Euro-Abgasnorm: Welche Bedeutung hat diese für Pkw, Lkw & Co.?

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 2. Juli 2019

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Seit dem Diesel-Skandal: Die Abgasnorm bleibt in den Schlagzeilen

Die neue Abgasnorm für Diesel-Fahrzeuge soll für saubere Luft sorgen.

Die neue Abgasnorm für Diesel-Fahrzeuge soll für saubere Luft sorgen.

Der VW-Abgasskandal, der im Herbst 2015 publik wurde, zeigte, dass bestimmte Diesel-Fahrzeuge im realen Fahralltag sehr viel mehr gefährliche Abgase ausstoßen als bei Tests und Kontrollen auf dem Prüfstand. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem das Thema „Abgase“ nicht durch die Medien geistert.

Auf den Abgasskandal folgten Diskussionen rund um die Luftverschmutzung in deutschen Städten. Vor allem Diesel-Fahrzeuge sollen zu viele Stickoxide und zu große Mengen Feinstaub ausstoßen und damit eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstellen.

Im Zusammenhang mit Diesel-Fahrzeugen und drohenden Diesel-Fahrverboten in deutschen Städten fällt nun immer häufiger der Begriff der Abgasnorm. Doch was bedeutet dieser tatsächlich? In welchen Zusammenhängen ist die Abgasnorm relevant? Unser Ratgeber gibt Fahrzeugbesitzern wichtige Informationen an die Hand, um im nicht immer leicht zu durchschauenden Nachrichten-Wirrwarr den Überblick zu behalten.

Spezifische Informationen zu den Abgasnormen

Welche Bedeutung hat die Abgasnorm?

Was ist eine Abgasnorm eigentlich und warum ist sie so wichtig? Diese Fragen stellen sich viele Fahrzeugbesitzer in den letzten Wochen und Monaten. Die Erklärung ist ganz einfach: Eine Abgasnorm gibt vor, welche Menge an Schadstoffen ein Fahrzeug ausstoßen darf. Zu diesen Schadstoffen gehören unter anderem:

Interessieren Sie sich für einen Neuwagen, sollten Sie sich auch über die Abgasnorm informieren.

Interessieren Sie sich für einen Neuwagen, sollten Sie sich auch über die Abgasnorm informieren.

  • Stickoxide
  • Kohlenwasserstoffe
  • Kohlenmonoxid
  • Feinstaub

Die Begrenzung der erlaubten Emissionen soll dazu beitragen, die Luft reinzuhalten und damit die Umwelt und die Gesundheit der Menschen zu schützen. Dabei ist Folgendes zu beachten: Bei der Festlegung der Grenzwerte für eine Abgasnorm wird unterschieden, ob es sich beim Fahrzeug um einen Diesel oder einen Benziner handelt.

Ein Diesel-Fahrzeug stößt grundsätzlich mehr Schadstoffe aus als ein Benziner. Aus diesem Grund gibt es für die beiden Typen unterschiedlich hohe Grenzwerte. Zusätzlich gibt es andere Grenzwerte für andere Fahrzeugklassen – also etwa Lkw oder Motorräder.

Die verschiedenen Abgasnormen werden mit Zahlen voneinander unterschieden: Dabei ist die Abgasnorm Euro 1 die schlechteste und älteste. Je höher die Zahl, desto weniger Schadstoffe stößt ein Fahrzeug aus. Die neueste Abgasnorm ist Euro 6, welche wiederum in verschiedene Unterklassen eingeteilt werden kann.

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Ab September 2019: Abgasnorm Euro 6d-TEMP

Wie wir bereits erwähnt haben, gliedert sich die Abgasnorm Euro 6 in unterschiedliche Unterklassen, welche jeweils eine Verschärfung der erlaubten Emissionen mit sich bringen. Die Norm Euro 6b musste von neu eingeführten Autotypen im Genehmigungsverfahren bereits ab dem 1. September 2014 eingehalten werden. Für alle neu zugelassenen Fahrzeuge galten die Grenzwerte ab dem 1. September 2015.

Die neue Diesel-Abgasnorm Euro 6d-TEMP kommt für Neuwagen, die ab dem 1. September 2019 zugelassen werden. Die Grenzwerte sind die gleichen wie für die Abgasnorm Euro 6c. Allerdings bestehen hier Unterschiede hinsichtlich des Prüfverfahrens. Ab Euro 6d-TEMP ist ein zusätzlicher Check auf der Straße (Real Driving Emissions – kurz RDE genannt) nötig. Zusätzlich wird nach dem realitätsnäheren Testverfahren WLTP, auf welches wir später noch genauer eingehen werden, gemessen.

Doch auch die Abgasnorm Euro 6d-TEMP ist nur eine Übergangslösung. Sie wird ab dem 1. Januar 2021 von der Euro-6d-Norm für neu zugelassene Fahrzeuge abgelöst.

Europäische Abgasnorm: Was hat sie mit den Diesel-Fahrverboten zu tun?

Die Abgasnorm über die Schlüsselnummer ermitteln: Im Fahrzeugschein finden Sie die nötigen Infos.

Die Abgasnorm über die Schlüsselnummer ermitteln: Im Fahrzeugschein finden Sie die nötigen Infos.

Seit Mai 2018 dürfen Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 5 und schlechter in Hamburg zwei bestimmte Straßenabschnitte nicht mehr befahren. Die Elbmetropole war damit die erste Stadt, die ein Diesel-Fahrverbot eingeführt hat.

Zum 1. Januar 2019 zog dann Stuttgart nach. Die baden-württembergische Hauptstadt verbietet seitdem unter anderem Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 4 und schlechter das Befahren der Umweltzone. Doch warum wurden diese Fahrverbote überhaupt eingeführt?

Kraftfahrzeuge stoßen umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe aus. Die Europäische Umweltagentur (EUA) geht davon aus, dass in Deutschland bis zu 40.000 Menschen pro Jahr durch diese Emissionen erkranken und in Folge dessen sterben. Bereits 2008 wurde durch die Europäische Luftqualitätsrichtlinie festgelegt, dass in Europa bestimmte Grenzwerte bezüglich der Konzentration von Schadstoffen in der Luft eingehalten werden müssen. So sollen Umwelt und Gesundheit der Menschen geschützt werden.

In vielen deutschen Städten werden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid jedoch weiterhin überschritten. Die betroffenen Städte sind dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen. Als wirksames Mittel werden Fahrverbote für Kraftfahrzeuge, die vergleichsweise große Mengen an schädlichen Stoffen ausstoßen, angesehen.

Hier kommt dann die Abgasnorm mit ins Spiel. Wie wir bereits wissen, gibt die Abgasnorm an, welche Grenzwerte ein Fahrzeug bezüglich des Ausstoßes von Luftschadstoffen einhält. Je höher die Zahl der Euro-Norm, desto weniger Schadstoffe emittiert ein Kfz. Aus diesem Grund dürfen nur noch Fahrzeuge, die eine bestimmte Abgasnorm einhalten, in Städte eiinfahren, die mit Problemen hinsichtlich der Einhaltung von Stickoxid-Grenzwerten zu kämpfen haben.

Welches Bußgeld droht, wenn Sie mit falscher Abgasnorm in eine Fahrverbotszone einfahren? Bislang (Stand März 2019) gibt es noch keine bundesweit einheitlichen Regelungen. In Hamburg müssen Pkw-Fahrer momentan mit einem Bußgeld in Höhe von 25 Euro rechnen. Bei Lkw werden hingegen 75 Euro fällig. Anders verhält es sich in Stuttgart. Hier drohen Bußgelder in Höhe von 80 Euro – egal, ob es sich um einen Pkw oder Lkw handelt.
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Welche Abgasnorm hat mein Auto? So finden Sie es heraus!

Bislang (Stand März 2019) gibt es in Deutschland zwei Städte mit gültigen Diesel-Fahrverboten: Hamburg und Stuttgart. Im Laufe des Jahres 2019 sollen jedoch noch weitere Städte dazu kommen. Dazu zählen unter anderem:

Momentan müssen Neuwagen die aktuelle Abgasnorm Euro 6c erfüllen. Ab September 2019 folgt Euro 6d-TEMP.

Momentan müssen Neuwagen die aktuelle Abgasnorm Euro 6c erfüllen. Ab September 2019 folgt Euro 6d-TEMP.

  • Berlin: bis spätestens Juni 2019
  • Bonn: April 2019
  • Darmstadt: Mitte 2019
  • Essen: 1. Juli 2019
  • Frankfurt: noch offen
  • Gelsenkirchen: 1. Juli 2019
  • Köln: April 2019
  • Mainz: eventuell 1. September 2019

Mit Blick auf die drohenden Fahrverbote fragen sich viele Diesel-Besitzer, ob sie auch betroffen sind und bald nicht mehr in jede Stadt fahren dürfen. Wie wir bereits erwähnt haben, ist für das Befahren der entsprechenden Fahrverbotszonen die jeweilige Abgasnorm des Fahrzeugs entscheidend.

Doch welche Abgasnorm erfüllt eigentlich mein Auto? Leider ist dies nicht auf dem Nummernschild vermerkt, auch die Umweltplakette gibt keinen genauen Aufschluss. Wie können Fahrzeugbesitzer also vorgehen?

Sie können die für Ihr Fahrzeug zutreffende Abgasnorm im Fahrzeugschein (offiziell Zulassungsbescheinigung Teil I genannt) nachlesen. Entscheidend für die Abgasnorm ist eine Schlüsselnummer. Diese finden Sie an der folgenden Stelle im Fahrzeugschein:

  • Fahrzeugschein wurde vor 2005 ausgestellt: Sie finden die Schlüsselnummer für die Abgasnorm oben links im Fahrzeugschein unter dem Eintrag „Schlüsselnummer – zu 1“.
  • Fahrzeugschein wurde ab 2005 ausgestellt: In diesem Fall geben die letzten beiden Ziffern im Feld 14.1 Auskunft über die Schlüsselnummer und damit über die Abgasnorm.

Um über den Fahrzeugschein die Euro-Abgasnorm zu ermitteln, müssen Sie nun noch einen Blick in die folgende Liste werfen. Dieser können Sie entnehmen, welche Schlüsselnummer welcher Abgasnorm entspricht:

Euro 101, 02, 03, 04, 09, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 21, 22, 77
Euro 225, 26, 27, 28, 29, 34, 35, 40, 41, 49, 71
Euro 330, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61
Euro 432, 33, 38, 39, 43, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70
Euro 5a35AO bis 35EO
Euro 5b35FO bis 35MO
Euro 636NO bis 36VO
Euro 6b36WO bis 36YO (Prüfung nach NEFZ); 36BA bis 36BC (Prüfung nach WLTP)
Euro 6c36ZA bis 36ZF (Prüfung nach NEFZ); 36AA bis 36AF (Prüfung nach WLTP)
Euro 6d-TEMP36ZG bis 36ZI (Prüfung nach NEFZ); 36AG bis 36AI, 36BG bis 36BI (Prüfung nach WLTP)
Euro 6d36ZJ bis 36ZL (Prüfung nach NEFZ); 36AJ bis 36AL (Prüfung nach WLTP)
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Wie soll die Abgasnorm beim Befahren der Fahrverbotszone überprüft werden?

Ob ein Auto die richtige Abgasnorm hat, muss die Polizei momentan aufwendig prüfen.

Ob ein Auto die richtige Abgasnorm hat, muss die Polizei momentan aufwendig prüfen.

In Hamburg dürfen Diesel mit den Abgasnormen Euro 1 bis Euro 5 bestimmte Straßen nicht mehr befahren. In Stuttgart gilt das Fahrverbot in der aktuellen Umweltzone, welche das gesamt Stadtgebiet umfasst. Dort dürfen Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 4 oder schlechter nicht mehr fahren.

Doch wie sollen die Behörden überhaupt überprüfen, welches Fahrzeug die entsprechende Abgasnorm einhält und damit die erlaubten Grenzwerte für Abgase einhält? Das große Problem in diesem Zusammenhang: Keinem Fahrzeug ist von außen und auf den ersten Blick anzusehen, welche Abgasnorm es erfüllt. Die Umweltplakette gibt keinen direkten Aufschluss über die genaue Abgasnorm und ist deshalb nicht für die Prüfung geeignet.

Stattdessen wird in Hamburg beispielsweise wie folgt vorgegangen: Hier kommt es zu stichprobenartigen, individuellen Kontrollen durch Polizeibeamte. Ihre Aufgabe ist es, einzelne Fahrzeuge anzuhalten und dann die Fahrzeugpapiere zu konsultieren. Sie müssen dabei die relevante Schlüsselnummer heraussuchen und können dann die Abgasnorm feststellen.

Hierbei handelt es sich jedoch um ein äußerst aufwändiges und zeitraubendes Unterfangen. Umfangreiche Kontrollen würden unweigerlich zu langen Staus führen und den Verkehr behindern. Des Weiteren müssen dafür viele Polizeibeamte abgestellt werden, die dann an anderer Stelle fehlen.

Umstritten: Blaue Plakette und automatische Kennzeichenüberprüfung

Aus diesem Grund werden schon seit einiger Zeit alternative Herangehensweisen diskutiert. Einer der Vorschläge sieht vor, eine blaue Plakette für „saubere“ Autos, welche die aktuelle Abgasnorm einhalten, einzuführen. Das würde es den Polizeibeamten erlauben, auf einen Blick zu erkennen, ob ein Fahrzeug gegen das Fahrverbot verstößt oder ob es rechtmäßig die Zone befährt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CDU lehnt die Einführung einer neuen Plakette jedoch ab.

Eine weitere Möglichkeit, um die Abgasnorm von Fahrzeugen zu überprüfen, wäre die automatisierte Kontrolle mit Hilfe von Videotechnik. Kameras würden dabei die Kfz-Kennzeichen aller Fahrzeuge, die in eine Fahrverbotszone einfahren, aufnehmen. Sodann wäre ein Abgleich mit Informationen aus dem Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) möglich. Im ZFZR werden unter anderem sowohl Halter- als auch Fahrzeugdaten – dazu gehören auch Abgaben zur Abgasnorm – gespeichert.

Somit könnte die Technik zeitnah herausfiltern, welche Fahrzeuge unrechtmäßig eine Fahrverbotszone befahren. Datenschützer und viele andere Stellen kritisieren jedoch die automatische Kontrolle von Kfz-Kennzeichen. Vor allem wird angemerkt, dass eine automatische Überwachung unverhältnismäßig sei. Des Weiteren geben Kritiker zu bedenken, dass die Kontrollen verfassungsrechtlich bedenklich seien.

Auto-Abgasnorm und Plakette für die Umweltzone – Welche Verbindung besteht?

Nur Autos, die eine gewisse Abgasnorm erfüllen und eine entsprechende Plakette vorweisen, dürfen eine Umweltzone befahren.

Nur Autos, die eine gewisse Abgasnorm erfüllen und eine entsprechende Plakette vorweisen, dürfen eine Umweltzone befahren.

Bereits im Jahr 2008 wurden in Deutschland die ersten Umweltzonen – in Hannover, Köln und Berlin – eingerichtet. Hierbei handelt es sich um speziell ausgezeichnete Gebiete, in welche nur Fahrzeuge einfahren dürfen, die bestimmte Abgasstandards einhalten.

Im März 2019 gibt es mittlerweile 58 Umweltzonen in Deutschland. Die letzte davon wurde am 31. Januar in Limburg an der Lahn (Hessen) eingerichtet. Doch warum gibt es diese speziellen Zonen eigentlich und spielt die Abgasnorm eines Fahrzeugs in diesem Zusammenhang eine Rolle?

Eine Umweltzone dient dem Schutz der Menschen. Fahrzeuge stoßen, wie bereits erwähnt, gewisse Schadstoffe aus, welche gesundheitsgefährdend sind. Vor allem in innerstädtischen Bereichen, wo viele Kfz unterwegs sind, werden festgelegte Grenzwerte häufig überschritten.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, dürfen nur noch Fahrzeuge, die vergleichsweise wenige Schadstoffe ausstoßen, in die Umweltzone einfahren. Welches Kfz draußen bleiben muss oder einfahren darf, wird mittels der sogenannten Umweltplakette überprüft.

Momentan gibt es drei verschiedene Plaketten: die rote, die gelbe und die grüne Umweltplakette. Welches Fahrzeug welche Plakette erhält, hängt davon ab, welche Euro-Abgasnorm es erfüllt. Folgende Liste zeigt, welche Zusammenhänge bestehen. Dabei ist zu beachten: Die Abgasnorm entspricht nicht der Zahl, die auf der Umweltplakette zu finden ist.

 Rote Plakette
(Schad­stoff­gruppe 2)
Gelbe Plakette
(Schad­stoff­gruppe 3)
Grüne Plakette
(Schad­stoff­gruppe 4)
DieselEuro 2 oder Euro 1 mit Partikel­filterEuro 3 oder Euro 2 mit Partikel­filterEuro 4 und besser oder Euro 3 mit Partikel­filter
Benziner--Euro 1 und besser

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Es gibt auch Fahrzeuge, die gar keine Plakette erhalten. Hierzu gehören Diesel-Kfz der Abgasnorm Euro 1 oder schlechter sowie Benziner ohne geregelten Kat nach Anlage XXIII zur Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Auch Fahrzeuge, die mit Erdgas, Flüssiggas sowie Ethanol angetrieben werden, erhalten in der Regel eine grüne Plakette. Für viele verwunderlich: Obwohl Elektrofahrzeuge keine Abgase ausstoßen, dürfen diese nicht einfach in eine Umweltzone einfahren. Auch diese benötigen eine grüne Plakette – die sie natürlich problemlos erhalten. Ein E-Kennzeichen reicht als Nachweis nicht aus.
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Abgasnorm für Lkw: Euro I bis VI

Auch für Lkw ist die Abgasnorm von Bedeutung.

Auch für Lkw ist die Abgasnorm von Bedeutung.

Natürlich stoßen auch Nutzfahrzeuge wie Lkw oder Busse Schadstoffe aus. Aus diesem Grund werden auch diese Fahrzeuge in eine bestimmte Abgasnorm eingeordnet. Für Lkw und Co. über 3,5 Tonnen sind die Abgasnormen Euro I bis Euro IV relevant. Je höher die Klasse, desto geringer ist dabei der Schadstoffausstoß.

Im Gegensatz zu Pkw findet die Prüfung hinsichtlich der Einhaltung der Abgasnorm für Lkw nicht auf dem Rollenprüfstand – hier werden die Räder auf eine Rolle übertragen – statt. Stattdessen wird auf den Motorenprüfstand zurückgegriffen. Dabei wird nur der Motor an sich geprüft. Die neue EU-Abgasnorm Euro VI für Lkw sorgt laut Angaben des Umweltbundesamtes dafür, dass im Vergleich mit der Norm Euro V bis zu 80 Prozent weniger Stickoxide ausgestoßen werden. Des Weiteren werden etwa 67 Prozent weniger Partikel emittiert.

Wussten Sie schon? Lkw werden mit einer bestimmten Technik ausgestattet, damit sie weniger Schadstoffe ausstoßen und so die strenge Abgasnorm erfüllen. Die Hersteller setzen dabei vor allem auf die selektive katalytische Reduktion (SCR) mittels Harnstofflösung, AdBlue genannt. In einigen Fällen wird diese Technologie auch in Verbindung mit einer sogenannten Abgasrückführung eingesetzt. Doch wie funktionieren diese eigentlich? Das möchten wir im Folgenden kurz erläutern:

  • SCR: AdBlue wird eingesetzt, um Abgase zu behandeln. Die Harnstofflösung wird in den SCR-Kataloysator injiziert. Dort werden die Stickoxide dann in Wasserstoff und Stickstoff umgewandelt.
  • Abgasrückführung: Zur Einhaltung der Abgasnorm trägt auch die Abgasrückführung bei. Grundlage ist hierbei, dass bei hohen Verbrennungstemperaturen im Motor zusätzliche Stickoxide entstehen. Um dies zu verhindern, wird diese Temperatur durch die Abgasrückführung gesenkt. Das funktioniert wie folgt: Am Abgaskrümmer wird eine bestimmte Menge Abgas entnommen. Es erfolgt dann eine erneute Zumischung zur Ansaugluft. Das führt dazu, dass der Sauerstoffanteil im Gemisch aus Luft und Kraftstoff verringert wird, was wiederum die Senkung der Verbrennungstemperatur zur Folge hat.
Vor allem Lkw, die im Fernverkehr eingesetzt werden, haben in der Regel eine äußerst hohe Laufleistung pro Jahr. Das führt dazu, dass diese meist auch sehr rasch ersetzt werden. Ihr Durchschnittsalter liegt nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie bei 4,4 Jahren. Diese häufige Ersetzung sorgt dafür, dass häufig neue Modelle auf die Straße kommen, welche die neueste Abgasnorm erfüllen. Experten gehen davon aus, dass dies einen großen Beitrag zur Verringerung des Ausstoßes von Stickoxiden leisten kann.

Sind Lkw tatsächlich so große Dreckschleudern?

Neue Abgasnorm: Ein Motorrad muss ab 2020 die Euro-5-Norm erreichen.

Neue Abgasnorm: Ein Motorrad muss ab 2020 die Euro-5-Norm erreichen.

Was viele Laien überraschen mag: Bei einem Vergleich zwischen kleinen Diesel-Pkw und einem großen Lkw fällt auf, dass Letztere deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen, obwohl diese bis zu fünf Mal mehr Kraftstoff verbrauchen.

Laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes mit Sitz und Flensburg und dem International Council on Clean Transportation (ICCT) stießen Lkw, die auf dem neuesten Stand der Technik sind, Anfang 2017 etwa 200 mg Stickoxide pro Kilometer aus. Ein Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 6 kam zu dieser Zeit hingegen auf etwa 500 mg.

Doch wie lassen sich diese Unterschiede erklären? Die rechtlichen Grundlagen sind zu diesem Zeitpunkt für Lkw und Busse sehr viel strenger als für Pkw. Bereits im Jahr 2013 wurde die Abgasnorm Euro VI eingeführt. Diese sieht weitaus härtere Abgastests vor. Bei diesen erfolgen Messungen an gewissen Punkten im sogenannten Motorkennfeld. Diese Punkte werden zufällig ausgewählt, so dass die Hersteller im Vorfeld keine entsprechende Optimierung vornehmen können.

Des Weiteren finden die Messungen zur Einhaltung der Abgasnorm nicht nur bei der Einführung eines neuen Lkw statt. Auch noch später, bis zu 7 Jahre bzw. nach einer maximalen Laufleistung von 700.000 Kilometern, können Nachkontrollen angeordnet werden. Diese finden dann im praktischen Betrieb, also auf der Straße, mithilfe von mobilen Messgeräten statt.

Die genannte Studie wurde Anfang des Jahres 2017 veröffentlicht. Seitdem hat sich auch bei Pkw einiges getan. Seit dem 1. Spetember 2018 gilt ein neues Prüfverfahren – genannt Worldwide Harmonized Light Vehicles Text Procedure (kurz WLTP). Zwar wird auch hier weiterhin vornehmlich auf dem Prüfstand getestet, dafür entspricht das getestete Fahrprofil eher einem herkömmlichen Fahrverhalten und kommt damit der Realität sehr viel näher. Zusätzlich wird jedoch noch eine Messfahrt auf der Straße durchgeführt. Das neue Verfahren führt allerdings dazu, dass realistischere und damit in der Regel auch höhere CO2- sowie Verbrauchswerte ermittelt werden. Das hat unter anderem Einfluss auf die Höhe der Kfz-Steuer.

Abgasnorm für Ihr Motorrad: Ab 2020 gilt die Euro-5-Norm

Was für Pkw und Lkw gilt, ist ebenso für Motorräder zu beachten. Auch Zweiräder müssen bestimmte Grenzwerte bezüglich Schadstoffemissionen einhalten. Zusätzlich sind gewisse Anforderungen hinsichtlich der Geräuschwerte zu beachten.

Momentan gibt es bei Motorrädern die EU-Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4. Letztere gilt seit Beginn des Jahres 2016 für alle Krafträder – allerdings nur für solche, die nach dem 01.01.2016 neu auf den Markt gekommen sind. Motorräder mit der Abgasnorm Euro 4 dürfen unter anderem maximal 1.140 mg/km Kohlenmonoxid ausstoßen.

Schon bald gibt es jedoch eine weitere Neuerung. Ab 2020 müssen Neufahrzeuge die Abgasnorm Euro 5 erreichen. Hier gelten wiederum strengere Grenzwerte bezüglich Kohlenstoffmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide. Eine zweite Stufe der Euro-5-Norm für Motorräder soll dann 2024 in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt müssen Krafträder noch bessere Werte hinsichtlich der Geräuschentwicklung aufweisen.

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Besteht ein Zusammenhang zwischen Abgasnorm und Kfz-Steuer?

Die Abgasnorm beeinflusst die Kfz-Steuer - wenn die Erstzulassung bis zum 30. Juni 2009 stattgefunden hat.

Die Abgasnorm beeinflusst die Kfz-Steuer – wenn die Erstzulassung bis zum 30. Juni 2009 stattgefunden hat.

Wie wir bereits erwähnt haben, hat die Abgasnorm für Dieselfahrzeuge und Benziner einen Einfluss darauf, welche Umweltplakette das entsprechende Kfz erhält. Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtigen Bereich, in welchem die europäische Abgasnorm von Bedeutung ist. Hierbei handelt es sich um die Kfz-Steuer.

Wie hoch die Kfz-Steuer für einen Pkw ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundlegend ist hierbei zunächst, wann das Fahrzeug zum ersten Mal zugelassen wurde. Handelt es sich um einen Pkw mit Erstzulassung bis zum 30. Juni 2009, sind die folgenden Parameter entscheidend:

  • Art des Antriebs (Diesel-, Otto- oder Wankelmotor)
  • Hubraum in ccm
  • Euro-Norm bzw. Emissionsschlüssel

Dabei ist unter anderem zu beachten: Je schlechter die Abgasnorm, desto höher fällt die Kfz-Steuer für einen Pkw aus. Für einen Pkw mit Diesel-Motor der Abgasnorm Euro 3 oder besser beträgt die Steuer pro angefangene 100 ccm Hubraum 15,44 Euro. Bei einem Fahrzeug mit Euro 1 steigt der Betrag im Vergleich auf 27,35 Euro.

Andere Regelungen sind jedoch bei Pkw zu beachten, die ab dem 1. Juli 2009 zum ersten Mal zugelassen wurden. Hier ist neben der Antriebsart und dem Hubraum nicht die Abgasnorm, sondern der CO2-Wert entscheidend für die Höhe der Kfz-Steuer.

Lässt sich die Abgasnorm eines Fahrzeugs verbessern?

Angesichts der bereits bestehenden und den drohenden Fahrverboten für bestimmte Fahrzeuge fragen sich viele Kfz-Besitzer, ob es möglich ist, die Abgasnorm ihres Pkw zu verbessern. Grundsätzlich ist dies durch verschiedene bauliche Veränderungen möglich. Inwiefern sich diese jedoch für Sie lohnen, ist je nach Einzelfall zu entscheiden. Ob eine Nachrüstung tatsächlich lohnenswert ist, hängt nämlich vor allem davon ab, wie teuer der Umbau ausfällt und wie lange Sie noch gedenken, das Kfz zu fahren.

Momentan gibt es drei Optionen, welche es erlauben, dass die Abgasnorm eines Diesel-Fahrzeugs verbessert wird:

  1. Aufrüst-Katalysator: Ein Katalysator dient der Nachbehandlung von Abgasen und senkt die Emissionen. Diese Form des Umbaus kommt nur für Kfz mit Oxy-Kat in Frage. Hier ist eine Verbesserung von Euro 1 auf Euro 2 möglich.
  2. Nachrüstung eines Katalysators: Diese Nachrüstung kommt in Frage, wenn ein Kfz bislang über gar keinen Kat verfügt. So ist eine Verbesserung von Euro 00 auf Euro 1 bzw. Euro 2 möglich.
  3. Einbau eines Rußpartikelfilters: Dieser spezielle Filter senkt die Ruß-Emissionen.
Hier ist zu erkennen, dass die Umbaumaßnahmen für ältere Modelle mit sehr schlechter Abgasnorm in Frage kommen. Wie verhält es sich aber mit neueren Fahrzeugen? Kann ein Pkw mit Abgasnorm Euro 5 auf Euro 6 verbessert werden, um Fahrverbote zu umgehen? Zwar haben verschiedene Firmen bereits Lösungen für eine Hardware-Nachrüstung mit speziellen Kats entwickelt. Allerdings liegen für diese immer noch keine Genehmigungen vonseiten des Kraftfahrt-Bundesamtes vor (Stand März 2019).
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