Tiere füttern in der Stadt – Was ist erlaubt und was nicht?

Tierfütterung in der Stadt

Tiere füttern verboten? Was sagt das Gesetz?

Tiere füttern verboten? Was sagt das Gesetz?

Dass wir Menschen in unseren Städten nicht allein sind, ist eine bekannte Tatsache. Allein die Haustiere in Deutschland belaufen sich Schätzungen zufolge auf etwa 30 Millionen. Doch nicht nur Hunde, Hamster und zahme Stubentiger tummeln sich in der Stadt, sondern auch zahlreiche wilde Vertreter der Fauna.

Doch können diese Tiere in einem solchen Lebensraum wirklich ausreichend Nahrung finden? So mancher Tierliebhaber kommt auf die Idee, solche freilebenden Tiere zu füttern. Besonders im Winter tauchen jedes Jahr verstärkt Futterplätze für Vögel oder freilebende Katzen auf.

Aber ist das überhaupt erlaubt? Können Gesetzgeber, Stadtverwaltung oder der Vermieter das Füttern von wildlebenden Tieren in der Stadt verbieten? Das erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Ist es erlaubt, Vögel zu füttern?

Grundsätzlich gibt es in Deutschland kein Gesetz, dass die Fütterung wilder Vögel verbietet. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es uneingeschränkt erlaubt ist. Denn nicht nur der Gesetzgeber kann bestimmen, wann Sie die Tiere füttern dürfen und wann nicht. Welche Regelung gültig ist, hängt vor allem davon ab, welche Art von Vogel gefüttert wird – und wo.

Tauben und Krähen füttern erlaubt? In vielen Städten ist die Fütterung eine Ordnungswidrigkeit.

Tauben und Krähen füttern erlaubt? In vielen Städten ist die Fütterung eine Ordnungswidrigkeit.

Ein Thema, das gerne zum Nachbarschaftsstreit führt, ist das Vogelhäuschen im Garten oder auf dem Balkon. Denn nicht jeder empfindet die Gesellschaft von Meisen, Drosseln und Rotkehlchen als angenehm und häufig locken die Futterstellen neben Singvögeln auch ungebetene Gäste wie Tauben, Rabenvögel oder sogar Ratten an. Kann es Mietern deshalb verboten werden, die Vögel zu füttern?

Grundsätzlich kann es der Vermieter nicht untersagen, die Tiere zu füttern. Hinterlässt das Anlocken der Vögel allerdings Schäden am Haus oder bei den anderen Hausbewohnern, sieht die Sache anders aus. Kommt es durch die Fütterung zu einer starken Verschmutzung auf dem Balkon des Nachbarn oder werden größere Vögel wie Tauben und Rabenvögel angelockt, sieht die Rechtsprechung darin eine Einschränkung der Mieterrechte. In diesem Fall kann der Vermieter die Vogelfütterung sehr wohl verbieten.

Auch außerhalb des heimischen Gartens oder des Balkons kann das Füttern von Vögeln untersagt werden, nämlich dann, wenn es im Stadt- oder Gemeinderecht verankert ist.

Oft ist es eine beliebte Freizeitbeschäftigung, Tauben oder Enten zu füttern, besonders im Winter. In vielen Fällen begehen die Tierfreunde damit jedoch eine Ordnungswidrigkeit und können mit einem Bußgeld belangt werden, wenn sie die Tiere füttern.

Darf ich streunende Katzen füttern?

Und wie sieht es damit aus, wilde bzw. freilebende Katzen zu füttern? Weder das Tierschutzrecht noch das Strafgesetzbuch sieht hier ein Verbot vor. So lange Sie also unschädliches Futter hinstellen, kann Ihnen vom Gesetzgeber nicht untersagt werden, die Tiere zu füttern.

Anders sieht es aber beim Vermieter aus, denn auch hier gilt: Wenn Sie verwilderte Katzen füttern und sich dadurch andere Mieter in erheblichem Maße in ihren Rechten eingeschränkt sehen, kann es unter Umständen dazu füttern, dass das Katzen-Füttern vom Vermieter verboten werden kann.

Wer außerdem die freilaufende Nachbarskatze systematisch anfüttert, sodass sie nicht mehr zu ihren Haltern nach Hause geht, muss mit einer Zivilklage der Eigentümer rechnen, weil hier eine Verletzung der Eigentumsrechte vorgeworfen werden kann.

Wie bei der Fütterung von Vögeln kann außerdem auch bei Katzen das Stadt- bzw. Gemeinderecht untersagen, die Tiere zu füttern, und bei Verstoß ein Bußgeld verhängen. Die Höhe wird jeweils vom von der Stadtverwaltung festgelegt. In Halle z. B. beträgt dieses 50 Euro.

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