Andreaskreuz: Welche Verkehrsregeln gibt dieses Schild am Bahnübergang vor?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 9. November 2020

Verkehrszeichen am Bahnübergang

Das Andreaskreuz ist wohl das bekannteste Schild am Bahnübergang.
Das Andreaskreuz ist wohl das bekannteste Schild am Bahnübergang.

Mehrere Schilder kündigen einen Bahnübergang an. Diese Verkehrszeichen geben genau vor, welche Verhaltensweisen hier von Autofahrern verlangt werden oder untersagt sind. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Andreaskreuz. Doch welche Verkehrsregeln schreibt das Kreuz an einem Bahnübergang konkret vor?

Was die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) bezüglich der Verkehrszeichen für einen Bahnübergang bestimmt, welche Regelungen durch diese zu beachten sind und wie die Zeichen in der Regel aussehen, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher.

FAQ: Andreaskreuz und andere Schilder am Bahnübergang

Welche Schilder gibt es vor einem Bahnübergang?

Die Verkehrszeichen 151, 156, 159 und 162 kündigen einen Bahnübergang an und weisen darauf hin, wie weit dieser noch entfernt ist. Das Zeichen 201 ist das Andreaskreuz und weist einen Bahnübergang direkt aus. Es ist unmittelbar vor diesem zu finden.
Verkehrszeichen 201: Verkehrszeichen 201: Abdreaskreuz
Verkehrszeichen 162: Verkehrszeichen 162: einstreifige Bake
Verkehrszeichen 159: Verkehrszeichen 159: zweistreifige Bake
Verkehrszeichen 156: Verkehrszeichen 156: dreistreifige Bake
Verkehrsrzeichen 151: VZ 151: Bahnübergang

Welche Regelungen sind beim Andreaskreuz zu beachten?

Das Andreaskreuz ist ein Vorschriftszeichen und bedeutet, dass der Schienenverkehr immer Vorrang hat. Welche weiteren Bestimmungen wichtig sind, lesen Sie hier.

Mit welchen Sanktionen ist im Zusammenhang mit dem Andreaskreuz zu rechnen?

Missachten Sie die Vorschriften am Bahnübergang sind neben Bußgeldern von bis zu 700 Euro auch bis zu 2 Punkte und sogar bis zu 3 Monate Fahrverbote möglich. Die Tabelle bietet hier einen genauen Überblick zu möglichen Sanktionen.

Andreaskreuz: Die StVO definiert die Verkehrsregeln bei diesem Schild

Das Andreaskreuz kann zusätzlich mit einem rotem Blinklicht versehen sein.
Das Andreaskreuz kann zusätzlich mit einem rotem Blinklicht versehen sein.

Das Andreaskreuz ist als Schild in der Regel direkt vor einem Bahnübergang zu finden und weist diesen konkret als solchen aus. Es handelt sich um zwei weiße Rechtecke, die sich kreuzen. Die vier Enden des Kreuzes sind rot markiert. Das Verkehrszeichen 201 ist ein Vorschriftszeichen und bedeutet in erster Linie, dass der Schienenverkehr Vorrang hat und Verkehrsteilnehmer sich entsprechend verhalten müssen. Es kann zusätzlich mit Leuchtzeichen ausgestattet sein und durch eine Blitz-Symbol in der Mitte auf stromführende Oberleitungen hinweisen.

Die Straßenverkehrs-Ordnung bestimmt in § 19 sowie in der Anlage 2, welche Regelungen Verkehrsteilnehmer hier beachten müssen. Das Andreaskreuz regelt als Verkehrszeichen folgenden Ge- und Verbote:

  • Schienenverkehr hat Vorrang
  • Wartepflicht bei Zugverkehr
  • Halteverbot bis zu 10 m vor dem Straßenschild am Bahnübergang, wenn dieses dadurch verdeckt wird
  • Parkverbot vor und hinter dem Verkehrsschild (innerorts bis zu 5 m, außerorts bis zu 50 m)
  • Überholverbot im Bereich des Übergangs

Unser Video bietet Ihnen eine gute Zusammenfassung zum richtigen Verhalten am Bahnübergang:

Halten sich Verkehrsteilnehmer nicht an die Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Verkehrszeichen Andreaskreuz oder an andere Regelungen für Bahnübergänge, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht zu möglichen Sanktionen:

Beschrei­bungStra­fePunk­teFahrverbotFVerbot
unzuläs­sig über­holt70 €
...mit Gefähr­dung85 €
...mit Sach­beschä­digung105 €
Vorrang des Schie­nen­fahr­zeuges bei Bahn­übergang mit Andreas­kreuz nicht beachtet80 €1
...mit Gefähr­dung100 €1
...mit Sach­be­schädigung120 €1
mit nicht ange­passter Geschwin­digkeit an einen Bahn­übergang heran­gefahren100 €1
Verstoß gegen die War­te­pflicht80 €1
...mit Gefähr­dung100 €1
...mit Sach­be­schädigung120 €1
Verstoß gegen die War­te­pflicht, ob­wohl rotes Blink­licht oder gelbe bzw. rote Licht­zeichen gege­ben wurden 240 €21 Monat1 M
...mit Gefähr­dung290 €21 Monat1 M
...mit Sach­be­schädigung350 €21 Monat1 M
Verstoß gegen die War­te­pflicht, obwohl die Schran­ken sich senkten, ein Bahn­bediens­teter “Halt” gebot oder ein hör­bares Signal, wie das Pfeif­signal des heran­nahenden Zuges, ertönte240 €21 Monat1 M
...mit Gefähr­dung290 €21 Monat1 M
...mit Sach­be­schädigung350 €21 Monat1 M
Bahnüber­gang, trotz ge­schlos­sener Schran­ke / Halbschran­ke überquert700 €23 Monate3 M
als nicht­motorisierter Ver­kehrs­teilnehmer den Bahn­übergang trotz ge­schlossener Schranke / Halb­schranke über­quert350 €

Noch weit vor dem Andreaskreuz: Verkehrsschild 151 kündigt den Bahnübergang an

Das Verkehrszeichen 151 kündigt einen Bahnübergang an.
Das Verkehrszeichen 151 kündigt einen Bahnübergang an.

An Bahnübergängen kann es durchaus zu brenzlichen Situationen kommen, insbesondere dann, wenn Verkehrsteilnehmer die wichtigsten Vorschriften nicht beachten oder diese gar nicht kennen. Wissen sie nicht, welches Verhalten durch bestimmte Verkehrszeichen verlangt wird oder untersagt ist, gefährden sie nicht nur ihre eigene Sicherheit, sondern auch die anderer. Bereits bevor Autofahrer an einen Bahnübergang kommen, werden sie durch das Verkehrszeichen 151 auf diesen aufmerksam gemacht.

Neben dem Andreaskreuz ist dieses Zeichen wohl auch das bekannteste. Es besteht aus einem weißen Dreieck mit rotem Rand. In der Mitte des Zeichens ist das schwarze Piktogramm eines Zuges zu sehen. Seit 2009 gilt es als allgemeiner Hinweise für einen Bahnübergang und ersetzt die Zeichen für beschrankte und unbeschränkte Übergänge.

Üblicherweise ist das Zeichen 151 gemeinsam mit dem Zeichen 156 zu finden. Diese ist ein rechteckiges weises Zeichen mit drei roten schrägen Balken. Diese dreistreifige Bake verdeutlicht in der Regel, dass der Bahnübergang sich 240 m entfernt befindet. Nachfolgend sind dann die zweistreifige Bake (Zeichen 159) und die einstreifige Bake (Zeichen 162) aufgestellt. Sie zeigen einen Abstand von 160 m und 80 m an. Abweichende Abstände sind direkt an den Baken angegeben. Anschließend folgt der Bahnübergang mit dem Andreaskreuz.

Das Verkehrszeichen 151 gehört zu den besonderen Gefahrenzeichen und mahnt gemäß § 40 StVO „zu erhöhter Aufmerksamkeit, insbesondere zur Verringerung der Geschwindigkeit im Hinblick auf eine Gefahrsituation“. Das bedeutet, Fahrer müssen ab diesem Zeichen die Geschwindigkeit bereits so anpassen, dass sie bei entsprechenden Gefahrensituationen schnell und angemessen reagieren können.

Folgende Zeichen sind üblicherweise vor oder an einem Bahnübergang zu finden:

VZ 151: Bahnübergang (Ankündigung)
VZ 151: Bahnübergang (Ankündigung)
VZ 156/157: dreistreifige Bake
VZ 156/157: dreistreifige Bake
VZ 159: zweistreifige Bake
VZ 159: zweistreifige Bake
VZ 162: einstreifige Bake
VZ 162: einstreifige Bake
VZ 201: Andreaskreuz
VZ 201: Andreaskreuz

Quellen und weiterführende Links

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