Führerschein für ein E-Bike: Ab wann ist er Pflicht?

Von Dr. Philipp Hammerich

Letzte Aktualisierung am: 24. August 2026

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

FAQ: Führerschein für ein E-Bike

Wann ist ein E-Bike nicht führerscheinpflichtig?

Für herkömmliche Pedelecs mit einer Motorunterstützung bis zu 25 km/h beim Treten ist kein Führerschein erforderlich, da sie rechtlich als Fahrrad gelten. Auch Anfahrhilfen ohne Treten bis 6 km/h dürfen Sie führerscheinfrei nutzen. Eine Übersicht finden Sie hier.

Welchen Führerschein braucht man für ein 45 km/h E-Bike?

Für E-Bike-Modelle mit Motorunterstützung bis 45 km/h benötigen Sie mindestens die Führerscheinklasse AM, sofern Sie nach April 1965 geboren wurden. Mit dem Pkw-Führerschein der Klasse B ist diese Berechtigung bereits abgedeckt.

Welche Folgen hat das E-Bike-Fahren ohne den erforderlichen Führerschein?

Das Fahren ohne die erforderliche Fahrerlaubnis stellt eine Straftat dar und kann mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Zudem drohen drei Punkte in Flensburg, Probezeitmaßnahmen sowie das Erlöschen des Versicherungsschutzes.

Darf ich ohne Führerschein E-Bike fahren?

Für bestimmten Arten vom E-Bike kann eine Führerscheinpflicht bestehen.
Für bestimmten Arten vom E-Bike kann eine Führerscheinpflicht bestehen.

Ob bei einem E-Bike ein Führerschein in Deutschland notwendig ist, hängt tatsächlich davon ab, um was für ein E-Bike es sich handelt. Der Begriff E-Bike wird umgangssprachlich für alle Arten von Fahrrädern mit Elektromotor verwendet. Um zu klären, ob Sie einen Führerschein für Ihr E-Bike benötigen, ist die Unterscheidung der Arten allerdings wichtig.

Eine der gängigsten Arten vom E-Bike ist das Pedelec. Die Abkürzung kommt von der offiziellen Bezeichnung „Pedal Electric Cycle“ und bedeutet, dass der Fahrer nur durch den Elektromotor unterstützt wird. Das geht bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h, wenn die Pedalen getreten werden.

Rein gesetzlich gesehen handelt es sich bei dieser Art des E-Bikes um ein Fahrrad. Das bedeutet, dass Sie dieses E-Bike ohne Führerschein fahren dürfen. Gleiches gilt für E-Bikes, die beim Anfahren ohne Treten eine Motorunterstützung haben. Das allerdings nur bis zum Erreichen einer Geschwindigkeit von 6 km/h. Ist diese erreicht, muss eine Pedalnutzung erfolgen.

In beiden Fällen können Sie also Ihr E-Bike fahren ohne einen Führerschein bzw. eine Fahrerlaubnis zu besitzen. 

Wann besteht beim E-Bike eine Führerscheinpflicht?

Wann braucht man für ein E-Bike einen Führerschein? Das hängt auch von der möglichen Geschwindigkeit ab.
Wann braucht man für ein E-Bike einen Führerschein? Das hängt auch von der möglichen Geschwindigkeit ab.

Die Frage ist dann, ob dann ein Führerschein für ein E-Bike Pflicht ist, wenn das Modell andere Eigenschaften hat. Denn es gibt E-Bikes, die schneller als 25 km/h sind und Modelle, bei denen der Motor mehr als nur eine Unterstützung beim Treten darstellt. 

Bei letzterem kann es sich unter anderem um E-Mofas handeln, die unter die allgemeine Kategorie der E-Bikes fallen. Hier wird der Motor in der Regel per Knopf oder Hebel eingeschaltet. Für diese E-Bikes ist kein Führerschein notwendig, aber eine Mofa-Bescheinigung.

E-Bikes, bei denen der Motor erst ab einer Geschwindigkeit von 45 km/h die Unterstützung einstellt, werden als schnelle Pedelecs (Speed- oder S-Pedelecs) bezeichnet.

Gemäß § 1 Straßenverkehrsgesetz (StVG) gilt Folgendes:

„Keine Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes sind Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und

1. beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher,

2. wenn der Fahrer im Treten einhält,

unterbrochen wird.“

Dieser Definition nach sind S-Pedelecs keine Fahrräder mehr. Für ein solches E-Bike bis 45 km/h ist ein Führerschein dann vorgeschrieben. Gleiches gilt natürlich auch für Fahrzeuge wie E-Mofas, die schneller als 45 km/h sein können und bei denen Treten für die Fortbewegung nicht notwendig ist.

Und welcher Führerschein ist für ein E-Bike bis 45 km/h dann notwendig?

Bei einem E-Bike über 25 km/h sind ein AM-Führerschein bzw. eine Mofabescheinigung  Pflicht.
Bei einem E-Bike über 25 km/h sind ein AM-Führerschein bzw. eine Mofabescheinigung Pflicht.

Ein Führerschein für ein E-Bike bis 45 km/h muss dann vorliegen, wenn Fahrer nach April 1965 geboren wurden. Es ist mindestens die Führerscheinklasse AM notwendig. Gleiches gilt natürlich auch, wenn die Fahrzeuge schneller fahren können. 

Besitzen Fahrer einen Führerschein der Klasse B, sind E-Bikes  und S-Pedelecs in die Fahrerlaubnis eingeschlossen. Mehr zu den Voraussetzungen zum Fahren sowie zu den geltenden Verkehrsregeln finden Sie in unserem Ratgeber zu Pedelecs

Darüber hinaus sind eine für schnelle E-Bikes sowie für S-Pedelecs Versicherung sowie ein Helm Pflicht. Eine Betriebserlaubnis durch das KBA ist ebenfalls vorgeschrieben. 

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie einen Überblick zu den verschiedenen Arten von E-Bikes und den notwendigen Bescheinigungen oder Führerscheinen:

Pe­de­lecS-Pe­de­lecE-Bike
bis 20 km/ h
E-Bike
bis 25 km/ h bzw.
E-Bike
bis 45 km/ h
Art der Zu­schal­tungper Pe­dal­be­we­gungper Pe­dal­be­we­gungper He­bel
oder Knopf
am Len­ker
per He­bel
oder Knopf
am Len­ker
gilt recht­lich als Fahr­rad
gilt recht­lich als Klein­kraft­rad oder Mo­fa
Mo­faprüf­schein/ Füh­rer­schein wird be­nö­tigt
(Klasse AM)

(Mofa-
Beschei­nigung)

(Mofa-
Beschei­nigung)
zu­sätz­lich­e Ver­sich­er­ung wird be­nö­tigt
Helm­pflicht
Rad­weg­pflicht
An­häng­er kann ver­wen­det wer­den

Hier finden Sie die Tabelle nochmals als Grafik dargestellt:

E-Bike ohne Führerschein fahren: Welche Strafe droht?

E-Bike mit 45 km/h: Fahren ohne Führerschein hat eine Strafe zur Folge.
E-Bike mit 45 km/h: Fahren ohne Führerschein hat eine Strafe zur Folge.

Fahren Sie ohne Führerschein ein E-Bike, dessen Nutzung eine Fahrerlaubnis vorschreibt, machen Sie sich strafbar.

Es droht also tatsächlich eine Strafe und keine Bußgeld. Denn dies wird als Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG gewertet.

Sie müssen dann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Fahren Sie aus Fahrlässigkeit ohne eine notwendige Fahrerlaubnis, ist eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten möglich.

Neben den strafrechtlichen Folgen kommen dann auch verkehrsrechtliche Konsequenzen hinzu. Zu diesen zählen Folgende:

  • drei Punkte in Flensburg
  • in Probezeit: Verlängerung um zwei Jahre, Aufbauseminar

Des Weiteren erlischt der Versicherungsschutz, wenn Sie ohne Führerschein ein E-Bike fahren bei dem ein solcher notwendig ist.

Über den Autor

Dr. Philipp Hammerich (Rechtsanwalt)
Dr. Philipp Hammerich

Dr. Philipp Hammerich bekam seine Zulassung als Rechtsanwalt in Deutschland 2007. Er studierte zuvor an der Universität Hamburg und promovierte beim damaligen Richter am BVerfG, Prof. Dr. Hoffmann-Riem. Für bussgeldkatalog.org beantwortet er verschiedene Verbraucherfragen rund um das Verkehrsrecht.

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