VW-Abgas-Skandal in Deutschland - Volkswagen 2018

VW-Abgas-Skandal – Alle Infos zum Dieselgate

Der Ablauf des Skandals und seine Folgen

Unter anderem sind vom VW-Abgas-Skandal der Passat und der Golf betroffen.

Unter anderem sind vom VW-Abgas-Skandal der Passat und der Golf betroffen.

Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen ist ein sogenannter „Global Player“ – also ein Unternehmen, welches international agiert und erfolgreich ist. Europaweit gesehen ist VW der größte Hersteller von Fahrzeugen. Zum Konzern gehören unter anderem auch die Marken Audi, Seat, Škoda und Porsche. Weltweit hat das Unternehmen etwa 610.000 Mitarbeiter.

Vor allem in Deutschland ist VW seit jeher als bodenständige Marke bekannt, die mit ihrer hohen Qualität und immer neuen Innovationen überzeugt. Nicht umsonst gilt der VW Golf, den es mittlerweile in der siebten Generation gibt, als eines der meistgebauten Autos der Welt: Im Jahr 2013 lief das 30-millionste Exemplar vom Band.

Umso mehr überraschte die Berichterstattung, die im September 2015 begann, die meisten Kunden. Die Informationen, die nach und nach ans Licht kamen, entwickelten sich für Volkswagen zum Abgas-Skandal – auch Dieselgate genannt. Selten hat ein Automobilhersteller für so viele negative Schlagzeilen gesorgt.

Doch welche Entwicklungen umfasst der VW-Abgas-Skandal eigentlich? Welche Motoren und Fahrzeuge sind von der Affäre betroffen? Wie kam der Betrug ans Licht und welche Auswirkungen haben die Entwicklungen auf den Volkswagen-Konzern?

Spezifische Ratgeber zum Abgas-Skandal

Wie kam es zum VW-Abgas-Skandal? – Eine Zusammenfassung der Ereignisse

Seinen Beginn nahm der VW-Abgas-Skandal in den USA. Durch Zufall entdeckten Forscher der West Virginia University, dass die bei Tests gemessenen Stickoxidwerte die Angaben von VW um ein Vielfaches überstiegen.

Bei den getesteten Fahrzeugen handelte es sich um einen Jetta und einen Passat. Beide wurden mit Diesel angetrieben und verfügten über den Motor mit der Typbezeichnung EA 189. Die Informationen darüber wurden auch an das Unternehmen weitergegeben, das darauf zunächst jedoch nicht reagierte. Hinweise auf einen Betrug gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Kurz darauf wurden die kalifornische Luftreinheitsbehörde Carb sowie die US-amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) über die Auffälligkeiten in Kenntnis gesetzt und kontaktierten den Konzern. Volkswagen gab daraufhin an, dass die Software der Fahrzeuge fehlerhaft sei, was die Abweichungen erkläre.

VW-Skandal: Abgas-Untersuchungen zeigten, dass der Diesel nicht so sauber war wie angepriesen.

VW-Skandal: Abgas-Untersuchungen zeigten, dass der Diesel nicht so sauber war wie angepriesen.

Als Lösung des Problems ordnete Volkswagen den Rückruf von etwa einer halben Million Autos in den USA an, um ein Update der angeblich fehlerhaften Software durchzuführen. Doch bei späteren Untersuchungen durch Carb zeigten sich keine signifikanten Verbesserungen bezüglich der Abgaswerte. Langsam nahm der VW-Abgas-Skandal Formen an.

Als Reaktion darauf drohten die Behörden Volkswagen damit, den Modellen des Baujahrs 2016 keine Zulassung zu erteilen, sollten die Abweichungen zwischen den vom Konzern angegebenen und den tatsächlich gemessenen Werten nicht ausreichend erklärt werden können.

Am 3. September 2015 gab das Unternehmen im Beisein der US-amerikanischen Behörden dann zu, dass die Software seiner Diesel-Fahrzeuge so manipuliert wurden, dass auf dem Prüfstand bessere Abgaswerte erreicht wurden als im alltäglichen Betrieb auf der Straße.

Rund zwei Wochen später machte die EPA den Betrug dann öffentlich: der VW-Abgas-Skandal nahm seinen Lauf, war in sämtlichen Medien präsent und machte weltweit Schlagzeilen.

Interessant: Fahrzeuge, die mit Diesel angetrieben werden, gelten in den USA als besonders schmutzig. Die Forscher der West Virginia University wollten mit ihrer Untersuchung dieses Vorurteil eigentlich widerlegen. Stattdessen brachten sie den VW-Abgas-Skandal, der aktuell immer noch in aller Munde ist, ins Rollen.

Wie hat VW betrogen?

Zum VW-Abgas-Skandal, von dem weltweit rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge betroffen sind, kam es, weil der Autobauer eine sogenannte Abschalteinrichtung – im Englischen „Defeat Device“ genannt – in seine Autos einbauen ließ. Hierbei handelt es sich um eine Software, welche das Abgas-Kontrollsystem steuert.

Diese registriert, wenn sich das Auto auf einem Prüfstand befindet. Ob gerade ein Test durchgeführt wird, kann beispielsweise vom System daran erkannt werden, dass sich das Auto nicht vorwärts bewegt, obwohl es mit höherer Geschwindigkeit läuft. Auch fehlende Lenkbewegungen geben einen Hinweis darauf, dass eine Untersuchung auf dem Rollenprüfstand stattfindet.

Im Testbetrieb schaltet die Software das Fahrzeug dann in einen „sauberen“ Modus und stößt weniger Abgase – vor allem Stickoxide – aus. Im normalen Fahrbetrieb auf der Straße schaltet das Auto dann wieder um und der Ausstoß der Abgase wird nicht mehr kontrolliert. Hier erhöhen sich dann die Werte um ein Vielfaches – teilweise sogar um das Dreißig- bis Vierzigfache. Die Aufdeckung dieser Unterschiede legte den Grundstein dafür, dass der VW-Abgas-Skandal nachgewiesen werden konnte.

Laut der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007 mit dem Titel „Über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) und über den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für Fahrzeuge“ ist die Verwendung von Abschalteinrichtungen, die die Wirkung von Emissionskontrollen bei Autos verringern, grundsätzlich unzulässig.

Die Gründe für den VW-Abgas-Skandal

Viele Betroffene fordern nach dem VW-Abgas-Skandal eine Entschädigung.

Viele Betroffene fordern nach dem VW-Abgas-Skandal eine Entschädigung.

Doch warum greift ein so beliebter, erfolgreicher und renommierter Konzern wie Volkswagen auf einen solchen Betrug zurück? Allem voran spielten wohl finanzielle Gründe eine Rolle. Der damalige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn wollte Volkswagen zum Weltmarktführer machen. Einen wichtigen Schritt stellte es hierbei dar, auf dem amerikanischen Markt erfolgreicher zu werden.

Hier gelten jedoch striktere Abgasnormen für Diesel-Autos als beispielsweise in Deutschland. Um die Normen einzuhalten, waren Modifikationen nötig. Die Entwicklung eines neuen Motors wäre für Volkswagen zu teuer geworden, hätte die Verkaufspreise drastisch erhöht und sich damit negativ auf den Absatz ausgewirkt.

Eine günstige Lösung musste also her. So wurde entschieden, die Betrugssoftware – das „Defeat Device“ – zu benutzen, obwohl dies verboten ist. Ob, und wenn ja, welche Mitglieder der Führungsetage von dieser Entscheidung wussten, ist bis heute bezüglich der Untersuchungen zum VW-Abgas-Skandal noch nicht geklärt. Winterkorn will von alledem nichts gewusst haben.

VW-Abgas-Skandal – Die Auswirkungen

Die Auswirkungen vom Dieselgate lassen sich bis heute noch nicht klar beziffern. Festzuhalten ist, dass der Konzern mit schweren finanziellen Einbußen rechnen muss und unter einem starken Imageverlust leidet. Der damalige Vorstandsvorsitzende Winterkorn trat zurück, als die VW-Abgasaffäre ans Licht kam.

Weltweit reichen Kunden und Anleger, die durch den Einbruch der Aktien Geld verloren, nach dem VW-Abgas-Skandal Klage ein und fordern Entschädigungen. In Deutschland läuft der Rückruf von rund 2,4 Millionen Diesel-Autos.

Welche Motoren sind betroffen?

In Deutschland sind laut Volkswagen 1,2-Liter-Diesel, 1,6-Liter-Diesel und 2,0-Liter-TDI-Motoren der Baureihe EA 189, die unter die Abgasnorm EU5 fallen, betroffen. Diese wurden in Fahrzeugen aller Konzernmarken – also auch Audi, Škoda und Seat – verbaut.
Möchten Sie beim VW-Abgas-Skandal prüfen, ob Ihr Auto betroffen ist, können Sie dies auf den Webseiten der Hersteller tun. Hier müssen Sie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer Ihres Autos angeben. Diese finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter dem Buchstaben „E“.

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4 Kommentare

  1. cems sagt:

    Hallo..
    Liebe Grüße .
    Ich möchte diese Thema von VW skandal Als pdf herunterladen..
    Bitte..

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Cems,

      wenn Sie in Ihrem Browser auf „Drucken“ gehen, können Sie häufig auch die Option „Als PDF speichern“ auswählen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Nmg sagt:

    Was ist mit den stinkenden Flugzeugen mit dem dreckigen cirusin was täglich zu tausenden Litern über Deutschland versprüht wird da sollte man doch wohl mal drüber nachdenken das ist doch viel größerer umwelt dreck und die Busse die zu tausende vor und her stinken gruss nmg düsseldorf

  3. Nmg sagt:

    PS wo man dann noch ökologische wahre angeboten bekommt obwohl die Felder neben Flughafen sind und wievil von dem Treibstoff vor jeder Landung über unsere Felder Wälder und Stätte abgelassen werden müssen damit sie landen dürfen und das weltweit gruss nmg düsseldorf

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