Nackenschmerzen nach einem Unfall – Entschädigung für Genickstarre

Schmerzender Nacken als Unfallfolge

Mittels Arztgutachten lassen sich Nackenschmerzen nach einem Unfall nachweisen.

Mittels Arztgutachten lassen sich Nackenschmerzen nach einem Unfall nachweisen.

Bewegungsarme Bürojobs, ein Platz inmitten von Zugluft oder auch einfach nur eine unbequeme Nacht – es gibt diverse Gründe für Nackenschmerzen. Neben dem temporären unangenehmen Ziehen im hinteren Halsbereich, sind die Beschwerden besonders belastend, wenn sie chronische Ausmaße annehmen und so eine Behandlung von Kopf, Halswirbelsäule und betroffener Muskeln in einer Therapie über einige Wochen unabdingbar machen.

Neben alltäglichen Situationen, die derartige Symptome auslösen, geht insbesondere ein Autounfall oft mit Nackenschmerzen und ähnlichen Beschwerden einher, denn sie sind ein typisches Symptom vom Schleudertrauma, also einer Verletzung der Halswirbelsäule (HWS). Erleidet eine Person nach einem Autounfall Nackenschmerzen kann Sie Schmerzensgeld dafür geltend machen – unter Umständen in Zusammenhang mit einem Schleudertrauma. Auf welcher gesetzlichen Grundlage dieser Anspruch fußt und wie hoch bei Nackenschmerzen nach einem Unfall das Schmerzensgeld ausfällt, erfahren Sie hier.

Entschädigung für Schmerzen – Ein Blick ins Gesetz

Die Wahrung der körperlichen Unversehrtheit ist eines der Hauptprinzipien des deutschen Rechtsstaats. Wird diese Maxime durch Fremdverschulden verletzt, indem einem anderen Schmerzen zugefügt werden, greift nicht nur das Straf-, sondern auch das Zivilrecht. Während ersteres auf Grundlage des Strafgesetzbuches (StGB) Delinquenten einer Strafe zuführt, beispielsweise wegen begangener Körperverletzung, enthält das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) Vorschriften, die das Opfer für die erlittene Beeinträchtigung und die teilweise schmerzhafte Behandlung entschädigen.

Konkret ist dies in § 253 BGB geregelt. Dieser Paragraph sieht einen immateriell begründeten Schadensersatz für die Fälle vor, dass eine Person durch einen anderen in ihrer körperlichen, gesundheitlichen, freiheitlichen oder sexuellen Integrität verletzt wird.

Vorgesehen ist eine billige Entschädigung in Geld, die dem Opfer als Ausgleich und Genugtuung dienen soll, sodass die Einbußen an Lebensqualität dadurch beglichen werden.

Die konkrete Summe bemisst sich dabei am Einzelfall, das heißt, es gibt keine feste Höhe vom Schmerzensgeld. Die konkreten Verletzungen, beispielsweise ein Schleudertrauma oder ein Knochenbruch, sowie die Zeit, die sie andauern, sind ebenso Grundlage der Bemessung wie die individuellen Umstände und Ursachen des Schadensereignisses, welches die Schmerzen ausgelöst hat.

Ziehen Nackenschmerzen nach einem Unfall immateriell begründeten Schadensersatz nach sich?

Neben Knochenbrüchen oder Wunden können auch Nackenschmerzen nach einem Unfall anspruchsbegründend sein. Derartige Beeinträchtigungen sind häufig eines der Symptome verschiedener Schadensereignisse und können insbesondere ein Hinweis auf ein Schleudertrauma sein.

Bei einem Schleudertrauma (auch Distorsion der Halswirbelsäule/HWS genannt) handelt es sich um eine Überdehnung der Weichteilstrukturen, also der Bänder und Sehnen im Nacken. Dies geschieht durch eine ruckartige Schleuderbewegung des Kopfes, welche häufig durch Auffahrunfälle ausgelöst wird. Schwellungen, Nackensteifheit, Kopfschmerzen und Schwindel sind ebenso typische Symptome nach einem Unfall wie Nackenschmerzen. Wichtig ist hier, eine rechtzeitige Behandlung und Therapie, um eine Verstärkung der Beschwerden zu vermeiden.

Kollisionen zweier Fahrzeuge sind eine typische Ursache für Nackenschmerzen nach einem Unfall.

Kollisionen zweier Fahrzeuge sind eine typische Ursache für Nackenschmerzen nach einem Unfall.

In jedem Fall ist es dringend zu empfehlen, sofort nach dem Unfallgeschehen einen Arzt aufzusuchen und sich gründlich untersuchen zu lassen, um eine Behandlung für die Schmerzen bzw. das Schleudertrauma zu erhalten.

Mittels eines Attests vom Arzt lässt sich so später beim Unfallverursacher für die Nackenschmerzen infolge vom Unfall eine Entschädigung beantragen. Ohne ein fachmännisches Gutachten wird es jedoch schwierig sein, solche vergleichsweise geringen Unfallfolgen in Form von Schmerzensgeld geltend zu machen.

Erzielen Sie außergerichtlich keine Einigung mit der gegnerischen Versicherung, ist die Hinzuziehung von einem Anwalt ratsam. Gemeinsam mit einem versierten Rechtsanwalt kann der unter Nackenschmerzen nach dem Unfall Leidende seinen Anspruch unter Umständen erfolgreicher durchsetzen und im Ernstfall auch vor Gericht Schmerzensgeld einklagen.

Es ist durchaus lohnenswert, auf seinem Recht zu beharren. So erhielt ein Geschädigter 1991 vom Amtsgericht Osnabrück rund 770 Euro für die erlittenen Schmerzen einer Nackenmuskelverletzung (Az. 6 С396/91).

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