Geisterfahrer-Unfall - Autounfall & Verkehrsrecht 2018

Geisterfahrer-Unfall: Kollisionsgefahr durch widerrechtlichen Gegenverkehr

Geisterfahrer-Unfall – Schreckensmoment auf der Autobahn

Die Autobahn ist häufig Schauplatz von einem Geisterfahrer-Unfall.

Die Autobahn ist häufig Schauplatz von einem Geisterfahrer-Unfall.

Es ist ein fremder Autobahnabschnitt und der Fahrer schon seit vielen Stunden mit stetig sinkender Konzentration unterwegs. An der Anschlussstelle plötzlich der Schreckensmoment: Bin ich noch auf der richtigen Fahrbahnseite? Dann erblickt er den beruhigenden Schimmer von den Bremslichtern der ihm vorausfahrenden Pkw. Glück gehabt.

Doch nicht immer gehen derartige Situationen so glimpflich aus. Jährlich finden knapp 1.900 Falschfahrten auf Autobahnen statt. Ein Geisterfahrer-Unfall ist statistisch gesehen mit um die 80 Fälle pro Jahr zwar relativ selten, aber dennoch sollten Verkehrsteilnehmer die Gefahren nicht unberücksichtigt lassen.

Der folgende Ratgeber setzt sich mit dem Phänomen „Unfall mit einem Geisterfahrer“ auseinander. Erfahren Sie hier, welche Erkenntnisse die Statistik zu dem Thema liefert und welche Problematiken bei der Schadensregulierung durch die Versicherung zu beachten sind.

Aktuelle News zum Geisterfahrer-Unfall


Statistik zum Falschfahrer-Unfall

Der Geisterfahrer-Unfall geht zu 0,05 % in die Statistik für Autobahnunfälle ein.

Der Geisterfahrer-Unfall geht zu 0,05 % in die Statistik für Autobahnunfälle ein.

Ob infolge einer Fehlorientierung, eines versehentlichen Verfahrens mit dem Auto oder gar aus Suizidgründen – die Ursachen für Falschfahrten mit dem Auto sind vielfältig. Immer wieder kommt es zu derartigen Zwischenfällen, die eine Zitterpartie für alle den jeweils betroffenen Streckenabschnitt nutzenden Lkw- und Pkw-Fahrer sind. Denn die Angst, mit einem Geisterfahrer in einen Unfall verwickelt zu werden, ist groß.

2013 führte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Untersuchung zum Geisterfahrer-Unfall in Deutschland durch. Dabei wurde festgestellt, dass derartige Schadensereignisse nur 0,05 % sämtlicher Unfälle auf der Autobahn ausmachen.

Dennoch ist die Gefahr nicht zu unterschätzen: Bei jedem zweiten Geisterfahrer-Unfall mit dem Auto werden Personen verletzt. Alle sechs Kollisionen dieser Art stirbt einer der Unfallbeteiligten gar.

Als besonders risikoreich erwiesen sich bei der Untersuchung Auffahrten an Anschlussstellen. Hierbei waren oft Mängel hinsichtlich der Verkehrsschilder vorzufinden, die zwar nicht eindeutig für die Falschfahrt verantwortlich gemacht werden konnten, aber dennoch als Sicherheitsdefizit gelten. Insbesondere jüngere Geisterfahrer waren oftmals alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss unterwegs. Schlechte Sichtverhältnisse können außerdem dazu beigetragen haben, dass Verkehrsteilnehmer die Orientierung verloren und unabsichtlich auf der falschen Seite der Fahrbahn landeten.

Ergänzend zu den Erkenntnissen der BASt hat sich auch der ADAC mit Falschfahrten in einem Zeitraum von 2010 bis 2011 befasst. Hierbei konnte festgestellt werden, dass bestimmte Städte mit ihren Autobahnnetzen besonders prädestiniert für derartige Unfallgeschehnisse sind. Häufig verursacht ein Geisterfahrer demnach einen Unfall in Berlin, Hamburg, Bremen und dem Saarland. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die hohe Dichte der dort befindlichen Anschlussstellen. Generell sind außerdem westdeutsche Städte eher betroffen als die ostdeutschen Bundesländer.

Zeitlich betrachtet, geschieht ein Geisterfahrer-Unfall überproportional häufig in den Monaten von August bis Oktober, am Wochenende (Samstag: 20 %, Sonntag: 23 %) zwischen 20 und 5 Uhr.

Wie regelt die Versicherung einen Geisterfahrer-Unfall?

Bei einem Geisterfahrer-Unfall zahlt die Versicherung nur, wenn kein Vorsatz vorliegt.

Bei einem Geisterfahrer-Unfall zahlt die Versicherung nur, wenn kein Vorsatz vorliegt.

Entscheidend dafür, ob die Versicherung vom betreffenden Geisterfahrer einen verursachten Unfall reguliert, ist die Frage nach dem Vorsatz. Hat der Geisterfahrer vorsätzlich gehandelt, so wird seine Haftpflichtversicherung keine Zahlungen übernehmen.

Ein Unfallopfer kann sich in diesem Fall aber an die Verkehrsopferhilfe wenden. Dieses Gemeinschaftsprojekt der Autoversicherer kommt bei Unfällen als Garantiefonds zum Tragen, wenn der Schädiger den Crash vorsätzlich herbeigeführt hat oder der Verursacher nicht zu identifizieren ist.

Allerdings sind die Schadensersatz- und gegebenenfalls Schmerzensgeldzahlungen in der Regel geringer als die einer Versicherung. Bei Vorhandensein einer Vollkasko- oder Unfallversicherung für das Auto bzw. den Fahrer wird die Verkehrsopferhilfe nicht tätig.

Nachzuweisen ist der Vorsatz beim Geisterfahrer-Unfall nicht durch die Polizei, sondern durch die betreffende Versicherung, was mitunter nicht ganz einfach ist.

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