Wo ist FKK verboten – und wo ist FKK erlaubt?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 9. Juli 2020

Fkk-ler aufgepasst: Mitunter kann Nacktbaden und Co. verboten sein
Fkk-ler aufgepasst: Mitunter kann Nacktbaden und Co. verboten sein

Textilfrei unterwegs in Deutschland

Die Freikörperkultur – auch Nacktkultur, Nudismus oder einfach FKK genannt – wird gerade im deutschsprachigen Raum nach wie vor lebhaft praktiziert.

FKK-ler schätzen die Zwanglosigkeit und Natürlichkeit, die von Nackt-Aktivitäten ausgehen. Die latente Sexualität, welche der Nacktheit mitschwingt, ist für die Praktizierenden hingegen nicht ausschlaggebend. Vielmehr gehe es um Befreiung und ein positives Körpergefühl.

Wer sich nicht geniert und sich gern unbekleidet unterwegs ist, der muss hierzulande vorher informieren, wo er das tut. Denn mitunter kann FKK verboten werden. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich gern hüllenlos betätigen.

FAQ: FKK – verboten oder nicht?

Ist es verboten, ohne Kleidung in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein?

Nein. Ein Gesetz gegen Nacktheit in der Öffentlichkeit gibt es nicht. Das Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) untersagt allerdings die Belästigung der Allgemeinheit und die Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung.

Darf ich in meinem Garten nackt sein?

Fühlen sich andere nicht dadurch belästigt, dürfen Sie sich ohne Bekleidung in Ihrem Garten aufhalten. Hierfür sollte dieser allerdings nicht einsehbar und beispielsweise durch eine Hecke geschützt sein.

Ist Nacktwandern erlaubt?

Ja. Auch hierbei gilt allerdings, dass Sie keine anderen Personen durch den Verzicht auf Kleidung belästigen dürfen. Hierdurch würden Sie eine Ordnungswidrigkeit begehen, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Wählen Sie daher bestenfalls keine stark frequentierten Wanderrouten.

So ist die rechtliche Lage

Eines vorweg: Bürgerinnen und Bürgern ist es hierzulande grundlegend nicht untersagt, nackt in der Öffentlichkeit zu sein. Es gibt also kein Gesetz, welches das Tragen von Kleidung in der Öffentlichkeit zwingend vorschreibt. Dennoch gilt es als ungeschriebene Sitte, im öffentlichen Raum bekleidet zu sein.

Dennoch gilt für Nudisten keine Narrenfreiheit: FKK kann dann verboten werden, wenn sich andere Menschen durch die Nacktheit belästigt fühlen. Hier greift der Paragraph 118 „Belästigung der Allgemeinheit“ im Ordnungswidrigkeitengesetz, in welchem in Absatz 1 zu lesen ist:

Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen.

Die Allgemeinheit sollte also nicht durch die Entblößung bestimmter Menschen belästigt werden. Dann dürfte auch ein Bußgeld verhängt werden. Da FKK nicht vollumfänglich verboten werden kann, erhalten Betroffene zumeist einen Platzverweis.

Spezielle Informationen zum Thema Schwimmen:

Wie sieht es im Wald und auf dem eigenen Grundstück aus?

Sie sollten sich vor einem Reiseantritt informieren, ob in dem Urlaubsort FKK erlaubt ist
Sie sollten sich vor einem Reiseantritt informieren, ob in dem Urlaubsort FKK erlaubt ist

In Ihren vier Wänden dürfen Sie so oft nackt unterwegs sein, wie Sie möchten – Voraussetzung bleibt, dass Anwohner dadurch nicht gestört werden. Auch FKK im eigenen Garten ist erlaubt, solange andere sich nicht nachweislich hierdurch belästigt fühlen. Dies wäre z. B. dann der Fall, wenn das Grundstück für andere gut einsehbar ist oder an einer belebten Straße liegt.

Nicht selten landen Nachbarschaftsstreite vor Gericht, weil geklärt werden soll, ob das Nacktsein eines Nachbarn noch in das Recht auf Privatsphäre fällt oder ob bereits eine berechtigte Belästigung besteht. In manchen Fällen wird das Ausüben von FKK verboten, in anderen Entscheidungen wird das Persönlichkeitsrecht des Angeklagten betont. Eine einheitliche Grenze kann aufgrund der doch recht schwammigen Gesetzeslage nur schwer gezogen werden, weshalb es sich hier in der Regel um Einzelfallentscheidungen handelt.

Ähnliches gilt auch für das Nacktsein in freier Natur: Grundsätzlich ist auch FKK im Wald und Nacktwandern erlaubt, solange andere Wanderer hierdurch keinen Anstoß finden. Möchten Sie also unbekleidet spazieren und wollen möglichen rechtlichen Komplikationen aus dem Weg gehen, dann wählen Sie eher abseitige Routen.

Abgesehen von diesen Einschränkungen existieren in Deutschland recht viele Strandabschnitte, Badeorte et cetera, in denen FKK-Fans voll auf ihre Kosten kommen können.

Wenn Sie im Urlaub gern nahtlos braun werden möchten, dann sollten Sie sich vorher über die im Land geltenden Bestimmungen informieren. In vielen muslimischen und asiatischen Ländern etwa ist Nacktbaden/FKK grundsätzlich verboten. Daneben besteht für bestimmte Gewässer ein grundsätzliches Badeverbot.
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Wo ist FKK verboten – und wo ist FKK erlaubt?
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12 Kommentare

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  1. Roberto J. sagt:

    “verboten” / “erlaubt” / “FKK … praktiziert” / “ungeschriebene Sitte” / “andere … keinen Anstoß finden” …

    Ein nackter Mensch ist körperlich ungeschützt und leicht angreifbar, jedoch keine Bedrohung für andere.
    In der Natur barfuß und nackt zu sein bedeutet für mich, die Umwelt bewußt und empfindsam wahrzunehmen, auch den Müll auf den Wegen oder in den Köpfen mancher Menschen.
    Die unbekleidete Lebensweise erlebe ich als friedvollsten und natürlichsten Daseins-Zustand. Und es stellt sich die Frage, wieso das NacktSEIN in der Öffentlichkeit “die Allgemeinheit belästigen oder gefährden und die öffentliche Ordnung beeinträchtigen” sollte.
    Selbst Falschparken ist gefährlicher, als z. B. ein Radfahrer auf der Landstraße, bekleidet oder nicht.
    Weghören, wenn Lärm ist, geht nicht. – Wegsehen, wenn nackte Menschen vorbeilaufen, geht immer!

    Richten wir doch bitte den Focus auf echte Gefahren und gefährliche Trends, auf blinden Hass und jegliche Gewalt in allen Lebensbereichen.
    Und sortieren wir uns doch neu, was uns wirklich wert sein sollte, geschützt und sanktioniert zu sein.

  2. Werner sagt:

    Wenn eine oder zwei Personen genügen, einem wegen Nacktseins eine Ordnungswidrigkeit aufzubrummen, läuft etwas falsch. Wie Roberto J. schon erwähnt hat, Falschparken kann eine reale Gefahr sein. Ich habe mehrfach Fotos von Autos ans Ordnungsamt geschickt, wo diese in Feuerwehrzufahrten geparkt waren. Ich bekam nicht einmal eine Antwort.
    Wer den Anblick eines nackten Menschen nicht ertragen will, sollte sich überlegen, ob unsere Gesellschaft die Richtige für ihn ist.
    Natürlich darf keine explizite Zurschaustellung der Geschlechtsorgane vorliegen oder gar Manipulationen daran.

  3. thomas sagt:

    Nacktwandern ist also gesetzlich nicht verboten und dennoch kann mich eine einzelne person dafür anzeigen, damit ich ein Ordnungsgeld bezahlen muss. Also kommt Nacktwandern doch einem Verbot gleich, obwohl es doch gesetzlich nicht verboten ist.
    Wann kommt da endlich mal Klarheit rein. ich bin schon älter und lebe nicht mehr ewig und ich würde neben anderen schönen Dingen gern sicher Nacktwandern dürfen ohne dieser Ungewissheit werde ich nun bestraft oder nicht.
    Mein Vorschlag:
    Nacktwanderer decken ihr Geschlecht mit den Händen ab bei einer Begegnung anderer Personen bzw. einer Person und bringen so zum Ausdruck, dass sie nur am Nacktwandern interessiert sind.
    Das sollte reichen um einer Ordnungswidrikeitsstrafe aus dem Weg zu gehen

  4. thomas sagt:

    Wenn ein Nacktwanderer auf eine bekleidete Person trifft, dann sollte er sich beim Erkennen dieser Person schnellstens mit den Händen das Geschlecht zuhalten, um Mißverständnise zu vermeiden, der guten Sitte wegen und aus Respekt der anderen Person gegenüber.
    Damit sollte genügend getan sein, dass keine Ordnungswidrigkeit geahntet werden kann.
    Außerdem sollte die bekleidete Person sofort den Blick vom Nacktwanderer abwenden um ihn zu respektieren.

  5. Harald sagt:

    Die Idee von Thomas mit dem Händevorhalten finde ich sehr gut.
    Das sollte umgesetzt werden.
    Ich bin leidenschaftlicher FKK Liebhaber, vermeide aber nacktes wandern wegen möglichen Anfeindungen
    in der Natur ( betreibe es nur auf offiziellen Nacktwanderwegen).
    Das mit dem Paragraph118 ist alles sehr schwammig, es sollte eine eindeutige Regelung dazu geben.
    Ich befürworte natürlich das legale nackte Ausüben sportlicher Aktivitäten.

  6. Tschikkitschakk sagt:

    Was ich als guten Ansatz finde, ist, ob ein sexueller Bezug oder Exhibitionismus dabei ist. Wenn man ohne sexuelle Intentionen einfach diskret nackt ist, ist doch super. Öffentlichen Sex oder auch so Herren, die dann irgendwie infantil schauen, ob sie nun Bestätigung für ihren nackte Körper kriegen wollen – al la, “Mutti ich bin doch so süß, bitte lobe mich! – das stört mich total. Obwohl ich selbst gern nacktbade, einfach, weil es total sinnlos ist, Schwimmsachen mitzuschleppen, sich am See nackt auszuziehen, die Schwimmsachen anzuziehen, ins Wasser zu gehen, rauszukommen, nasse Sachen abzupellen, und sich wieder anzuplünnen, und dann den rest des Tages nen klatschnassen Bikini in der Tasche mit rumzuschleppen.

  7. Uwe sagt:

    Ich selber bin leidenschaftlicher Naturist und bin so oft es möglich ist nackt
    In der Öffentlichkeit bewege ich mich nur nackt in gleichgesinnter Gesellschaft und wenn ich weiß das ich niemand anderen damit störe bzw belästige, ich würde natürlich viel öfter nackt sein aber selber fühle ich mich auch nicht wohl wenn meinen Gegenüber sich dadurch belästigt oder unwohl fühlt

  8. Franzi sagt:

    Aber wie schaut es aus wenn ein Nudist in Gegenwart von Kindern unterwegs ist? Am Strand sehe ich das anders als bzw in der Stadt oder im Wald. Gilt das dann als sexuelle Belästigung von Mindejährigen? MfG

  9. Reinert sagt:

    Nacktbaden ist ja supper!!!

  10. Andreas S. sagt:

    Man sagt Nacktheit wäre in Deutschland überall erlaubt, sogar in der Öffentlichkeit und es gäbe kein Gesetz, was das verbietet . So ist es nicht, denn nicht nur als Ordnungswidrigkeit kann sie angesehen werden, sondern auch als Straftat – Paragraph 183 und Paragraph 183 a, unabhängig davon ob man es aus sexuellen Gründen und Manipulationen daran macht oder nicht.

  11. Leo sagt:

    Habe schon an mehreren geführten Nacktwanderungen teilgenommen – ein wirklich guter Ausgleich für einen Schreibtischtäter mit großem Körper. Alleine war ich bisher nur auf offiziellen FKK-Wegen unterwegs. Wenn man aber abseits gelegene Wege nutzt und dies zu Zeiten, zu denen möglichst keine Textilwanderer unterwegs sind dürfte es keine Probleme geben. Während einer Gruppenwanderung im Bergischen Land wurden wir sogar von entgegenkommenden Textilwanderern gefragt, wo sie sich zur Teilnahme anmelden müssen…

  12. Christoph sagt:

    Lege im Grunewald gerade einen kleinen Lehrpfad für Waldpflanzen an. Nackt. Wenn ich jemand kommen sehe, hocke ich mich mit dem Rücken zu ihm oder ihr hin und schaue mir das Moos und die Blätter an. So belästige ich niemand und ich kann mich danach wieder frei und nackt bewegen. Kommen mehrere, gehe ich etwas mehr in den Wald hinein. Noch einfacher ist es mit einem Longshirt – mit nix als Luft drunter

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