Ist Containern legal? Diese Regelung gilt in Deutschland!
Letzte Aktualisierung am: 20. Oktober 2026
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
FAQ: Ist Containern legal?
Nein. In Deutschland ist das Containern eine Straftat. Wenn Sie weggeworfene Waren aus Abfalltonnen mitnehmen, begehen Sie juristisch einen Diebstahl, da die Gegenstände bis zur Müllabholung weiterhin dem jeweiligen Händler gehören.
Für Diebstahl droht Ihnen eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Überwinden oder beschädigen Sie Schlösser oder Zäune, können zudem Strafen wegen Hausfriedensbruchs oder Sachbeschädigung hinzukommen.
Nein. Das Strafrecht unterscheidet nicht nach der Art der Ware. Ob Sie Lebensmittel, Textilien oder Geräte aus Behältern mitnehmen, ist unerheblich, da fremdes Eigentum unabhängig von Verwendungszweck oder Wert geschützt ist.
Inhaltsverzeichnis:
Containern: Aktuelle Rechtslage in Deutschland

Das Retten weggeworfener Waren aus Abfallbehältern – im Volksmund als „Containern“ oder „Mülltauchen“ bezeichnet – ist in Deutschland verboten. Wenn Sie noch verzehrbare Lebensmittel oder gebrauchsfähige Gegenstände aus Mülltonnen von Supermärkten oder Händlern entnehmen, begehen Sie grundsätzlich eine Straftat. Auch wenn die Entsorgung den Anschein erweckt, der Eigentümer wolle die Ware nicht mehr haben, gehört sie ihm rechtlich immer noch, wenn sie noch nicht vernichtet oder vom Entsorgungsunternehmen abgeholt wurde.
Das deutsche Recht unterscheidet dabei prinzipiell nicht danach, ob eine Sache einen hohen wirtschaftlichen Wert besitzt oder bereits als Abfall deklariert wurde. Händler und Unternehmen behalten die rechtliche Kontrolle über ihren Müll. Diese Regelung dient unter anderem dazu, Gesundheits- und Haftungsrisiken bei abgelaufenen Waren zu vermeiden oder das wilde Ablagern von Müll auf ihrem Betriebsgelände zu verhindern.
Somit ist in Deutschland Containern ausdrücklich nicht legal. Entnehmen Sie unerlaubt Waren aus einem Abfallbehälter und erstattet der Besitzer Anzeige, sind die Strafverfolgungsbehörden verpflichtet, Ermittlungen einzuleiten. In der Praxis werden die Verfahren wegen der Geringwertigkeit der entnommenen Sachen zwar häufig eingestellt oder gegen eine geringe Geldauflage beigelegt, formal bleibt Containern jedoch eine Straftat.
Containern als Straftat
Der zentrale Straftatbestand beim Containern ist der Diebstahl ( § 242 Abs. 1 StGB). Ein Diebstahl liegt vor, wenn eine fremde bewegliche Sache in der Absicht weggenommen wird, sie sich rechtswidrig anzueignen (oder sie einer dritten Person zu überlassen).
Juristisch entscheidend ist hierbei die Frage der Eigentumsaufgabe (Dereliktion nach § 959 BGB). Gerichte gehen davon aus, dass ein Händler seinen Müll keineswegs jedermann zur freien Verfügung überlassen möchte, sondern er das Eigentum an das jeweilige Entsorgungsunternehmen übertragen will. Selbst wenn eine Sache im Abfallcontainer landet, ist sie also für alle anderen Fremdeigentum. Deshalb ist Containern nicht legal und wird als Diebstahl gewertet.
In der Praxis kommen außerdem häufig auch weitere Delikte hinzu. Stehen die Müllcontainer auf einem umzäunten oder abgesperrten Betriebsgelände, erfüllt das unbefugte Betreten den Tatbestand des Hausfriedensbruchs (§ 123 StGB). Sind die Tore oder die Tonnen verschlossen und öffnen Sie sie gewaltsam, droht zusätzlich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung (§ 303 StGB).
Bei geringwertigen Sachen – das sind in der Regel Waren unter 50 Euro Wert – verfolgen die Behörden den Diebstahl nur auf Antrag. Manche Händler sind kulant und verzichten bei Containern auf den Strafantrag, doch gerade wenn Sie Eigentum beschädigen oder Hindernisse überwinden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Verstoß verfolgt wird.
Containern: Welche Strafe droht für welchen Tatbestand?
| Straftat | Mögliche Strafe |
|---|---|
| Diebstahl | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren |
| Schwerer Diebstahl | Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 10 Jahren |
| Sachbeschädigung | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren |
| Hausfriedensbruch | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr |
Lebensmittel vs andere Waren: Gibt es rechtliche Unterschiede?

Aus rein strafrechtlicher Sicht macht das Gesetz keinen Unterschied zwischen der Entnahme von Lebensmitteln und anderen Produkten wie Kleidung, Elektronikartikeln oder Möbeln. Jedes Eigentum ist unabhängig von seinem Warenwert oder Verwendungszweck gleichermaßen durch das Strafgesetzbuch geschützt. Es spielt also grundsätzlich keine Rolle, ob Sie aussortierte Kleidungsstücke, funktionstüchtige Elektrogeräte oder einen abgelaufenen Joghurt aus dem Abfalleimer entnehmen. Es bleibt der Tatvorwurf des Diebstahls.
In der gesellschaftlichen Wahrnehmung besteht aber ein großer Unterschied. Die öffentlichen Debatten zur Entkriminalisierung des Containerns beziehen sich nahezu ausschließlich auf Lebensmittel. Die Verschwendung von Nahrungsmitteln ist schon lange ein viel diskutiertes Thema und sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft herrscht bei vielen die Meinung, dass diese unbedingt verringert werden müsse.
Bei anderen Artikeln wie Kleidung oder Elektronik gibt es hingegen weniger politische Bestrebungen, das Containern zu legalisieren, obwohl es auch hier als fragwürdig angesehen werden kann, noch brauchbare Sachen zu entsorgen. Immerhin verschlingt die Produktion derartiger Waren in der Regel viel Energie und Ressourcen.
Wann wird Containern in Deutschland legal?
Anfang 2023 gab es von Bundesjustizminister Marco Buschmann und Bundesernährungsminister Cem Özdemir den Vorstoß, die Richtlinien für das Strafverfahren beim Containern zu lockern, sodass die Entnahme von Lebensmitteln in geringfügigen Fällen (ohne Sachbeschädigung oder Hausfriedensbruch) seltener verfolgt wird. Die Bundesländer, die dieser Gesetzesänderung hätten zustimmen müssen, lehnten die Umsetzung dieses Vorschlags jedoch ab.
Die Debatte bleibt im Bundestag weiterhin präsent, aber dass das Containern bald legal wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich. Vielmehr stehen neue Vorgaben für den Handel im Fokus, die die Unternehmen verpflichten, genießbare Lebensmittel an soziale Einrichtungen zu spenden und so die Nahrungsverschwendung einzudämmen.
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