Unfall mit einem Anhänger: Gesamtschuldnerische Haftung

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Unfall mit einem Anhänger: Welche Versicherung zahlt?

Bei einem Unfall mit einem Anhänger gelten besondere Haftungsregelungen.

Bei einem Unfall mit einem Anhänger gelten besondere Haftungsregelungen.

Knapp 890 Personen kamen 2014 durch einen Unfall mit einem Anhänger im Straßenverkehr zu Schaden. Eine falsche oder mangelnde Ladungssicherung, welche die Fahrstabilität beeinträchtigt, sowie unzureichende Erfahrung des Pkw-Führers mit den veränderten Fahreigenschaften eines solchen Gespanns können dafür ebenso Ursache sein wie Fehleinschätzungen der Maße.

Bei derartigen Schadensfällen bildet sich auf der Stirn von so manchen Pkw-Fahrern dann ein großes Fragezeichen, wenn es bei der Schadensregulierung darum geht, die Zuständigkeiten der Versicherungen für Fahrzeug und Anhänger zu bestimmen.

Welche Versicherung haftet bei einem Unfall von Pkw mit gezogenem Anhänger? Dieser Frage geht der folgende Ratgeber auf den Grund.

Zwei Versicherungen, aber nur ein Gesamtschuldner

Gemäß § 8 des Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgesetzes (KHVG) unterliegen Anhänger, die an einem Zugfahrzeug (Pkw oder Lkw) bewegt werden, einer Versicherungspflicht. Daher ist ein Gespann aus Kfz und Anhänger immer doppelt versichert. Genau diese Parallelität wirft jedoch Fragen im Schadensfall auf, konkret also bei einem Unfall mit einem Anhänger.

Bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 2002 war immer die Versicherung des Zugfahrzeuges eintrittspflichtig, wenn ein Pkw mit einem Anhänger in einen Unfall geriet. Doch diese Regelung führte gewisse Haftungslücken mit sich, wenn beispielsweise das Zugfahrzeug nicht identifizierbar war. Mit einer 2002 vorgenommen Änderung sah das Straßenverkehrs-Gesetz in § 7 vor, dass auch die Anhängerversicherung bei einem Unfall mit einem Anhänger haftet. Konkretisiert wurde dies mit einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) im Jahre 2010 (Az. IV ZR 279/08).

Laut BGH gelten Anhänger und Zugmaschine als Haftungsverbund. Die jeweiligen Versicherungen treten demnach als Gesamtschuldner auf, wenn ein Auto einen Unfall mit einem Anhänger verursacht und somit für den Geschädigten Schadensersatzansprüche begründet.
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Laut BGH haften beide Versicherungen des Zuggespanns bei einem Unfall mit einem Anhänger.

Laut BGH haften beide Versicherungen des Zuggespanns bei einem Unfall mit einem Anhänger.

Dies wird insbesondere bedeutsam, wenn Fahrzeug und Anhänger bei unterschiedlichen Dienstleistern versichert sind oder die Halter nicht identisch sind. Das ist in der Regel der Fall, wenn der Anhänger geliehen oder gemietet wurde.

Üblicherweise wird die Haftpflichtversicherung des Fahrzeuges zur Schadensregulierung in Anspruch genommen. Diese hat jedoch die Möglichkeit, sich die Hälfte des gezahlten Schadensersatzes von der Versicherung des Anhängers zurückzufordern. Im Außenausgleich treten beide Versicherungen als Gesamtschuldner auf. Der Geschädigte kann also bei beiden seine Ansprüche geltend machen. Im Innenverhältnis liegt eine hälftige Teilung der Haftung vor.

Sonderfall: Unfall mit einem Pferdeanhänger

Die eben genannte Regelung findet auch auf durch einen Pkw gezogenen Pferdeanhänger bei einem Unfall Anwendung. Bei einer Kollision mit anderen Fahrzeugen, zum Beispiel durch einen Unfall wegen genutztem Handy, sind beide Versicherungen eintrittspflichtig, wenn etwaige Schadensersatzansprüche vom Geschädigten geltend gemacht werden.

Wurde der Pferdeanhänger vom Halter unentgeltlich verliehen, trifft diesen bei einem Unfall mit dem Anhänger der hälftige Haftungsumfang.

Doch was geschieht, wenn das Pferd den Anhänger beschädigt oder aufgrund eines Mangels vom Anhänger verletzt wird? Beschädigt das Pferd den Anhänger, so haftet gemäß § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) stets des Halter des Tieres. Aber Achtung: Eine Tierhalterhaftpflicht greift in der Regel nicht bei geliehenen oder gemieteten Sachen. Das heißt, dass der Pferdehalter im Zweifel den Schaden selbst zahlen muss.

Verletzen Mängel am gemieteten Anhänger das Tier, haftet der Vermieter für diejenigen Defekte, die bei Vertragsschluss vorlagen (§ 536 a BGB). Kommt es zu einem derartigen Unfall mit einem Anhänger, der verliehen wurde, trifft den Verleiher gemäß § 599 BGB nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit die Eintrittspflicht.

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