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Restwert vom Auto bestimmt die Entschädigungsleistung nach einem Unfall

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 20. Juni 2022

Restwert nach einem Verkehrsunfall: Wie viel ist das Auto noch wert?

Der Restwert nach einem Unfall spielt eine maßgebliche Rolle, wenn das Auto einen Totalschaden erlitten und es der Geschädigte deshalb nicht mehr reparieren lassen, sondern verkaufen möchte.

FAQ: Restwert vom Auto

Was bedeutet “Restwert”?

Der Restwert ist der Wert eines Autos, den der Besitzer nach einem Unfall bei einem Verkauf noch bekommen kann.

Wie wird er berechnet?

Der Restwert wird in aller Regel von einem Sachverständigen ermittelt und in einem Kfz-Gutachten festgehalten.

Wer muss sich um einen Käufer kümmern?

Findet der Geschädigte keinen Käufer, muss sich die Versicherung des Unfallgegners um einen kümmern.

So ist bei einem Totalschaden der Restwert des Autos zu ermitteln

Wie berechnet sich der Restwert bei einem Auto?
Wie berechnet sich der Restwert bei einem Auto?

Die Reparaturunwürdigkeit und damit ein Totalschaden bei einem Auto ist anzunehmen, wenn die Reparatur aufgrund des Vergleichs zwischen dem Wiederbeschaffungswert (z.B. 5.000 €) und den notwendigen Reparaturkosten (6.000 €) als wirtschaftlich sinnlos anzusehen ist. Der Wiederbeschaffungswert ist der Betrag an Geld, den der Geschädigte aufwenden muss, um sich ein gleichwertiges Auto zu beschaffen. Der PKW-Restwert ist der Betrag, den der Geschädigte für sein Unfallfahrzeug beim Verkauf erzielen kann.

Die Entschädigungsleistung ergibt sich aus der Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert des beschädigten Fahrzeugs. Damit wird der Betrag erstattet, den das Altfahrzeug hatte und den der Geschädigte benötigt, um sich ein gleichwertiges Fahrzeug zu beschaffen. Ein neuwertiges Auto zählt nicht als Maßstab, da der Wertverlust des Gebrauchtwagen einzubeziehen ist.

Beispiel:
  • Wiederbeschaffungswert des Autos: 5.000 €
  • Restwert des Autos: 1.000 €
  • Entschädigungsleistung: 4.000 €

Ein Sachverständiger muss für das Auto den Restwert ermitteln

Um Wiederbeschaffungswert und Restwert festzustellen, genügt der Blick in die „Schwacke-Liste“ nicht. Die Liste berücksichtigt keine örtlichen Besonderheiten und bietet allenfalls Anhaltspunkte. Keine Versicherung wird sich auf allgemeine Feststellungen dieser Art einlassen. Die Restwertermittlung ist Aufgabe eines KFZ-Sachverständigen. Im Haftpflichtschadensfall kann ihn der Geschädigte selbst beauftragen. Er hat für das Auto den Restwert zu berechnen. Steht der KFZ-Restwert fest, muss der Geschädigte das Auto zum Restwert unverzüglich verkaufen, um Standkosten zu vermeiden.

Der Übererlös ist auf den Restwert nach einem Unfall anzurechnen

Bei der Schadensberechnung ist der Betrag maßgebend, den der Geschädigte bei der bestmöglichen Verwertung des PKW tatsächlich erzielt (BGH DAR 1992, 172). Der Geschädigte muss sich einen Übererlös anrechnen lassen, da er am Schadenfall nichts verdienen soll. Auf Verlangen der Versicherung muss er den tatsächlich erzielten Restwert nachweisen.

Geschädigter braucht keine Marktforschung zu betreiben

Der Geschädigte darf nach einem Unfall seinen PKW gemäß ermitteltem Restwert verkaufen
Der Geschädigte darf nach einem Unfall seinen PKW gemäß ermitteltem Restwert verkaufen

Allerdings ist der Geschädigte nicht verpflichtet, eigene Ermittlungen anzustellen, um für sein Fahrzeug einen möglichst höheren Preis als den im Gutachten festgestellten KFZ-Restwert zu erzielen (BGH DAR 1985, 218). Es genügt, wenn er sein Auto einem seriösen Gebrauchtwagenhändler zu dem vom Sachverständigen kalkulierten Preis bzw. Restwert des PKW anbietet und veräußert. Die Bewertung des Gutachters ist maßgebend. Der Geschädigte ist auch nicht verpflichtet, die Versicherung des Unfallgegners vor dem Verkauf zu informieren, um ihr die Möglichkeit zu geben, ein eventuell besseres Angebot zu machen (BGH DAR 1993, 251).

Der Haftpflichtversicherer darf den Geschädigten nicht auf die Möglichkeit eines eventuell höheren Restwertes verweisen, der bei einem Totalschaden als Restwert nur auf einem Sondermarkt oder durch die Einbeziehung spezialisierter Restwerteaufkäufer zu erzielen wäre. Er braucht sich nicht auf „Mondpreisangebote“ verweisen zu lassen (BGH DAR 1993, 251).

Findet der Geschädigte keinen Kaufinteressenten, kann er den Haftpflichtversicherer des Unfallgegners auffordern, einen Interessenten zu benennen, der bereit ist, das Fahrzeug zu dem Restwert des Autos nach dem Unfall zu kaufen.

Grundsätze im Überblick

  • Der Geschädigte darf sein Fahrzeug nach einem Unfall zu dem Restwert veräußern, den der Sachverständige beim Totalschaden als Restwert ermittelt hat.
  • Sofern der Haftpflichtversicherer ein höheres Restwertangebot unterbreitet, muss der Geschädigte dieses Angebot annehmen und darf das Fahrzeug nicht mehr zu dem im Sachverständigengutachten benannten Restwert verkaufen.
  • Der Haftpflichtversicherer darf den Geschädigten nicht auf einen höheren Restwerterlös verweisen, der nur auf einem Sondermarkt zu erzielen gewesen wäre.
  • Der Geschädigte muss sich einen Übererlös anrechnen lassen, wenn er diesen mühelos ohne „überobligatorische Anstrengungen“ erzielen konnte. Sofern er sein Altfahrzeug beim Kauf eines neuen PKW in Zahlung gegeben hat, braucht er sich einen vom Händler eingeräumten Rabatt nicht als Übererlös anrechnen zu lassen (OLG KölnVersR 1994, 1290).
  • Bei einem Neufahrzeug (Laufleistung bis 1000 Kilometer, einen Monat seit Zulassung), das in seiner Substanz erheblich beschädigt wurde, liegt ein unechter Totalschaden vor, der den Geschädigten zur Abrechnung auf Totalschadenbasis berechtigt.
  • Wird das beschädigte Fahrzeug unrepariert veräußert, kann der Geschädigte nicht mehr die fiktiven Reparaturkosten verlangen, die er verlangen könnte, wenn er das Fahrzeug unrepariert weiter benutzen würde. In diesem Fall steht ihm nur die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert zu.
  • Der Geschädigte brauch sich nur auf eine Abrechnung auf Totalschadenbasis verweisen zu lassen, wenn der Restwert des Fahrzeuges den Schrottwert erreicht (BGH NJW 1985, 2469).

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108 Kommentare

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  1. Doris K. sagt:

    nach einem unverschuldeten Unfall ( mein parkendes Auto wurde angefahren) wurde ein Gutachten erstellt.
    Reparaturkosten 4650,00 Brutto
    Wiederbeschaffungswert 4200,00
    Es wurde ein Aufkäufer vom Gutachter ermittelt Preis: 2000,00 Euro.
    Meine Frage: Wenn ich das Auto nicht reparieren lassen will, muss ich es an den Aufkäufer verkaufen um die Reparaturkosten abzüglich Mwst. zu bekommen? Das Fahrzeug ist fahrbereit.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Doris,

      wenn Sie das Auto nicht reparieren lassen, bekommen Sie in der Regel auch keine Reparaturkosten ersetzt. Im Falle eines Verkaufs bekämen Sie den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Kaufpreises, also 2200 Euro.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Peter sagt:

    Wie weit entfernt vom Wohnort darf der vom KFZ-Gutachter ermittelte Aufkäufer sein?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Peter,

      grundsätzlich gibt es dabei keine Begrenzung. Der ermittelte Autokäufer wird nach dem Gebot entschieden und holt in vielen Fällen das Fahrzeug auch selbst ab.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Thomas W. sagt:

    Hallo,

    ich hatte einen Unfall auf der Autobahn (mir fuhr ein Pkw auf). Mein Pkw hat einen wirtschaftlichen Totalschaden. Der Gutachter hat den Restwert auf 1.200€ angesetzt. Wenige Tage nach Erhalt des Gutachtes habe ich den Pkw verkauft um die Standgebühr zu minimieren (das Ganze läuft zudem über den Anwalt).

    Nun hat mir meine Versicherung einen Breif geschrieben dass sie einen Aufkäufer gefunden hätte der 2.280€ bezahlen will. Der Pkw ist aber längst verkauft. Den Brief habe ich heute erst erhalten.

    Habe ich einen Fehler gemacht? Hätte ich warten müssen? Oder ist die Versicherung mit dem höheren Angebot einfach zu spät dran?

    Grüß
    Thomas

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Thomas,

      der Verkauf eines Pkws liegt im Ermessen des Besitzers. Ob Ihr Verhalten ein Fehler gewesen ist, können wir daher nicht beurteilen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Doris sagt:

    Nach einem unverschuldeten Unfall, hat die gegnerische Versicherung mir den Differenzbetrag zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert beglichen und darüber hinaus mir einen Aufkäufer genannt, der das Auto abholt und den Restwert bezahlt. Ich habe nun (nach langem Suchen) einen anderen Ankäufer gefunden der mir knapp 10% mehr bezahlt. Bin ich verpflichtet der gegnerischen Versicherung die Differenz zum höher erzielten Preis zurückzuzahlen? Wenn ja, muss ich aktiv werden? Oder kann ich abwarten ob die Versicherung sich bei mir meldet?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Doris,

      diesbezüglich können Sie sich genauer bei Ihrer Versicherung erkundigen, welches Vorgehen sich am besten anbietet und was diese empfiehlt. Da Versicherungen sich in diesen Bereich sehr gut auskennen, sollte Ihre eigene die richtigen Empfehlungen geben.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Christoph sagt:

    Hallo,

    habe einen Problem!
    durch den Totalschaden meines PKW nach einem Verkehrsunfall,will das gegnerische Versicherung die Notreparatur(incl. Beihilfe zur Erstellung eines Gutachtens) die der Werkstatt in Rechnung gestellt hat nicht bezahlen!der Werkstatt fordert mich
    die Rechnung zu bezahlen!obwohl ich der Geschädigter in den Fall bin.Was soll ich machen?
    MfG
    Christoph

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Christoph,

      sollte es Probleme mit der Schadensregulierung geben, können Sie sich unter Umständen an den Verein Verkehrsopferhilfe e.V. wenden.

      Da wir auch keine Rechtsberatung leisten dürfen, möchten wir Sie bitten sich in diesem Fall an einen Anwalt zu wenden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. rafael sagt:

    hallo!
    Ich abe eine verkehrsunfal, die Versicherung Gutachten gab das Auto als totalschaden.
    Das Auto wird von der Bank finanziert,und Versicherung zusammen mit der Bank erzielte folgendes Abkommen.
    Gutachten weist den Wert von- 13.000,00
    Autorestwert: -4.800,00
    total Betrag: 8.200,00

    Meine Frage ist, kann die Versicherung mit der Bank, ohne dass ich alle diese Entscheidungen zu treffen Beratung?
    Bank schickte eine neue Zahlungsform,vo war 8200,00 abgezogen.
    Warum reduziert sie 8.200,00 an Stelle von 13.000,00?
    Wenn die Bank nahm das Auto, weil ich dafür bezahlen?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Rafael,

      13.000 Euro ist der Betrag, den Sie bezahlen müssten für ein ähnliches Fahrzeug. Das kaputte Fahrzeug ist laut Gutachten noch 4.800 Euro wert. Der Schaden beträgt also 8.200 Euro. Diese wurden vermutlich von der Versicherung an die Bank gezahlt. Der Betrag wurde also getilgt. Das kaputte Auto mit dem Wert von 4.800 Euro ist offenbar noch in Ihrem Besitz und noch nicht verkauft.
      Es ist möglich, dass die Versicherung mit der Bank berät, wenn der eigentliche Eigentümer die Bank ist.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  7. Geschädigter Bmw sagt:

    Hallo.ich habe folgendes Problem. Mein Bmw e46 stand in meinem Caport und die Vermieter haben die Mauer Fahrersitz und die Treppe daneben mit dem Hochdruckreiniger gesäubert.dabei War mein Auto danach mit Dreck und Steinchen übersät. Nachdem ich in der Waschstrasse war vielen viele Kratzer/Steinschlag am Auto Fahrerseits auf.betroffen waren Kotflügel vorne und hinten,Fahrertür,Tür hinten,Dach,Seitenscheibe ,Heckscheibe und Rahmen.Da es kein Neuwahlen mehr ist und dieser schon einige km und kleinere Lackschädenauf der Motorhaube aufweist bin ich zu einem Fahrzeug lackierer der den wagen auf einen wirtschaftlichen totalschaden begutachtet hat.ich sollte laut Vermieter ein Gutachten machen lassen was deren Versicherung dann zukommt.in den Wagen sind ansonsten die letzten jahre knapp 11000 Euro rein geflossen,alles noch nachweisbar. Wird dies berücksichtigt? Womit kann ich bei einem bmw e46 baujahr 98 bei der Versicherung rechnen?möchte den Wagen noch länger weiter fahren.Was wird mir bei wirtschaftlichen Totalschaden bezahlt?Gruß und danke im vorraus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Bmw,

      eine genaue Aussage zur Restverwertung und zur spezifischen Geldsumme können wir nicht machen. Um die Angelegenheit im Detail abzuklären, wenn Sie sich an Ihren Versicherer.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. Peter sagt:

    Hallo,
    Ich hab da mal eine frage, ich hab nen Unfallschaden. Laut Gutachter wiederbeschaffubgswert 8500
    Reparaturkosten incl MwSt 6652,49
    Restwert 2060
    Wie wird dieser Schaden abgerechnet?

    Gruß Peter

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Peter,

      das richtet sich danach, ob eine konkrete oder fiktive Schadensabrechnung vorgenommen wird. In der Regel haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz in der Höhe der Reparaturkosten. Bei der fiktiven Schadensabrechnung errechnet sich der Schaden daraus, dass vom Wiederbeschaffungswert des Autos der Restwert abgezogen wird.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  9. aylin sagt:

    Hallo ,
    Mein Auto hat laut Dekra Wiederbeschaffungswert 4.400 €
    Restwert 1450 €
    Wiederbeschaffungsaufwand 2975 €

    kann ich den Wiederbeschaffungsumme erhalten oder Erstattung von Netto Reparaturkosten ?
    Gegnerische Versicherung hat
    Käufer gefunden für 2270 € .
    möchte mein Auto behalten und nicht reparieren welche Restwert ist in so einem Fall gültig die von Dekra regional oder der von der höchstgebot von der Versicherung (onlinebörse autoonline ) ??? welche summe wird angerechnet

    gruss Aylin

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo aylin,

      diesbezüglich müssten Sie sich mit der gegnerischen Versicherung und Ihrer Versicherung einigen und kommunizieren. Wenn Sie Ihr Auto behalten wollen, kann eine Reparaturkostenübernahme erfolgen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  10. Ottilie sagt:

    Bei einer – von mir unverschuldeten – Beschädigung meines Autos durch Dritte wurde vom Gutachter wirtschaftlicher Totalschaden festgestellt und auch so – azgl. € 300 Schrottwert – abgerechnet. Eine Reparatur habe ich nicht durchführen lassen, weil die Schäden optisch nicht ins Auge fielen.
    Ich will das Auto nun für € 1.000 verkaufen. Hat es denn überhaupt noch einen “Versicherungswert”, wenn künftig der Erwerber seinerseits einen Unfallschaden geltend machen will?
    Danke im voraus für Ihre Antwort !

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Ottilie,

      es ist in der Regel kein Problem, ein Unfallauto zu verkaufen. In den Papieren und Verkaufsunterlagen muss das Fahrzeug nur eindeutig als Unfallwagen deklariert und der Käufer wahrheitsgemäß über alle Schäden in Kenntnis gesetzt werden. Sind alle Unfallschäden Inhalt des Vertrages, kann der Käufer auch keine Gewährleistungsansprüche geltend machen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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