Künstliche Baustellen zur Unfallprävention: Skurrile Idee zur Verkehrsregulierung

News vom 16.05.2017 um 14:59 Uhr

Künstliche Baustellen sollen paradoxerweise Unfälle verhindern.

Künstliche Baustellen sollen paradoxerweise Unfälle verhindern.

Kein Scherz: Um die Unfallrate zu senken, will die Bezirksregierung Köln Bauarbeiten vortäuschen. Durch die Errichtung von Fake-Baustellen soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit in bestimmten Bereichen der A1 gezielt auf 80 km/h gedrosselt werden.

Problemstrecke A1: So kam die Bezirksregierung zu dem Einfall

Die Bundesautobahn A1 ist für ihre Unfallträchtigkeit bekannt. Seitdem am Kreuz Leverkusen, Höhe Burscheid, eine Baustelle besteht, ging die Anzahl schwerer Unfälle laut Bezirksregierung in diesem Straßenabschnitt signifikant zurück. Aus dieser Beobachtung entstand die Idee, künstliche Baustellen zur Verkehrsregulierung zu nutzen.

Vorerst sind die Autobahnbaustellen der A1 noch sehr real und keine Attrappen. Doch auch nach Ende der Bauarbeiten sollen die Fahrbahnen an bestimmten Punkten eingeengt und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h herabgesetzt werden. Ob für Verstöße in diesen Abschnitten der Bußgeldkatalog für Baustellen gelten soll, ist ungeklärt.

Dieser bestimmt beispielsweise, dass Fahrer, die in einer Baustelle mit nicht angepasster Geschwindigkeit fahren, ein Bußgeld von 100 Euro und einen Punkt in Flensburg zu erwarten haben.

Dank Verkehrshindernis die Verkehrssicheit erhöhen?

Baustellen sind meist Garanten einer hohen Unfallquote. Bis zu sechs Mal häufiger soll es laut folgender Studie auf Straßenabschnitten mit Baustellen zum Zusammenstoß kommen:

Anders als eine einfache Drosselung der Höchstgeschwindigkeit, hält eine Baustelle nämlich einige Gefahren bereit:

Tragen künstliche Baustellen wirklich zur Sicherheit des Verkehrs bei?

Tragen künstliche Baustellen wirklich zur Sicherheit des Verkehrs bei?

  • Fahrvbahnverengung
  • Bewegliche Gegenstände am Fahrbahnrand

Werden Verhaltensregeln in Baustellen aufgeweicht?

Durch die Ankündigung, künstliche Baustellen errichten zu wollen, könnten Autofahrer sich dazu verführen lassen, die lebenswichtigen Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen in Baustellen nicht mehr einzuhalten – schließlich könnte es sich um eine Fake-Baustelle ohne Bauarbeiter handeln.

Die Signalfarben, welche in Baustellen genutzt werden, sollen Autofahrer zur erhöhten Konzentration auffordern – zu ihrer eigenen Sicherheit und um das Leben der Bauarbeiter zu schützen. Eine Überreizung von Warnsignalen führt aus psychologischer Sicht auf Dauer zu einer Abstumpfung.

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