Auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad fahren: Dürfen Radfahrer das?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 5. März 2020

In Bezug auf das Fahrradfahren auf der Bundesstraße herrscht oft Unsicherheit

Für gewöhnlich darf auf einer Bundesstraße das Fahrrad benutzt werden.
Für gewöhnlich darf auf einer Bundesstraße das Fahrrad benutzt werden.

Gerade im Frühjahr zeigt sich diese Spezies unter den Verkehrsteilnehmern wieder vermehrt: die Radfahrer, welche teilweise auf dem Radweg, aber auch auf der Straße unterwegs sind. Wo Personen auf dem Zweirad fahren dürfen, wird dabei durch geltende Verkehrsregeln bestimmt. Trotzdem sind Unsicherheiten nicht selten.

So stellt sich auch immer wieder die Frage: Darf man mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße fahren? Im Folgenden erhalten Sie die dazu passende Antwort und erfahren, welche Rolle dabei die Definition der Kraftfahrstraße spielt.

Nicht zuletzt informieren wir Sie über einige generelle Regelungen zum Fahrradfahren auf der Straße, die auch dann wichtig sind, wenn Sie nicht auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad unterwegs sind.

FAQ: Mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße

Wann müssen Radfahrer auf der Straße fahren?

Fahrradfahrer müssen auf der Straße fahren, wenn kein Radweg vorhanden ist oder keine Pflicht besteht, diesen zu benutzen.

Dürfen Radfahrer auf einer Bundesstraße fahren?

Eine Bundesstraße ist eine Überlandstraße, die dem überregionalen Verkehr dient. Radfahrer dürfen diese benutzen, solange es sich dabei nicht um eine Kraftfahrstraße/Schnellstraße handelt.

Was droht, wenn Sie mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße fahren?

Fahren Sie mit dem Fahrrad auf einer Bundesstraße, die als Kraftfahrstraße ausgeschildert ist, kann ein Bußgeld von mindestens 10 Euro drohen.

Beim Radfahren auf Bundesstraßen entscheidet die Straßendefinition

In vielen Fällen haben Radfahrer tatsächlich keine andere Wahl, als auf der Straße zu fahren. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn keine Verkehrszeichen Fahrer dazu verpflichten, den Radweg zu verwenden – oder wenn dieser erst gar nicht vorhanden ist. Geltende Verkehrsregeln sorgen dann dafür, dass Fahrradfahrer die Straße nutzen müssen.

Doch gilt diese Vorgabe auch in puncto Bundesstraße? Mit dem Fahrrad darf diese tatsächlich in vielen Fällen genutzt werden – gerade dann, wenn kein alternativer Weg neben der Straße geboten wird. So stellt sich jedoch die Frage, woher überhaupt die Verwirrung in dieser Angelegenheit kommt.
Eine Bundesstraße erlaubt Radfahren, wenn diese nicht gleichzeitig als Kraftfahrstraße fungiert.
Eine Bundesstraße erlaubt Radfahren, wenn diese nicht gleichzeitig als Kraftfahrstraße fungiert.

Das liegt mitunter daran, dass nicht jede Bundesstraße einfach nur eine Bundesstraße ist. Straßen mit dieser Bezeichnung definieren sich für gewöhnlich dadurch, dass sie als Überlandstraßen dem überregionalen Verkehr dienen. Im Unterschied zu Autobahnen handelt es sich dabei aber nicht regulär um Kraftfahrstraßen.

Und genau hier liegt der Knackpunkt bei der Straßenbenutzung. Einige Bundesstraßen fungieren gleichzeitig als Kraftfahrstraßen, welche auch als Schnellstraßen bezeichnet werden. Fahrzeuge müssen in der Lage sein, eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h zu erreichen, um legal entsprechend gekennzeichnete Fahrbahnen zu nutzen.

Folglich ist es nicht erlaubt, eine Bundesstraße mit dem Fahrrad zu nutzen, wenn diese durch gültige Verkehrszeichen als Schnellstraße gekennzeichnet ist. Wer auf einer Bundesstraße beim Fahrradfahren erwischt wird, obwohl diese als Kraftfahrstraße ausgewiesen ist, muss mit einem Verwarngeld über 10 Euro rechnen.

Weitere Vorgaben zum Radfahren

Nicht nur die Nutzung einer Bundesstraße mit dem Fahrrad mit klaren Regeln verbunden. Auch auf Asphaltwegen mit anderen Bezeichnungen gelten Vorgaben, an die sich die Verkehrsteilnehmer auf Bikes halten müssen. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Beim Musikhören auf dem Fahrrad dürfen durch die Beschallung nicht die Verkehrssignale übertönt werden.
  • Ist ein Radweg vorhanden und wird durch Verkehrszeichen vorgegeben, dass dieser zu benutzen ist, dürfen Fahrradfahrer nicht auf der Straße fahren.
  • Kinder dürfen sich erst mit acht Jahren dazu entscheiden, abseits von Rad- bzw. Gehwegen zu fahren. Die generelle Straßenbenutzung wird erst ab einem Alter von zehn Jahren zur Pflicht.
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Auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad fahren: Dürfen Radfahrer das?
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11 Kommentare

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  1. michael b. sagt:

    wenn die Schilder einer kraftfahrstrasse ausser Betrieb genommen werden darf ich dann die strasse mit den fahrrad benutzen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo michael b.,

      bitte fragen Sie dazu bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde für die konkrete Straße nach.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Patricia S. sagt:

    Muss man als Radfahrer über eine Hauptstraße fahren um auf der richtigen Seite zufahren oder darf man bis zu Ampel weiter fahren auf der falschen Seite und dann die Straße überqueren?

  3. Christoph G. sagt:

    Die Aussage im Text, dass ein vorhandener radweg genutzt werden muß kann man so nicht stehen lassen.

    1.) sollte der Radweg durch Verschmutzung, Laub, Glätten, unverhältnismäßiger Unebenheiten, Split etc. zu gefährlich sein um ihn benutzen zu können darf ein Radfahrer auf die Straße wechseln

    2.) Wer sich zu Trainingszwecken auf einem (Renn) Rad im Straßenverkehr aufhält ist nicht verpflichtet den Radweg zu nutzen

  4. Radfahrer sagt:

    Denken Sie über die letzte Aussage noch einmal nach und überlegen Sie, ob es beim Autofahren einen Unterschied macht, ob Sie einen Sportwagen oder Lieferwagen fahren: natürlich nicht. Auch Rennräder sind Fahrräder und müssen den Radweg benutzen, wenn dieser befahrbar ist. Split macht einen Radweg wohl auch eher selten gefährlich, manche Radwege bestehen daraus.

  5. fs sagt:

    bin ständig von autofahrern angehupt worden als ich mit dem rennrad
    auf einer bundesstraße unterwegs wahr im schnitt 30-40 kmh
    wo ist da der unterschied zu einem mofa
    der radweg ist für ein rr auf grund der löcher nicht benutzbar
    außerdem verpeste ich nicht die luft
    was ist nun richtig

  6. David sagt:

    Bei Split bekommt jedes Rennrad nach ein paar Metern einen platten…denken Sie nochmal über diese Aussage nach.

  7. Martin sagt:

    zu den gehöre ich auch, sie sollten vielleicht auch mal an ihre eigene Sicherheit denken,
    warum muss es den gleich die Bundestrasse (wo man alle behindert) sein,
    kann man da nicht auf wenig befahrene Strassen ausweichen?
    Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln.

  8. Fahrradfahrer sagt:

    Lieber Martin,

    Ein Bundesstraße ist manches Mal der einzige Weg um
    auf direktem Wege von A nach B zu kommen.

    Zudem können Sie als Autofahrer, der ja keine Muskelkraft
    benutzt um vorwärts zu kommen, doch auch auf die genannten
    Nebenstraßen ausweichen. Dann haben sie kein Problem mehr
    damit, dass Fahrradfahrer die Bundesstraße, auf der Sie fahren,
    behindern.

    Aber mal im Allgemeinen.
    Straßen sind ein Gemeingut, wenn sie dies nicht verstehen
    sollten sie ihren Führerschein abgeben. Rücksicht auf andere
    zu nehmen sollte selbstverständlich sein, gerade im Straßen-
    verkehr.

    Wenn Sie allerdings nicht dazu in der Lage zu sein weiter zu denken,
    als bis zu ihrem Lenkrad, sollten Sie ihren Führerschein freiwillig
    abgeben, weil dies A besser für die Umwelt wäre und B besser
    für ihren Puls.

    Zu dem gehen sie nicht die Gefahr ein Personen im Straßen-
    verkehr zu nötigen, was kein Kavaliersdelikt ist sondern eine
    Straftat.

    Einen schönen Tag noch

  9. Allesfahrer sagt:

    Lieber Fahrradfahrer,

    um mit einem Fahrrad in Deutschland von A nach B zu kommen, gibt es mit Sicherheit mehr Möglichkeiten als nur den direkten Weg über eine Bundesstrasse. Ein ökologischer Vorteil spielt dabei im Übringen nicht die geringste Rolle, sondern eingentlich reicht der gesunde Menschenverstand.

    Wenn Sie gerade von Gemingut reden, ich glaube nicht, dass es in Deutschland viele geteerte Strassen (für Ihr Rennrad) gebe, wenn die Kfz- und/oder Krafstoff-Steuern dies nicht ermöglicht hätte. Zu dieser Zeit war Kopfsteinpflaster Allgemeingut – ist die Rückkehr dahin Ihr persönliches Ziel?

    Bevor Sie sich weiter über Straftatsdelikte echauffieren: Als Vater eines 2 Jährigen Kindes und Hundebesitzer, kann ich Ihnen versichern, dass Autofahrer, dank der Kennzeichenpflicht, deutlich weniger gefährlich für diese (unberechenbaren) Verkehrsteilnehmer (auf Feld- und Fusswegen) sind, als Radfahrer. Ein Mindestabstand für das Überholen gilt ausserdem nicht nur für Autofahrer – auch für Radfahrer beim Überholen von Fussgängern. Ich hoffe Sie sind einer der 2% von Radfahrern die sich daran halten.

    Ich bin mal gespannt, wie der defizitäre ÖPNV finanziert wird, wenn keiner mehr Autofahren darf (…will oder kann). Vielleicht erzählen wir dann den flexibel gezüchteten MINT Absolventen, dass Sie doch besser auf Gärtner umlernen, da dies besser für die Umwelt ist.

    Grüsse
    Allesfahrer

    PS: Zum Abschluss mein regelmäßiges Lieblingserlebnis, weil niemand dabei (von dem ich weis) bisher zu Schaden kam.
    Mein Arbeitsweg führt mich über eine Serpentinenstrasse durch den Wald. Fahrzeuge über 2m Breite sind hier verboten. Ein Überholen ist durch viel Gegenverkehr fast ausgeschlossen. Es gibt eine schnurgerade Strecke (also DIREKTER Weg, dafür entsprechend steiler) die nur für landwirtschaftlichen Verkehr frei ist. Im Sommer radeln auf den Serpentinen – bevorzugt zu Berufsverkehrszeiten – die Rennradfahrer mit ökologischem Vorteil – natürlich bergauf. Bis der RR-Fahrer den Anstieg mit seinen 20 Km/h (in der Spitze) geschafft hat, sind locker 3 Km Stau hinter ihm. Wenn man vorsichtig rechnet (3000/10) sind das rund ~300 Autos/Personen. Wo ist hier das Allgemeinwohl? Ironisch ist, dass diese Radler berab dann den geraden Abschuss präferieren. Dort wird natürlich keinesfalls für einen Fussgänger gebremst (oder auch nur verlangsamt), sondern mit gefühlt 80 Sachen an minimalem Abstand vorbei gezogen. Danke für den Adrenalinstoss.

  10. OnlyRadBiker sagt:

    Hallo Allerseits,

    ich habe mir schon damals vorgenommen mein Leben so zu gestalten das ich gar kein Auto brauche. Ich fahre nur mit dem Rad und miete mir nur ganz selten bei größeren Angelegenheiten wie Möbel einen Wagen. Und ja es stimmt, Radfahrer fahren meistens wie sie wollen. Ich fahre jetzt 18 Jahre Rad und bin in der Zeit einmal gegen ein anderen Radfahrer gefahren weil ich unaufgepasst mit meiner Freundin geredet habe, verdient. Das wars aber auch schon. Ansonsten fahre ich auch sehr Wild muss ich zugeben, nutze Radweg und Straße oder auch Fußweg, je nach dem was frei ist um schnell durch zu kommen. Aber ich mache es mit Bedacht und hatte noch nie Probleme, wurde nicht angehupt oder angemeckert weil ich jedem seine Freiheit lasse.

    Ich war jetzt schon zweimal auf Tour in Holland mit dem Rad, dort ist das ganz normal mit nur 20 cm Abstand an Leuten vorbei zu fahren und da beschwert sich auch keiner oder meckert rum, die sind das gewohnt und es gibt trotzdem sogut wie keine Unfälle. Geschweige denn haben die richtig vernünftige Radwege und relativ freie Straßen, ich lege jedem ans Herz wer gerne Fahrrad fährt und das auch durch die Stadt, sind Städte wie Enschede oder Hengelo ein Paradies. Und wer mal lachen will und wirklich den Unterschied sehen will zu Deutschland der stellt sich an die Grenze zwischen Enschede und Gronau. Es ist lächerlich wie unausgereift unsere Straßeninfrastruktur ist. Hier muss sich noch einiges tun und solange Deutschland so ein “stolzes Autoland” bleibt und nicht in der Lage ist vernünftige Wege zu bauen, werde ich alles nutzen um schnell von A nach B zu kommen. Radwege sind teilweise gar nicht befahrbar.

    Mfg. OnlyRadBiker

    MFG-

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