Auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad fahren: Dürfen Radfahrer das?

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 10. August 2019

In Bezug auf das Fahrradfahren auf der Bundesstraße herrscht oft Unsicherheit

Für gewöhnlich darf auf einer Bundesstraße das Fahrrad benutzt werden.

Für gewöhnlich darf auf einer Bundesstraße das Fahrrad benutzt werden.

Gerade im Frühjahr zeigt sich diese Spezies unter den Verkehrsteilnehmern wieder vermehrt: die Radfahrer, welche teilweise auf dem Radweg, aber auch auf der Straße unterwegs sind. Wo Personen auf dem Zweirad fahren dürfen, wird dabei durch geltende Verkehrsregeln bestimmt. Trotzdem sind Unsicherheiten nicht selten.

So stellt sich auch immer wieder die Frage: Darf man mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße fahren? Im Folgenden erhalten Sie die dazu passende Antwort und erfahren, welche Rolle dabei die Definition der Kraftfahrstraße spielt.

Nicht zuletzt informieren wir Sie über einige generelle Regelungen zum Fahrradfahren auf der Straße, die auch dann wichtig sind, wenn Sie nicht auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Beim Radfahren auf Bundesstraßen entscheidet die Straßendefinition

In vielen Fällen haben Radfahrer tatsächlich keine andere Wahl, als auf der Straße zu fahren. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn keine Verkehrszeichen Fahrer dazu verpflichten, den Radweg zu verwenden – oder wenn dieser erst gar nicht vorhanden ist. Geltende Verkehrsregeln sorgen dann dafür, dass Fahrradfahrer die Straße nutzen müssen.

Doch gilt diese Vorgabe auch in puncto Bundesstraße? Mit dem Fahrrad darf diese tatsächlich in vielen Fällen genutzt werden – gerade dann, wenn kein alternativer Weg neben der Straße geboten wird. So stellt sich jedoch die Frage, woher überhaupt die Verwirrung in dieser Angelegenheit kommt.
Eine Bundesstraße erlaubt Radfahren, wenn diese nicht gleichzeitig als Kraftfahrstraße fungiert.

Eine Bundesstraße erlaubt Radfahren, wenn diese nicht gleichzeitig als Kraftfahrstraße fungiert.

Das liegt mitunter daran, dass nicht jede Bundesstraße einfach nur eine Bundesstraße ist. Straßen mit dieser Bezeichnung definieren sich für gewöhnlich dadurch, dass sie als Überlandstraßen dem überregionalen Verkehr dienen. Im Unterschied zu Autobahnen handelt es sich dabei aber nicht regulär um Kraftfahrstraßen.

Und genau hier liegt der Knackpunkt bei der Straßenbenutzung. Einige Bundesstraßen fungieren gleichzeitig als Kraftfahrstraßen, welche auch als Schnellstraßen bezeichnet werden. Fahrzeuge müssen in der Lage sein, eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h zu erreichen, um legal entsprechend gekennzeichnete Fahrbahnen zu nutzen.

Folglich ist es nicht erlaubt, eine Bundesstraße mit dem Fahrrad zu nutzen, wenn diese durch gültige Verkehrszeichen als Schnellstraße gekennzeichnet ist. Wer auf einer Bundesstraße beim Fahrradfahren erwischt wird, obwohl diese als Kraftfahrstraße ausgewiesen ist, muss mit einem Verwarngeld über 10 Euro rechnen.

Weitere Vorgaben zum Radfahren

Nicht nur die Nutzung einer Bundesstraße mit dem Fahrrad mit klaren Regeln verbunden. Auch auf Asphaltwegen mit anderen Bezeichnungen gelten Vorgaben, an die sich die Verkehrsteilnehmer auf Bikes halten müssen. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Beim Musikhören auf dem Fahrrad dürfen durch die Beschallung nicht die Verkehrssignale übertönt werden.
  • Ist ein Radweg vorhanden und wird durch Verkehrszeichen vorgegeben, dass dieser zu benutzen ist, dürfen Fahrradfahrer nicht auf der Straße fahren.
  • Kinder dürfen sich erst mit acht Jahren dazu entscheiden, abseits von Rad- bzw. Gehwegen zu fahren. Die generelle Straßenbenutzung wird erst ab einem Alter von zehn Jahren zur Pflicht.
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9 Kommentare

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  1. michael b. sagt:

    wenn die Schilder einer kraftfahrstrasse ausser Betrieb genommen werden darf ich dann die strasse mit den fahrrad benutzen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo michael b.,

      bitte fragen Sie dazu bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde für die konkrete Straße nach.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Patricia S. sagt:

    Muss man als Radfahrer über eine Hauptstraße fahren um auf der richtigen Seite zufahren oder darf man bis zu Ampel weiter fahren auf der falschen Seite und dann die Straße überqueren?

  3. Christoph G. sagt:

    Die Aussage im Text, dass ein vorhandener radweg genutzt werden muß kann man so nicht stehen lassen.

    1.) sollte der Radweg durch Verschmutzung, Laub, Glätten, unverhältnismäßiger Unebenheiten, Split etc. zu gefährlich sein um ihn benutzen zu können darf ein Radfahrer auf die Straße wechseln

    2.) Wer sich zu Trainingszwecken auf einem (Renn) Rad im Straßenverkehr aufhält ist nicht verpflichtet den Radweg zu nutzen

  4. Radfahrer sagt:

    Denken Sie über die letzte Aussage noch einmal nach und überlegen Sie, ob es beim Autofahren einen Unterschied macht, ob Sie einen Sportwagen oder Lieferwagen fahren: natürlich nicht. Auch Rennräder sind Fahrräder und müssen den Radweg benutzen, wenn dieser befahrbar ist. Split macht einen Radweg wohl auch eher selten gefährlich, manche Radwege bestehen daraus.

  5. fs sagt:

    bin ständig von autofahrern angehupt worden als ich mit dem rennrad
    auf einer bundesstraße unterwegs wahr im schnitt 30-40 kmh
    wo ist da der unterschied zu einem mofa
    der radweg ist für ein rr auf grund der löcher nicht benutzbar
    außerdem verpeste ich nicht die luft
    was ist nun richtig

  6. David sagt:

    Bei Split bekommt jedes Rennrad nach ein paar Metern einen platten…denken Sie nochmal über diese Aussage nach.

  7. Martin sagt:

    zu den gehöre ich auch, sie sollten vielleicht auch mal an ihre eigene Sicherheit denken,
    warum muss es den gleich die Bundestrasse (wo man alle behindert) sein,
    kann man da nicht auf wenig befahrene Strassen ausweichen?
    Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln.

  8. Fahrradfahrer sagt:

    Lieber Martin,

    Ein Bundesstraße ist manches Mal der einzige Weg um
    auf direktem Wege von A nach B zu kommen.

    Zudem können Sie als Autofahrer, der ja keine Muskelkraft
    benutzt um vorwärts zu kommen, doch auch auf die genannten
    Nebenstraßen ausweichen. Dann haben sie kein Problem mehr
    damit, dass Fahrradfahrer die Bundesstraße, auf der Sie fahren,
    behindern.

    Aber mal im Allgemeinen.
    Straßen sind ein Gemeingut, wenn sie dies nicht verstehen
    sollten sie ihren Führerschein abgeben. Rücksicht auf andere
    zu nehmen sollte selbstverständlich sein, gerade im Straßen-
    verkehr.

    Wenn Sie allerdings nicht dazu in der Lage zu sein weiter zu denken,
    als bis zu ihrem Lenkrad, sollten Sie ihren Führerschein freiwillig
    abgeben, weil dies A besser für die Umwelt wäre und B besser
    für ihren Puls.

    Zu dem gehen sie nicht die Gefahr ein Personen im Straßen-
    verkehr zu nötigen, was kein Kavaliersdelikt ist sondern eine
    Straftat.

    Einen schönen Tag noch

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