Teure Erinnerungen: Bußgeld für Souvenirs aus dem Urlaub

News vom 08.08.2018 um 14:43 Uhr

Ein Bußgeld folgt bei Souvenirs aus dem Urlaub, wenn es sich um bedrohte Arten oder Natur- bzw. Kulturgüter handelt.

Ein Bußgeld folgt bei Souvenirs aus dem Urlaub, wenn es sich um bedrohte Arten oder Natur- bzw. Kulturgüter handelt.

Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF), das Bundesfinanzministerium sowie der Zoll warnen auch in diesem Jahr vor der Einfuhr exotischer Mitbringsel. Wer erwischt wird, dem droht ein Bußgeld für Souvenirs aus dem Urlaub oder im Härtefall sogar eine Haftstrafe. Laut WWf-Experte Volker Homes sind je nach Tatbestand bis zu 50.000 Euro fällig, wenn der begründete Verdacht des illegalen Handels mit bedrohten Arten besteht.

Reptilienleder, Elfenbein, Felle – hier greift das Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Egal ob München, Frankfurt oder Düsseldorf – an deutschen Flughäfen lagern mittlerweile Unmengen an beschlagnahmten Waren, die von den zuständigen Zollbeamten regelmäßig in Gepäckstücken entdeckt werden.

Sommerzeit ist Reisezeit und weil die Ferien meist schneller vergehen, als es Touristen lieb ist, erfreuen sich Mitbringsel als Erinnerungsstücke großer Beliebtheit. In manchen Fällen droht jedoch ein Bußgeld für Souvenirs aus dem Urlaub. Nachfolgend wird gezeigt, bei welchen Waren die Einfuhr wegen akut bedrohter Arten in der Regel illegal ist:

  • Lebende Tiere
  • Wildkatzenfelle
  • Pelze von Bären, Wölfen und Schlangenhäute
  • Hörner oder Stoßzähne
  • Schnitzereien aus Elfenbein oder Wahlknochen

Aber auch Natur- und Kulturgüter wie beispielsweise Sand, Muscheln, Korallenteile oder Steine, können von der Einfuhr ausgeschlossen sein. In Griechenland, der Türkei oder in Ägypten droht bei den genannten Gütern nicht nur ein Bußgeld für Souvenirs aus dem Urlaub, sondern unter Umständen sogar Gefängnisstrafen. Diese werden allerdings nur in Einzelfällen verhängt, wenn es durch die Schwere des begangenen Unrechts begründet werden kann.

Im genannten Kontext hat der Italienische Tourismusverband (ENIT) bekannt gegeben, dass Strafzahlungen von zwischen 500 und 3.000 Euro in Rechnung gestellt werden können, wenn Sand an den Stränden Sardiniens mitgenommen wird. Vom auswärtigen Amt in Berlin wurde diesbezüglich erklärt, dass die Entwendung von Sand aus Gründen des Naturschutzes auf der italienischen Insel verboten worden sei. Einen entsprechenden Aufruf veröffentlichte anschließend die Deutsche Botschaft in Rom.

Bußgeldtabelle: Verfahren zu illegalen Souvenirs zwischen 2014 und 2016

Dass Bußgelder tatsächlich verhängt werden, zeigen Fälle, die im Zeitraum von 2014 bis 2016 vor Gericht verhandelt wurden. Das Bundesamt für Naturschutz hat Verstöße gegen Artenschutzbestimmungen und deren Ahndung zusammengetragen. Einige Beispiele sind nachfolgend tabellarisch aufgeführt.

Tatbestand im VerfahrenBußgeld/Freiheitsstrafe
Einfuhr von 13 aus Elefenbein bestehenden Schnitzereien1.000 €
Einfuhr des Fells eines Leoparden2.500 €
Einfuhr von einem Paar Schuhen, die aus dem Leder einer Tigerpython gefertigt wurden2.700 €
Einfuhr von Elfenbein in einer Gesamtmenge von 31,7 kg10 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung
Einfuhr von 24 lebenden Carolina-Dosenschildkröten und 7 lebenden grünen Baumschleichen9 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung
*Quelle: Bericht des Bundesamts für Naturschutz zu der Anzahl von Beschlagnahmungen an deutschen Haupteingangszollämtern

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