Unfall mit einem Zug: Die Schuld liegt oft beim Autofahrer

Von Clarissa, letzte Aktualisierung am: 20. September 2019

Wie Sie einen Unfall am Bahnübergang vermeiden können

Kommt es zwischen Auto und Zug zum Unfall, gibt es fast immer Todesopfer.
Kommt es zwischen Auto und Zug zum Unfall, gibt es fast immer Todesopfer.

Im Jahr 2015 ereigneten sich in Deutschland der Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) zufolge insgesamt 160 Unfälle an Bahnübergängen. Die meisten dieser Unfälle seien auf das falsche Verhalten von Kraftfahrern zurückzuführen. Obwohl die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in § 19 die Vorschriften an einem Bahnübergang genauestens vorschreibt, scheinen einige Autofahrer sich bewusst darüber hinwegzusetzen.

Kommt es aus diesem Grund zu einem Zugunfall, erhalten uneinsichtige Autofahrer dadurch die Quittung für ihr Fehlverhalten. Sie bringen dabei nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, sondern setzen auch die Menschen im Zug einem Risiko aus. Dies wird entsprechend bestraft: Hohe Bußgelder, Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von maximal drei Monaten sieht der Bußgeldkatalog dafür vor – sofern der Fahrer überlebt.

In diesem Ratgeber können Sie nachlesen, wie Sie einen Unfall mit einem Zug vermeiden, und erhalten Informationen darüber, wieso ein tödlicher Unfall am Bahnübergang leider keine Seltenheit ist.

FAQ: Unfall mit Zug

Warum sind Zugunfälle so gefährlich?

Züge haben wegen ihrer Länge, Masse und Geschwindigkeit einen sehr langen Bremsweg, oft über 1000 Meter. Auch ein Ausweichen ist nicht möglich.

Wie kann ich einen Zugunfall vermeiden?

Reduzieren Sie die Geschwindigkeit, wenn Sie sich einem Bahnübergang nähern, bleiben Sie aufmerksam und beachten Sie Verkehrszeichen wie das Andreaskreuz und Blinklichter.

Was sollten Verkehrsteilnehmer am Bahnübergang keinesfalls tun?

Wer die Schienen trotz sich senkender Schranken oder Warnsignale überquert, begibt sich in Lebensgefahr. Bleiben Sie daher stehen und lassen Sie den Zug passieren.

Aktuelle News zu Unfällen mit einem Zug


So schließen Sie den Unfall mit einem Zug weitgehend aus

Es gibt Mittel und Wege, einen Unfall mit einem Zug zu vermeiden.
Es gibt Mittel und Wege, einen Unfall mit einem Zug zu vermeiden.

Bereits in der Fahrschule wird angehenden Autofahrern eingeschärft, wie sie sich verhalten sollten, um nicht in einen Autounfall mit einem Zug verwickelt zu werden. Dieses einst erworbene Wissen scheint jedoch gerade dann wie weggeblasen zu sein, wenn es eigentlich darauf ankommt.

Um am Bahnübergang einen Unfall mit einem Zug zu verhindern, können Sie folgendes tun:

  • Drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit, sobald Sie sich einem Bahnübergang nähern.
  • Behalten Sie dabei stets Verkehrsschilder, ein Andreaskreuz oder Blinklichter im Auge.
  • Verlassen Sie sich auch an einem Bahnübergang mit Ampel oder Schranke nicht nur darauf. Es kann immer sein, dass diese technischen Hilfsmittel versagen. Es sollte stets mehr Gewicht haben, was sie hören und sehen.
  • No Risk, no Fun? Nicht in diesem Fall: Blinkt das Licht bereits Rot und die Schranke beginnt, sich zu schließen, sollten Sie in keinem Fall Gas geben, um es noch über den Bahnübergang zu schaffen. Ansonsten könnte es schneller zwischen Auto und Eisenbahn zum Unfall kommen als Sie vielleicht denken.
  • An einem Bahnübergang ohne Schranke sollten Sie besonders aufmerksam sein. Verzichten Sie auf laute Musik, Telefonate oder lautstarke Gespräche mit dem Beifahrer.
Wichtig: Generell sollten keine sich senkenden Schranken, Lichtzeichen oder andere Warnsignale ignorieren, nur weil Sie es noch um jeden Preis zu einem wichtigen Termin schaffen wollen. Auch auf das Überholen kann an einem Bahnübergang schnell zum Unfall führen. Ihre Sicherheit sowie die anderer Menschen sollten stets an erster Stelle stehen.

Warum ein Unfall mit einem Zug so gefährlich ist

Aufgrund ihres Gewichtes sowie den teilweise hohen gefahrenen Geschwindigkeiten ist der Bremsweg, den ein Zug benötigt, um einiges länger als der eines Pkw. Weiterhin sind Züge nicht in der Lage, einem Hindernis auszuweichen, da sie an ihre Spur gebunden sind.

In Deutschland sind knapp 40 Prozent der Bahnübergänge nicht durch technische Hilfsmittel gesichert. Befinden sie sich zudem noch an Feldwegen, werden Sie schnell übersehen. Ein tödlicher Unfall mit einem Zug ist in einer solchen Situation kaum zu vermeiden.

Aus diesem Grund gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Halten Sie sich an die Vorschriften aus der StVO und legen eine vorausschauende sowie aufmerksame Fahrweise an den Tag, können Sie weitgehend dafür sorgen, dass ein Unfall mit einem Zug am Bahnübergang gar nicht erst entsteht und auch niemand verletzt wird.
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