Führerschein für ein E-Bike: Ab wann ist er Pflicht?
Letzte Aktualisierung am: 24. August 2026
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
FAQ: Führerschein für ein E-Bike
Für herkömmliche Pedelecs mit einer Motorunterstützung bis zu 25 km/h beim Treten ist kein Führerschein erforderlich, da sie rechtlich als Fahrrad gelten. Auch Anfahrhilfen ohne Treten bis 6 km/h dürfen Sie führerscheinfrei nutzen. Eine Übersicht finden Sie hier.
Für E-Bike-Modelle mit Motorunterstützung bis 45 km/h benötigen Sie mindestens die Führerscheinklasse AM, sofern Sie nach April 1965 geboren wurden. Mit dem Pkw-Führerschein der Klasse B ist diese Berechtigung bereits abgedeckt.
Das Fahren ohne die erforderliche Fahrerlaubnis stellt eine Straftat dar und kann mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Zudem drohen drei Punkte in Flensburg, Probezeitmaßnahmen sowie das Erlöschen des Versicherungsschutzes.
Inhaltsverzeichnis:
Darf ich ohne Führerschein E-Bike fahren?

Ob bei einem E-Bike ein Führerschein in Deutschland notwendig ist, hängt tatsächlich davon ab, um was für ein E-Bike es sich handelt. Der Begriff E-Bike wird umgangssprachlich für alle Arten von Fahrrädern mit Elektromotor verwendet. Um zu klären, ob Sie einen Führerschein für Ihr E-Bike benötigen, ist die Unterscheidung der Arten allerdings wichtig.
Eine der gängigsten Arten vom E-Bike ist das Pedelec. Die Abkürzung kommt von der offiziellen Bezeichnung „Pedal Electric Cycle“ und bedeutet, dass der Fahrer nur durch den Elektromotor unterstützt wird. Das geht bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h, wenn die Pedalen getreten werden.
Rein gesetzlich gesehen handelt es sich bei dieser Art des E-Bikes um ein Fahrrad. Das bedeutet, dass Sie dieses E-Bike ohne Führerschein fahren dürfen. Gleiches gilt für E-Bikes, die beim Anfahren ohne Treten eine Motorunterstützung haben. Das allerdings nur bis zum Erreichen einer Geschwindigkeit von 6 km/h. Ist diese erreicht, muss eine Pedalnutzung erfolgen.
In beiden Fällen können Sie also Ihr E-Bike fahren ohne einen Führerschein bzw. eine Fahrerlaubnis zu besitzen.
Wann besteht beim E-Bike eine Führerscheinpflicht?

Die Frage ist dann, ob dann ein Führerschein für ein E-Bike Pflicht ist, wenn das Modell andere Eigenschaften hat. Denn es gibt E-Bikes, die schneller als 25 km/h sind und Modelle, bei denen der Motor mehr als nur eine Unterstützung beim Treten darstellt.
Bei letzterem kann es sich unter anderem um E-Mofas handeln, die unter die allgemeine Kategorie der E-Bikes fallen. Hier wird der Motor in der Regel per Knopf oder Hebel eingeschaltet. Für diese E-Bikes ist kein Führerschein notwendig, aber eine Mofa-Bescheinigung.
E-Bikes, bei denen der Motor erst ab einer Geschwindigkeit von 45 km/h die Unterstützung einstellt, werden als schnelle Pedelecs (Speed- oder S-Pedelecs) bezeichnet.
Gemäß § 1 Straßenverkehrsgesetz (StVG) gilt Folgendes:
„Keine Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes sind Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und
1. beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher,
2. wenn der Fahrer im Treten einhält,
unterbrochen wird.“
Dieser Definition nach sind S-Pedelecs keine Fahrräder mehr. Für ein solches E-Bike bis 45 km/h ist ein Führerschein dann vorgeschrieben. Gleiches gilt natürlich auch für Fahrzeuge wie E-Mofas, die schneller als 45 km/h sein können und bei denen Treten für die Fortbewegung nicht notwendig ist.
Und welcher Führerschein ist für ein E-Bike bis 45 km/h dann notwendig?

Ein Führerschein für ein E-Bike bis 45 km/h muss dann vorliegen, wenn Fahrer nach April 1965 geboren wurden. Es ist mindestens die Führerscheinklasse AM notwendig. Gleiches gilt natürlich auch, wenn die Fahrzeuge schneller fahren können.
Besitzen Fahrer einen Führerschein der Klasse B, sind E-Bikes und S-Pedelecs in die Fahrerlaubnis eingeschlossen. Mehr zu den Voraussetzungen zum Fahren sowie zu den geltenden Verkehrsregeln finden Sie in unserem Ratgeber zu Pedelecs.
Darüber hinaus sind eine für schnelle E-Bikes sowie für S-Pedelecs Versicherung sowie ein Helm Pflicht. Eine Betriebserlaubnis durch das KBA ist ebenfalls vorgeschrieben.
In der nachfolgenden Tabelle finden Sie einen Überblick zu den verschiedenen Arten von E-Bikes und den notwendigen Bescheinigungen oder Führerscheinen:
| Pedelec | S-Pedelec | E-Bike bis 20 km/ h | E-Bike bis 25 km/ h bzw. E-Bike bis 45 km/ h |
|
|---|---|---|---|---|
| Art der Zuschaltung | per Pedalbewegung | per Pedalbewegung | per Hebel oder Knopf am Lenker | per Hebel oder Knopf am Lenker |
| gilt rechtlich als Fahrrad | ✔ | |||
| gilt rechtlich als Kleinkraftrad oder Mofa | ✔ | ✔ | ✔ | |
| Mofaprüfschein/ Führerschein wird benötigt | ✔ (Klasse AM) | ✔ (Mofa- Bescheinigung) | ✔ (Mofa- Bescheinigung) |
|
| zusätzliche Versicherung wird benötigt | ✔ | ✔ | ✔ | |
| Helmpflicht | ✔ | ✔ | ||
| Radwegpflicht | ✔ | |||
| Anhänger kann verwendet werden | ✔ |
Hier finden Sie die Tabelle nochmals als Grafik dargestellt:

E-Bike ohne Führerschein fahren: Welche Strafe droht?

Fahren Sie ohne Führerschein ein E-Bike, dessen Nutzung eine Fahrerlaubnis vorschreibt, machen Sie sich strafbar.
Es droht also tatsächlich eine Strafe und keine Bußgeld. Denn dies wird als Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG gewertet.
Sie müssen dann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Fahren Sie aus Fahrlässigkeit ohne eine notwendige Fahrerlaubnis, ist eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten möglich.
Neben den strafrechtlichen Folgen kommen dann auch verkehrsrechtliche Konsequenzen hinzu. Zu diesen zählen Folgende:
- drei Punkte in Flensburg
- in Probezeit: Verlängerung um zwei Jahre, Aufbauseminar
Des Weiteren erlischt der Versicherungsschutz, wenn Sie ohne Führerschein ein E-Bike fahren bei dem ein solcher notwendig ist.


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