Unfall mit dem Firmenwagen: Wer zahlt den Schaden?

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 20. September 2019

Wer haftet bei einer Dienstfahrt?

Mit dem Dienstwagen einen Unfall verursacht? In einigen Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten.
Mit dem Dienstwagen einen Unfall verursacht? In einigen Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten.

Auch auf einer beruflichen Fahrt mit dem Firmenwagen kann viel passieren. Fahren Sie oder auch andere Verkehrsteilnehmer zu schnell, wird die Vorfahrt missachtet oder ein Rotlichtverstoß begangen, kann ein Blechschaden schnell die Folge sein.

In schlimmeren Fällen sind auch Personenschäden möglich. Auch wenn sich die meisten Autofahrer sicher sind, dass der jeweilige Arbeitgeber für den entstandenen Schaden aufkommen muss, ist das gesetzlich gar nicht so klar geregelt.

Aber wann muss der Arbeitgeber bei einem Unfall mit dem Dienstwagen haften? Und wann ist der Arbeitnehmer selbst am Zug, etwas beizusteuern?

Der folgende Ratgeber soll Sie darüber aufklären, welche Möglichkeiten es im Arbeitsrecht hinsichtlich der Haftung bei einem Unfall mit dem Firmenwagen gibt.

FAQ: Unfall mit Firmenwagen

Ich war mit dem Firmenwagen unterwegs und wurde in einen Unfall verwickelt. Wer zahlt?

Tragen Sie keine Schuld an dem Unfall, muss die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers für die Schäden aufkommen.

Und wenn ich der Unfallverursacher war?

In diesem Fall kommt es darauf an, welcher Grad von Fahrlässigkeit Ihrerseits vorliegt. Je größer Ihre Schuld am Unfall ist, umso stärker müssen Sie sich am Schadensersatz beteiligen. Den Rest übernimmt die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters.

Was ist, wenn ich bei einer Privatfahrt mit dem Firmenwagen einen Unfall verursache?

Wurde die private Nutzung im Arbeitsvertrag erlaubt, übernimmt die Versicherung des Arbeitgebers. Andernfalls muss Ihre Versicherung für den Schaden aufkommen.

Unfall mit einem Firmenfahrzeug: Wer zahlt die Rechnung?

Viele Arbeitnehmer fragen sich bei Dienstfahrten, wie ein Unfall mit dem Firmenwagen abgewickelt wird. Wer zahlt? Welche Selbstbeteiligung muss der Mitarbeiter eventuell investieren? Das kommt auch darauf an, in welchem Maße Sie selbst an dem Unfall beteiligt waren bzw. ob Sie die Schuld daran tragen, dass dieser Unfall überhaupt erst verursacht wurde.

Sollten Sie keine Schuld haben, zum Beispiel wenn Ihnen die Vorfahrt genommen wurde, so muss die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers den Schaden übernehmen. Anders verhält es sich dann, wenn Sie den Unfall gänzlich verschuldet bzw. eine Teilschuld daran haben.

Haftung bei Fahrlässigkeit

Unfall mit dem Geschäftswagen: Wer zahlt laut Arbeitsrecht bei Fahrlässigkeit? Das kommt darauf an, welcher Grad der Fahrlässigkeit vorliegt. Sind Sie als Arbeitnehmer mit dem Dienstwagen in einen Unfall verwickelt, den Sie selbst aus Fahrlässigkeit provoziert haben – also zum Beispiel aufgrund von Glätte auf der Fahrbahn trotz angemessener Geschwindigkeit – muss Ihr Arbeitgeber bzw. dessen Versicherung in der Regel für den Schaden aufkommen.

Bei mittlerer Fahrlässigkeit, wie einer Geschwindigkeitsüberschreitung, müssen Sie sich auch als Arbeitnehmer am entstandenen Schaden beteiligen. Je größer die eigene Schuld am Unfall mit dem Firmenwagen ist, desto höher fällt auch der Beitrag aus, den der Mitarbeiter zusteuern muss. Ist das Fahrzeug vollkaskoversichert, muss der Arbeitnehmer beim Unfall mit dem Firmenwagen die Selbstbeteiligung zahlen.

Unfall mit dem Dienstwagen: Wer zahlt bei grober Fahrlässigkeit?

Sollten Sie fahrlässig handeln und einen Unfall mit dem Firmenwagen provozieren, müssen Sie anteilig zahlen.
Sollten Sie fahrlässig handeln und einen Unfall mit dem Firmenwagen provozieren, müssen Sie anteilig zahlen.

Aufgrund von grober Fahrlässigkeit mit dem Firmenwagen einen Unfall verursacht: Wer zahlt dann? Normalerweise muss in solchen Fällen der Arbeitnehmer die Kosten für den Schaden komplett übernehmen. Grob fahrlässig handelt ein Autofahrer dann, wenn er beispielsweise betrunken oder unter Drogen ein Auto bewegt.

Sollte die Schadenshöhe allerdings den Wert des Einkommens stark übersteigen, muss der Mitarbeiter wiederum nur anteilig zahlen. Denn ein finanzieller Ruin des Arbeitnehmers soll auch bei grober Fahrlässigkeit möglichst umgangen werden.

Privatfahrten mit dem Firmenwagen

Wie sieht es nun allerdings aus, wenn der Unfall mit dem Firmenwagen bei einer Privatfahrt geschieht? Das kommt im Arbeitsrecht auch darauf an, ob die private Nutzung vom Arbeitgeber im Vertrag festgelegt und ausdrücklich erlaubt wurde.

Ist dem nicht so, zahlt der Arbeitnehmer bei Schäden allein. Wurde der Firmenwagen auch zur privaten Nutzung freigegeben, trägt oft der Arbeitgeber den Unfallschaden – auch auf einer privaten Fahrt.

In gewissen Fällen muss allerdings eine Selbstbeteiligung – z.B. bei einer Vollkaskoversicherung – gezahlt werden. Welche Regelungen in der individuellen Situation getroffen wurden, ist allerdings im Vertrag mit dem Arbeitgeber nachzulesen.

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1 Kommentar

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  1. Kathrin sagt:

    leztes Jahr habe ich als Au Pair in Österreich gearbeitet.

    Als ich noch bei der Familie und mit ihrem Auto Dienst-mäßig unterwegs war, habe ich einen kleinen Unfall gehabt. Die Familie hat November 2017 gesagt (die Zeit des Unfalles), dass ich dafür nicht bezahlen muss. Sobald ich aber am Ende des Jahres (July 2018) erwähnt habe, dass ich kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekomme habe, was mir eigentlich zu zahlen war, hat die Mutter der Familie plötzlich gesagt, dass ich doch den Versicherungsbeitrag fürs Auto bezahlen muss. Ich habe heute in 2019 eine Rechnung dafür bekommen.

    Bevor ich das Geld an der Familie überweise, möchte ich fragen, ob das von der Familie erlaubt ist? Schriftlich habe ich leider keine Bestätigung, dass ich den Beitrag nicht zahlen musste, es war nur mündlich ausgetauscht. Ich weiß, dass ich diese Rechnung nur als “Strafe” bekommen habe, weil ich Weihnachts- und Urlaubsgeld bekommen wollte – die Mutter hat mir das ebenso gesagt.

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