Die Dieselaffäre: Ursachen, Hintergründe und Entwicklungen

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Die Audi-Diesel-Affäre hat hierzulande für viel Empörung gesorgt

Die Audi-Diesel-Affäre hat hierzulande für viel Empörung gesorgt

Ein Skandal, der seinesgleichen sucht

In den letzten Jahren hat hierzulande kaum ein Ereignis eine derartige mediale Beachtung erfahren wie die sogenannte Dieselaffäre. Audi nebst anderen Herstellern ist in Erklärungsnot, Verbraucher sind nach wie vor entrüstet und unsicher, Politiker stehen unter Handlungszwang. Das Image der deutschen Automobilbranche – die hierzulande eines der großen, wirtschaftlichen Standbeine ist – hat beträchtlichen Schaden genommen.

Im Wust der Enthüllungen, Forderungen und Anschuldigungen fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Wie es überhaupt zu dem Aufschrei kam, welche direkten Folgen sich daraus ergaben und wie die Dieselaffäre mit den vieldiskutierten Diesel-Fahrverboten zusammenhängt, finden sie hier zusammengefasst.

Wovon ist eigentlich die Rede?

Am 03. September 2015 gab der Volkswagen-Konzern gegenüber der us-amerikanischen Umweltbehörde CARB (California Air Resources Board) und der US-Behörde zum Umweltschutz EPA (California Air Resources Board) zu, eine Manipulationssoftware in ihren Dieselfahrzeugen zu verbauen. Diese funktioniert folgendermaßen: Bevor Wagen auf dem Markt erscheinen, müssen diese verschiedene Tests durchlaufen. Diese Tests umfassen u. a. Abgasprüfungen. Das verbaute System registriert, wenn der Wagen eine standardisierte Überprüfung durchläuft, und senkt daraufhin dessen Verbrauch. Das Ergebnis: Bei der Zulassung konnten die Wagen einen wesentlich geringeren Schadstoffausstoß verzeichnen, als dies tatsächlich der Fall war. Die eigentlichen Emissionen lagen bis zu 40 Mal über den eigentlich zugelassenen Grenzwerten.

In Deutschland schlug diese Nachricht schon kurz danach hohe Wellen, das Thema läuft bis heute unter vielerlei Namen: Dieselaffäre, Dieselskandal, (Audi-)Abgasaffäre, Abgasskandal oder Englisch dieselgate. Schon die ersten Schätzungen deuteten darauf hin, dass über Jahre hinweg systematisch und im großen Stil betrogen wurde. Deshalb stand natürlich zuvorderst die Frage im Raum, welche Stellen davon gewusst haben mussten.

Nicht nur wurden gegen VW Ermittlungen aufgenommen – auch der Technikhersteller Bosch, welche die Software zur Verfügung gestellt hat, stand im Kreuzfeuer der Anschuldigungen. Dieser wies jedoch jegliche Verantwortung von sich. Besonders brisant ist auch die Rolle des deutschen Verkehrsministeriums unter der damaligen Führung von Alexander Dobrindt. Denn gleichwohl dieser kurz nach öffentlicher Bekanntwerdung der Sache eine Nachprüfung betroffener Modelle anfordert, belegen verschiedene Umstände, dass das Verkehrsministerium von den Fälschungen Kenntnis besessen haben muss.

Die Abgasaffäre betraf neben Audi auch Modelle anderer Marken des Konzerns

Die Abgasaffäre betraf neben Audi auch Modelle anderer Marken des Konzerns

In weiteren Verlauf wurde auch die Zahl der betroffenen Wagen stetig nach oben korrigiert. Laut Schätzungen sind etwa neun bis elf Millionen Wagen weltweit von der Dieselaffäre betroffen – nicht nur Modelle von Volkswagen selbst, sondern auch von den Tochtergesellschaften

So kam es zu der Enthüllung

Dass die Dieselaffäre überhaupt an die breite Öffentlichkeit kam, ist einer Reihe von Streitigkeiten geschuldet, die vor allem zwischen den USA und dem Volkswagenkonzern abliefen. Zu Anfang waren Fahrzeuge betroffen, die VW – ironischerweise – als „Clean Diesel“ bewarb und speziell den US-amerikanischen Markt bedienten. Untersuchungen von CARB zeigten jedoch, dass die Wagen im normalen Fahralltag weitaus höhere Abgaswerte erzielten. Nach mehreren Treffen zwischen Volkswagen und den Behörden erfolgte ein erster Rückruf und VW gab die Manipulation schlussendlich zu.

Nachdem die erste Aufregung um die Enthüllung verflogen, der damalige VW-Chef Winterkorn zurückgetreten und eine Ermittlung eingeleitet worden war, begann die Dieselaffäre erst richtig. Denn als nächstes stand natürlich die Frage im Raum, wie mit den manipulierten Wagen zu verfahren sei. Schnell wurden Forderungen nach Entschädigung laut. Softwareupdates waren im Gespräch genauso wie Umrüstungen – natürlich auf Herstellerkosten. Beide Maßnahmen wurden jedoch nicht flächendeckend umgesetzt. Weiterhin bestand das Problem, dass den von der Dieselaffäre betroffenen Fahrzeugen nicht von außen angesehen werden kann, dass eine Schummelsoftware verbaut ist.

Bis heute (Stand: 2018) sind die gerichtlichen Verhandlungen mit VW noch nicht abgeschlossen. Auch eine einheitliche Handhabe der betroffenen Fahrzeuge gibt es bis dato nicht. Zudem ist die Dieselaffäre zwischenzeitlich zu einem regelrechten Politikum geworden. Verbraucher sind verstimmt und fordern mitunter auch ein Eingreifen der Regierung. Diese tadelt die betroffenen Autokonzerne zwar, hält sich jedoch größtenteils zurück, was die Durchsetzungen von konkreten Strafmaßnahmen angeht.
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Was hat die Dieselaffäre mit Fahrverboten zu tun?

Fahrverbote für bestimmte Diesel? Die Affäre um Audi hat die Diskussionen erneut befeuert

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Ein weiteres Aufreger-Thema, welches thematisch mit der Dieselaffäre zusammenhängt, sind die Diesel-Fahrverbote. An dieser Stelle sollte vorab erwähnt werden, dass solche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in bestimmten Städten bzw. Stadtteilen schon vor Bekanntwerden der Manipulationen im Gespräch waren.

Im Jahr 2008 erließ die Europäische Union die Richtlinie 2008/50/EG, welche Standards für die Luftqualität in europäischen Städten bestimmt. Darin sind natürlich auch bestimmte Grenzwerte für Schadstoffbelastungen festgehalten – halten Mitgliedstaaten diese nicht ein, dann sind Sanktionen zu entrichten. Deutschland überschritt diese mehr oder weniger konstant, schon vor Bekanntwerden der Dieselaffäre im Jahr 2015. Wieviel der schlechten Luftqualität nun auf gefakte Diesel zurückzuführen ist, kann im Nachhinein natürlich nur spekuliert werden – dennoch gelten Sie als einer der Hauptgründe für die ständig überschrittenen Grenzwerte in vielen deutschen (Groß-)Städten.

Im Zuge der Debatte um manipulierende Software hat das Thema Diesel-Fahrverbote natürlich einen neuen Aufwind erfahren. Akuter Handlungsbedarf bestand dann im Jahr 2018: Nach vorheriger Androhung verklagt die EU-Kommission Deutschland ob der überschrittenen Grenzwerte für Schadstoffbelastungen.

Dies führte unter anderem dazu, dass Hamburg 2018 als erste Stadt ein Diesel-Fahrverbot erließ. Dieses beschränkt sich jedoch auf zwei stark befahrene Straßen. Ein wichtiges Detail: In einem der betroffenen Abschnitte steht die Messstation, durch welche die Einhaltung der Grenzwerte überwacht wird. Diese Umstände führen dazu, dass dieses Fahrverbot von den meisten Bürgerinnen und Bürgern eher wie eine Farce denn eine wirkliche Maßnahme gegen Schadstoffbelastung wahrgenommen wird. Denn schließlich werde die Station ja nur umfahren, um die Werte zu frisieren; dass betroffene Dieselfahrer nun einen weiteren Weg zurücklegen und damit eigentlich mehr Schadstoffe ausstoßen, sei ja auch nicht Sinn der Sache. Auch weitere Städte werden voraussichtlich mit Fahrverboten folgen. Unklar ist bis dato noch, wie die betroffenen Fahrzeuge überhaupt erkannt werden – hierfür ist schon seit längerem die Einführung einer blauen Plakette geplant.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Dieselaffäre das Vertrauen der Verbraucher tief erschüttert haben dürfte – von den rechtlichen Streitigkeiten und der Frage nach Verantwortung mal abgesehen. Ein Betrug von solchem Ausmaß mit derart vielen, involvierten Stellen wirft zwangsläufig auch die Frage auf, ob noch andere illegale Praktiken derart flächendeckend ausgeführt werden.
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