Bußgeld im Ausland: Wenn Sie nicht bezahlen, können Konsequenzen drohen

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Was geschieht bei Verkehrsverstößen im Ausland?

Was passiert, wenn Sie ein Bußgeld im Ausland nicht bezahlen?

Was passiert, wenn Sie ein Bußgeld im Ausland nicht bezahlen?

Wer im Urlaub besonders flexibel sein und auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit abseits der großen Touristenströme entdecken möchte, kann sich beim Fortbewegungsmittel für ein Auto entscheiden. Dabei können Sie entweder mit dem eigenen Auto anreisen oder sich vor Ort einen Mietwagen organisieren.

Sitzen Sie selbst hinter dem Steuer, bedeutet dies aber auch, dass Sie sich im Vorfeld über die geltenden Verkehrsregeln informieren sollten. Ansonsten können bei einem Verstoß gegen bestehende Vorschriften schnell Sanktionen drohen.

Doch womit müssen Sie rechnen, wenn Sie ein Bußgeld im Ausland nicht bezahlen? Lässt sich die Angelegenheit durch die Heimreise aus der Welt schaffen? Oder lassen sich etwaige Sanktionen auch über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus vollstrecken? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

Müssen Sie einen Strafzettel im Ausland bezahlen?

Bußgeld im Ausland: Wer nicht bezahlen will, muss ggf. mit der Beschlagnahmung des Autos rechnen.

Bußgeld im Ausland: Wer nicht bezahlen will, muss ggf. mit der Beschlagnahmung des Autos rechnen.

Nehmen Sie im Ausland am öffentlichen Straßenverkehr teil, sind Sie grundsätzlich dazu verpflichtet, sich dort an die geltenden Vorschriften und Regelungen zu halten. Daher müssen Autofahrer, die aufgrund von Unwissenheit oder Unachtsamkeit gegen bestehende Verkehrsregeln verstoßen, mit Sanktionen rechnen.

Doch was erwartet Sie, wenn Sie ein verhängtes Bußgeld im Ausland nicht bezahlen wollen oder können? Die drohenden Folgen unterscheiden sich grundsätzlich je nach dem Land, in welchem sich der Verkehrsverstoß ereignet hat. Denn hierbei gilt das jeweilige Landesrecht. Einige Beispiele zeigt die nachfolgende Übersicht:

  • In Portugal sind Bußgelder direkt vor Ort zu begleichen. Verweigern Sie die Zahlung der Sanktion, sind die Beamten dazu befugt, das Fahrzeug zu beschlagnahmen.
  • Verstoßen Sie in Polen gegen die Verkehrsregeln, sind entsprechende Geldsanktionen vor Ort an einen Polizeibeamten zu entrichten. Die Zahlung ist nur in der Landeswährung möglich und erfolgt gegen die Aushändigung einer Quittung. Wollen Sie das Bußgeld im Ausland nicht bezahlen, dürfen die Beamten den Fahrzeugführer für bis zu 48 Stunden vorläufig festnehmen, um eine rechtliche Entscheidung abzuwarten.
  • In der Schweiz werden Geldbussen von Ausländern im Zuge einer Verkehrskontrolle in der Regel an Ort und Stelle verlangt. Verweigern Sie die Zahlung, können die Beamten Ihnen die Weiterfahrt verwehren.
  • Wollen Urlauber in Tschechien die ausländischen Autofahrern notwendige Sicherheitsleistung für ein Bußgeld nicht hinterlegen, ist die Polizei dazu berechtigt, die Zulassungsbescheinigung Teil I sicherzustellen. Dies soll verhindern, dass die Verkehrssünder versuchen, die Sanktionen zu umgehen.
  • Auch in Ungarn lassen sich Verkehrsverstöße direkt an Ort und Stelle erheben. Können oder wollen Sie dieses Bußgeld im Ausland nicht bezahlen, darf die Polizei Ihr Fahrzeug beschlagnahmen. Das Auto und auch die Zulassungsbescheinigung werden so lange einbehalten, bis die Zahlung erfolgt.

Anhand dieser Beispiele zeigt sich, dass viele Länder mit weitreichenden Maßnahmen versuchen, Urlauber zur Zahlung der Bußgelder im Zuge einer Verkehrskontrolle zu bewegen. Doch wie sieht das Vorgehen aus, wenn Sie stattdessen von einem Blitzer erwischt wurden?

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Hilft die Ausreise, wenn Sie ein Bußgeld aus dem Ausland nicht bezahlen wollen?

Ohne den Strafzettel im EU-Ausland zu bezahlen, lässt sich dieser meist nicht aus der Welt schaffen.

Ohne den Strafzettel im EU-Ausland zu bezahlen, lässt sich dieser meist nicht aus der Welt schaffen.

Viele Autofahrer unterliegen dem Irrglauben, dass die Heimreise grundsätzlich ausreicht, um ein Bußgeld im Ausland nicht bezahlen zu müssen. Gerade in der Europäischen Union (EU) gilt dies allerdings nicht. Denn die Mitglieder der EU können durch den EU-Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung (RBGeld) Bußgelder grenzüberschreitend durchsetzen und verschicken daher zum Beispiel bei Geschwindigkeitsüberschreitungen Bußgeldbescheide aus dem Ausland.

Damit die ausländischen Bußgeldstellen das Bundesamt für Justiz (BfJ) mit der Vollstreckung der Bußgelder beauftragen können, müssen diese aber eine sogenannte Bagatellgrenze erreichen. Diese liegt in der Regel bei 70 Euro. Allerdings finden dabei nicht nur die reinen Bußgelder Beachtung, sondern auch Mahngebühren und Verfahrenskosten können zur Überschreitung des Grenzwertes beitragen.

Entschließen Sie sich dazu, dieses Bußgeld aus bzw. im Ausland nicht zu bezahlen, versendet die zuständige Behörde zunächst Mahnungen. Können auch diese den Verkehrssünder nicht dazu bewegen, die offenen Forderungen zu begleichen, kann sogar Erzwingungshaft drohen.

Achtung! Wer auf die Verjährung hofft, um ein offenes Bußgeld im Ausland nicht bezahlen zu müssen, muss sich teilweise in Geduld üben. So lassen sich zum Beispiel rechtskräftige Bußgeldbescheide in Italien innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren vollstrecken. Reisen Sie erneut ein, können entsprechende Forderungen unter anderem bereits am Flughafen oder auch im Zuge einer Verkehrskontrolle geltend gemacht werden.
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2 Kommentare

  1. E. Abazi sagt:

    Guten Tag,

    ich habe im Ungarn zwei Strafen wegen Falschparken bekommen. Nachdem ich zurück in Deutschland kamm, habe ich beide bezahlt. Es kann aber wohl möglich sein, dass meine Überweisung erst nach 15 Tagen angekommen ist und ich muss jetzt mehr zahlen. Ich habe diesbezüglich einen Brief bekommen, in dem ich verpflichtet bin 130 euro zu zahlen.

    Meine Frage lautet: mit welchen Konsequenzen müsste ich rechnen, wenn ich diese Summe nicht zahlen würde?

    Besten Dank im Voraus,
    E. A

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo E. Abazi,

      ggf. sind Bußgelder EU-weit vollstreckbar. Ebenfalls kann die Wiedereinreise verweigert werden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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