Wo ist FKK verboten – und wo ist FKK erlaubt?

Fkk-ler aufgepasst: Mitunter kann Nacktbaden und Co. verboten sein

Fkk-ler aufgepasst: Mitunter kann Nacktbaden und Co. verboten sein

Textilfrei unterwegs in Deutschland

Die Freikörperkultur – auch Nacktkultur, Nudismus oder einfach FKK genannt – wird gerade im deutschsprachigen Raum nach wie vor lebhaft praktiziert.

FKK-ler schätzen die Zwanglosigkeit und Natürlichkeit, die von Nackt-Aktivitäten ausgehen. Die latente Sexualität, welche der Nacktheit mitschwingt, ist für die Praktizierenden hingegen nicht ausschlaggebend. Vielmehr gehe es um Befreiung und ein positives Körpergefühl.

Wer sich nicht geniert und sich gern unbekleidet unterwegs ist, der muss hierzulande vorher informieren, wo er das tut. Denn mitunter kann FKK verboten werden. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich gern hüllenlos betätigen.

So ist die rechtliche Lage

Eines vorweg: Bürgerinnen und Bürgern ist es hierzulande grundlegend nicht untersagt, nackt in der Öffentlichkeit zu sein. Es gibt also kein Gesetz, welches das Tragen von Kleidung in der Öffentlichkeit zwingend vorschreibt. Dennoch gilt es als ungeschriebene Sitte, im öffentlichen Raum bekleidet zu sein.

Dennoch gilt für Nudisten keine Narrenfreiheit: FKK kann dann verboten werden, wenn sich andere Menschen durch die Nacktheit belästigt fühlen. Hier greift der Paragraph 118 „Belästigung der Allgemeinheit“ im Ordnungswidrigkeitengesetz, in welchem in Absatz 1 zu lesen ist:

Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen.

Die Allgemeinheit sollte also nicht durch die Entblößung bestimmter Menschen belästigt werden. Dann dürfte auch ein Bußgeld verhängt werden. Da FKK nicht vollumfänglich verboten werden kann, erhalten Betroffene zumeist einen Platzverweis.

Wie sieht es im Wald und auf dem eigenen Grundstück aus?

Sie sollten sich vor einem Reiseantritt informieren, ob in dem Urlaubsort FKK erlaubt ist

Sie sollten sich vor einem Reiseantritt informieren, ob in dem Urlaubsort FKK erlaubt ist

In Ihren vier Wänden dürfen Sie so oft nackt unterwegs sein, wie Sie möchten – Voraussetzung bleibt, dass Anwohner dadurch nicht gestört werden. Auch FKK im eigenen Garten ist erlaubt, solange andere sich nicht nachweislich hierdurch belästigt fühlen. Dies wäre z. B. dann der Fall, wenn das Grundstück für andere gut einsehbar ist oder an einer belebten Straße liegt.

Nicht selten landen Nachbarschaftsstreite vor Gericht, weil geklärt werden soll, ob das Nacktsein eines Nachbarn noch in das Recht auf Privatsphäre fällt oder ob bereits eine berechtigte Belästigung besteht. In manchen Fällen wird das Ausüben von FKK verboten, in anderen Entscheidungen wird das Persönlichkeitsrecht des Angeklagten betont. Eine einheitliche Grenze kann aufgrund der doch recht schwammigen Gesetzeslage nur schwer gezogen werden, weshalb es sich hier in der Regel um Einzelfallentscheidungen handelt.

Ähnliches gilt auch für das Nacktsein in freier Natur: Grundsätzlich ist auch FKK im Wald und Nacktwandern erlaubt, solange andere Wanderer hierdurch keinen Anstoß finden. Möchten Sie also unbekleidet spazieren und wollen möglichen rechtlichen Komplikationen aus dem Weg gehen, dann wählen Sie eher abseitige Routen.

Abgesehen von diesen Einschränkungen existieren in Deutschland recht viele Strandabschnitte, Badeorte et cetera, in denen FKK-Fans voll auf ihre Kosten kommen können.

Wenn Sie im Urlaub gern nahtlos braun werden möchten, dann sollten Sie sich vorher über die im Land geltenden Bestimmungen informieren. In vielen muslimischen und asiatischen Ländern etwa ist Nacktbaden/FKK grundsätzlich verboten. Daneben besteht für bestimmte Gewässer ein grundsätzliches Badeverbot.
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