Wenn die gegnerische Versicherung nicht zahlt: Tipps zum Umgang

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 18. Oktober 2019

Probleme mit dem gegnerischen Versicherer sind nicht selten

Nach dem Unfall: Die gegnerische Versicherung zahlt nicht. Wir erklären, wie Sie darauf reagieren sollten.
Nach dem Unfall: Die gegnerische Versicherung zahlt nicht. Wir erklären, wie Sie darauf reagieren sollten.

Nach einem Verkehrsunfall stehen viele Punkt im Raum, welche der Geschädigte in die Wege leiten muss. So ist die Schadensregulierung zu organisieren, eventuell muss ein Mietwagen gebucht werden und der Kontakt mit der gegnerischen Versicherung ist im Zweifel zu suchen.

Kommt Ihr Unfallgegner seinen Pflichten nach, so muss dieser den Autounfall selbst seiner Haftpflichtversicherung melden.

Die Realität zeigt allerdings, dass dies oft nicht passiert und der Geschädigte vergeblich auf eine Reaktion der Kfz-Versicherung des Unfallgegners wartet.

Entsteht ein Kontakt mit dem Autoversicherer, kann es zu weiteren Problemen kommen: Die gegnerische Versicherung zahlt nicht alles oder möchte einen Gutachter schicken. Wir erklären, wie Sie auf alle drei Situationen richtig reagieren und was dabei zu beachten ist.

FAQ: Gegnerische Versicherung zahlt nicht

Können Geschädigte den Schaden selbst melden?

Ja, Geschädigte können nach einem Unfall den Schaden der gegnerischen Versicherung selbst melden. Welche Punkte wichtig sind, wenn die Versicherung nicht zahlt, haben wir hier zusammengefasst.

Besteht das Recht auf ein Sachverständigengutachten?

Ja, wenn der Streitwert über 750 liegt, kann nach einem Unfall ein Sachverständigengutachten verlangt werden, wenn die gegnerische Versicherung nicht zahlt.

Was ist zu tun, wenn die gegnerisches Versicherung nicht zahlt?

In diesem Fall ist es ratsam, sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht zu wenden. Sind die Ansprüche berechtigt, muss die Versicherung die Kosten für den Anwalt in der Regel übernehmen.


Den Schaden bei gegnerischer Versicherung melden: Rufen Sie selbst an!

Nach einem Unfall hoffen die Geschädigten, dass Ihr Fahrzeug schnell in einer Werkstatt repariert wird und keine weiteren Komplikationen aufkommen. Besonders im Haftpflichtfall, Sie also keine Schuld am Unfall tragen, ist die Rechtslage klar: Der Unfallgegner hat nach § 7 der Allgemeinen Bedingungen für Kraftfahrtversicherungen (AKB) die Pflicht, den Schaden selbst bei seiner Versicherung zu melden.

Doch wie sollten Geschädigte reagieren, wenn dies nicht passiert? Sie können im Haftpflichtfall den Schaden bei der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners selbst melden. Dabei sollten Sie allerdings auf einige Punkte achten:

  • Bestehen Sie dabei auf Ihr Recht und lassen Sie sich nicht auf eine Diskussion ein.
  • Gestehen Sie in keinem Fall eine Schuld ein.
  • Gehen Sie nicht auf Kompromisse ein, die Versicherung wird versuchen Ihre Ansprüche zu verringern, um weniger regulieren zu müssen.
  • Sofern es sich nicht um einen Bagatellschaden handelt, haben Sie das Recht auf ein Gutachten. Den Sachverständigen dürfen Sie selbst wählen.
  • Es steht Ihnen zu, einen Anwalt einzuschalten. Die Kosten trägt die gegnerische Versicherung.

Geschädigte haben im Haftpflichtfall ein Recht auf ein Sachverständigengutachten, sofern es sich um einen Schadenswert von über 750 Euro handelt. Darüber hinaus darf auf Kosten des Unfallgegners ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden.

Lässt sich die gegnerische Versicherung ermitteln?

Haben Geschädigte über die gegnerische Versicherung keine Informationen, so kann der Geschädigte Kontakt mit dem Zentralruf der Autoversicherer aufnehmen und so die gegnerische Versicherung ermitteln lassen.

Der Zentralruf der Autoversicherer benötigt lediglich das Kennzeichen des gegnerischen Wagens, den Schadenstag und das Unfallland und kann den Geschädigten dann mit der gegnerischen Versicherung verbinden.

Nach dem Autounfall: Gegnerische Kfz-Versicherung zahlt nicht

Kann der Geschädigte die Versicherung des Unfallgegners selbst ermitteln? Ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer reicht aus.
Kann der Geschädigte die Versicherung des Unfallgegners selbst ermitteln? Ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer reicht aus.

Immer wieder kommt es vor, dass Geschädigte nach einem Unfall schier verzweifeln, denn nicht selten heißt es: Die gegnerische Versicherung will nicht zahlen. Doch im Haftpflichtfall ist das Recht auf der Seite der Geschädigten. Diese können einen Rechtsanwalt einschalten, welcher den Fall übernimmt.

Sind die Forderungen an die gegnerische Versicherung berechtigt, so hat diese die Kosten für den Anwalt zu tragen. Kommt es also zu Problem mit der Versicherung oder dem Unfallgegner, suchen Sie einen Anwalt für Verkehrsrecht auf.

Gutachter der Versicherung akzeptieren?

Handelt es um einen Haftpflichtfall, so kann der Geschädigte einen Gutachter bestellen. Die Kosten werden von der Versicherung des Unfallgegners übernommen, sofern der Schaden einen Wert von 750 Euro übersteigt.

Doch nun erfahren Sie: Die gegnerische Versicherung schickt Ihnen einen Gutachter. Diesen müssen Sie nicht akzeptieren. Da der Geschädigte den Schadensersatzanspruch beweisen muss, kann dieser den Sachverständigen auch frei wählen.

Es kann sogar für den Betroffenen ein Nachteil sein, wenn nur der Sachverständige der gegnerischen Versicherung den Schaden unter die Lupe nimmt, denn unter Umständen versucht dieser, die Kosten für den Autoversicherer klein zu halten. Aus diesem Grund steht auch die Rechtsprechung hinter dem Geschädigten und gesteht diesem ein, selbst einen Sachverständigen auszuwählen.

Geschädigte müssen und sollten den Sachverständigen der gegnerischen Versicherung nicht akzeptieren, denn sie haben das Recht, den Gutachter selbst zu wählen.

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18 Kommentare

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  1. Karin sagt:

    Guten Morgen ich hätte eine Frage.2010 hatte ich einen Verkehrsunfall mit dem Firmenwagen.Ich war als Pizzafahrerin angestellt.Meine verletzungen waren so gross dass ich jetzt 50% Behindertenrente von der Bg bekomme.Von der Autohaftpflicht meines Chefs bekam ich keinen Cent Schmerzensgeld.Für was brauche ich dann eine Autohaftpflicht.Über eine Antwort würde ich mich freuen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Karin,

      die Haftpflicht ist dafür gedacht, dass bei einem Unfall für das gegnerische Fahrzeug die Schadensregulierung gesichert ist. Sie übernimmt allerdings nicht die Kosten für das versicherte Fahrzeug. Das machen nur Volkasko- und unter Umständen Teilkaskoversicherungen. Bei einem nicht selbstverschuldeten Unfall wäre dann die generische Versicherung der richtige Ansprechpartner. Beim Alleinunfall bzw. beim verschuldeten Unfall muss die eigene Haftpflicht des Autos allerdings nicht zahlen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Marcella sagt:

    Guten Tag,
    Ich habe mich per Telefon auf das Schadensmanagement der gegner. Versicherung eingelassen – kann ich zurück – habe noch keinen Termin mit Werkstatt und Gutachter vereinbart.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Marcella,

      haben Sie eine feste Zusage gegeben, ist diese in der Regel auch gültig. Bei weiteren Fragen sollten Sie sich an einen Anwalt wenden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. E.G. sagt:

    Hallo
    Meine frage:ich habe unfall gemacht
    15.07.2017
    Gegener ist schuldig aber gehen wir im april zu gericht
    Ich habe vollkasko.bis gericht kann ich von meine vollkasko geld bekommen. Danke

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo,

      grundsätzlich ist das nicht ausgeschlossen, allerdings kann das mit Nachteilen für Sie einhergehen. Zudem könnte es zu Problemen kommen, wenn der Schaden der Versicherung zu spät gemeldet wird. Beraten Sie sich mit Ihrem Anwalt und fragen Sie bei der Versicherung nach.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Werner J. sagt:

    Hallo, ich hoffe sie können mir helfen.
    Ich hatte beim ausparken vom Parkplatz meines Hausarztes nicht aufgepasst (der Parkassistent reagierte komischerweise auch zu spät) und bin mit Schrittgeschwindigkeit gegen das auf der gegenüber der Praxis parkende Auto einer Sprechstundenhilfe gestossen. Meines Erachtens war das ein Schaden von höchsten 300,-€, man sah kaum was. Die freie Werkstatt präsentierte allerdings eine Rechnung von 1200,-€, woraufhin ich meine Versicherung um Regulierung bat. Die Geschädigte hatte allerdings schon mal einen Unfall an der gleichen Stelle mit einem anderen Patienten. Sie liess wohl die Reparatur ohne Rechnung vornehmen und hat jetzt keinen Nachweis mehr über die ordnungsgemässe Reparatur. Die Versicherung weigert sich jetzt erst mal zu zahlen. Wenn sie nun nicht zahlt – wer kommt jetzt für den Schaden auf? Muss ich dann den Schaden selber zahlen, obwohl ich den Schaden meiner Versicherung gemeldet habe?

    Mit freundlichen Grüßen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Werner,

      wenn keine Rechnung vorliegt, so kann die Gegenseite die Höhe der Summe schlecht nachweisen – es scheint sich also eher um ein Problem der Geschädigten zu handeln. Bei Fragen zu konkreten Einzelfällen müssten Sie sich aber an einen Anwalt wenden, da wir hier keine Rechtsberatung geben dürfen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Werner J. sagt:

    …die Versicherung denkt sich sicherlich, das der erste Schaden noch nicht repariert wäre und die Geschädigte sich nun durch meine Versicherung den ersten Schaden mit bezahlen lässt.

  6. Werner J. sagt:

    Hab ich doch gestern nacht eine Frag gestellt und noch keine Antwort bekommen. Ist die noch in Bearbeitung oder im Internet-Universum verschwunden?

    Mit freundlichen Grüssen

    Werner J.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Werner,

      jeder Kommentar wird von uns einzeln geprüft und beantwortet. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  7. Stefan sagt:

    Hallo,
    Am frühen Morgen, vor genau einen Tag kam es an meiner Straße zu einen Unfall, ein Ford krachte in gleich mehrere parkende Fahrzeuge und blieb auf der Seite liegen.
    Unter den parkenden Fahrzeugen befand sich auch leider mein Fahrzeug.
    Ich habe die Versicherung des Schadenverursachers kontaktiert und alle nötigen Daten durchgegeben, danach wurde die Abwicklung besprochen, (Ersatzwagen etc.) und dass ein Gutachter sich mein beschädigtes Fahrzeug anschaut, allerdings ohne meine Einverständnis, es wurde einfach so ausgesagt.
    Dass ich einen eigenen engagieren kann wusste ich nicht und wurde auch nicht erwähnt. ( fahre erst seit einem Jahr unfallfrei)

    Meine Frage dazu: kann ich nach den ersten Gutachten selbst einen, bzw. zweiten Gutachter aussuchen und mein Fahrzeug anschauen lassen?
    Muss ich den zweiten Gutachter dann selbst zahlen?
    Es geht nur darum im Falle, dass der erste von der Gegner Versicherung den Schaden bewusst klein hält.

    Danke für eine Antwort und schöne Grüße.
    Stefan

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Stefan,

      normalerweise haben Geschädigte das Recht, einen eigenen Gutachter zu bestellen, die Kosten trägt meist die gegnerische Versicherung. Klären Sie dies jedoch noch einmal ab. Gggf. sollten Sie sich einen Anwalt nehmen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. Patrizia sagt:

    Hallo,
    Ich habe eine Bitte, was kann ich noch tun?
    So im März 2018 habe ich Unfall gehabt, Gegner ist schuldig, und jetzt unsere Auto ist total schade, sollteb wir ca. 5.000€ kriegen, aber vor 3 Jahren haben wir auch kleine Unfall gehabt, es war paar Rissen auf dem Auto, (die haben wir nicht Repariert ), jetzt die Versicherung hat Brief geschickt dass die Kosten bezahlt keine mehr und schließt den Vorgang zu ( obwohl Auto ist total Schaden wegen mehrerer Schäden) . Jetzt habe ich kein Geld für neues Auto u ich muss noch selbst jetzt die Kosten für meine Anwältin bezahlen(700€).Ich kann das nicht verstehen, wie die Versicherung hat einfach Brief geschrieben dass schließlich zu und kein € bezahlen?? Und ich muss noch Anwalt bezahlen?? Bei Unfall ich war unschuldig. Bitte sagen was kann ich noch tun? Anwalt sagt muss ich jetzt privat die Versicherung klagen. Kosten ungefähr 3.000€ Hilfe

    Mit freundlichen Grüßen

    Patrizia

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Patrizia,

      sind Sie nicht am Unfall schuldig, muss die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers für die Ihnen entstandenen Anwaltskosten aufkommen. Auch der Ihnen entstandene Schaden muss ersetzt werden. Wir dürfen an dieser Stelle keine kostenlose Rechtsberatung anbieten. Lassen Sie sich von einem kompetenten Anwalt für Verkehrsrecht zum weiteren Vorgehen beraten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  9. Norbert W. sagt:

    Liebes bussgeldkatalog.org-Team,

    erst einmal vielen Dank für die informativen Seiten.
    Ich habe eine Frage: Git die freie Gutachterwahl für mich als Geschädigten auch, wenn die gegnerische Haftpflicht-Versicherung im EU-Ausland ansässig ist? (Unfall in Deutschland, Schuldfrage geklärt, Schaden sicher über 750EUR)

    Die gegnerische Versicherung bzw. deren Vertreter in Deutschland reagiert nicht. Ich möchte aber wissen, ob noch mehr beschädigt ist, als man so als Laie von außen erkennen kann. Evtl. sollte ich ja dann damit auch nicht mehr herumfahren, um schlimmeres zu verhindern. Ein Sachverständigen-Gutachten gäbe mir da Sicherheit, ich will aber natürlich nicht am Ende auf den Kosten sitzenbleiben.

    Viele Grüße
    Norbert

  10. A.Yasin sagt:

    Hallo,
    Person A hat beim Versuch die Motorhaube von Person B zuzumachen, übersehen das die Halterung von der Motorhaube nicht eingeklappt ist, Resultat; Verbogenen Halterung und Schaden an der Karosserie.
    Es wurde alles gemeldet.
    Jetzt will die Versicherung die Rechnung von der reaperatur gesendet bekommen und dementsprechend denn Schäden zu zahlen.
    Muss ich mich drauf einlassen ?
    …oder kann ich ein Gutachter beauftragen?

  11. Tanja sagt:

    Hallo, ich hatte am 22.7.19 einen unverschuldeten Auffahrunfall. Ich hatte mit dem Versicherungsvertreter der gegnerischen Versicherung vereinbart nach Kostenvoranschlag abzurechnen (Kosten über 4.000 €). Diesen habe ich eingereicht und nun ein Schreiben bekommen, dass mein Auto nur noch 600 € wert ist und ich es an einen Autohändler in Berlin verkaufen kann. Der Versicherungsvertreter fühlt sich nun nicht mehr verantwortlich und sagte nur ich soll die Nummer anrufen, die auf dem Schreiben steht! Was soll ich denn jetzt tun? Einen Rechtsanwalt einschalten?

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