Radfahrstreifen – Ein weiterer Bestandteil der Radverkehrsanlage

Die besondere Fahrspur für Radfahrer

Radfahrstreifen sind von der Fahrbahn mit einer durchgehenden Linie abgegrenzt.

Radfahrstreifen sind von der Fahrbahn mit einer durchgehenden Linie abgegrenzt.

Sie gibt es bereits in vielen deutschen Städten und Gemeinden – die Radfahrstreifen.

Sie sind durch ihre weißen Markierungstreifen und das weiße Fahrradpiktogramm auf der Fahrbahn auch kaum zu übersehen. Die Nutzung ist nur mit dem Fahrrad erlaubt. Sowohl für Autofahrer als auch für Radfahrer gibt es bezüglich dieser besonderen Verkehrsflächen einiges zu beachten.

Umgangssprachlich wird der Radfahrstreifen auch oft als Fahrradspur und gelegentlich sogar als Radweg auf der Straße bezeichnet. Im alltäglichen Verkehr ist eine solche Spur immer unter dem Aspekt der Sicherheit zu betrachten.

Welche Regelungen bezüglich der Nutzung gelten, was einem sogenannten Schutzstreifen unterscheidet und welche Markierungen einen Radfahrstreifen ausweisen, wird der nachstehende Ratgeber näher betrachten und erläutern.

Radfahrstreifen: Welche Regeln und Markierungen zu beachten sind

Allgemeinhin ist ein Radfahrstreifen Teil einer Fahrradverkehrsanlage, die sich auf der Fahrbahn einer Straße befindet. Zumeist sind sie am Fahrbahnrand eingerichtet und ausschließlich für die Nutzung durch Radfahrer vorgesehen.

Radfahrstreifen: Durch eine Markierung und das Schild 237 angezeigt.

Radfahrstreifen: Durch eine Markierung und das Schild 237 angezeigt.

Sind die Radfahrstreifen darüber hinaus auch durch das Verkehrszeichen 237 der Straßenverkehrsordnung (StVO) gekennzeichnet, liegt eine Benutzungspflicht vor.

Da diese Fahrspuren durch Städte oder Gemeinden angeordnet werden, sind sie in fast allen Fällen auch durch dieses Zeichen ausgewiesen. Das Verkehrszeichen ist ein blauer Kreis mit weißem Rand und einem weißem Fahrradpiktogramm in der Mitte.

Darüber hinaus wird der Radfahrstreifen durch eine Markierung auf der Fahrbahn von den anderen Fahrspuren abgegrenzt. Im Gegensatz zum Radweg findet hier die Abgrenzung ausschließlich durch eine weiße durchgezogene Linie statt.

Diese Linie nach Verkehrszeichen 295 wird an Haltestellen, Einfahrten, Einmündungen und Kreuzungen durch unterbrochene Breitstriche ersetzt, so dass hier andere Fahrzeuge den Radfahrstreifen kreuzen dürfen. Ein Befahren von einem Radfahrstreifen mit anderen Fahrzeugen ist nicht gestattet.

Das weiße Fahrradpiktogramm auf der Fahrbahn ist eine weitere Kennzeichnung. Auch zum Fahrbahnrand oder Parkbuchten sind die Radfahrstreifen zumeist durch einen dünnen weißen Streifen abgegrenzt.

In der Regel ist die Mindestbreite der Radfahrstreifen auf 1,60 Meter festgelegt. An besonderen Stellen können diese Fahrspuren auch breiter angelegt werden. Dies kann unter anderem bei folgenden Gegebenheiten der Fall sein:

  • wenn oft ein sehr hohes Verkehrsaufkommen vorliegt und dieses auch Schwerlastanteile aufweist
  • wenn sich der Radfahrstreifen in der Nähe von Schulen oder Radverkehrszielen befindet

Neben Entwässerungsrinnen ist die nutzbare Breite auf mindestens 1,00 Meter festgelegt.

Da sich eine solche Fahrradspur auf der Straße und somit auf der Fahrbahn befindet, gelten für Radfahrer die Lichtzeichenanlagen des Autoverkehrs. Es sei denn, für den Radfahrstreifen sind gesonderte Radfahrampeln aufgestellt. Darüber hinaus müssen Radfahrer auf einem Radfahrstreifen die Straßenverkehrsordnung (StVO) genauso beachten, als wenn sie auf der Fahrbahn unterwegs wären.

Parken auf dem Radfahrstreifen

Schutzstreifen für Radfahrer werde nur durch unterbrochene Linien gekennzeichnet, nicht durch ein Verkehrsschild.

Schutzstreifen für Radfahrer werde nur durch unterbrochene Linien gekennzeichnet, nicht durch ein Verkehrsschild.

Der Radfahrstreifen ist nur für die Nutzung durch den Radverkehr bestimmt. Daher ist auch das Halten und Parken auf dem Radfahrstrafen nicht gestattet.

Einzig das Überqueren, zum Beispiel zum Erreichen einer Einfahrt, eines Grundstückes oder eines Parkplatzes beziehungsweise einer Parkbucht, ist erlaubt. Hierbei muss der Radverkehr jedoch zwingend beachtet und diesem Vorrang gewährt werden.

Schutzstreifen für Radfahrer

Auch sogenannte Schutzstreifen sind Flächen für Radfahrer, die auf der Fahrbahn eingerichtet sind. Sie sind durch eine unterbrochene weiße Linie gekennzeichnet und oft ebenfalls mit dem Fahrradpiktogramm markiert. Auch diese Fahrstreifen sind speziell dazu gedacht, den Radfahrern im Verkehr einen sicheren Raum zum Fahren zu schaffen.

Andere Fahrzeuge dürfen auf dem Schutzstreifen ebenfalls nicht parken. Das Halten bis zu drei Minuten ist jedoch gestattet.

Auch ist es hier in Ausnahmefällen erlaubt, den Schutzstreifen zu befahren – zum Beispiel dann, wenn die Straßenführung eingeengt ist oder sich ein Hindernisse auf der Fahrbahn befindet.

In der Regel gibt es für Schutzstreifen keine gesonderte Fahrradampel, sodass Radfahrer sich hier an die Signale für den Autoverkehr halten müssen. Auch werden sie nicht durch ein Verkehrsschild ausgewiesen. Allein die Markierungen auf der Fahrbahn kennzeichnen Schutzstreifen.

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3 Kommentare

  1. Martin sagt:

    Überholabstand: Autofahrer müssen (!) beim Überholen einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten; das Oberlandesgericht von NRW hat festgelegt, dass der Überholabstand mindestens 1,5 m betragen muss (!), bei widrigen Witterungsverhältnissen deutlich mehr, mindestens 2 m!
    Die weißen Radwege garantieren, dass die Sicherheitsabstände NIE eingehalten werden, sie sind also vom Gesetzgeber sanktionierte Unsicherheitsstreifen!
    Und ganz nebenbei: ich werde nirgendwo so aggressiv von Autofahrern beiseitegedrängt, wie auf Fahrradstraßen!!!
    Wer hat sich den S(von der Redaktion editiert) eigentlich ausgedacht?

    Martin (von der Redaktion anonymisiert), seit 25 Jahren Allwetterradfahrer

  2. Sabine R. sagt:

    Ich bitte um Besichtigung des „Schutzstreifens“ auf der P. Chaussee in der „Bundesfahrradstadt Bonn 2020“. Der ist so schmal, dass selbst das Fahrradsymbol in normaler Größe nicht passt. Entlang des Weges versperren regelmäßig rücksichtslose Autofahrer den „Schutzstreifen“ mit ihren geparkten Fahrzeugen. Und das Ordnungsamt duldet offiziell nach eigener Aussage das Parken auf diesen Schutzstreifen für bis zu 10 Minuten. Man muss also als Radfahrerin dort erst einmal 10 Minuten lang warten, ehe man Anzeige erstatten kann.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Sabine,

      hier liegt ein Missverständnis vor. Wir sind keine offizielle Behörde, sondern bieten lediglich Ratgeber rund um das Thema Straßenverkehr an. Mit Ihre Anliegen müssen Sie sich an die zuständige Behörde wenden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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