Fußball spielen verboten: Ist das überhaupt rechtens?

Bußgeldkatalog: Fußballspielen trotz Verbot

VerstoßBußgeld
Fußballspielen auf öffentlichem Spielplatz trotz Verbotca. 25 Euro
Fußballspielen auf Fahrbahnen, Seitenstreifen oder RadwegenVerwarnung oder Geldbuße im unteren zweistelligen Bereich

Fußball spielen: Wo verboten, wo erlaubt?

Fußball spielen verboten? Nicht immer ist das rechtens.

Fußball spielen verboten? Nicht immer ist das rechtens.

Der Ball scheint der Kinder liebstes Spielgerät. Einsames Kicken auf dem Bolzplatz, nachbarschaftliche Wettkämpfe im großen Stil oder ein wenig Zupassen unter Freunden – von wenigen Kindern bis zur Versammlung der ganzen Jugend des Dorfes oder des Viertels ist alles möglich.

Doch die große Beliebtheit führt zuweilen zu Verdruss bei Anwohnern und Vermietern. So ein Fußballspiel kann eine laute und langwierige Angelegenheit sein. Manch einer fühlt sich in seiner Wochenend- oder Feierabendruhe gestört und versucht, das Fußballspielen zu unterbinden.

Doch welche rechtlichen Auswirkungen hat das Verbot von Anwohnern oder Mietern? Hat ein Fußball spielen verboten“-Schild überhaupt rechtliche Wirksamkeit? Wo ist das Fußballspielen verboten, wo erlaubt?

Fußballspielen auf öffentlichen Spielplätzen

Auf Spielplätzen ist das Fußballspielen häufig verboten.

Auf Spielplätzen ist das Fußballspielen häufig verboten.

Es klingt paradox: Spielen auf dem Spielplatz soll nicht erlaubt sein? Trotzdem ist Fußball zu spielen häufig verboten, das entsprechende Schild findet sich zumeist am Eingang des öffentlichen Spielplatzes. Manchmal ist auch gleich das allgemeine Spielen mit einem Ball untersagt oder es sind bestimmte Tageszeiten an das Verbot geknüpft.

Grund dafür, dass Fußball zu spielen verboten ist, sind die damit oft zusammenhängende Lärmbelästigung der Anwohner. Außerdem dienen Spielplätze der kindlichen Entwicklung: Freies Spiel ist jedoch nur in einer sicheren Umgebung möglich.

Exzessives Fußballspielen könnte diese sichere Umgebung jedoch gefährden. Daher gibt es auf vielen Spielplätzen einen extra Bereich, der hoch umzäunt ist und in dem Fußball zu spielen nicht verboten ist.

Wer zuwider einem entsprechenden Verbot handelt, kann durch Polizei oder Ordnungsamt durchaus mit einem Bußgeld belangt werden, das meist etwa 25 Euro beträgt. Mehrmalige Zuwiderhandlungen können das Bußgeld aber auch erhöhen oder zu einem Platzverweis führen.

Fußballspielen auf öffentlichen Straßen

Auf der Fahrbahn und den Seitenstreifen sowie auf Radwegen ist Fußball spielen verboten – eine Ausnahme besteht ausschließlich in verkehrsberuhigten Bereichen, umgangssprachlich „Spielstraßen“ genannt, oder wenn ein Zusatzschild das Verbot aufhebt.

Das Bußgeld für einen Verstoß gegen dieses Verbot liegt im Ermessen der Behörde, liegt in der Regel aber im unteren zweistelligen Bereich. Oftmals wird auch nur eine Verwarnung ausgesprochen.

Fußballspielen auf Gemeinschaftsflächen

In der Regel ist es nicht rechtens, dass Ball bzw. Fußball spielen grundsätzlich verboten ist. Nach § 22 Abs. 1a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) sind

Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, […] im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung.

Daher ist es normalerweise auch per Hausordnung nicht möglich, dass das Fußballspielen bspw. im Hof verboten ist. Gleiches gilt für gemeinschaftliche Grünanlagen etwa von Wohngenossenschaften. Kinder dürfen dort auch Fußball spielen.

Fußballspielen auf Privatgrundstücken

Der Nachbar hat Fußball spielen verboten? Das ist i. d. R. unwirksam.

Der Nachbar hat Fußball spielen verboten? Das ist i. d. R. unwirksam.

Auf Privatgrundstücken dagegen kann der Eigentümer entscheiden, ob und wann Fußball spielen verboten oder erlaubt ist.

Diese Befugnis endet jedoch an der Grundstücksgrenze. Vor seinem Gartenzaun, auf Nachbargrundstücken oder angrenzenden Wiesen kann er nicht verlangen, dass Fußball spielen verboten oder unterlassen wird, auch nicht mit Hinweis auf eine Lärmbelästigung – denn Geräusche, die von spielenden Kindern verursacht werden, gelten per Gesetz wie oben beschrieben nicht als schädlicher Lärm.

Rollt der Ball auf das Grundstück des Nachbars, dürfen Kinder den Ball in der Regel nicht selbst holen, sondern müssen beim Nachbarn klingeln. Dieser ist verpflichtet, den Ball herauszugeben.

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