Gaffer und Schaulustige bei einem Unfall

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Warum sind „Gaffer“ bei einem Unfall so gefährlich?

Schaulustige können ein Bußgeld erhalten

Schaulustige können ein Bußgeld erhalten

Im Jahr 2014 hat das Statistische Bundesamt fast 2,5 Mio. Unfälle auf deutschen Straßen registriert. Täglich ereignen sich dutzende Unfälle, von denen glücklicherweise die wenigsten zu Verkehrstoten führen. Es lässt sich leider immer wieder beobachten, wie Schaulustige nach einem Unfall ihr Tempo drosseln, um das Geschehen betrachten zu können.

Sogar die Handykamera zückt manch ein Gaffer, um die Bilder eines dramatischen Unfalls für die Ewigkeit zu bannen. Welche Sanktionen einen Gaffer erwarten und wie sich Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall verhalten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Behinderung der Einsatzkräfte

An einer Unfallstelle kommt es oft zu einem Tumult von Einsatzleuten, verschiedenen Rettungswagen, von Polizisten und Opfern, die teilweise schwerverletzt sind. Die Rettungskräfte wissen, dass manchmal jede Sekunde zählt, um das Leben der Opfer zu retten. Manche Maßnahmen, wie eine Reanimation nach einem Herzstillstand oder die Stoppung einer Blutung, müssen sofort erfolgen.

Hierbei ist es äußerst kontraproduktiv, wenn Gaffer die Zugangswege versperren. Autofahrer auf der Autobahn sollten unter keinen Umständen den Pannenstreifen befahren, wenn hier die Fahrzeuge vom Rettungsdienst die Zugangswege benötigen. Gleichfalls sollte jeder Verkehrsteilnehmer darauf achten, bei entsprechender Verkehrslage eine „Rettungsgasse“ für die Einsatzkräfte zu bilden, um diesen einen schnellen Zugang zu den Verletzten zu gewähren, anstatt schaulustig und provokant langsam am Unfallort vorbeizufahren.

Wer als Schaulustiger einen Unfall beobachtet und dabei abbremst, um eine bessere Sicht auf das Geschehen zu haben, behindert nicht nur den Notdienst, sondern kann sich auch selbst gefährden und einen Auffahrunfall verursachen.

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Sanktionen für Schaulustige

Neben der Behinderung der Einsatzkräfte durch Gaffer ist das Fotografieren oder Filmen von verunglückten Autos und Verletzten zu unterlassen. Dieses Vergehen ist eine Straftat, und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe sanktioniert werden. dabei ist es unerheblich, ob die Fotos weitergegeben oder veröffentlicht werden; was zählt ist allein die Anfertigung einer solchen Aufnahme, die laut § 201a des StGB „die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt“. Übrigens dürfen die Polizeibeamten in einem solchen Fall sogar unmittelbar die Handys der Gaffer einziehen.

Auch wenn keine Fotos vom Unfallgeschehen angefertigt werden, liegt beim Gaffen eine Ordnungswidrigkeit vor, bei der die Polizeibeamten die Schaulustigen mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro bestrafen können. Punkte oder ein Fahrverbot gibt es jedoch nicht.

Bußgeldtabelle „Gaffer“

VerstoßSanktion
"Gaffen" als OrdnungswidrigkeitBußgeld von 20 bis 1000 Euro
Behinderung der Rettungskräfte durch Befahren des Seitenstreifens auf der AutobahnBußgeld von 20 Euro
Behinderung der Rettungskräfte durch Parken auf dem Seitenstreifen der AutobahnBußgeld von 25 Euro
Unterlassene HilfeleistungStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
Fotos oder Filme von einem Unfall machenStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe

Als Zeuge bei einem Unfall richtig handeln

Gaffer behindern die Einsatzkräfte, doch es kommt auf jede Sekunde an

Gaffer behindern die Einsatzkräfte, dabei kommt es auf jede Sekunde an

Wenn Sie einen Unfall im Straßenverkehr beobachten, sind Sie verpflichtet, zu helfen. Ansonsten begehen Sie die Straftat „Unterlassene Hilfeleistung“. Das ist nicht nur eine Verkehrsordnungswidrigkeit, die laut Verkehrsrecht einen Bußgeldbescheid zur Folge hätte, sondern eine Straftat, die eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann.

Um dies zu vermeiden und um den Verunglückten die benötigte Hilfe zukommen zu lassen, benachrichtigen Sie den Notdienst! Achten Sie darauf, die Unfallstelle zu sichern, indem Sie ein Warndreieck aufstellen, und legen Sie Ihre eigene Warnweste an. Dann rufen Sie Notarzt und Polizei und kümmern sich um etwaige Verletzte.

Wenn Sie bereits beobachtet haben, dass sich jemand um die Opfer kümmert, unterlassen Sie sämtliche Aktionen, die die Einsatzkräfte behindern. Sie müssen dann nicht anhalten und sollten natürlich auch nicht langsamer fahren, da Sie sonst als Gaffer gelten könnten.

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16 Kommentare

  1. leonie h. sagt:

    Hay ich bin 17 wollte zu meiner mama fahren da ich bei papa lebe und habe einen Unfall gebaut und der eine 3 jährige junge war gestorben was für ne Strafe kann ich hoffen danke wenn einer antwortet

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Leonie,

      damit haben Sie laut Strafrecht einige Vergehen begangen (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Unterlassene Hilfeleistung etc.). Je nachdem, ob Sie einen Führerschein besitzen oder nicht sowie noch weitere Umstände, die betrachtet werden, kann das Strafmaß bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe lauten. Zudem wird der Führerschein entzogen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Udo B. sagt:

        Mit keinem Wort erwähnt die Fragestellerin das sie den Unfallort verlassen hat, und erwähnt auch nicht ob sie Ersthelfermaßnahmen durchgeführt hat oder nicht. Deshalb sind die von Ihnen gemachten Vorhaltungen gar nicht existent. Wie sie zu einer Strafzumessung kommen, wo noch nicht einmal eine Straftat nachgewiesen ist, bleibt mir auch verschlossen. Wie man so eine Fallbeurteilung aus einem einzigen Satz, der noch nicht einmal den Unfallhergang erkennen läßt, abgeben kann ist mir unbegreiflich. Bei einer Prüfung in der Ausbildung zu meinem Beruf, Fachkraft für Schutz und Sicherheit, hätten Sie dafür eine glatte 6 bekommen.

  2. Klaus H. sagt:

    Gaffer und Schaulustige behindern und beschimpfen immer öfter die Einsatz- und Rettungskräfte bei Unfällen, Feuer- und Katastropheneinsätzen. Die Sensations- und Neugierde als „schnellste-/r Berichterstatter“ vor Ort Bilder und Kommentare ins Netz zu stellen, überwiegt anscheinend vor der Überlegung „Was tue ich hier eigentlich???“.
    Was wäre denn, wenn ich als Gaffer/Schaulustiger die plötzliche Erfahrung mache „da liegt ja jemand, den ich kenne? Eine Person aus der Familie, Verwandte, Freunde?!? Würde ich dann auch genauso verantwortungslos handeln? Die betroffenen Angehörigen und das/die Opfer selbst wären über ein/einen von fremden Personen ungerechtfertigt erstelltes Foto/Kommentar sicherlich sehr verärgert/verstört. Darüber nachzudenken, wenn ich selbst einmal als Opfer eines Unglückes welcher Art auch immer betroffen wäre, müsste uns deutlich machen: DAS WILL ICH NICHT!
    Was allerdings deutlich öfter alltäglich selbstverständlich sein sollte, ist die ERSTE HILFE, in welcher Form auch immer und keinesfalls die Rettungskräfte während ihres Einsatzes zu behindern, denn oft entscheiden Minuten oder Sekunden über das Leben, eine lebenslange Behinderung oder den Tod.

    Wie gesagt: ICH könnte auch einmal der-/diejenige sein, der/die/das das dringend hilfebedürftige Opfer ist!

  3. Charlie sagt:

    Es ist nur noch traurig.

    Die Gaffer/Filmer sollten sich mal überlegen, was passiert wenn sie da schwerverletzt liegen und um Hilfe rufen. Dann kommt jemand und filmt. Trotz weiter Hilferufe dann nur die Antwort: Sorry, ich film grad, keine Zeit zu helfen.

    Das Gaffen/Filmen/Behindern der Rettungskräfte sollte mit Geldbuße, Gefängnis auf Bewährung beim 1. Verstoß UND zusätzlich mit mindestens 1 Monat Smartphone-Einzug geahndet werden.

    Das Handy 1x zum Telefonieren benutzen! 110 oder 112, wenn man sich keine erste Hilfe (mehr) zutraut.

    Man kann sich für viele Mitbürger nur noch schämen.

    Und eine Frage an alle die die Rettungskräfte/Polizisten bei Seite schieben oder bitten bei Seite zu gehen um besser filmen zu können: Sonst gehts noch gut, ja?

  4. GAH sagt:

    Wenn ich früher an einer frischen Unfallstelle vorbeigefahren bin, an der vielleicht schon Polizei, aber kein RTW stand, habe ich immer geschaut, ob es etwas zu tun gibt. Dazu musste ich zwangsläufig langsamer werden. In der Tat konnte ich so schon erste Hilfe leisten, was Polizisten in der Regel nicht tun. Bei der heutigen Gafferhatz fahre ich aber zügig weiter, wenn ich nicht offensichtlich der Erste am Unfallort bin oder die Polizei schon da ist. Die Polizisten sind nun auch sehr bemüht die Ordnungsaufgabe zu erledigen. Erste Hilfe leisten sie aber noch immer nicht.

    • Hans-Joachim B. sagt:

      Ich muß GAH leider zustimmen. Es wird nur noch pauschalisiert. Natürlich soll keiner filmen oder fotografieren. Oder da rumstehen und zuschauen. Aber sorry, wie soll ich mich denn einer Gefahren- und Unfallstelle nähern? Wo Leute auf bzw. neben der Fahrbahnstehen. Wo ich überall irgendwelche Blaulichter sehe. Vielleicht fährt im nächsten Augenblick ein Krankenwagen aus der Unfallstelle raus.

    • SKA sagt:

      Das die Polzei keine erste Hilfe leistet halte ich für Unsinn. Allerdings ist richtig, dass ersteinmal Ordnungsaufgaben übernommen werden müssen. Denn schließlich ist die wichtigste Aufgabe bei einem Unfall die Absicherung der Unfallstelle um weitere Gefahren für Helfer und Verkehrsteilnehmer abzustellen. Nach dieser Absicherung sollte im Normalfall der RTW etc. schon vor Ort sein oder die Polizei wird die erste Hilfe ab dann übernehmen. Schließlich werden diese nicht umsonst regelmäßig erste Hilfe Schulungen unterzogen.

    • Dirk sagt:

      Hallo GAH,
      Entschuldigt bitte. Aber was soll das mit der Polizei ?
      Ich bin selbst Polizist. Wir sind äußerst gut auf solche Situationen vorbereitet. ALLE.
      Ich selbst konnte mit besten Ergebnissen helfen.
      Kollegen von mir haben sogar schon mehrmals Leben GERETTET. Mit Defi usw.
      Wir (Familie) haben uns sogar Atemspendemasken für 3,00 € in der Apotheke in unserem Privat-PKW zugelegt, damit wir bestens ausgerüstet sind für solche Fälle.
      Ich kenne nicht einen Kollegen, der in solchem Fall nicht helfen würde.

      Also BITTE !

      Aber für Deine Einsatzbereitschaft trotzdem DANKE und unfallfreie Fahrt nach StVO

  5. Anja sagt:

    Ich bin dankbar für jeden Unfall, wo ich keine Erste-Hilfe leisten muss.
    Bin froh, wenn ich unbeteiligt daran vorbeifahren kann, weil schon Helfer vor Ort sind.
    Ich finde diese Gaffer unmöglich, es sollte mit Führerschein-Entzug geahndet werden.
    Sollte ich aber – leider – mal als Erste am Unfallort eintreffen, werde ich selbstverständlich helfen !!!
    Handy’s am Unfallort sind nur für 110 oder 112 erlaubt – sonst aber absolut tabu !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Dirk sagt:

      Hallo Anja und alle anderen,
      Die Angst „zu helfen“ ist verständlich. BITTE habt keine Angst.
      Es nicht immer leicht, es ist aber auch nicht unbedingt schwer.
      Das Wissen „Erste Hilfe“ ist bei dem Anblick von Verletzten schnell unseren Köpfen. Danach fällt einem alles wieder ein.
      Beschäftigt euch immer wieder mit der Theorie. Nehmt freiwillig an Kursen teil.

      Rettungskräfte behindern, beschimpfen, anzugreifen, usw. > SCHANDE
      keine Frage
      Aber wir Erdlinge sind von Natur aus neugierig. Ich möchte die Fotografierenden nicht in Schutz nehmen.
      Dass man aber langsamer wird in solcher Situation, wird wahrscheinlich immer so sein (so die Wissenschaftler). Das wird keiner ändern können.
      Wenn der Autoverkehr läuft > alles Gut
      Kommt es allerdings zu einem Crash, dann liegt das doch wohl eher daran, dass der Auffahrende einen zu geringen Sicherheitsabstand hatte.
      FAZIT:
      Das Langsamfahren kann man nicht vermeiden. Dabei bitte Abstände einhalten und nicht fotografieren !
      Das Gaffen/Fotografieren kann man nur durch eine ausreichende Absperrung/Abdeckung/Abgrenzung zu dem Verunglückten vermeiden.

      Ich wünsche allen „unfallfreie Fahrt nach StVO“

  6. Kurt sagt:

    Wer die Rettung behindert, egal wodurch und wo, außer € 2000 Geldstrafe und wenn vorhanden, Füherschein weg für mindetens 2 Jahre, nach oben offen. Der Entzug der Fahrerlaubnis, ohne Aureden wie,brauche meinenen Führeschein für den Beruf, würde sehr schnell zu mehr Rücksicht führen. Allerdings müsste man Die Lobbyisten in der Regierung von Mineralölindustrie und Autoherstellern sofort und für immer entfernen. Das a bedr ist nur ein Traum!

  7. Charlie sagt:

    Behinderung der Rettungskräfte durch Befahren des Seitenstreifens auf der Autobahn Bußgeld von 20 Euro
    Behinderung der Rettungskräfte durch Parken auf dem Seitenstreifen der Autobahn Bußgeld von 25 Euro

    Verarschung ohne Ende. Das Ganze mal 100 wäre in meinen Augen angemessen.

    • Don Wolli sagt:

      Zustimmung! Strafen von 20 oder 25€ sind keine Strafen, wenn man sich ein Auto leisten kann. Kameras für die Autobahnpolizei. Die können sie dann aufstellen und nachher auswerten … nach einem Unfall ist die Investition wieder drin!
      Strafen von min. 1000€ + Fahrverbot fände ich angemessen

  8. Brigitte S. sagt:

    1. Wozu gibt es den Passus Bussgeld für Gaffer, wenn er nicht angewendet wird? 2. Das Bussgeld ist zu gering für das Gaffen. 3. Ich bin dafür den Führerschein für mindestens 3 Monate zu entziehen. Egal ob der Führerschein für den Beruf gebraucht wird. Sollte sich jeder vorher überlegen Gaffen, Fotos machen, Rettungsgasse behindern u. Rettungsteam behindern, bevor das Jammern wegen der Strafverfolgung kommt.

    • H. Bolle sagt:

      Brigitte, bitte definiere mir Gaffen mal konkret. Und sage mir, wie man gaffen und sich umsichtig an einer Gefahrenstelle zu verhalten voneinander trennt.

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