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Fahrradfahren auf der Straße: Welche Regeln gelten dabei?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 31. März 2021

Zum Radfahren auf der Straße herrschen viele Irrtümer

Fahrradfahren auf der Straße: In den meisten Fällen ist dies Pflicht!
Fahrradfahren auf der Straße: In den meisten Fällen ist dies Pflicht!

Jeder Verkehrsteilnehmer weiß: Nicht nur Autos dürfen auf asphaltierten Verkehrswegen unterwegs sein. Auf befahrenen Straßen kann das Fahrrad ebenfalls benutzt werden. Dabei kommt es nicht selten zu Streitigkeiten, bei denen Auto- und Radfahrer aneinander geraten. Gründe dafür sind oft falsche Annahmen, welche Verkehrsvorschriften für das Fahrrad betreffen.

Der vorliegende Ratgeber soll mit diesen aufräumen und die wichtigsten Infos zum Fahrradfahren auf der Straße übersichtlich präsentieren. Hier erfahren Sie unter anderem, ob ein Fahrrad im Straßenverkehr zwingend auf dem Radweg fahren muss, was beim Musikhören auf dem Bike gilt und was passiert, wenn Sie beim betrunkenen Radfahren auf der Straße erwischt werden. Nicht zuletzt wird die Frage: “Ab wann darf ein Kind auf der Straße Fahrrad fahren?”, beantwortet.

FAQ: Fahrradfahren auf der Straße

Wann darf ich mit dem Fahrrad auf der Straße fahren?

Radfahrer müssen in der Regel die Straße nutzen. Ist ein Radweg vorhanden, besteht eine Benutzungspflicht dann, wenn dies durch ein Verkehrszeichen (z. B. 237) angezeigt wird und dieser auch nutzbar ist. Auf der Straße gilt das Rechtsfahrgebot.

Welche Straßen dürfen Radfahrer nicht benutzen?

Fahrradfahrer dürfen sowohl innerorts als auch außerorts Straßen benutzen, allerdings dürfen Sie nicht auf Kraftfahrstraßen bzw. Schnellstraßen und Autobahnen fahren.

Dürfen Kinder mit dem Fahrrad auf der Straße fahren?

Kinder bis zu einem Alter von acht Jahren müssen mit dem Fahrrad den Radweg bzw. den Gehweg benutzen.

Mit dem Fahrrad auf der Straße unterwegs: Das gilt wirklich!

Sowohl Auto- als auch Radfahrer sind sich oft schon bei folgender Frage unsicher: Dürfen oder müssen Radfahrer auf der Straße fahren? Zumindest erwachsene Pedalentreter haben hier, entgegen bestehender Irrtümer, tatsächlich keine Wahl.

Ist kein Radweg vorhanden, müssen Radfahrer auf der Straße unterwegs sein. Der Gehweg ist tabu, wenn keine Kinder unter acht Jahren begleitet werden.

Die Benutzungspflicht für einen Radweg besteht in der Regel dann, wenn dieser durch die Verkehrszeichen 237, 240 oder 241 ausgewiesen ist. Ist kein blaues Radwegschild da, welches dessen Benutzung vorschreibt, kann das Fahrradfahren entweder auf der Straße oder dem Radweg stattfinden.

Weiterhin gilt: Ist der ausgewiesene Radweg nicht nutzbar, zum Beispiel weil dieser mit Scherben gespickt oder durch Mülltonnen verstellt ist, muss dieser nicht befahren werden. Ist ein Radweg nicht beschildert, ist eine Nutzung dennoch empfehlenswert, da dies zur Sicherheit im Verkehr beitragen kann.

Auch die Frage: “Auf welchen Straßen darf man Fahrradfahren”, lässt sich einfach beantworten. Asphaltwege, die von Autos innerorts sowie außerorts genutzt werden, stehen jedem Radfahrer offen. Verboten sind ausschließlich Kraftfahrtstraßen bzw. Autobahnen, welche eine Mindestgeschwindigkeit erfordern, die beim Radfahren auf der Straße nicht erreicht werden kann. Weiterhin gilt:

  • Musikhören ist beim Fahrradfahren auf der Straße nicht vollkommen verboten. Die Musik darf jedoch nicht so laut sein, dass Verkehrssignale nicht mehr wahrgenommen werden können.
Ab wann darf man auf der Straße mit dem Fahrrad fahren? Ab acht Jahren können Kinder sich dafür entscheiden.
Ab wann darf man auf der Straße mit dem Fahrrad fahren? Ab acht Jahren können Kinder sich dafür entscheiden.
  • Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, dass betrunkene Fahrer ihren Führerschein verlieren, wenn Sie erwischt werden. Tatsächlich gilt bisher aber, dass ab 1,6 Promille “nur” drei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe in Form eines Nettomonatsgehalts fällig werden. Dazu kommt oft die Anordnung zur Teilnahme an einer MPU. Erst wenn ein Betroffener dort durchfällt, verliert er seine Fahrerlaubnis.

Kinder mit dem Fahrrad auf die Straße lassen – ist das erlaubt?

Soweit ist klar, dass Erwachsene für gewöhnlich mit dem Fahrrad auf der Straße fahren müssen. Anders sieht es jedoch bei Kindern aus. Bis zu einem Alter von acht Jahren müssen diese in jedem Fall Radwege bzw. Gehwege benutzen. Das soll für einen besonderen Schutz im Verkehr sorgen. Zwischen acht und zehn Jahren, können sie dann selbst entscheiden, ob sie den Radweg oder die Straße bevorzugen. Darüber hinaus müssen auch diese das Fahrradfahren auf der Straße durchführen.

Wollen Eltern ihre kleinen Kinder zwecks Verkehrserziehung mit dem Fahrrad begleiten, müssen Sie getrennt von ihnen auf der Fahrbahn fahren. Bei speziellen Verkehrssituationen können diese aber erwägen, zusammen mit dem Nachwuchs auf dem Gehweg bzw. dem Radweg in die Pedale zu treten.
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18 Kommentare

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  1. Benos A. B. sagt:

    Dieser Artikel hat mir sehr gut geholfen, weil ich ein bisschen über das Thema :” mit dem Fahrrad in Deutschland” wollte und habe ich das gehabt. Vielen Dank.

  2. J. van de L. sagt:

    darf ich zu zweit mit dem Fahrrad nebeneinanderfahren oder muss ich hintereinander fahren- ab vieviel Räder darf ich zu zweit nebeneinander fahren

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo J. van de L.,

      mehr als zwei Fahrer dürfen nicht parallel fahren. Außerdem müssen Sie darauf achten, ob Sie damit den Verkehrsfluss der Kfz beeinträchtigen würden. Auf einer Fahrradstraße haben Sie die volle Freiheit und können in unbegrenzter Zahl nebeneinander fahren.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. H.R. sagt:

    Ab einem Zusammenschluss von min. 16 (ab 15) gilt §27 STVO, die sog. Konvoi-Regel
    “Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.”

  4. E.P. sagt:

    “Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen…” sagt §2 der StVO.

  5. Alex sagt:

    Dar man mit dem Fahhrad auf die Strße fahren auch wenn man kein führeschein hat ?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Alex,

      ja, Sie müssen auf der Straße fahren, wenn kein Radweg zur Benutzung vorgeschrieben ist.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. E. Mueller sagt:

    Hier ein Hinweis zu dem Artikel. Folgende Änderung hat sich seit 2016 ergeben:

    Seit 12/2016 und der Änderung des §2 Abs. 5 StVO ist nun das Mitfahren einer geeigneten Begleitperson (Mindesalter: 16 Jahre) mit dem Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr auf dem Gehweg erlaubt. Mitfahren darf aber nur 1 Person, also nicht beide Eltern oder gleich die ganze Großfamilie. Und nach wie vor gilt: 1. Schrittgeschwindigkeit, 2. an jeder Straßeneinmündung absteigen und hinüberschieben.

  7. Iljas sagt:

    Ich wurde gerade von einem Autofahrer beschimpft, weil ich mit dem Fahrrad entgegen der Einbahnstraße gefahren bin. Ich darf foch nich auf den Gehweg fahren. Wer hat Recht?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Iljas,
      auch als Radfahrer dürfen Sie eine Einbahnstraße nur in der vorgeschriebenen Richtung befahren. Eine Ausnahme gilt normalerweise nur, wenn ein Zusatzschild Fahrradfahrern das Befahren in beide Richtungen gestattet.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. S. sagt:

    Ich bin seit längerem auf der Suche nach Antworten auf folgende Frage. Wäre toll, wenn Sie mir helfen könnten.
    Muss ich einen beschilderten Radweg rechts der Straße verwenden, wenn er durch ein Gebüsch, Graben oder einen Gehweg von der Fahrbahn getrennt ist?
    Muss ich einen beschilderten Radweg verwenden, der sich links der Straße befindet?
    Was genau bedeutet: “Zudem ist der ausgeschilderte Radweg auch immer nur dann zu benutzen, wenn dieser befahrbar ist”? Kann ich mich auch darauf berufen, wenn der Radweg so voll ist, dass man nicht vernünftig darauf fahren kann?

  9. Josef sagt:

    Ist hier in Köln ein rot markierter Teil des Gehweges immer als Fahradweg zu sehen?
    Oft fehlen Verkehrsschilder. So, das man oft im zweifel ist.

    Wenn es nur einseitig einen Fahradweg gibt, muss man ihn benuzen?
    Um die Antworten wäre ich sehr dankbar.

    Josef

  10. T. sagt:

    Was ist zu tun, wenn der Radweg endet und auf die Straße führt?
    Reißverschluss-verfahren oder Vorfahrt für eine von beiden Parteien? oder doch etwas ganz anderes?

  11. Stephanie sagt:

    Hallo
    Wir wohnen außerorts an einer Landstrasse ohen Radweg. Es sind 5 Kilometer bis zum Ort hin und mein fast 5 Jähriger möchte gerne mit mir und dem Papa Fahrrad fahren. Darf er die Straße nutzen und wenn ja, darf ich zur Sicherheit neben ihn fahren oder muss ich trotzdem hinter ihn fahren.

  12. Sonja sagt:

    Warum dürfen Radrennfahrer auf der Strasse im Konvoi fahren oder generell auf der Strasse fahren – ohne Lichter und sonstige Reflektoren ?
    Inwieweit darf die Strasse zur öffentlichen Sportrennstrecke werden? Wird das überhaupt kontrolliert? Oder werden eher die “Stadtradler” abends kontrolliert ob ihr Fahrrad verkehrstauglich ist?

  13. Frau Schneider sagt:

    Jeder der am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt sollte vorab eine Prüfung belegen müssen und auch ein Kennzeichen tragen !!! Das wäre sehr hilfreich, das respektlose Verhalten einiger Fahrradfahrer zu unterbinden (Stinkefinger, Beleidigungen, mit der Faust auf das Autodach schlagen usw.) Ohne Kennzeichen sind sie unerkannt schnell weg. Wenn jeder sich durch eine absolvierte Prüfung durch Wissen auszeichnet und sich daran hält, dann wären viele Verkehrsunfälle vermeidbar. …und Schuld am Unfall sollte stets der Verursacher sein!

  14. Lars E. sagt:

    “Sonja sagt:11. Mai 2020 um 17:43 Uhr
    Warum dürfen Radrennfahrer auf der Strasse im Konvoi fahren oder generell auf der Strasse fahren – ohne Lichter und sonstige Reflektoren ?”
    Als PKW-Fahrer und Radsportler kann ich die Frage ziemlich schnell beantworten:
    Viele Rennräder sind nicht STVO-Konform, da sehr oft seitliche Reflektoren fehlen. Licht muss nicht fest installiert sein, aber mitgeführt werden und natürlich bei Einbrechen der Dunkelheit funktionstüchtig am Rad befestigt werden.
    Eine Fahrt nebeneinander ist erst ab 15 Personen zulässigt.
    Sofern ein Radweg nicht mit einem Hinweis auf Beschädigungen beschildert ist und wegbegleitend ist, muss er von jedem Radfahrer genutzt werden.

    Jetzt ein paar Informationen zu den Vorschriften und wieso gerade Radsportler oft als “Verkehrssünder” von PKW-Fahrern wahrgenommen werden.
    Die meisten Radwege in Deutschland sind so im Arsch, dass selbst die Städte und Gemeinden ihre Verantwortung nicht mehr tragen wollen und für die notwendigen Reparaturen kein Geld ausgegeben wird. Daher hängt dann unter dem blauen Radwegschild (237) oft sowas wie “Schäden in Fuß und Radweg” oder ähnliches. Damit ist der Radweg nicht mehr verpflichtend und man darf es sich aussuchen ob man den teilweise lebensgefährlichen Radweg nutzen möchte oder die Straße.
    Was die Beleuchtung angeht: Es besteht keine Pflicht zum eingeschalteten Licht, ebenso ist ein Reflektor bei normalem Tageslicht sinnlos, da er ja nur steil einfallendes Licht (eingeschaltetes Autolicht) reflektieren kann. Licht an einem Rad zur normalen Tageszeit bringt keinen Zugewinn an Sicherheit. Bei Dämmerung und natürlich Nachts sieht es ganz anders aus. Aus meiner Erfahrung findet man aber zu den Zeiten nur sehr sehr wenig unbeleuchteten Radsportler auf der Straße. Dieses Verhalten sieht man dafür sehr oft in der Stadt.
    Die Konvoi-Fahrt mit z.B. 6 Personen. So ein Rennrad ist knappe 2 Meter lang. Fahren also 6 Radsportler hintereinander je mit einem Abstand von 1 Meter ist das eine “Schlange” von 17 Metern. Fahren die gleichen Menschen in Zweierreihe, so wie es auch in einem PKW der Fall ist (da sitzt man nebeneinander, weil man so die Straßenbreite effektiver nutzt) sind es nur noch 8 Meter. Diese 8 Meter sind natürlich auch wesentlich schneller und sicherer mit dem Auto passiert als eine sehr lange Schlange.

    Als Radsportler der fast täglich auf dem Rad trainiert und bereits einige Freunde im Straßenverkehr an rücksichtslose Autofahrer verloren hat möchte ich gerne nochmal an den Verstand appellieren. Auf jedem Fahrrad sitzt ein Mensch. Es ist die besondere Pflicht des PKW/LKW-Fahrer das Leben der schwächeren Teilnehmer nicht in Gefahr zu bringen. Auch dann nicht, wenn der Radfahrer kein Licht hat, nebeneinander fährt oder es scheinbar einen Radweg neben der Straße gibt. Selbstjustiz ist nicht rechtens. Auch berechtigen die Fehler Anderer nicht dazu die Regeln selber nicht beachten zu müssen. Wenn der bei Rot fährt, dann darf ich den gleich ganz knapp überholen.

    Leider muss ich das jeden Tag erleben und es ist wirklich nicht einfach die Gefühle und Aggressionen in Zaum zu halten, wenn man in solchen Momenten die blutenden Freund vorm Geiste hat, die überfahren wurden. Man selber bereits schwerst behindert sein könnte, weil ein Autofahrer sich “beleidigt” oder gar “genötigt” von einem Radfahrer/Radsportler fühlte und einfach drauf gehalten hat.

    Es ist eine komische Beziehung, die Autofahrer zu Radsportlern haben. Wenn ich mit 30 km/h in der 30er Zone fahre, dann werde ich dennoch so oft überholt, nur damit ich wenige Meter später an einer Fahrbahnverengung ausgebremst werde. Selbst wenn man mit 50 km/h durch eine 30er Zone fährt gibt es noch Autofahrer, die es scheinbar als Herausforderung betrachten zeigen zu müssen, das sie schneller sind. Inzwischen ringt es mir oft nicht mal mehr ein Kopfschütteln ab. (Ja, ich bin mir auch der Geschwindigkeitsüberschreitung in einem solchen Fall bewusst, bin aber nur 42cm breit und wiege 1/20stel bis 1/30stel eines PKW, was meinen maximalen Schaden sehr stark reduziert. Gleichzeitig auch das eingegangene Risiko um ein Vielfaches kleiner werden lässt, als mit dem PKW mit 60 oder 70 km/h durch die 30er am Kindergarten an einem Radfahrer vorbei zu jagen.)

    Mehr Vernunft und Rücksicht auf allen Seiten ist der Schlüssel. Nicht mehr Recht und Regeln. Dabei verlieren alle Beteiligten (Freiheit).

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