Bundesweiter Corona-Shutdown ab 02.11.2020: Alles auf Anfang?

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 29. Oktober 2020

Neuer Corona-Shutdown ab 02.11. - welche Regeln gelten ab Montag?
Neuer Corona-Shutdown ab 02.11. – welche Regeln gelten ab Montag?

Am Mittwoch war es wieder soweit: Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder steckten ihre Köpfe zusammen, um über weitere Corona-Maßnahmen zu beraten. Hintergrund sind die stetig steigenden Infektionszahlen. Zuletzt registrierte das Robert-Koch-Institut mehr als 16.000 Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Um eine weitere Eskalation und einen möglichen Gesundheitsnotstand noch abzuwenden, haben sich die Regierenden auf einen teilweisen Corona-Shutdown geeinigt. Er umfasst auch erneute Schließungen und weitere Kontaktbeschränkungen. Was aber gilt ab kommendem Montag genau?

Diese Regeln sieht der Corona-Shutdown ab 02.11.2020 vor

  • Kontaktbeschränkungen: Der geplante Corona-Shutdown sieht vor, dass sich künftig nur noch noch bis zu 10 Personen aus maximal 2 verschiedenen Haushalten im öffentlichen Raum treffen dürfen. Außerdem gilt weiterhin der Appell, sich möglichst mit wenigen Menschen zu treffen und auch von Verwandtenbesuchen weitgehend abzusehen.
  • Reisebeschränkungen: Das Reisen innerhalb Deutschlands war ohnehin durch zahlreiche Beherbergungsverbote in den Bundesländern bereits stark eingeschränkt. Ab Montag sollen Hotels und Pensionen nun bundesweit keine touristischen Übernachtungen mehr anbieten dürfen. Nur zwingend erforderliche Dienstreisen sind dann noch gestattet. Auf Besuche bei Verwandten, private Reisen und Tagesausflüge sollen die Bürger weitestgehend verzichten.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Kneipen sowie Clubs und Diskotheken müssen ab kommenden Montag wieder dauerhaft schließen. Eine Öffnung ist lediglich noch im Rahmen von Lieferung sowie Abholung von Speisen zum Außer-Haus-Verzehr gestattet. Kleine Betriebe und Selbstständige sollen eine Entschädigung für den Verdienstausfall erhalten.
  • Dienstleistungsbetriebe: Da bei den Dienstleistungen der erforderliche Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, sollen auch Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios wieder geschlossen werden. Frisöre hingegen sollen geöffnet bleiben dürfen.
  • Freizeitangebote: Betroffen von den Schließungen sind außerdem zahlreiche Freizeit- und Sporteinrichtungen, insbesondere Theater, Kinos, Saunen, Freizeitparks, Spielhallen, Fitnessstudios, Schwimmbäder sowie Prostitutionsstätten. Gottesdienste hingegen bleiben, sofern die Hygieneregeln eingehalten werden, gestattet.

Schulen, Kindergärten sowie der Einzelhandel sind vom neuen Corona-Shutdown jedoch nicht betroffen. Arbeitgeber sollen zudem ihren Mitarbeitern weitestgehend ermöglichen, wieder aus dem Homeoffice heraus zu arbeiten, sofern dies betriebsbedingt überhaupt möglich ist.

Was denken Sie über den neuen Corona-Shutdown ab November?

Im Video: Dürfen Sie eigentlich Maske Auto fahren?

Maskiert hinters Steuer: Ist das eigentlich erlaubt?

Kampf gegen Corona-Notstand: “Wellenbrecher-Shutdown” als Lockdown light

Die neuen bundesweiten Maßnahmen sind noch nicht so streng wie im Frühjahr dieses Jahres. Ein erneuter Lockdown soll mit allen Mitteln verhindert werden. Ob der Corona-Shutdown die rasante Entwicklung bei den Corona-Fallzahlen abbremsen kann, werden wir in ein paar Wochen sehen.

Neben den nun beschlossenen bundesweiten Maßnahmen sind zudem die Regelungen der einzelnen Bundesländer zu beachten. Hier können strengere Maßnahmen getroffen werden. So hat Berlin etwa gerade die Anzahl der Straßen und Plätze, wo eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum gilt, zuletzt von 10 auf 33 Standorte erweitert.

Der neue Corona-Shutdown soll vorerst bis Ende November andauern. Nach den ersten zwei Wochen wollen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten sich erneut zu Gesprächen treffen, um die Wirkung der Maßnahmen zu prüfen und die Regelungen ggf. neu auszurichten.

Mehr zur Begründung in der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und den Ministern (tagesschau).

Bildnachweise: depositphotos.com/Voysla (Vorschaubild), depositphotos.com/Voysla

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11 Kommentare

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  1. Heike sagt:

    Ich finde es langsam übertrieben die Kleinunternehmen trifft es die großen haben ihr Geld in der Tasche. Ich finde es geht nur um Politik Macht und Kontrolle. Miete muss bezahlt werden usw das ist meine Meinung dazu. Der Zusammenhalt ist nicht gegeben sondern die Menschen sind verärgert und agressiv .

  2. Nadine sagt:

    Wie sieht es mit Theorie Prüfung aus habe Montag Prüfung und echt Angst.

  3. Esther sagt:

    Als Fusspflegerin und Kosmetikerin, die hauptsächlich in Altenheimen unterwegs ist, aber auch ein kleines Studio hat, bin ich verpflichtet, auch außerhalb von Corona-Zeiten, einen Hygieneplan zu haben. Desinfektion von Oberflächen und Händen sowie Sterilisation der Instrumente sind an der Tagesordnung. Wir arbeiten nur mit Maske und Handschuhen.
    Die Heimbewohner können ihre Fussnägel nicht selbst schneiden und Podologen sind rar.
    Warum müssen die Heimbewohner mit Problemzehen auf die Fußpflege verzichten. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

  4. Petra sagt:

    Kann mir jemand sagen was derzeit für Fahrschulunterricht gilt?

  5. Noah sagt:

    Wird es möglich sein, die praktische Führerscheinprüfung abzulegen?

    Ich für meinen Teil z.B. bin seit diesem Jahr Februar am Führerschein dran und habe starke Bedenken, dass ich meine praktische Prüfung am 18.11. wahrnehmen kann.

    In dem speziellen Fall sitzen gezwungener Maßen drei Leute im Auto; Prüfer, Fahrlehrer und Prüfling.

    Durch den ersten Lockdown und die dadurch resultierende Schließung der Fahrschulen und Prüfungsstätten haben die Fahrschüler 4 Monate Zeit verloren, die Prüfungen waren absolut ausgebucht und die ausstehenden Prüflinge stauen sich aktuelle immer noch auf, und das sogar so weit, dass aktuell Termine für Februar vergeben werden.

    Des Weiteren wird es im Winter zunehmend mehr Personenverkehr im ÖPNV geben, da es draußen als Fußgänger und/oder Radfahrer immer ungemütlicher wird.
    Somit stellt das ein weiteres Infektionsrisiko dar.

    Da wäre es meiner Meinung nach nur Sinnvoll, auch Fahrschulen und insbesondere Prüfungen weiterhin zu erlauben.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Noah,

      explizit für Fahrschulen wurden in der Sitzung keine besonderen Maßnahmen besprochen. Hier bleibt abzuwarten, wie die Bundesländer die bundesweiten Regeln in Landesrecht übertragen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. S sagt:

    Guten Tag, ich kann nirgends heraus lesen ob auch die Nagelstudios schließen müssen die ja bekanntlich zum Handwerk gehören ..
    Kann das jemand beantworten ?
    Mit freundlichen Grüßen
    S

  7. Sina sagt:

    Was ist denn mit Hundetraining im Freien? Erlaubt oder wieder nicht?

  8. Michaela sagt:

    Schön, dass man sich als Kleinstunternehmer ständig im rechtsfreien Raum befindet! – Wie verhalte ich mich denn jetzt, wenn die Einnahmen meines Geschäftes zu 80 % aus meinen Malkursen und Workshops kommen!? … Vielleicht können Sie dazu mal eine konkrete Aussage treffen!? Man fühlt sich in diesen Zeiten nur noch allein gelassen!

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Michaela,

      die Bundesregierung denkt wohl über eine Entschädigung für Umsatzausfälle an Betriebe, Kleinunternehmen und ggf. auch Selbstständige von bis zu 75 % verglichen zum Vorjahresmonat nach. Nähere Infos hierzu sind aktuell jedoch noch nicht bekannt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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