsteilnehmer durch das Fernsehen beim Autofahren behinderten, gefährdeten oder gar schädigten, variiert die Höhe des Bußgelds.

Dank Multimediasystem im Auto fernsehen: Welche Konsequenzen drohen?

Fernsehen beim Autofahren: Die Aufmerksamkeit des Fahrers liegt nicht nur beim Verkehr.

Fernsehen beim Autofahren: Die Aufmerksamkeit des Fahrers liegt nicht nur beim Verkehr.

Manch ein Auto besitzt ein umfangreiches Multimediasystem – DVD-Player inklusive. In der Regel verfügen diese Geräte über eine eingebaute Sperre, welche eine Benutzung während der Fahrt ausschließen.

Ältere Modelle funktionieren beispielsweise nur, wenn die Handbremse angezogen ist. Bei neueren Geräten ist der Gebrauch an die Geschwindigkeitsanzeige des Tachos gekoppelt: Bewegt sich das Auto, verweigert das System seinen Dienst.

Tuning-Experten umgehen diese Sperren jedoch problemlos, sodass das Fernsehen beim Autofahren wieder möglich wird. Auch gewerbliche Anbieter listen die Freischaltung in ihrem Angebot.

Die Sperre beruht auf einer freiwilligen Verpflichtung der Hersteller der Systeme. Eine Manipulation der Sperrfunktion ist daher grundsätzlich nicht strafbar. Dennoch könnte die Veränderung dazu führen, dass das Auto als „nicht vorschriftsmäßig“ eingestuft wird.

Gemäß § 23 StVO droht führ die Fahrt mit einem solchen Kfz nicht nur ein Bußgeld von 80 Euro, sondern ebenfalls ein Punkt in Flensburg.

Nicht nur Bußgelder drohen: Bei einem Unfall stellt sich die Versicherung quer

Verursachen Sie einen Autounfall, weil Sie beim Autofahren ein Video geschaut haben, drohen nicht nur oben genannten Bußgelder. Auch die Schadensregulierung kann für den filmbegeisterten Verkehrssünder teuer werden.

Versicherungen können das Fernsehen beim Autofahren nämlich als grob fahrlässiges oder gar als bedingt vorsätzliches Verhalten einstufen. In diesem Fall haben Versicherer das Recht, die Leistungen zu kürzen oder ganz zu streichen.

Dieser Haftungsausschluss bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Handlungen betrifft sowohl Haftpflicht- als auch Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen.

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