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Porsche-Abgasskandal: Das sind die Fakten

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 21. Juli 2021

Betrifft Sie der Abgasskandal bei Porsche?

Was ist beim Porsche-Abgasskandal eigentlich passiert?
Was ist beim Porsche-Abgasskandal eigentlich passiert?

Auch die baden-württembergische VW-Tochter Porsche ist vom Abgasskandal betroffen, der seit 2015 die deutsche Automobillandschaft aufmischt und für einige Rückrufaktionen und Sammelklagen im großen Stil gesorgt hat – nicht nur in Deutschland.

Kern und Auslöser des VW-Abgasskandals war die Entdeckung, dass die Messwerte für Schadstoffausstöße einiger Dieselmotoren der Volkswagen AG manipuliert wurden, um amerikanische Abgasnormen zu umgehen. Im Laufe des Skandals wurden die Untersuchungen auf viele Länder und weitere Autohersteller ausgeweitet.

Deshalb ist nun auch vom Porsche-Abgasskandal die Rede. Doch was hat es damit auf sich? Kam es auch bei Porsche zu einem Rückruf? Wichtige Infos zu Porsche und dem Diesel-Abgasskandal erhalten Sie in diesem Beitrag.

FAQ: Porsche-Abgasskandal

War der Autohersteller Porsche vom Abgasskandal betroffen?

Ja. Auch wenn die Firma Porsche keine eigenen Dieselmotoren produziert, so waren dennoch Fahrzeuge des Autoherstellers vom Abgasskandal betroffen.

Um welche Modelle ging es beim Porsche-Abgasskandal genau?

Hauptsächlich waren die Porsche-Modelle Cayenne und Macan in den Abgasskandal verwickelt. 2018 stellte sich außerdem heraus, dass auch der Porsche Panamera manipuliert wurde. Welche Versionen der einzelnen Modelle konkret betroffen sind, haben wir hier für Sie aufgelistet.

Welche Folgen hatte der Porsche-Abgasskandal?

Für Porsche bedeutete der Abgasskandal einen erheblichen Imageschaden und brachte hohe Kosten in Form von Rückrufaktionen, Schadenersatzzahlungen und eines Bußgeldes von 535 Millionen Euro mit sich. Aber auch für die Verbraucher hatte der Porsche-Abgasskandal Konsequenzen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

In welchen Modellen kam es bei Porsche zur Abgas-Manipulation?

Ist mein Porsche vom Abgasskandal betroffen? Nur einige Modelle sind Gegenstand des Skandals.
Ist mein Porsche vom Abgasskandal betroffen? Nur einige Modelle sind Gegenstand des Skandals.

Die Firma Porsche stellt keine eigenen Dieselmotoren her. Aus diesem Grund war der Autohersteller relativ lange nicht Ziel der Untersuchungen. Im Modell Porsche Cayenne von 2015 ist allerdings ein 3,0-Liter-TDI-Motor (VW EA897) verbaut, der von der Schwesterfirma Audi hergestellt wurde. Bei diesem Motor entdeckte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 2017 illegale Abschalteinrichtungen, die die Emissionswerte verfälschten. Somit ist auch der Porsche Cayenne vom Abgasskandal betroffen.

Die mit den Abschalteinrichtungen ausgestatteten Fahrzeuge konnten im Test die gesetzlichen Grenzwerte für Abgase unterschreiten und so als Euro-6-Motoren klassifiziert werden. Durch diese Bezeichnung, die für einen besonders geringen Ausstoß steht und die für die meisten Städte zugelassen ist, erhöht sich der Marktwert eines Fahrzeugs erheblich. Die Enthüllung, dass die gemessenen Abgaswerte dank illegaler Software verfälscht wurden und die betroffenen Autos die Euro-6-Norm in Wahrheit gar nicht erfüllten, führte somit zu einem erheblichen Wertverlust für die Autobesitzer.

Illegale Manipulationen durch eine Steuerungssoftware wurden auch in den Modellen Porsche Macan und im Porsche Panamera nachgewiesen. Damit sind sämtliche Diesel-Fahrzeuge von Porsche vom Abgasskandal betroffen. Alle anderen Autos dieser Marken verfügen über einen Benzin-Motor.

Mittlerweile hat Porsche die Produktion von Diesel-Fahrzeugen komplett eingestellt und konzentriert sich nun auf optimierte Benzin-Motoren, Hybrid- und Elektroantriebe. Die vom Abgasskandal betroffenen Porsche-Modelle können somit nur noch gebraucht und nicht mehr als Neuwagen erworben werden.

Sind alle Modelle des Porsche Cayenne vom Abgasskandal betroffen?

Nur bestimmte Porsche Cayenne Diesel sind vom Abgasskandal betroffen.
Nur bestimmte Porsche Cayenne Diesel sind vom Abgasskandal betroffen.

Nicht alle Modelle des Porsche Cayenne sind vom Abgasskandal betroffen. Dies gilt nur für Diesel-Fahrzeuge, die mit dem Motor VW EA897 oder EA898 ausgerüstet sind. Betroffen ist demnach hauptsächlich der Cayenne Typ 92 A. Das Nachfolgemodell vom Typ PO536, welches ab 2017 produziert wurde, ist nur als Version mit Ottomotor und mit Plug-in-Hybridantrieb erhältlich. Die ursprünglich angekündigte Version mit Dieselmotor wurde nie eingeführt.

Konkret wurden vermutlich folgende Cayenne-Versionen manipuliert:

  • Porsche Cayenne 3,0 Liter V6 (EA897) (Euro 5)
  • Porsche Cayenne 3,0 Liter V6 (EA897) (Euro 6)
  • Porsche Cayenne 4,2 Liter V8 (EA897) (Euro 5)
  • Porsche Cayenne 4,2 Liter V8 (EA898) (Euro 6)

Folgende Versionen des Porsche Macan bzw. Porsche Panamera sind ebenfalls betroffen:

  • Porsche Macan 3,0 Liter V6 (EA897) (Euro 6)
  • Porsche Panamera 3,0 Liter V6 (EA897) (Euro 5)
  • Porsche Panamera 4,0 Liter V8 (EA898) (Euro 6)

Kam es zu einem Rückruf des Porsche Cayenne, Macan oder Panamera?

Während der Porsche-Abgasskandal enthüllt wurde, kam es zu empörten Reaktionen von Seiten der Bevölkerung und der Medien. Doch auch die Regierung griff zu Maßnahmen: Das Verkehrsministerium verfügte ein Zulassungsverbot des betroffenen Porsche Cayenne. Außerdem wurden die sich bereits im Umlauf befindenden 22.000 Fahrzeuge des Typs zurückgerufen.

Bereits 2016 kam es außerdem zu einem “freiwilligen Rückruf” von Porsche. Der Hersteller wollte die Dieselmotoren von 10.500 Macan mit einer neuen Steuerungssoftware ausstatten. Im Jahr 2018 wurde Porsche bei 53.000 Porsche Macan zu einem Rückruf zu Untersuchungszwecken aufgefordert, da auch bei diesen der Motor VW EA897 in Verbindung mit einer verfälschenden Software Anwendung fand.

2019 erfolgte schließlich auch ein Rückruf für den Porsche Panamera, von dem allerdings nur wenige Fahrzeuge betroffen waren: etwa 1000 in Deutschland und mehr als 3000 weltweit. Das liegt daran, dass nur Modelle aus einer relativ kurzen Produktionszeit betroffen waren, nämlich von Baujahr 2016 bis Baujahr 2017.

Welche Möglichkeiten haben Opfer des Porsche-Abgasskandals?

Porsche-Abgasskandal: Wollen Sie Schadenersatz geltend machen, müssen Sie Klage einreichen.
Porsche-Abgasskandal: Wollen Sie Schadenersatz geltend machen, müssen Sie Klage einreichen.

Wenn Sie im Besitz eines betroffenen Autos sind und beim Rückruf von Porsche Cayenne, Macan oder Panamera im Abgasskandal nicht berücksichtigt wurden, haben Sie die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten. Es gibt zahlreiche Anwaltskanzleien, die sich auf Klagen im Zuge der Abgasaffäre spezialisiert haben. Diese Kanzleien bieten an, Klagen für Sie vor Gericht durchzusetzen, damit auch Sie Ihr Auto zurückgeben können oder Schadenersatz erhalten.

Neben solchen Klagen, von denen im gesamten “Dieselgate” bereits mehrere Tausend geführt wurden, ist Porsche auch direkt wegen Verstoßes gegen geltendes EU-Recht und wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt worden. Dies führte bereits zu mehreren erfolgreichen Klagen geschädigter Autokäufer, denen Porsche Schadenersatz zahlen musste.

Aber aufgepasst: Wollen Sie Ansprüche gegen Porsche geltend machen, müssen Sie dafür Klage einreichen und zwar innerhalb der geltenden Verjährungsfrist. Diese beträgt 3 Jahre und beginnt in dem Moment zu laufen, in dem bekannt wird, dass ein bestimmtes Porsche-Modell vom Abgasskandal betroffen ist. Sind Sie sich nicht sicher, ob die Verjährungsfrist für Sie bereits verstrichen ist, können Sie dies von einem Anwalt prüfen lassen.

Was sind die Folgen des Porsche-Abgasskandals?

Durch den Porsche-Cayenne-Diesel-Abgasskandal sowie den Porsche-Macan-Abgasskandal wurde nicht nur der Ruf des renommierten deutschen Herstellers beschädigt, er musste auch gehörig für den Betrug zahlen: Neben den Kosten für die verschiedenen Rückrufaktionen wurde Porsche von der Staatsanwaltschaft München zu einem Bußgeld von 535 Millionen Euro verurteilt.

Geschädigt ist aber besonders der Verbraucher, der nicht nur sein Vertrauen in die deutsche Automobilindustrie verloren, sondern auch einen enormen Mehraufwand hat: Dieselfahrzeuge des Herstellers erleiden im Porsche-Abgas-Skandal einen hohen Wertverlust, der wiederum den betroffenen Kunden schädigt, der das Auto nicht zum angemessenen Preis wieder verkaufen kann.

Schlussendlich sind also die Verbraucher die Leidtragenden, die für eine Leistung gezahlt haben, welche nicht erbracht wurde und die unwissend erhöhte Mengen an Stickstoff in die Atmosphäre ausgestoßen haben.

Laut Berechnungen, die in der Zeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht wurden, sollen durch die Mehrausstöße Todesfälle mit insgesamt 29.000 verlorenen Lebensjahren gefördert worden sein, die andernfalls hätten vermieden werden können.

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