Wenn die gegnerische Versicherung nicht zahlt: Tipps zum Umgang

Probleme mit dem gegnerischen Versicherer sind nicht selten

Nach dem Unfall: Die gegnerische Versicherung zahlt nicht. Wir erklären, wie Sie darauf reagieren sollten.

Nach dem Unfall: Die gegnerische Versicherung zahlt nicht. Wir erklären, wie Sie darauf reagieren sollten.

Nach einem Verkehrsunfall stehen viele Punkt im Raum, welche der Geschädigte in die Wege leiten muss. So ist die Schadensregulierung zu organisieren, eventuell muss ein Mietwagen gebucht werden und der Kontakt mit der gegnerischen Versicherung ist im Zweifel zu suchen.

Kommt Ihr Unfallgegner seinen Pflichten nach, so muss dieser den Autounfall selbst seiner Haftpflichtversicherung melden.

Die Realität zeigt allerdings, dass dies oft nicht passiert und der Geschädigte vergeblich auf eine Reaktion der Kfz-Versicherung des Unfallgegners wartet.

Entsteht ein Kontakt mit dem Autoversicherer, kann es zu weiteren Problemen kommen: Die gegnerische Versicherung zahlt nicht alles oder möchte einen Gutachter schicken. Wir erklären, wie Sie auf alle drei Situationen richtig reagieren und was dabei zu beachten ist.


Den Schaden bei gegnerischer Versicherung melden: Rufen Sie selbst an!

Nach einem Unfall hoffen die Geschädigten, dass Ihr Fahrzeug schnell in einer Werkstatt repariert wird und keine weiteren Komplikationen aufkommen. Besonders im Haftpflichtfall, Sie also keine Schuld am Unfall tragen, ist die Rechtslage klar: Der Unfallgegner hat nach § 7 der Allgemeinen Bedingungen für Kraftfahrtversicherungen (AKB) die Pflicht, den Schaden selbst bei seiner Versicherung zu melden.

Doch wie sollten Geschädigte reagieren, wenn dies nicht passiert? Sie können im Haftpflichtfall den Schaden bei der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners selbst melden. Dabei sollten Sie allerdings auf einige Punkte achten:

  • Bestehen Sie dabei auf Ihr Recht und lassen Sie sich nicht auf eine Diskussion ein.
  • Gestehen Sie in keinem Fall eine Schuld ein.
  • Gehen Sie nicht auf Kompromisse ein, die Versicherung wird versuchen Ihre Ansprüche zu verringern, um weniger regulieren zu müssen.
  • Sofern es sich nicht um einen Bagatellschaden handelt, haben Sie das Recht auf ein Gutachten. Den Sachverständigen dürfen Sie selbst wählen.
  • Es steht Ihnen zu, einen Anwalt einzuschalten. Die Kosten trägt die gegnerische Versicherung.

Geschädigte haben im Haftpflichtfall ein Recht auf ein Sachverständigengutachten, sofern es sich um einen Schadenswert von über 750 Euro handelt. Darüber hinaus darf auf Kosten des Unfallgegners ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden.

Lässt sich die gegnerische Versicherung ermitteln?

Haben Geschädigte über die gegnerische Versicherung keine Informationen, so kann der Geschädigte Kontakt mit dem Zentralruf der Autoversicherer aufnehmen und so die gegnerische Versicherung ermitteln lassen.

Der Zentralruf der Autoversicherer benötigt lediglich das Kennzeichen des gegnerischen Wagens, den Schadenstag und das Unfallland und kann den Geschädigten dann mit der gegnerischen Versicherung verbinden.

Nach dem Autounfall: Gegnerische Kfz-Versicherung zahlt nicht

Kann der Geschädigte die Versicherung des Unfallgegners selbst ermitteln? Ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer reicht aus.

Kann der Geschädigte die Versicherung des Unfallgegners selbst ermitteln? Ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer reicht aus.

Immer wieder kommt es vor, dass Geschädigte nach einem Unfall schier verzweifeln, denn nicht selten heißt es: Die gegnerische Versicherung will nicht zahlen. Doch im Haftpflichtfall ist das Recht auf der Seite der Geschädigten. Diese können einen Rechtsanwalt einschalten, welcher den Fall übernimmt.

Sind die Forderungen an die gegnerische Versicherung berechtigt, so hat diese die Kosten für den Anwalt zu tragen. Kommt es also zu Problem mit der Versicherung oder dem Unfallgegner, suchen Sie einen Anwalt für Verkehrsrecht auf.

Gutachter der Versicherung akzeptieren?

Handelt es um einen Haftpflichtfall, so kann der Geschädigte einen Gutachter bestellen. Die Kosten werden von der Versicherung des Unfallgegners übernommen, sofern der Schaden einen Wert von 750 Euro übersteigt.

Doch nun erfahren Sie: Die gegnerische Versicherung schickt Ihnen einen Gutachter. Diesen müssen Sie nicht akzeptieren. Da der Geschädigte den Schadensersatzanspruch beweisen muss, kann dieser den Sachverständigen auch frei wählen.

Es kann sogar für den Betroffenen ein Nachteil sein, wenn nur der Sachverständige der gegnerischen Versicherung den Schaden unter die Lupe nimmt, denn unter Umständen versucht dieser, die Kosten für den Autoversicherer klein zu halten. Aus diesem Grund steht auch die Rechtsprechung hinter dem Geschädigten und gesteht diesem ein, selbst einen Sachverständigen auszuwählen.

Geschädigte müssen und sollten den Sachverständigen der gegnerischen Versicherung nicht akzeptieren, denn sie haben das Recht, den Gutachter selbst zu wählen.

2 Kommentare

  1. Karin sagt:

    Guten Morgen ich hätte eine Frage.2010 hatte ich einen Verkehrsunfall mit dem Firmenwagen.Ich war als Pizzafahrerin angestellt.Meine verletzungen waren so gross dass ich jetzt 50% Behindertenrente von der Bg bekomme.Von der Autohaftpflicht meines Chefs bekam ich keinen Cent Schmerzensgeld.Für was brauche ich dann eine Autohaftpflicht.Über eine Antwort würde ich mich freuen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Karin,

      die Haftpflicht ist dafür gedacht, dass bei einem Unfall für das gegnerische Fahrzeug die Schadensregulierung gesichert ist. Sie übernimmt allerdings nicht die Kosten für das versicherte Fahrzeug. Das machen nur Volkasko- und unter Umständen Teilkaskoversicherungen. Bei einem nicht selbstverschuldeten Unfall wäre dann die generische Versicherung der richtige Ansprechpartner. Beim Alleinunfall bzw. beim verschuldeten Unfall muss die eigene Haftpflicht des Autos allerdings nicht zahlen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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