Renault-Diesel-Skandal - Informationen zum Dieselgate 2018

Renault-Diesel-Skandal: Begann er schon vor 25 Jahren?

Anschuldigungen gegen Renault im Abgasskandal – die wichtigsten Fakten

Auch vor Renault macht der Diesel-Abgas-Skandal nicht halt.

Auch vor Renault macht der Diesel-Abgas-Skandal nicht halt.

Verbrennungsmotoren in Kraftfahrzeugen benötigen eine Abgasreinigungsanlage, um den Ausstoß von Stickoxid, Rußpartikeln und Feinstaub zu minimieren. Vor allem Dieselmotoren benötigen eine solche Abgasreinigungsanlage.

Aber es gibt auch Abschalteinrichtungen, die die Abgasreinigung ausschalten oder „herunterfahren“. Je nachdem, aus welchem Grund die Abschalteinrichtung installiert wird, kann dies erlaubt oder illegal sein. Die von Autobauern eingebauten manipulativen Abschaltmechanismen lösten den Skandal „Dieselgate“ aus, weil dadurch die gesetzlichen Immissionsgrenzwerte nicht eingehalten wurden.

Erst flog VW auf. Dann gerieten weitere Automobilkonzerne ins Visier der Ermittlungsbehörden. Doch inwieweit ist Renault in diesen Diesel-Skandal verwickelt?

Klagewelle in Deutschland gegen Renault im Diesel-Skandal

2017 erhob die französische Antibetrugsbehörde schwere Manipulationsvorwürfe gegen Renault. Der Autohersteller habe illegale Software in seinen Diesel-Fahrzeugen installiert. Diese soll die Arbeit des Dieselmotors bei offiziellen Abgastests verändern, um den Ausstoß von Stickoxiden zu verringern, während sie auf den Straßen mehr Abgase als zulässig in die Luft stoßen. Auf diese Weise erhielten die Fahrzeuge die notwendige Typgenehmigung, die ihnen anderenfalls verwehrt bliebe.

Die Antibetrugsbehörde verklagte Renault im Diesel-Skandal auf 3,5 Millionen Euro Strafe. Die Behörde wirft dem Konzern sogar vor, dass der Diesel-Skandal bei Renault bereits vor 25 Jahren begann. Schon damals soll das Unternehmen bei Abgastests betrogen haben. Einen Gerichtstermin gab es bisher aber nicht (Stand: 05.07.2018).

Der Abgasskandal bei Renault führte bereits zu einer Klagewelle in Deutschland – zuerst gegen Renault-Händler (Urteile des LG Düsseldorf vom 09.05.2016, Az. 23 O 195/15 und vom 05.02.2018, Az. 5 O 369/16) und nun auch gegen den Hersteller selbst.


Die Kläger argumentieren, dass der Autokonzern seine Kunden vorsätzlich getäuscht und sie nicht darüber aufgeklärt hätte, dass ihre Diesel-Autos von der erteilten EG-Typgenehmigung abwichen. Deswegen habe jeder Geschädigte einen Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises unter Anrechnung der Nutzungsentschädigung gegen Rückgabe des Fahrzeugs. Ähnliches gelte auch für andere Automarken, die Renault-Motoren nutzen.

Sind Sie als Renault-Fahrer vom Diesel-Skandal betroffen? Dann ist es ratsam, frühzeitig eine Rechtsanwalt zu konsultieren. Dieser kann mögliche Ansprüche gegen den Händler oder Hersteller prüfen und gegebenfalls gerichtlich durchsetzen. Um zu vermeiden, dass mögliche Ansprüche verjähren, sollten die Betroffenen schnell handeln.

Welche Modelle von Renault sind vom Diesel-Skandal betroffen?

Eine von Renault vorgenommene Abgas-Manipulation kann Schadensersatzansprüche der betroffenen Renault-Kunden begründen.

Eine von Renault vorgenommene Abgas-Manipulation kann Schadensersatzansprüche der betroffenen Renault-Kunden begründen.

Die Euro-6-Norm schreibt vor, dass ein Diesel-PKW pro Kilometer maximal 80 Milligramm Stickoxide ausstoßen darf. Der fast neue Renault Scénic überschritt diesen Wert in einem aktuellen Abgastest um ein Vielfaches: 1083 Milligramm wurden danach in die Umwelt geschleudert. Laut Axel Friedrich von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erfülle der Wagen damit nicht einmal die Euro-1-Norm. Die DUH geht davon aus, dass mithilfe illegaler Abschalteinrichtungen manipuliert wird.

Im Zuge vom Renault-Diesel-Skandal wurden bestimmte Fahrzeuge zurückgerufen. Hiervon betroffen ist der Renault Master (III) Combi

  • mit dem Motor M9T (Kennzahl 708 und 710)
  • aus dem Bauzeitraum 12.05.2015 bis 15.12.2016.

Hier ist die Warnfunktion des OBD beim Überschreiten von Emissionsgrenzwerten nicht sichergestellt. Abhilfe soll ein Software-Update schaffen. Diese Aktion läuft seit dem 02.05.2018 und ist für Kunden kostenlos.

Was hat Renault mit dem Diesel-Skandal bei Mercedes und Daimler zu tun?

Doch auch auf andere Weise ist Renault in den Abgas-Skandal verstrickt, und zwar in Zusammenhang mit Mercedes. Das KBA rief Ende Mai 2018 erstmals ein Mercedes-Modell offiziell zurück. Es handelt sich dabei um den Kleintransporter Vito mit einem 1,6-Liter-Motor – einem Euro-6-Diesel. Der Motor stamme von Renault.

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