Ein Radweg bedeutet mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Radwege sollten immer genutzt werden

Ein Radweg ist baulich von den anderen Verkehrsflächen abgegrenzt.

Ein Radweg ist baulich von den anderen Verkehrsflächen abgegrenzt.

Als Radfahrer im Straßenverkehr unterwegs zu sein, ist mitunter eine komplizierte Angelegenheit. Und zwar dann, wenn es keinen Radweg gibt oder dieser von anderen Verkehrsteilnehmern widerrechtlich genutzt wird. Oft bleibt dem Radfahrer dann nur die Straßenbenutzung mit seinem Rad.

Radwege sind ausschließlich Radfahrern vorbehalten und stellen eine Möglichkeit dar, Radfahrer aus dem Autoverkehr herauszunehmen, ohne eine Behinderung für Fußgänger zu schaffen.

Radfahrer stellen im Straßenverkehr eine der am meisten gefährdeten Teilnehmergruppen dar. Fahrradwege sollen das Risiko für Unfälle minimieren und eine größere Übersicht im Verkehr ermöglichen.

Wie ein Fahrradweg dem Gesetz nach definiert ist, was diesen baulich ausmacht und ob eine Benutzungspflicht besteht, wird im nachfolgenden Ratgeber geklärt.

Fahrradwege in Deutschland – Meist Teil einer Radverkehrsanlage

Radwege sind in Deutschland als Teil einer sogenannten Radverkehrsanlage definiert. Eine solche Anlage dient entweder ausschließlich oder vorrangig der Nutzung mit dem Fahrrad. Der Begriff „Radverkehrsanlage“ kann als Oberbegriff für unterschiedliche Baumaßnahmen angesehen werden.

Auch auf einem Radweg muss die Vorfahrt nach StVO oder nach den Lichtzeichen befolgt werden.

Auch auf einem Radweg muss die Vorfahrt nach StVO oder nach den Lichtzeichen befolgt werden.

So fallen neben abgetrennten Radwegen auch Radfahrstreifen auf der Fahrbahn, Schutzstreifen, Radfahrstraßen und andere Maßnahmen, die den Radverkehr regeln, unter diesen Begriff. Im Allgemeinen werden in Deutschland unter Radverkehrsanlagen jedoch durch Markierungen oder andere bauliche Maßnahmen abgegrenzte Flächen verstanden.

Ein Radweg wird in einer Radverkehrsanlage durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) und deren Verkehrszeichen 237, 240 und 241 gekennzeichnet. Darüber hinaus wird auch die Nutzung von einem Radweg durch die StVO geregelt. Fahrradfahrer müssen sich daher auf einem Radweg auch an diese Regelungen halten.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in Deutschland Radwege angelegt. Die Pflicht, diese zu benutzen gibt es seit 1934. Ob die Nutzung von einem Radweg immer obligatorisch ist, hängt heute jedoch von dessen Kennzeichnung und den gesetzlichen Vorgaben ab.

Die Straßenverkehrsordnung setzt die Benutzungspflicht in § 2 (StVO) fest. Dieser besagt unter Abschnitt vier Folgendes:

„Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist. Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ angezeigt ist. Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mit Mofas Radwege benutzen.“

Demnach richten sich bei einem Fahrradweg die Pflicht, diesen zu nutzen, nach der baulichen Abhebung und der Beschilderung, die eine Nutzungspflicht anzeigt oder die Nutzung frei stellt.

Umgangssprachlich werden auch Radwanderwege und Fernradwege als Radwege bezeichnet. Diese speziellen Wege können teilweise auf ausgewiesenen Radwegen verlaufen, die Begriffe bezeichnen meist jedoch Routen, die von Reisenden auf dem Fahrrad genutzt werden. Diese Routen sind nicht Teil einer Radverkehrsanlage, sondern können diese in Teilabschnitten nutzen.

Bauliche Abgrenzung und Verkehrszeichen die einen Radweg ausweisen

Radwege werden nicht nur durch eine besondere Beschilderung markiert, sondern meist auch bautechnisch vom umgebenen Straßenland abgegrenzt.

In der Regel wird ein Radweg entweder vom Fußweg oder von der Fahrbahn der Straße durch Markierungen, einen besonderen Belag, Grünstreifen oder einen Bordstein abgetrennt. Dabei kann es lokale Unterschiede geben, wie diese Abgrenzung aussieht.

Radwege können daher mit farbigem oder grauem Asphalt, Spezialbelegen oder mit roten sowie dunkelgrauen Betonsteinen angelegt sein. Diese Fahrbahnen für Radfahrer werden im Allgemeinen auch als baulich angelegte Radwege bezeichnet.

Zeichen 240: Als Fahrradweg und durch Fußgänger nutzbar.

Zeichen 240: Der Bereich ist als Fahrradweg und durch Fußgänger nutzbar.

Sind Radwege auf der Fahrbahn nur durch einen weißen Streifen abgetrennt, werden sie auch Radfahrstreifen genannt. Radwege sind üblicherweise mindestens zwei Meter breit. Die vorgegebene Mindestbreite beträgt jedoch 1,50 Meter. In einigen Gemeinden oder an Engstellen – wie zum Beispiel durch Bäume oder denkmalgeschützte Einrichtungen – kann die Breite auch geringer ausfallen und zwischen 60 cm bis 80 cm variieren.

Soll für einen baulich angelegten Radweg die Benutzungspflicht gelten, muss dies durch das zuständige Straßenbauamt angeordnet werden. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn ausreichend Fläche hierfür vorhanden ist und andere Teilnehmer dadurch nicht eingeschränkt oder beeinträchtigt werden.

Radwege werden in der Regel auch nur dort angeordnet, wo es aufgrund vom Verkehrsablauf oder der Verkehrssicherheit notwendig ist.

Ein benutzungspflichtiger Radweg wird immer durch die bereits zuvor beschriebenen Verkehrsschilder ausgewiesen. Ist bei einem durch Belag oder andere Bauart abgegrenzten Radweg kein Schild vorhanden, kann es sich um Fahrradwege handeln, bei denen keine Benutzungspflicht besteht.

Für einen Radweg in Deutschland ist das Verkehrszeichen 237 allgemeinhin bekannt. Es ist ein blauer Kreis mit weißem Rand und einem weißem Piktogramm eines Fahrrads.

Die Zeichen 204 und 241 – blauer Kreis mit weißem Rand sowie einem weißen Radpiktogramm und einem weißen Fußgängerpiktogramm – weisen auf die gemeinsame Nutzung des Weges durch Radfahrer und Fußgänger hin. Hier kann der Radweg vom Fußgängerbereich abgetrennt sein – senkrechter Stricht zwischen den Piktogrammen – oder als gemeinsamer Rad- und Fußweg vorliegen – horizontaler Strich zwischen den Piktogrammen.

Oft ist ein Radweg darüber hinaus auch durch Markierungen, zum Beispiel ein weißes Radpiktogramm, auf dem Weg oder der Fahrbahn nochmals extra gekennzeichnet.

Radwege können rechts oder auch links der Fahrbahn angelegt sein, müssen jedoch immer einen Richtungsweiser haben und dürfen nicht in die jeweils andere Richtung befahren werden. Ein Fahrradweg muss in Fahrrichtung genutzt werden. Das linksseitige Fahren auf einspurigen Radwegen ist nicht erlaubt.

Ein Richtungsweiser kann durch die Position des Verkehrsschilds, welches in Fahrtrichtung erkennbar sein muss, ein Zusatzschild oder eine Markierung auf dem Radweg selbst geschehen.

Gleiches gilt für benutzungspflichtige sogenannte Zweirichtungsradwege. Auch hier muss beim Radweg die Beschilderung in Fahrrichtung erkennbar sein. Darüber hinaus sind die verschiedenen Fahrspuren auch oftmals durch eine Markierung voneinander abgegrenzt. Ein zusätzliches Schild für diesen Radweg warnt meist auch die jeweiligen Fahrspuren vor dem Gegenverkehr.

Nur wenn ein Radweg durch die genannten Verkehrszeichen als benutzungspflichtige Radverkehrsanlage ausgewiesen ist, muss er von Radfahrern auch genutzt werden. Dies gilt immer für die angezeigte Richtung.

Ausnahmen von der Benutzungspflicht

Auf einem Fahrradweg kann die Fahrtrichtung durch Zusatzschilder angezeigt werden.

Auf einem Fahrradweg kann die Fahrtrichtung durch Zusatzschilder angezeigt werden.

In einigen Fällen kann eine Nutzung der ausgeschilderten Radwege nicht möglich sein. Unter bestimmten Bedingungen entfällt die Benutzungspflicht. Für diesen Fahrradweg gelten anderen Regeln.

Der Radweg muss folgende Voraussetzung erfüllen, damit eine Ausnahme von der Benutzungspflicht möglich ist:

  • Er muss straßenbegleitend sein. Er darf also nicht mehr als fünf Meter von der Straßenfahrbahn entfernt sein.
  • Er muss benutzbar sein. Wenn Radwege nicht in die Richtung führen, in die ein Radfahrer fahren möchte, darf und muss wieder die Straße befahren werden. So kann ein Fahrradfahrer den Radweg rechtzeitig verlassen, um sich in die Linksabbiegerspur auf der Fahrbahn einzuordnen, wenn es auf dem Radwege keine Abbiegemöglichkeit gibt.
  • Auch wenn der Radweg mit Schnee bedeckt ist, während die Fahrbahn geräumt wurde, ist er nicht benutzbar. Sind die Radwege zugeparkt, zugestellt, blockiert oder werden sie durch Fußgänger genutzt, kann der nicht nutzbare Abschnitt durch Nutzung der Fahrbahn umgangen werden.
  • Die Nutzung des Radwegs muss zumutbar sein. Ist die Fahrbahn des Radwegs auch bei angepasster oder langsamer Fahrweise, beispielsweise durch Belagschäden, nicht befahrbar, ist die Nutzung nicht zumutbar. Auch ein ständiger Wechsel zwischen rechts- und linksseitigem Radweg kann unzumutbar sein, wenn dadurch ein erhöhtes Risiko eines Fahrradunfalls entsteht.

Liegen diese genannten Voraussetzungen vor, muss ein Radweg nicht benutzt werden. Allerdings muss dann auf der Fahrbahn gefahren oder das Rad auf dem Fußweg geschoben werden. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Wann liegt keine Benutzungspflicht vor?

Es muss nicht immer ein Schild einen Fahrradweg ausweisen. Bauliche Angrenzungen reichen mitunter aus, um Fahrflächen für Fahrradfahrer im Verkehr deutlich zu machen. Allerdings sind diese Radwege in der Regel nicht von Behörden angeordnet, sondern durch städtebauliche Maßnahmen geschaffen worden. Auch wenn die Nutzung von einem solchen Radweg keine Pflicht ist, wird es jedoch aus Sicherheitsgründen empfohlen

Radfahrer dürfen diese Wege nutzen, müssen es aber nicht. Hier ist es erlaubt, auch auf der Fahrbahn zu fahren. Allerdings ist die Nutzung durch andere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Kfz, nicht gestattet – auch nicht zum Halten und Parken.

Mitunter fallen auch für Radfahrer freigegebene Fußgängerwege, Fußgängerzonen oder linksseitige Radwege unter diese Art der Radwege. Diese werden durch das Zusatzschild 237 „Radfahrer frei“ gekennzeichnet.

So wird immer eine freigegebene Zone oder ein offizieller Fahrradweg durch ein Schild ausgewiesen.

Kinder auf dem Radweg

Haben Kinder das achte Lebensjahr noch nicht vollendet, müssen sie mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren – auch wenn ein Fahrradweg vorliegt und Fußgänger das Fahren erschweren. Kinder bis zu diesem Alter dürfen Radverkehrsanlagen – als Radwege, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen – nicht befahren, solange ein Gehweg vorhanden ist.

Kinder zwischen dem achten und dem vollendeten zehnten Lebensjahr können zwischen einer Radverkehrsanlage bzw. der Fahrbahn und dem Gehweg wählen.

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