Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall: Entschädigung für Radler

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Schmerzensgeldtabelle: Urteile nach einem Fahrradunfall

Schadens­ereignis / Ver­letzungBe­tragUr­teil / Jahr
Schädelhirn­trauma mit Dauer­schäden durch Zusam­menprall mit ange­leintem Hund 75.000 €OLG Hamm / 2001
(Az. 27 U 6/01)
Unfall mit offenen Unterschen­keltrümmerbruch und Daumen­fraktur infolge eines Pedal­bruchs (Hersteller­verschulden)7.500 €OLG Oldenburg / 2005
(Az. 8 U 301/04)
Unfall durch unange­kündigtes enges Überholen durch einen anderen Rad­fahrer mit der Folge mehrerer Knochen­brüche des Über­holten5.000 €OLG Hamm / 2003
(Az. 6 U 105/03)
durch grund­loses Hupen verur­sachter Sturz eines Rad­fahrers, welcher Schulter­verletzungen erlitt200 €AG Frankfurt / 2007
(Az. 32 C 3625/06-48)
Unfall zwischen Rad­fahrer und Fußgänger auf kombi­niertem Rad- und Fußweg0 €OLG Oldenburg / 2004
(Az. 8 U 19/04)
Radrennfahrer ver­klagte Stadt Köln wegen Un­fall durch Schlag­loch auf der Fahrbahn0 €LG Köln / 1999
(Az. 5 O 310/98)

Unfallgefahr auf zwei Rädern

Schmerzensgeld nach einem Fahrradunfall ist aufgrund der häufigen Personenschäden keine Seltenheit.

Schmerzensgeld nach einem Fahrradunfall ist aufgrund der häufigen Personenschäden keine Seltenheit.

50 Millionen Radler bevölkern laut ADFC regelmäßig die Straßen, Rad- und Gehwege Deutschlands. Mit ein paar Tritten schnell von A nach B zu gelangen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und dabei auch noch sportlich unterwegs zu sein, macht für viele den Reiz dieses Fortbewegungsmittels aus.

Doch nicht immer ist eine Radfahrt das pure Fahrvergnügen, insbesondere dann nicht, wenn es zu einem Unfall kommt – davon gab es im Jahr 2014 knapp 78.700. In 80 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um Kollisionen zwischen Zweirad und Auto, wobei etwas mehr als jeder zweite Radler (65 Prozent) Verletzungen erleidet.

Da der körperliche Schaden eines derartigen Zusammenpralls von vierrädriger Blechmaschine und zweirädrigem Drahtesel zumeist schwerwiegend ist, kommt bei einem Fahrradunfall häufig Schmerzensgeld in Frage, welches von der gegnerischen Versicherung eingefordert werden kann.

Aber wie sieht es eigentlich mit dem Schmerzensgeld nach einem Fahrradunfall mit einem Pkw oder anderen Verkehrsteilnehmern aus, wenn der Verunfallte keinen Helm trug? Mindert das die Entschädigungssumme? Über dies und mehr gibt der folgende Ratgeber Aufschluss.

Schadensersatz für verunglückte Radler

Unverschuldete Verkehrsunfälle sind stets ein Ärgernis, aber sie gehören zu den typischen Gefahren des Straßenverkehrs und dem Alltag von Rechtsanwalt und Polizei. Ob im Auto, auf dem Motorrad oder als Fußgänger – so manch einer zieht sich auf einer Spritztour oder bei einem Einkaufsbummel kleinere oder größere Blessuren zu.

Auch Radfahrer verunfallen schnell, wenn sie durch eine unebene Fahrbahn oder unachtsame Passanten ins Schlingern geraten und stürzen. Außerdem fallen Radler nicht selten dem toten Winkel von Autofahrern zum Opfer und machen dadurch unfreiwillig mit Motorhaube oder Asphalt Bekanntschaft.
Doch nicht selten verursachen sie selbst durch eine riskante Fahrweise Unfälle, indem sie in Pkw hineinrasseln oder Fußgänger touchieren.

Da derartige Geschehnisse häufig mit Verletzungen einhergehen, spielt das Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall eine nicht unerhebliche Rolle, welches eine Ergänzung zum materiellen Schadensersatz darstellt.

Geregelt ist das Schmerzensgeld in § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Hier ist eine billige Entschädigung für Beeinträchtigungen von Körper, Gesundheit, Freiheit oder sexueller Selbstbestimmung vorgesehen.

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Die Höhe vom Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall bemisst sich individuell.

Die Höhe vom Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall bemisst sich individuell.

Neben rein physischen Beeinträchtigungen, wie Knochenbrüchen oder Organschäden, stellen auch psychische Schädigungen eine Anspruchsgrundlage zur Geltendmachung dieser Schadensersatzform dar.

So können posttraumatische Störungen, Depressionen, Ängste und Phobien, die durch ein fremdverschuldetes Schadensereignis ausgelöst wurden, eine Entschädigung nach sich ziehen.

Bei einem Unfall mit dem Fahrrad begründen in der Regel körperliche und gesundheitliche Schäden einen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Die Höhe der Summe bemisst anhand der individuellen Geschehnisse und Umstände des Einzelfalls, beispielsweise an den konkreten Verletzungen, Dauer und Verlauf der Heilung, etwaigen Folgeschäden etc., und liegt im richterlichen Ermessen.

Die Summen variieren somit von Fall zu Fall, weshalb sich pauschale Beträge nicht nennen lassen. So kann sich eine unter Umständen vorliegende Mitschuld des Radlers auch schmerzensgeldmindernd auswirken. Um Haftungsfragen von vornherein eindeutig zu klären, empfiehlt sich die Hinzuziehung der Polizei. So können Probleme mit der gegnerischen Versicherung vermieden werden.

Versicherungen neigen dazu, das Nichttragen eines Helmes als Argument anzuführen, um so ihrer Zahlungspflicht nicht oder nur eingeschränkt nachkommen zu müssen. Doch kann ein fehlender Helm die Entschädigungssumme wirklich nach unten schrauben?

Mindert ein fehlender Helm das Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall?

Immer wieder beharren Unfallverursacher im Rahmen der Schadensregulierung darauf, dass der Radfahrer keinen Helm trug und daher zumindest eine Mitschuld an dem Schadensereignis trägt.

In dieser Frage entschied unter anderem das Oberlandesgericht (OLG) Celle im Jahr 2014 (AZ. 14 U 113/13) zugunsten helmloser Verunfallter. Demnach sei die generelle Schutzfunktion eines Helmes nicht gleichzusetzen mit einer faktisch nicht existieren Helmpflicht.

Da in Deutschland keine Helmpflicht für Radfahrer besteht, kann ein Schaden an unbehelmten Köpfen keine Auswirkungen auf das Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall haben. Die gegnerische Versicherung kann also die Ansprüche nicht mindern, weil kein Helm getragen wurde.

Ein fehlender Helm wirkt sich in der Regel nicht auf das Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall aus.

Ein fehlender Helm wirkt sich in der Regel nicht auf das Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall aus.

Eine Ausnahme gilt allenfalls bei Sportrennfahrern, wenn sie sich im Straßenverkehr durch eine riskante Fahrweise und eine deutlich erhöhte Geschwindigkeit bewusst einer Unfallgefahr aussetzen. Bei solchen Fallkonstellationen ist es ratsam, einen Rechtsanwalt zur Beratung hinzuziehen.

Kommt es in einem solchen Fall zu einem Schadensereignis, kann ein fehlender Helm die Entschädigungssumme mindern.

Bestätigt wurde das Urteil des OLG Celle zum Zusammenhang von Helm und Schmerzensgeld bei einem Fahrradunfall 2014 durch den Bundesgerichtshof, welcher ebenfalls keine Mithaftung des Radfahrers anerkannte (VI ZR 281/13).

Wie hoch fällt das Schmerzensgeld für Fahrradunfälle aus?

Trotz der individuellen Bemessung, die bei der Schmerzensgeldberechnung Anwendung findet, kann bei einem Fahrradunfall Schmerzensgeld anhand einer Tabelle abgeschätzt werden.

Sogenannte Schmerzensgeldtabellen listen vergangene Schmerzensgeldurteile auf und stellen somit unverbindliche Werte für verschiedenste Beeinträchtigungen zur Verfügung. Ganz oben im Text finden Sie eine solche Tabelle.

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4 Kommentare

  1. G. heinrich sagt:

    Ich fuhr mit meinem Fahrrad auf einen gekennzeichneten Fahrradweg. Der Unfallverursacher missachtete meine Vorfahrt.
    Ich konnte nicht mehr ausweichen,und schlug mit der rechten Seite auf die Motorhaube. Im Krankenhaus stellte der Arzt Prellungen im Lendenwirbelbereich, rechte Schulter-Armseite und linke Handverstauchung fest.Es ist mir seit drei Tagen wegen der Schmerzen im Lendenwirbelbereich nicht möglich längere Zeit zu stehen bez. zu laufen. Auserdem hatte ich 2.Tage aussergewöhnlich starke Kopfschmerzen.

  2. Lukas sagt:

    Ich hatte gestern einen unfall mit dem auto. habe beim abbiegen auf die landstraße einen radfahrer übersehen. trotz bremsung hab ich ihn am hinterrad erwischt. der radfahrer hat nur eine kleine schürfwunde am knie abbekommen. was ist da das schmerzensgeld?

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