Das richtige Verhalten bei einem Unfall

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 6. Februar 2020

Welches Verhalten ist bei Unfällen angebracht?

Nach einem Autounfall: Was tun?
Nach einem Autounfall: Was tun?

Plötzlich kracht und ruckelt es im Auto und alle Insassen schrecken auf: Ein Unfall bedeutet für alle Beteiligten meist Stress und Aufregung. Obwohl jeder in dieser Situation gern gelassen und abgeklärt reagieren würde, verliert mehr als Einer die Nerven.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich grundsätzlich mit dem richtigen Verhalten bei einem Autounfall auseinander zu setzen. Aus diesem Grund werden die passenden Reaktionen auch in der theoretischen Führerscheinprüfung abgefragt – etwa bei der Frage „Sie sind an einem Verkehrsunfall beteiligt, wozu sind Sie verpflichtet?“

Ist das Gelernte verinnerlicht, kann gewährleistet werden, dass Betroffene am Unfallort auch unter Stress richtig reagieren. Doch was ist zu tun bei einem Unfall? Welches Verhalten ist bei einem Verkehrsunfall angebracht und notwendig?

In diesem Ratgeber schlüsseln wir die Antworten im Detail für Sie auf und fassen die wichtigsten Punkte in einer Checkliste zusammen. Diese können Sie gerne als PDF herunterladen und ausgedruckt im Auto mitführen – so ist sie stets zur Hand.

FAQ: Verhalten bei einem Unfall

Was sollte ich als Erstes tun bei einem Unfall?

Zuallererst sollten Sie die Unfallstelle absichern: Fahrzeug möglichst von der Fahrbahn bewegen, Warnblinklicht einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.

Sollte ich bei Personenschäden erst den Notruf absetzen oder zuerst Erste Hilfe leisten?

Zuallererst ist der Notruf abzusetzen, denn umso eher können professionelle Helfer vor Ort sein. Erst danach sollten Sie mit der Ersten Hilfe beginnen. Sind noch andere Personen anwesend, sollten Sie die Aufgaben unter sich aufteilen, sodass Notruf und Erste Hilfe gleichzeitig erfolgen können.

Was sollte ich bei einem Unfall unbedingt vermeiden?

Vor allem: Nichtstun. Viele Unfallbeteiligte haben Angst, etwas falsch zu machen, und entscheiden sich dafür, lieber gar nicht zu handeln. Doch jede Art von Hilfe ist besser als gar keine.

Was tun bei einem Unfall? Eine Frage der Prioritäten

Gerade bei schweren Unfällen wissen einige Beteiligte oftmals nicht, was zuerst zu erledigen ist. Verletzte versorgen, Polizei und Notarzt rufen, Unfallstelle absichern usw.: Wo liegt die Priorität?

Halten Sie folgende Reihenfolge ein, zeigen Sie das richtige Verhalten bei einem Unfall:

  1. Unfallstelle absichern. So verhindern Sie Folgeunfälle. Bei leichten Schäden ohne Verletzte: Bewegen Sie Ihr Fahrzeug nach Anfertigung der Beweisfotos von der Fahrbahn.
  2. Notruf wählen: Schildern Sie die Unfallsituation und den Zustand der Verletzten so knapp und präzise wie möglich. Bleiben Sie am Telefon, sodass Sie Anweisungen zur richtigen Versorgung der Verletzten abfragen können.
  3. Erste Hilfe leisten.
  4. Tauschen Sie die Versicherungsdaten mit den anderen Beteiligten aus. Hinterlegen Sie die entsprechenden Informationen bei der Polizei, wenn Ihr Unfallgegner nicht kommunikationsfähig ist.

Auch als Zeuge eines Unfalls sind Sie dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten und bei der Sicherung des Unfallortes zu helfen.

Tipp: Auch, wenn in Deutschland keine Pflicht herrscht, eine Warnweste anzulegen, gehört dieser Schritt definitiv zum richtigen Verhalten bei Unfällen. Immerhin erhöhen Sie dadurch Ihre eigene Sicherheit und weisen andere Verkehrsteilnehmer nebst Warndreieck zusätzlich auf die Unfallsituation hin.

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Bei einem Unfall: Was tun? Checkliste


1. Unfallstelle absichern
- Warnblinkanlage einschalten
- Warnweste anziehen
- Warndreieck aufstellen
- Fahrzeuge ggf. von der Fahrbahn entfernen
2. Verletzen helfen
- Erste Hilfe leisten
3. Notruf wählen
- Unfallsituation präzise und knapp schildern
- Auf Anweisungen und Nachfragen warten
4. Unfallbericht aufnehmen
- Versicherungs- und Personendaten austauschen
- Unfallskizze anfertigen
- Fotos der Schäden aufnehmen
5. Versicherung innerhalb einer Woche informieren
Unfall-Checkliste zum Download

Unfall-Checkliste zum Download

Gerne können Sie diese Checkliste zum eigenen Gebrauch herunterladen. Im Folgenden finden Sie die Liste im PDF-Format zum Download:

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  • Im Notfall schnell zur Hand

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Dieses Verhalten ist bei einem Verkehrsunfall zu vermeiden!

Was tun bei einem Autounfall? Der Notruf ist als 3. Schritt zu wählen.
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In ihrer Angst, etwas falsch zu machen, zeigt manch ein Unfallbeteiligter mitunter ein unerwartetes Verhalten am Unfallort. Folgende Reaktionen sind nicht zielführend – und mitunter sogar strafbar:

  • Nichts tun. Nothelfer und Ärzte sind sich einige: Jede Art der Ersten Hilfe ist besser, als nicht einzugreifen. Es gilt daher, die Angst vor Fehlern zu überwinden und aktiv zu helfen. Unterlassene Hilfeleistung ist zudem eine Straftat.
  • Helfen, ohne die Unfallstelle abzusichern: So groß der Drang auch ist, Verletzten zu helfen: Vorher muss die Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer sichergestellt werden. Auch die Unfallbeteiligten selbst sind an einem abgesicherten Unfallort weniger gefährdet. Beachten Sie diesen Schritt nicht, kann ein Verwarngeld von bis zu 300 Euro drohen.
  • Das beschädigte Auto bei kleinen Schäden nicht von der Fahrbahn bewegen: Grundsätzlich ist es ratsam, eine Kreidezeichnung der Unfallautos auf der Straße anzufertigen und Fotos der Unfallsituation zu schießen. Doch anschließend sind die Fahrzeuge zu entfernen, sodass sie keine Hindernisse für andere Kfz mehr darstellen.

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Was tun nach einem Unfall? Ihre Versicherung erwartet Folgendes

Nicht nur Verletzten und anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber ist ein bestimmtes Verhalten bei Unfällen angebracht. Auch die Versicherung verlangt meist nach einer bestimmten Vorgehensweise. Dazu gehört unter anderem, dass ein möglichst präziser Unfallbericht erstellt wird.

Dadurch können die Versicherungen beider Parteien am besten einschätzen, wie es zum Unfall kam und die Schuldfrage dadurch klären. Fotos der Situation und Unfallskizzen untermauern den Bericht im Idealfall.

Für Ihre Versicherung ist bei einem Unfall dieses Vorgehen kontraproduktiv

Auch wenn Sie überzeugt sind, Schuld an dem Kfz- Zusammenprall zu haben, sollten Sie kein Schuldeingeständnis abgeben – weder schriftlich noch mündlich. Zum einen können Sie in dieser Situation nicht alle Umstände einschätzen, welche zum Unfall geführt haben.

Zum anderen befinden sich die meisten Menschen nach einem solchen Erlebnis unter Schock – ihre Wahrnehmung entspricht nicht zwangsläufig den wahrhaftigen Begebenheiten.

Auch ist nach einem Unfall ein aggressives Verhalten anderen Beteiligten gegenüber nicht sinnvoll: Ein Unfallbericht ist nur dann relevant, wenn beide Parteien ihn unterschreiben. Einseitige Beschuldigungen sind daher nicht zielführend.

Wie sieht die Vorgehensweise nach dem Autounfall aus? Die Schadensregulierung

Autounfall: Was nun folgt, ist die Schadensregulierung.
Autounfall: Was nun folgt, ist die Schadensregulierung.

Ist vor Ort alles erledigt, sind die Verletzten versorgt, Polizeibeamte informiert und Kontaktdaten ausgetauscht, können Sie sich vom Unfallort entfernen. Doch damit ist der unerfreuliche Zusammenstoß jedoch noch nicht vom Tisch.

Nun ist es an der Zeit, die Versicherungen zu informieren, damit diese die Schadensregulierung in die Wege leiten können. Die Meldung sollte dabei recht zügig – innerhalb einer Woche – erfolgen. Schuldzuweisungen sind an dieser Stelle fehl am Platze: Ihre Versicherung wird den Vorfall neutral überprüfen.

Stellen Sie nach einiger Zeit fest, dass Ihr Unfallgegner seinerseits keine Schadensmeldung vorgenommen hat, können Sie selbst dies nachholen. Stehen Ihnen die entsprechenden Kontaktdaten nicht zur Verfügung, können Sie beim Zentralruf der Autoversicherer nachfragen.

Das richtige Verhalten nach einem Unfall ist besonders in Bezug auf die Versicherung wichtig: Im schlimmsten Fall verweigert Ihr Versicherer bei Fehlern Ihrerseits die Zahlung. Folgende Reaktionen sind nicht sinnvoll:

  • Den Unfall nicht oder nur verspätet melden: An dieser Stelle kann Ihre Versicherung eine Haftung rundweg ablehnen.
  • Auto ohne Rücksprache mit der Versicherung reparieren lassen. So nehmen Sie dem Versicherer die Möglichkeit, ein eigenes Gutachten in Auftrag zu geben oder sich aufgrund der Kosten gegen eine Reparatur zu entscheiden.
  • Falsche Angaben bei der Schadensmeldung vornehmen: Dabei handelt es sich um Betrug!
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