Automarke Renault: Geschichte und Fahrzeuge des Herstellers

Louis Renault: Erstes Auto baute er mit 22 Jahren im Holzschuppen

Louis Renault widmete sich mit völliger Hingabe mechanischen und technischen Zusammenhängen.

Louis Renault widmete sich mit völliger Hingabe mechanischen und technischen Zusammenhängen.

Während ihn der Unterrichtsstoff im Klassenzimmer eher weniger begeistern konnte, widmete sich der 22-Jährige Louis Renault mit völliger Hingabe mechanischen und technischen Zusammenhängen. Aus dieser Leidenschaft heraus entstand 1898 im elterlichen Gartenschuppen sein erstes selbstgebautes Auto unter dem Namen „Voiturette“, was im Deutschen „Kleinwagen“ bedeutet. Das hierfür eigens entwickelte Drei-Gang-Getriebe schrieb Automobilgeschichte, war es doch der erste Antrieb ohne Ketten.

Durch die Einnahmen aus Lizenzgebühren für seine bahnbrechende Erfindung, legte Louis Renault den Grundstein für den späteren Erfolg als Hersteller im internationalen Geschäft. In den Zahlen zeigte sich der rasante Aufstieg des französischen Unternehmens zur Jahrhundertwende, als bereits 100 Mitarbeiter für Renault arbeiteten. Während Louis im Hintergrund für die Technik und deren Weiterentwicklung zuständig war, kümmerten sich seine Brüder Marcel und Fernand um sämtliche kaufmännische Aufgaben.

Renault-Fahrzeuge reichen vom Kleinwagen bis hin zur Großraum-Limousine

Wer in Deutschland die Marke Renault hört, dem fällt bei der Frage nach einem der bekanntesten Modelle mit hoher Wahrscheinlichkeit der Renault-Twingo ein. 1992 Begann die Erfolgsgeschichte des viersitzigen Kleinwagens, der vor allem junge Großstädter schnell in seinen Bann zog. Unnachahmliches Erkennungsmerkmal dieses Modells: die Frontscheinwerfer in Kulleraugen-Format. Aus den Wörtern „Twin“, „Twist“ und „Tango“ wurde die schwungvolle Abkürzung „Twingo“.

1984 kam der erste Renault-Pkw aus der Kategorie „Großraum-Pkw“ auf den Markt.

1984 kam der erste Renault-Pkw aus der Kategorie „Großraum-Pkw“ auf den Markt.

Aber durch welche konkreten Fahrzeugeigenschaften überzeugte der kompakte Cityflitzer? Einmalig ist vor allem die Idee, im Twingo Kleinwagen und Mini-Van zu vereinen. Auch deshalb wurden von der ersten Generation dieses Wagens etwa 500.000 Exemplare in Deutschland verkauft. Insgesamt liefen über 2,6 Millionen Einheiten der ersten Twingo-Generation vom Band. Insbesondere durch das Innenraumkonzept, dass sich in wenigen Handgriffen flexibel umgestalten lässt und für einen Kleinwagen ungewöhnlich viel Platz bietet, überzeugte der Twingo viele Käufer.

1984 kam der erste Renault-Pkw aus der Kategorie „Großraum-Pkw“ auf den Markt. Heute wird in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „Van“ genutzt. Der Hersteller nahm hierbei mit seinem „Renault Espace“ gegenüber anderen europäischen Automobilkonzernen eine Vorreiterrolle ein, denn ein solches Fahrzeug hatte es bisher nicht gegeben. Noch heute gilt das Modell daher als Pionier aller nachfolgenden europäischen Großraumlimousinen. Bei einer Länge von nur 4,25 Metern und einer Breite von 1,78 Metern finden bis zu sieben Personen problemlos Platz im Espace. Besonders durch die Flexibilität bei der Anordnung der Sitze war und ist der Van beliebt. Diese lassen sich im Innenraum beliebig umpositionieren und drehen.

Renault produziert auch Nutzfahrzeuge

Nicht nur Pkw werden von Renault hergestellt, sondern auch Nutzfahrzeuge. Hierzu zählt u. a. der „Renault Kangoo“. Als Hochdach-Kombi eignet sich dieses Modell je nach Ausstattungsvariante als

  • Kombi
  • Kleintransporter
  • Großraum-Taxi/Kleinbus
  • Rollstuhltaxi

Besonderes Erkennungsmerkmal: eine bzw. mittlerweile zwei seitliche Schiebetüren. Als Nutzfahrzeug ist der Kangoo in drei unterschiedlichen Längen erhältlich: als Kangoo Rapid Compact (3829 mm), Kangoo Rapid (4213 mm) und Kangoo Rapid Maxi (4597 mm, Doppelkabine möglich). Durch die geräumige Laderaumbreite zwischen den Radkästen von 1218 mm bieten sowohl der Rapid als auch der Rapid Maxi Platz für zwei Europaletten.

Welcher Renault-Oldtimer ist heute besonders beliebt?

Ob als Wertanlage oder einfach nur der Leidenschaft wegen – Oldtimer erfreuen sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Neben Modellen von Volkswagen, Opel und Ford, ist auch Renault auf dem Oldtimer-Markt vertreten. Besonders stark nachgefragt ist der „Renault R4“. In 31 Jahren Bauzeit, also von der Präsentation auf der IAA 1961 bis 1992, liefen mehr als acht Millionen Exemplare des R4 vom Band und machten das Modell zum bislang meistverkauften französischen Auto.

Die Motoren des R4 haben zwischen 747 und 1.108 Kubikzentimeter Hubraum. Hinsichtlich der Leistung ist der R4 mit 24 und je nach Modell bis zu 34 PS ausgestattet. Im Laufe der Jahre steigerte sich die Höchstgeschwindigkeit von 110 auf 122 Stundenkilometer.

Aber welche Details machen den R4 in der Oldtimer-Szene so beliebt? Folgende Liste zeigt einige Beispiele:

  • das unbeladen stets hoch stehende Wagenheck
  • die nach vorn kippbare Motorhaube
  • der Revolvergriff-Schalthebel im Armaturenbrett
  • vier seitliche Schiebefenster
  • in Mulden versteckte Innentürgriffe
  • die große Belüftungsöffnung unter der rechteckigen Windschutzscheibe

Renault-Werk: Wo werden Clio, Twingo und Co. hergestellt?

In welchem Renault-Werk werden Clio, Twingo und Co. hergestellt?

In welchem Renault-Werk werden Clio, Twingo und Co. hergestellt?

Der Automobilbau hat sich im Lauf der Jahre immer mehr zu einem internationalen Geschäft entwickelt. Die Zeiten, in denen ein Fiat noch nur aus Italien, ein Mercedes nur aus Deutschland oder eben ein Renault nur aus Frankreich kam, sind vorbei.

Mittlerweile agieren nahezu alle Hersteller weltweit. Dies trifft auch auf den Autokonzern Renault zu, der seine Fahrzeuge an insgesamt 38 Standorten auf vier Kontinenten produzieren lässt.

Mehr als 122.000 Mitarbeiter in insgesamt 128 Ländern beschäftigt der französische Autohersteller.

Wo sich die Werke befinden, in denen Fahrzeuge unterschiedlicher Modelle von Renault vom Band laufen, zeigt folgende Tabelle:

Stand­ort des Wer­kesMo­dell/e die hier pro­du­ziert wer­den
Flins in Frank­reichClio
Bur­sa in der Tür­keiClio
Fluen­ce
San­dou­ville in Frank­reichEspa­ce
Lagu­na
Lagu­na Cou­pé
Mau­beuge in Frank­reichKang­oo
Dou­ai in Frank­reichMé­gane CC
Scénic
Grand Scén­ic
Die­ppe in Frank­reichClio RS
Novo Mes­to in Slo­wen­ienClio Campus
Twingo
Wind
Palen­cia in Span­ienMé­gane
Mé­gane Grand­tour
Valla­dolid in Span­ienModus
Bar­celo­na in Span­ienTrafic
Lu­ton in Eng­landTrafic
Bu­san in Ko­reaLati­tude
Kole­os

Deutsche Vertriebsniederlassungen von Renault

Im Jahr 1907 wurde mit der Renault Frères Automobil AG in Berlin die erste deutsche Vertriebsniederlassung des Unternehmens ins Leben gerufen. Aktuell ist der Autohersteller aus Frankreich als Renault Deutschland AG im nordrhein-westfälischen Brühl bei Köln vertreten. Nach der Eröffnung der ersten deutschen Niederlassung 1907 entwickelte sich Renault bis zum ersten Weltkrieg erfolgreich. Erst 1914 als das Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt wird, kommt es zur ersten Zwangspause.

1927 meldet sich der französische Konzern zurück im deutschen Geschäft, muss jedoch bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges die zweite Zwangspause einlegen. Der Neustart auf deutschem Boden folgt dann 1949 in Baden-Württemberg. Seit 1954 sitzt die deutsche Vertretung von Renault aufgrund der geographisch und verkehrstechnisch günstigen Lage in Köln. Mit insgesamt über 1.600 Händlern, verfügt Renault über das viertgrößte Service-Netz in Deutschland.
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