Unfallursachen in Deutschland: Fehlverhalten erkennen und ihm entgegensteuern

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 3. April 2019

Haben Sie schon an Schadensersatz, Gutachter, Werkstatt, Mietwagen etc. gedacht?
Mit dem Service von Unfallhelden erhalten Sie bis zu 98 % mehr Schadenersatz nach einem Autounfall.
Jetzt schnell und ohne Kostenrisiko Autounfall regulieren!
Hier Unfall online melden →
... oder anrufen unter: 0800 / 00 00 398

Warum es zur Kollision kommt

Das Statistische Bundesamt wertet die Unfallursachen aus.

Das Statistische Bundesamt wertet die Unfallursachen aus.

Jeden Tag ereignen sich auf Deutschlands Straßen Unfälle. Allein 2017 erfasste die Polizei laut Statistischem Bundesamt (destatis) 2.643.098 davon. Dabei kann sich die Schwere der Kollisionen stark unterscheiden: Von kleinen Parkremplern und Auffahrunfällen bis hin zu dramatischen Massenkarambolagen, durch die Menschen ihr Leben verlieren.

Die Auswertung der zugrunde liegenden Unfallursachen in Deutschland kann dabei dazu beitragen, die Straßen noch sicherer zu machen. Denn dadurch lassen sich Trends und negative Entwicklungen erkennen, gegen die der Gesetzgeber ggf. mit entsprechenden Maßnahmen gegensteuern kann.

Doch welches Fehlverhalten führt in Deutschland am häufigsten zu Verkehrsunfällen? Unterscheiden sich die Unfallursachen laut Statistik innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften? Warum ist die Datenerfassung und Unfallursachenanalyse wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

Wie und warum werden die Unfallursachen im Straßenverkehr ausgewertet?

Um die Aussagekraft einer Statistik beurteilen zu können, ist es unerlässlich sich mit den Methoden der Datenerhebung vertraut zu machen. So beruht die Auswertung der Unfallursachen auf den Aufzeichnungen von Polizisten. Werden die Beamten zu einem Verkehrsunfall gerufen, tragen diese die Ursache in ein sogenanntes Erhebungspapier ein.

Was sind die häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr?

Was sind die häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr?

Die Angabe erfolgt dabei anhand des seit 1975 geltenden Unfallverzeichnisses, welches insgesamt 89 verschiedene Unfallursachen auflistet. Das Verzeichnis unterteilt die verschiedenen Bezeichnungen in folgende Hauptkategorien:

  • Verkehrstüchtigkeit: Alkohol/Drogen am Steuer, Übermüdung, etc.
  • Fehler der Fahrzeugführer: Geschwindigkeit, Abstand, Überholen, Wenden, Abbiegen, Ladung, etc.
  • Technische Mängel/Wartungsmängel: Beleuchtung, Bereifung, Bremsen, etc.
  • Falsches Verhalten der Fußgänger: Falsches Verhalten beim Überschreiten der Fahrbahn, Nichtbenutzen des Gehweges, etc.
  • Allgemeine Unfallursachen: Straßenverhältnisse, Witterungseinflüsse, Hindernisse, etc.

Pro Kollision können die Polizisten zwei allgemeine Unfallursachen benennen. Des Weiteren können dem Hauptverursacher und einem anderen Unfallbeteiligten jeweils maximal drei personenbezogene Fehler zugeordnet werden. Demnach lassen sich einem Unfall mit dieser Methoden insgesamt acht Ursachen zuschreiben.

Die mithilfe des Erhebungspapiers gewonnenen Informationen der einzelnen Bundesländer erhält das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zu Auswertung. Die Behörde erstellt damit jedes Jahr die Verkehrs- und Unfallstatistik für Deutschland.

Wie bereits erwähnt, stammt die Übersicht für die Unfallursachen bereits aus dem Jahre 1975. Zum damaligen Zeitpunkt war die Ablenkung am Steuer durch elektronische Geräte praktisch undenkbar bzw. ferne Zukunftsmusik. Dieser Umstand führt dazu, dass es aktuell kaum verwertbare Zahlen zur Nutzung des Handys am Steuer als Unfallursache gibt. Daher fordern Experten eine Aktualisierung bzw. Reform des Verzeichnisses.
Haben Sie schon an Schadensersatz, Gutachter, Werkstatt, Mietwagen etc. gedacht?
Mit dem Service von Unfallhelden erhalten Sie bis zu 98 % mehr Schadenersatz nach einem Autounfall.
Jetzt schnell und ohne Kostenrisiko Autounfall regulieren!
Hier Unfall online melden →
... oder anrufen unter: 0800 / 00 00 398

Häufigste Unfallursachen im Straßenverkehr: Statistik zum Fehlverhalten

Mithilfe der durch die Polizeibeamten erfassten Daten erstellt das Statistische Bundesamt für jedes Jahr Statistiken zu den Straßenverkehrsunfällen. Die Unfallursachen werden dabei für Unfälle mit Personenschaden aufgeführt. Hierbei handelt es sich um Zusammenstöße, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden.

Die Beschränkung auf ebensolche Kollisionen macht durchaus Sinn. Denn sobald eine Person bei einem Verkehrsunfall zu Schaden kommt, ist grundsätzlich die Polizei zu benachrichtigen. Dadurch lässt sich gewährleisten, dass zumindest der Großteil der Zusammenstöße für die Auswertung der Unfallursachen erfasst wird. Bei Parkremplern hingegen wäre von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Das Fehlverhalten der Fahrzeugführer würde bei Unfällen mit Personenschaden insgesamt 360.736-Mal als Grund angegeben. Eine Übersicht zu den einzelnen Verkehrsverstößen bzw. Gruppierungen liefert die nachfolgende Tabelle:

Fehlverhalten von FahrerAnzahl
Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren56.642
Nichtbeachten der Vorfahrt 52.332
Ungenügender Abstand 50.267
Nicht angepasste Geschwindigkeit 45.058
Falsche Straßenbenutzung 24.203
Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern 15.877
Fehler beim Überholen 13.084
Alkoholeinfluss 12.873

Wie sich anhand dieser Auswertung zeigt, handelte es sich bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, Abstandsverstößen oder Alkoholdelikten im Jahr 2017 nicht um die häufigsten Unfallursachen. Stattdessen bilden Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren den traurigen Spitzenreiter.

Das Statistische Bundesamt schlüsselt auch die Unfälle auf, die auf technische Mängel am Fahrzeug zurückzuführen sind. Beeinträchtigungen am Fahrzeug wurden demnach 3.528-Mal als Unfallursachen benannt. Eine genaue Aufschlüsselung zeigt unsere Tabelle:

Technische Mängel der Fahrzeuge Anzahl
Bereifung 1.166
Beleuchtung 609
Bremsen 586
Lenkung 153
Zugvorrichtung71

Die verhältnismäßig geringe Anzahl von Kollisionen, die aufgrund von technischen Fehlern entstanden sind, können ein Indiz für eine relativ hohe Fahrzeugsicherheit sein. Dies kann im Rückschluss zeigen, dass die Hauptuntersuchung grundsätzlich ihren Zweck erfüllt.

Auch die Daten zu den allgemeinen Unfallursachen wertet das Statistische Bundesamt aus. Die Zahlen dazu können Sie der nachfolgenden Übersicht entnehmen:

Allgemeine Unfallursachen Anzahl
Straßenverhältnisse 32.555
- Glätte durch Regen 6.387
- Glätte durch Schnee, Eis 6.103
Witterungseinflüsse 4.286
- Sichtbehinderung durch Sonne 2.942
- Sichtbehinderung durch Nebel 242
Hindernisse 4.435
- Wild auf der Fahrbahn 2.551

Haben Sie schon an Schadensersatz, Gutachter, Werkstatt, Mietwagen etc. gedacht?
Mit dem Service von Unfallhelden erhalten Sie bis zu 98 % mehr Schadenersatz nach einem Autounfall.
Jetzt schnell und ohne Kostenrisiko Autounfall regulieren!
Hier Unfall online melden →
... oder anrufen unter: 0800 / 00 00 398

Unterscheiden sich die Unfallursachen je nach Ortslage?

Unterscheiden sich die Unfallursachen auf der Autobahn und im Stadtverkehr?

Unterscheiden sich die Unfallursachen auf der Autobahn und im Stadtverkehr?

Durch die Erfassung der Unfalldaten besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse weiter zu differenzieren. So lässt sich zum Beispiel überprüfen, ob sich die Unfallursachen je nach Ortslage – also innerorts, außerorts und auf der Autobahn – unterscheiden.

Innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich 2017 insgesamt 302.656 Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden als häufigste Unfallursachen Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (49.112), das Missachten der Vorfahrt (39.906) und ein ungenügender Abstand (30.008) registriert.

Außerhalb geschlossener Ortschaften (ohne Autobahnen) nahm die Polizei insgesamt 74.166 Zusammenstöße auf, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden. Zurückführen ließen sich diese auf Geschwindigkeitsüberschreitungen (19.957), Vorfahrtsverstöße (11.953) und Abstandsunterschreitungen (11.529).

Als häufigste Unfallursachen auf der Autobahn gelten ein ungenügender Abstand (8.730), das Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit (7.385) und eine eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit der Fahrer (1.917). Insgesamt ereigneten sich auf den Autobahnen 20.928 Unfälle mit Personenschaden.

Es zeigt sich, dass sich die Unfallursachen je nach Ortslage unterscheiden. Diese und ähnliche Erkenntnisse können dazu führen, dass Gesetze oder Sanktionen angepasst oder gar vollkommen neu definiert werden.

Nicht zuletzt ermöglicht die Auswertung der Unfallursachen auch eine Einschätzung zum Fahrverhalten bestimmter Verkehrsteilnehmer. So wurden zum Beispiel 2017 15.442 Motorradfahrer bei Unfällen mit Personenschaden als Hauptverursacher verzeichnet. Dabei ließen sich die Motorradunfälle auf folgende Ursachen zurückführen:

Ursachen von Motorradunfällen Anzahl
Nicht angepasste Geschwindigkeit 6.448
Abstandsfehler 2.507
Fehler beim Überholen/überholt werden 1.972
Falsche Straßenbenutzung 942
Missachtung der Vorfahrt, des Vorrangs 587
Unfallursachen Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren 457
Alkoholeinfluss 410
Andere Fehler beim Fahrzeugführer 5.155

Auch solche konkreten Daten zu bestimmten Verkehrsteilnehmern ermöglichen Rückschlüsse. Natürlich reichen diese Zahlen nicht für pauschale Aussagen, allerdings lassen sich Tempoverstöße als häufige Unfallquelle ausmachen.

Haben Sie schon an Schadensersatz, Gutachter, Werkstatt, Mietwagen etc. gedacht?
Mit dem Service von Unfallhelden erhalten Sie bis zu 98 % mehr Schadenersatz nach einem Autounfall.
Jetzt schnell und ohne Kostenrisiko Autounfall regulieren!
Hier Unfall online melden →
... oder anrufen unter: 0800 / 00 00 398
Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (44 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar

Haben Sie schon an Schadensersatz, Gutachter, Werkstatt, Mietwagen etc. gedacht?
Mit dem Service von Unfallhelden erhalten Sie bis zu 98 % mehr Schadenersatz nach einem Autounfall.
Jetzt schnell und ohne Kostenrisiko Autounfall regulieren!
Hier Unfall online melden →
... oder anrufen unter: 0800 / 00 00 398

Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.