Das eCall-System: Die automatisierte Rettung

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Der eCall-Notruf

eCall funktioniert mittels GPS-Ortung.

eCall funktioniert mittels GPS-Ortung.

Die Unfallstatistik in Europa regt zum Nachdenken an: 2014 starben weit über 25.000 Menschen in Verkehrsunfällen. Obwohl die Zahlen seit dem Beginn der statistischen Aufzeichnung stetig abwärts fallen, sieht die europäische Politik die Entwicklung mit einem kritischen Auge: Die Zahl der Verkehrstoten soll deutlich schneller reduziert werden.

Das eCall-System (kurz für „emergency call“) soll unter anderem dazu führen, die tödlichen Unfälle um jährlich 2.500 Stück zu verringern. Dabei handelt es sich um ein automatisiertes Notrufsystem, welches die Unterrichtung der Notdienste gewährleisten soll.

Doch wie funktioniert eCall genau? Muss ein automatischer Notruf im eigenen Auto eingebaut werden? In diesem Ratgeber finden Sie alle Informationen rund um das eCall-System. Erklärungen zur Technik, zu den Gesetzen und zu kritischen Stimmen finden Sie hier ebenfalls.

Was ist eCall? Der automatische Lebensretter

Verkehrsunfälle erfolgen mit einer traurigen Regelmäßigkeit in Europa: Die große Anzahl an Verkehrsteilnehmern führt dazu, dass es auf europäischen Straßen mehr oder weniger kontinuierlich kracht. Ca. 70 Mal täglich endet ein solcher Unfall für einen oder mehreren Beteiligten tödlich.

Auch wenn Auto- oder LKW-Fahrer angepasst fahren: Ein unvorhergesehenes Ereignis kann immer auftreten – auch ein Wildunfall kann für einen Verkehrsteilnehmer fatal enden. Viele Menschen sterben auf den Straßen, weil die Rettungskräfte nicht rechtzeitig eintreffen.

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Dies kann daran liegen, dass sie gar nicht erst informiert werden. Sind alle Unfallbeteiligten beispielsweise bewusstlos, kann es lange dauern, bis der Notruf getätigt wird.

Mitarbeiter der Notrufzentrale versuchen, Informationen innerhalb von nur zwei Minuten Gespräch zu bekommen, um die Einsatzkräfte so schnell wie möglich auf den Weg zu senden. Melden beispielsweise ausländische Fahrer einen Unfall, kann die Informationsgewinnung ungleich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Ein weiteres Problem ist die fehlerhafte Angabe des Unfallorts. Nach einem Autounfall befinden sich Fahrer und Mitfahrer meist in einem Schockzustand. Auch im Zeitalter von GPS-Lokalisierung durch Smartphones können sie die Unfallstelle nicht genau kommunizieren. Auf der Suche nach den Verunfallten geht wertvolle Zeit verloren.

Ein automatisierter Notruf, welcher nicht auf menschliches Zutun angewiesen ist, könnte somit dazu führen, dass die Rettung schneller und präziser über Verkehrsunfälle informiert wird. Diese Überlegung führte das eCall-System in die Verhandlungen der Europäischen Kommission ein.

Wie funktioniert über eCall im Auto der Notruf?

Die eCall-Technik besteht aus mehreren Elementen:

  • Steuergerät
  • Antenne
  • GPS-Empfänger
  • Crash-Sensor
  • Manuelle Taste
  • Notstromversorgung
  • Datenbank
  • Mikrophon und Lautsprecher

All diese Elemente arbeiten zusammen und sollen gewährleisten, dass ein Notruf nur dann abgesendet wird, wenn ein tatsächlicher Unfall erfolgte. Allerdings muss das System in diesen Fällen auch zuverlässig auslösen. Es wird deutlich, dass eine genaue Abstimmung der verschiedenen Komponenten notwendig ist, um ein effizientes Notrufsystem zu erschaffen.

eCall: GPS und Satellit als Voraussetzung

Eines der wichtigsten Elemente für ein automatisches Notrufsystem ist der Sensor welcher erkennt, ob ein Unfall erfolgte. Beim eCall-System können entsprechende Sensoren beispielsweise an den Airbags des Fahrzeugs angebracht werden. Verschiedene Sensoren an unterschiedlichen Sicherheitseinrichtungen des Autos sollen gewährleisten, dass der Notruf nur im Falle eines wahrhaftigen Unfalls ausgelöst wird.

Etabliert haben sich neben den Airbag-Sensoren auch sogenannte „Crash-Sensoren“, welche die Beschleunigung des Fahrzeugs messen und automatisch reagieren.

Schlagen die Sensoren Alarm, wählt die Mobileinheit des Steuergeräts automatisch die 112. Durch das eingebaute GPS ermittelt das Gerät per Satellitenortung den genauen Standpunkt des Autos. Zugleich schalten sich das Mikrophon und die Lautsprecher im Auto ein.

Auf diesem Weg kann die Notrufzentrale versuchen, mit den Insassen Kontakt aufzunehmen. Doch auch wenn alle Beteiligten bewusstlos oder nicht in der Lage sind, Informationen weitergeben, können sich die Rettungskräfte auf den Weg machen.

Mithilfe der GPS-Daten finden sie die verunglückten Fahrzeuge ohne Umweg. Währenddessen kann die Zentrale mit den Betroffenen über das Auto-Notrufsystem in Kontakt bleiben.

Die Notstromversorgung sorgt dafür, dass das eCall-System auch im Falle einer Zerstörung der Autobatterie mit Strom bespeist wird. So bricht der Kontakt mit der Notrufzentrale nicht ab.

Diese Daten überliefert eCall

Die eCall-Technik soll dafür sorgen, dass die Rettungskräfte die für sie relevanten Informationen frühzeitig erhalten. Dies sind der Unfallstandort, der Unfallzeitpunkt, die Anzahl der Wageninsassen und die Treibstoffart. Das System teilt ebenfalls mit, ob die Zündung noch aktiv ist, oder nicht.

Der Datenspeicher enthält zudem alle Rettungskarten sowie die passende VIN-Nummer des Fahrzeugs. So wissen die Rettungskräfte, wie sie die Insassen am besten retten können.

Eine Rettungskarte enthält spezifische Informationen zu Fahrzeugmodellen. Dort ist beispielsweise vermerkt, wo die elektrischen Leitungen entlang laufen und an welchen Stellen die Karosserie verstärkt ist.
Auch dadurch kann wertvolle Zeit gespart werden.

Über eCall einen Notruf aus dem Auto manuell absenden

Beim eCall entfallen Sprachprobleme.

Beim eCall entfallen Sprachprobleme.

Eine optionale Ergänzung des Geräts ist eine manuelle Taste, welche auf Knopfdruck einen Kontakt zur Notrufzentrale herstellt. Diese ist nicht nur für direkte Unfallbeteiligte relevant.

Bemerkt ein Fahrer auf seiner Route einen Unfall, kann er die Rettungskräfte mithilfe von eCall alarmieren.

Durch die GPS-Ortung sind die Einsatzkräfte nicht auf Informationen des Fahrers angewiesen. Dies wird besonders dann relevant, wenn es sich um einen ausländischen Verkehrsteilnehmer handelt oder um jemanden, der keine genauen Ortskenntnisse vorweisen kann.

Oft können auch heimische Fahrer nicht präzise erklären, wo sie sich befinden. Eine automatische GPS-Lokalisierung bietet hier eine schnelle Lösung.

So verhalten Sie sich als Unbeteiligter bei einem Unfall

Auch, wenn Sie einen Unfall nur beobachten und nicht direkt involviert sind, haben Sie gewissen Pflichten zu erfüllen. Eine dieser Verpflichtung ist die Benachrichtigung der Rettungskräfte. Diesen Notruf können Sie mittels eCall tätigen.

Auch die Polizei muss über die Nummer 110 informiert werden, damit sie die Unfallstelle absichern kann und die Personen- und Unfalldaten aufnehmen kann. Unter Umständen müssen auch Sie eine Zeugenaussage machen.

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Damit haben Sie Ihrer Schuldigkeit jedoch noch nicht genüge getan: Sind Personen verletzt, müssen Sie Erste Hilfe leisten. Helfen Sie nicht, kann der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung geltend gemacht werden. Dafür drohen drei Punkte in Flensburg sowie eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe.

Bedenken Sie jedoch: Sie müssen nur dann Unfallhilfe leisten, wenn Sie dadurch nicht Ihr eigenes Leben oder Ihre Gesundheit gefährden.

Auch die Unfallsicherung ist pflichtig. Dies gilt für Außenstehende besonders dann, wenn die direkt Betroffenen nicht in der Lage sind, ihr Fahrzeug und den Unfall abzusichern. Die oberste Priorität liegt aber auch hier auf Ihrer eigenen Sicherheit: Schalten Sie die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeugs an und legen Sie eine Warnweste an.

Passierte der Unfall auf einer Autobahn, sollten Sie sich außerhalb der Leitplanken bewegen, um das Warndreieck aufzustellen.

Es wird deutlich, dass das eCall-System nicht jegliche Verantwortung von Unfallbeobachtern abnimmt. Dennoch kann das Gerät zu Rettung von Leben beitragen.

Ist eCall Pflicht? Die europäische Gesetzeslage

Das Notrufsystem eCall soll in Europa zur Pflicht werden. Eine EU-Verordnung diesbezüglich wurde 2015 beschlossen.

Ab 31. März 2018 müssen alle neuen Automodelle in den 28 Staaten der Europäischen Union (EU) standardmäßig mit der eCall-Technik ausgestattet sein. Ist dies nicht der Fall, bekommt das neue Fahrzeugmodell keine Typengenehmigung und kann infolgedessen nicht auf dem europäischen Markt verkauft werden.

Die passende Infrastruktur, welche die eCall-Notrufe annimmt, muss von den EU-Mitgliedsstaaten bis Oktober 2017 eingerichtet werden und bereit stehen. Das entsprechende Gesetz wurde bereits im Juni 2014 beschlossen.

Neumodell ist in diesem Fall nicht mit Neuwagen zu verwechseln: Bei alten, bereits bestehenden Fahrzeugmodellen muss kein eCall-System in Neuwagen eingebaut werden.

Auch in Gebrauchtwagen muss das Notrufsystem eCall nicht nachgerüstet werden.

Die neuen Regelungen ab 2018 betreffen vorerst nur Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Allerdings muss die EU-Kommission bis 2021 entscheiden, ob eine Ausweitung des Gesetzes auf Omnibusse und Lkw sinnvoll ist.

Allerdings verbauen viele Autohersteller bereits jetzt eCall-Systeme in ihre Neuwagen – ob standardmäßig oder als Anwähloption.

eCall nachrüsten lassen

2018 soll eCall in der EU für neue Fahrzeugmodelle Standard sein.

2018 soll eCall in der EU für neue Fahrzeugmodelle Standard sein.

Auch wenn das System für alte Autos und Fahrzeuge nicht pflichtig ist, überlegen viele Fahrer, ein eCall-System in Ihrem Kfz nachrüsten zu lassen. Dadurch erhöhen sie nicht nur ihre eigene Sicherheit, sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer.

Es gibt verschiedene Optionen, ein eCall-System nachträglich einzubauen. Eine reduzierte Variante ist beispielsweise ein Stecker für den Zigarettenanzünder. Diese Technik ist seit Anfang 2016 auf dem Markt. Allerdings ist dieses System nicht so umfangreich, wie das originale eCall. Der Stecker verfügt beispielsweise nicht über ein eigenes Mobilfunkmodul. Es muss per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden werden. Über dieses läuft der Notruf ab.

Komplette Nachrüstsysteme sind ebenfalls erwerbbar, allerdings müssen Sie für das Gerät und den Einbau mit einigen hundert Euro Kosten rechnen. Diese Variante fungiert zeitgleich als Diebstahlschutz. Die GPS-Ortung kann von bestimmten, definierten Mobiltelefonen abgefragt werden. So können Autobesitzer mithilfe ihres Telefons überprüfen, wo sich ihr Kfz befindet.

eCall und Datenschutz

Oftmals geht eine höhere Sicherheit mit Datenschutzdebatten einher: Durch die Informationssammlung durch eCall können Rettungskräfte sehr effizient vorgehen und Leben retten. Doch Datenschützer befürchten, dass die Technik auch anderweitige Informationen hortet, welche ausgelesen werden können.

In der Tat lässt sich die Route eines Autos mit einem eingebauten GPS-Tracker nahtlos verfolgen – auch im Nachhinein. Auf diesem Weg können regelrechte Profile der Verkehrsteilnehmer erstellt werden.

Doch die eCall-Technik ist laut EU nicht darauf ausgelegt: Die Informationen sollen lediglich im Falle eines Unfalls freigegeben werden. Der Datenspeicher des eCall-Systems soll sich dabei permanent selbst überschreiben, sodass nur die aktuelle Position vermerkt bleibt:

Der Mindestdatensatz muss gelöscht werden, sobald er für den Zweck, für den er erhoben wurde, nicht mehr erforderlich ist (Art. 6 Abs. 2a) der Verordnung COM(2013) 316)

Allerdings ermöglichen bestimmte Geräte eine Standortsüberprüfung über mehrere Mobiltelefone. Datenschützer sehen darin einen Widerspruch zu Behauptung, eCall sei ein sogenanntes „schlafendes System“. Bei dem serienmäßigen Einbau der Technik ab 2018 ist nämlich keine Möglichkeit vorgesehen, das eCall-System abzuschalten.

Überempfindliches eCall?

Für eCall greift die Gesetzgebung europaweit.

Für eCall greift die Gesetzgebung europaweit.

Eine der Hauptdebatten um das eCall-System betrifft die Zuverlässigkeit des Auslösezeitpunkts des Notrufs.

Kritiker befürchten, dass Rettungskräfte vermehrt umsonst ausrücken müssen, obwohl kein Unfall passierte. Dadurch würden die Einsatzkräfte letzten Endes weniger Kapazitäten für die wahren Unfälle zur Verfügung haben.

Doch obwohl eCall-Alarmsysteme schon einige Jahre auf europäischen Straßen vorzufinden sind, verzeichnen Notrufzentralen keine häufigen Falschalarme.

Ein Vorfall dieser Art schaffte es jedoch bis in die Medien. Der Deutzer TÜV prüfte 2007 eine Oberklasse-Limousine mittels Crashtest und vergaß, das eCall-System vorab abzuschalten. Erst, als die Rettungskräfte vor Ort eintrafen, klärte sich das Missgeschick der Prüfer auf.

Was kostet eCall?

Das eCall-System, welches von der EU gefordert wird, soll für EU-Bürger kostenlos sein. Die Kommission rechnet mit ca. 100 Euro Einbaukosten pro Auto für die Hersteller. Vorsicht ist jedoch bei alternativen Systemen geboten, welche von Autoherstellern eingebaut werden.

Diese müssen mitunter mit einer kostenpflichtigen SIM-Karte ausgerüstet werden, welche bei Fahrten ins Ausland aufgrund der permanenten Verbindung mit dem Internet teure Roaming-Gebühren verursachen können.

Die eigenständige Nachrüstung kann hingegen mehrere Hundert Euro kosten. Die Geräte selbst sind für ca. 200 Euro zu erwerben. Hinzu kommen jedoch die Gebühren für den Einbau durch einen Fachmann.

Dienstleistungen mittels eCall

Die eCall-Technik soll laut EU nicht nur als Notrufsystem dienen, sondern als Basis für weitreichende zusätzliche Optionen. Aufbauend auf dem System und der SIM-Karte könnten Mobilfunkanbieter beispielsweise kostenpflichtige Telematikdienste anbieten.

Manche Versicherungen bieten schon jetzt verschiedene Versicherungsmodelle je nach Fahrstil an. Fahrer, die von diesen Angeboten profitieren möchten, müssen die Daten also an ihre Versicherer weiterleiten. Das eCall-Gerät könnte sich in diesem Zusammenhang zu einem wahren Datenübermittler entwickeln.

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