Offroad-Unfall: Die Tücken bei der Fahrt über Buckelpisten

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 13. April 2020

Fahrabenteuer im Gelände

Unvorsichtige Fahrweise im Gelände birgt die Gefahr, einen Offroad-Unfall zu erleiden.
Unvorsichtige Fahrweise im Gelände birgt die Gefahr, einen Offroad-Unfall zu erleiden.

Einmal die geteerte Ordnung des gut strukturierten Verkehrssystems links liegen lassen. Ohne Rücksicht auf kleine Kratzer über Berge abseits öffentlicher Straßen fegen, Dünen mit motorisiertem Untersatz bezwingen oder gar Flüsse durchfahren – das ist für viele Adrenalinfans ein verlockendes Angebot.

Gerade im Urlaub werden Touristen mit zahlreichen Angeboten gelockt, die genau derart tollkühne Geländefahrten mit einem Offroad-Fahrzeug, zum Beispiel einem Jeep, versprechen. Doch neben dem Fahrspaß garantieren solche Touren auch eine ganz neue Herausforderung an die Fahrkünste desjenigen, der sich selbst hinter das Steuer setzt.

Ohne vorhergehende Einweisung kann es schnell zu einem Offroad-Unfall kommen. Denn die Fahreigenschaften im Sand sind ganz andere als auf asphaltierten Strecken. Auch an extrem steilen Erhebungen sollte einiges bedacht werden, damit es nicht zu einem Schadensfall kommt.

Wichtige Tipps, deren Umsetzung einem Unfall mit einem Offroad-Fahrzeug vorbeugen kann, finden Sie im nachfolgenden Ratgeber.

FAQ: Offroad-Unfall

Welche Gefahren bergen Fahrten im Gelände?

Viele Fahrer unterschätzen, wie anders sich ihr Fahrzeug offroad verhält im Vergleich zum Fahren auf einer Asphaltstraße. Dies führt oft dazu, dass sie nicht wissen, welche Geschwindigkeit und Fahrweise in welcher Situation angebracht ist.

Wie fahre ich am besten über Schlamm oder Sand?

Verringern Sie den Reifendruck und fahren Sie mit gleichbleibender Geschwindigkeit im dritten Gang.

Wie vermeide ich einen Offroad-Unfall?

Informieren Sie sich vorher sorgfältig über die Strecke (Steigungen, Neigungen, Untergrund, Strömung und versteckte Untiefen in Flüssen etc.), stellen Sie Ihre Fahrweise darauf ein, wählen Sie ein geeignetes Fahrzeug und rechnen Sie auch im Gelände immer mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Gefahren bei Offroad-Fahrten

Im Überschwang des Abenteuers kann es passieren, dass so manch ein Fahrer seine Fertigkeiten überschätzt, wenn er sich in einen Jeep setzt. Gerade die Kupplung wird dann unter Umständen verhängnisvoll. Denn wird das Pedal im falschen Moment getreten, dreht oder überschlägt sich das Auto. Auch zu hohe Geschwindigkeiten oder unangepasster Reifendruck können Ursache von einem Offroad-Unfall sein. Grundsätzlich sollten beide Parameter immer auf die jeweilige Situation angepasst werden.

Was Sie konkret bei verschiedenen Gelände- bzw. Untergrundarten beachten sollten, um nicht einen Offroad-Unfall zu verursachen, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Fahren am Berg

Versuchen Sie niemals, an einem steilen Hang zu drehen oder ihn seitlich zu befahren. Die Gefahr, einen Offroad-Unfall in Form eines Überschlages zu erleiden, ist dabei besonders hoch.

Grundsätzlich gilt, unabhängig davon, ob bergab oder bergauf gefahren wird: Die Kupplung ist tabu.

Das Fahrzeug gerät sonst ungehindert in Bewegung und wird bergab mangels Motorbremsung stark beschleunigt. Wird die Steigung erklommen, rollt das Fahrzeug unter Umständen zurück.


Die Wahl des ersten Ganges sowie die Nutzung der Motorbremswirkung können einem Offroad-Unfall entgegenwirken. Bei einer extremen Neigung kann ein höherer Gang gewählt werden, da eine zu geringe Geschwindigkeit unter Umständen nicht ausreicht, um die Kuppe zu erreichen.

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Was im Schlamm zu beachten ist

Beim Hinabfahren einer Düne ist ein Offroad-Unfall in Form eines Überschlags möglich.
Beim Hinabfahren einer Düne ist ein Offroad-Unfall in Form eines Überschlags möglich.

Auf schlammigem Untergrund sollte der Reifendruck um 10 bis 20 Prozent reduziert werden. Außerdem sollte die Strecke im dritten Gang mit möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit zurückgelegt werden. Achten Sie auf versteckte Felsen oder Löcher und auf bodenlosen Morast. Letzterer kann dazu führen, dass das Fahrzeug stecken bleibt und nur schwer zu bergen ist.

Tipps beim Fahren im Sand

Sehr weicher Sand lässt sich besser mit einem um 40 bis 50 Prozent gesenkten Reifendruck bewältigen. Von Beginn an sollte der dritte Gang gewählt werden, denn das Schalten auf sandigem Untergrund ist nahezu unmöglich.

Bevor es losgeht, sollte sich der Fahrer versichern, was ihn hinter der Erhebung erwartet. Plötzlich auftauchende Fußgänger oder andere Fahrzeuge können ansonsten zu einer panischen Reaktion führen, die in einen Offroad-Unfall mündet. Beim Hinabfahren von Dünen ist das Risiko, einen Offroad-Unfall zu erleiden, recht hoch. Ist die Geschwindigkeit des Fahrzeuges geringer, als die, mit welcher der Sand hinunterrieselt, kippt der Wagen unter Umständen. Hier hilft nur: Gas geben!

Offroad-Unfall im Fluss

Für so manch einen ist nicht einmal ein Fluss ein Hindernis. Doch gerade beim Durchfahren von Gewässern kann der Fahrspaß schnell in einem Offroad-Unfall enden, erst recht dann, wenn dafür nicht eigens ein Amphibien-Fahrzeug gemietet wurde. Unerwartete Untiefen oder eine starke Strömung bergen große Gefahren. Daher sollte der Kurs vorab immer überprüft werden. Am sichersten, wenn auch nicht am bequemsten, ist es, den Fluss zu Fuß zu durchlaufen, um etwaige Gefahrenpotenziale zu erkennen.

Erweist sich die Strecke dadurch als geeignet, kann sie mit dem zweiten Gang und einem Reifendruck, der um 20 Prozent reduziert wurde, gemeistert werden.

Bildnachweise: Fotolia.com/Monkey Business (Header)

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