Gehören Euro-6-Diesel ohne AdBlue der Vergangenheit an?

Von Julia, letzte Aktualisierung am: 3. Dezember 2019

Ein Skandal sorgte für den Erfolg der „blauen“ Flüssigkeit

Steht der Euro-6-Diesel ohne AdBlue vor dem Aus?
Steht der Euro-6-Diesel ohne AdBlue vor dem Aus?

In Zeiten von Fridays for Future und lange nach dem Diesel-Skandal werden umweltfreundliche Fortbewegungsmittel immer wichtiger. Einige Städte haben sich sogar vorgenommen, in Zukunft völlig frei von Autos zu werden. Andere Kommunen wie beispielsweise Stuttgart halten am Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge fest, das es Autos mit schlechten Abgaswerten verbietet, in die Innenstadt zu fahren. Daneben ist die Einführung einer blauen Euro-6-Plakette denkbar, die saubere Diesel kennzeichnet.

In diesem Zuge wurde AdBlue eingeführt. Doch was ist das genau? Ist die Flüssigkeit nun Vorschrift in allen Fahrzeugen? Was bewirkt sie eigentlich? Und gibt es noch Euro-6-Diesel ohne AdBlue? Das und mehr erfahren Sie im folgenden Text.

FAQ: Euro-6-Diesel ohne AdBlue

Gibt es noch Diesel der Euro-Norm 6 ohne Harnstoff?

Aktuell gibt es noch Diesel-Fahrzeuge der Euro-6-Norm, die ohne AdBlue auskommen. Da in den nächsten Jahren aber strengere Abgasgrenzwerte vor allem für Diesel eingeführt werden, müssen immer mehr Autos mit der Technik ausgestattet sein.

Sind Euro-6-Diesel ohne AdBlue vom Fahrverbot betroffen?

Das entscheidet jede Kommune selbst. Fakt ist: Diesel-Fahrzeuge mit AdBlue und entsprechendem SCR-Katalysator weisen weitaus bessere Schadstoffausstoßwerte auf. Das kann dazu führen, dass Sie mit einem Diesel der Euro-Norm 6 ohne AdBlue von Fahrverboten betroffen sein können.

Wie giftig ist AdBlue?

Es handelt sich bei AdBlue um eine ungiftige und im Übrigen durchsichtige Flüssigkeit. Dennoch sollte sie zügig abgewaschen werden, wenn sie mit der Haut in Kontakt kommt.

Was ist AdBlue?

Einige Diesel der Euro-Norm 6, die noch ohne AdBlue laufen, können in der Werkstatt nachgerüstet werden.
Einige Diesel der Euro-Norm 6, die noch ohne AdBlue laufen, können in der Werkstatt nachgerüstet werden.

Seit der Diesel-Affäre gelten strenge Vorschriften für den Ausstoß von Schadstoffen und für die Einhaltung der entsprechenden Grenzwerte. Ein Diesel der Euro-Norm 6 ohne AdBlue kann in einigen Städten von Durchfahrtverboten betroffen sein. Doch wie funktioniert die Technik eigentlich und was genau passiert mit den Schadstoffen?

Ein SCR-Katalysator (selektive katalytische Reduktion), der in vielen neuen Fahrzeugen eingebaut wird, spritzt die AdBlue-Flüssigkeit in den Abgastrakt des Autos. Das Gemisch aus synthetischem Harnstoff und Wasser reagiert dann mit den Stickoxiden, die bei einem Euro-6-Diesel ohne AdBlue in die Umwelt gelangen würden. Dabei entstehen ungiftige Stick- und Wasserstoffe. Das reduziert den Schadstoffausstoß um bis zu 90 Prozent.

Jedoch muss die Flüssigkeit in regelmäßigen Abständen nachgefüllt werden, da das Auto sonst irgendwann einfach stehen bleibt oder nicht mehr anspringt. Moderne Fahrzeuge warnen den Fahrer aber rechtzeitig.

Übrigens können einige Diesel-Modelle mit Euro 5 und 6, die noch ohne SCR-Katalysator (auch SCR-Kat) auskommen, umgerüstet werden, damit sie nicht etwa von Diesel-Fahrverboten betroffen sind. Die nötige Technik wird dann in einer Werkstatt eingebaut. Einige Hersteller übernehmen sogar die Kosten für die Umrüstung.

Diesel der Euro 6-Norm ohne AdBlue – Werden sie überhaupt noch hergestellt?

Es gibt einige Gründe, warum Autofahrer zum Teil lieber einen Euro-6-Diesel ohne AdBlue bzw. SCR-Kat fahren wollen:

Euro 6d-Temp: Ohne AdBlue geht es künftig voraussichtlich nicht mehr.
Euro 6d-Temp: Ohne AdBlue geht es künftig voraussichtlich nicht mehr.
  • Ein Pkw, der ohne AdBlue auskommt, spart Kosten: Die Flüssigkeit kostet etwa zwischen 7 und 10 Euro für 10 Liter.
  • Ohne SCR-Katalysator müssen Sie den Füllstand von AdBlue nicht beachten.
  • In der Anschaffung sind Euro 6-Diesel ohne AdBlue in der Regel günstiger.

Doch werden solche Fahrzeuge überhaupt noch hergestellt?

Künftig vermutlich nicht. Denn seit dem 1. September 2019 gelten strengere Vorschriften für die Grenzwerte, die Neufahrzeuge erfüllen müssen. Zunächst gilt eine Übergangsregelung, die Euro-6d-Temp-Diesel erlaubt. Ohne AdBlue kommen diese aber nicht mehr aus. Das „Temp“ dabei steht für „temporär“. Die Abgasnorm stellt eine Übergangslösung dar, damit die Autohersteller Zeit haben, sich auf die neue strenge Euro-6d-Norm einstellen können. Neue Fahrzeuge mit der Euro-Norm 6d-Temp dürfen nur bis Ende 2020 zugelassen werden. Danach müssen alle Neuwagen Euro 6d erfüllen.

Euro-6-Diesel ohne AdBlue liegen demnach künftig in weiter Ferne. Um das Klima weniger zu belasten und die Luft in Innenstädten sauberer zu halten, werden voraussichtlich noch viele Autos mit SCR-Katalysatoren und AdBlue-Speicher hergestellt. Die Flüssigkeit soll schrittweise an Tankstellen eingeführt werden, sodass sie direkt an der Zapfsäule nachgefüllt werden kann.

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