Baden trotz Badeverbot

Baden verboten: Diese Strafe droht bei Missachtung von einem Badeverbot

VerstoßBußgeld
Badeverbot in Naturschutzgebiet missachtetbis 2.000 €
Badeverbot missachtetbis 5.000 €

Zumeist ist aufgrund der Gefährdungslage das Baden verboten

Wo ist das Baden verboten und was droht bei einem Verstoß?

Wo ist das Baden verboten und was droht bei einem Verstoß?


Gefährliche Strömungen, übermäßiger Schiffsverkehr, verunreinigte und umgekippte Gewässer, gesundheitsschädliche Algenblüte: Die Gründe für ein Badeverbot können vielfältig sein. In der Regel legen die Gemeinden und Kommunen auf Grundlage der örtlichen Gegebenheiten fest, ob ein Badeverbot ausgesprochen oder die Gewässer für das Schwimmen und Baden freigegeben werden.

Bade- und Schwimmverbot können dabei sowohl dauerhaft als auch temporär eingerichtet sein. In vielen Fällen ist das Baden dort ständig verboten, wo erheblicher Schiffsverkehr herrscht – insbesondere auf den großen Wasserstraßen wie dem Rhein. In fließenden Gewässer ist dabei auch aufgrund der Strömung häufig das Schwimmen und Baden verboten, da der Badespaß in der Freizeit hier schlimmstenfalls auch ein tödliches Ende nehmen kann.

In stehenden Gewässern wie Seen ist ein Badeverbot häufig an die Wasserbeschaffenheit gebunden. Wird ein solches eingerichtet, soll dies vor allem gesundheitliche Schäden verhindern, die aufgrund der Wasserqualität zu befürchten sind. Im Kern dient ein Badeverbot damit vor allem den Badefans selbst und deren Gesundheit. Doch was geschieht bei Missachtung von einem Baden-verboten-Schild? Welche Strafe drohen kann, erfahren sie im Folgenden.

Spezielle Informationen zum Thema Schwimmen:

Baden verboten: Achtung, Lebensgefahr!

In der Regel greift im Hafenbereich oder auf Hauptwasserstraßen ein Badeverbot.

In der Regel greift im Hafenbereich oder auf Hauptwasserstraßen ein Badeverbot.

Ein Badeverbot wird von den Städten und Gemeinden nicht grundlos errichtet. Die Gefahr, von gefährlichen Strömungen oder schweren Schiffen erfasst zu werden oder aufgrund einer Belastung Gesundheitsschäden davonzutragen, sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Insbesondere die Gefahr durch Strömungen lässt sich nicht immer an der Wasseroberfläche ablesen. Selbst wenn diese vermeintlich ruhig erscheint, können gefährliche Unterströmungen existieren, die selbst kräftige und geübte Schwimmer mitreißen können.

Badeverbote gelten aufgrund der Strömungsverhältnisse und der Befahrung durch Schiffe häufig an folgenden Stellen:

  • auf Hauptwasserstraßen wie Spree, Elbe, Rhein usf.
  • in Kanälen
  • in Hafenbereichen
  • an Schleusen
  • an Brücken
  • an Fähren
  • an Schiffsanlegeplätzen

Temporäres Badeverbot bei stehenden Gewässern: Möglichkeit von Gesundheitsschäden

Auch die Wasserqualität lässt sich nur schwer allein über Anschauung beurteilen. Dies erfordert zumeist regelmäßige Messungen und Untersuchungen, die die Belastung der Gewässer abbilden. Besteht Gefahr für Leib und Leben, können sogar sonst als Badestellen freigegebene Orte mit einem Baden-verboten-Schild versehen werden – ggf. geben die Behörden auch nur Warnungen aus.

Mögliche Gesundheitsgefahren in Gewässern sind z. B.:

  • Cyanobakterien (Blaualgen)
  • Kolibakterien (E. coli) und Darm-Enterokokken
  • Vibrionen
  • Chemikalien/Abwässer
  • mittlerweile können sogar multiresistente Erreger in vielen Gewässern nachgewiesen werden
Diese können zu Hautreizungen bis hin zu Vergiftungen, aber auch einer tödlichen Sepsis (Blutvergiftung) führen und in hohen Konzentrationen insbesondere für gesundheitlich bereits angeschlagene Personen sowie Kinder gefährlich werden. Vor allem bei langanhaltenden Hitzeperioden kann die Belastung der schädlichen Stoffe im Wasser zunehmen.

Badeverbot missachtet: Welche Sanktionen drohen?

Was droht, wenn Sie dem Schwimmen-verboten-Schild keine Beachtung schenken?

Was droht, wenn Sie dem Schwimmen-verboten-Schild keine Beachtung schenken?

Während die Festlegung darüber, wo das Schwimmen und Baden verboten ist, nicht zuletzt auch der Bewertung der Länder obliegt, greift im Falle einer Zuwiderhandlung ein bundesweit gültiges Gesetz: das Bundeswasserstraßengesetz (WaStrG).

Missachten Sie ein Schwimmen-verboten-Schild kann dies nach § 50 Abs. 1 Nr. 2 WaStrG als Ordnungswidrigkeit gewertet und mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro belegt werden.

Außerdem: Entsteht Ihnen im Zuge der Missachtung ein gesundheitlicher oder Sachschaden, kann Ihnen ein Schadensersatzanspruch verwehrt bleiben, da das Versäumnis auf Ihrer Seite und nicht der Seite der zuständigen Gemeinde zu suchen ist.

Ein Verstoß gegen das Badeverbot kann im Falle eines Schadens also in mehrfachem Hinblick teuer für die Betroffenen werden.

Baden im Naturschutzgebiet: Die Strafe für einen Verstoß gegen ein in einem Naturschutzgebiet bestehendes Badeverbot kann ein Bußgeld bis 2.000 Euro darstellen. Ein gesondertes Schild, durch das Baden verboten wird, muss nicht in jedem Fall aufgestellt sein.

Verfasse einen neuen Kommentar

Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (57 Bewertungen, Durchschnitt: 4,68 von 5)
Loading...

Das könnte Sie auch interessieren: