Einfach oder doppelt durchgezogene Linie: Überfahren ist nicht erlaubt

Eine Fahrstreifenbegrenzung existiert nicht ohne Grund

Nach der StVO ist die durchgezogene Linie ein offizielles Verkehrszeichen.

Nach der StVO ist die durchgezogene Linie ein offizielles Verkehrszeichen.

Verkehrsteilnehmer, die im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sind, müssen eine Vielzahl an Regeln beachten. Mitunter sind verschiedene Gebote zu beachten, die durch Schilder vorgegeben werden. Diese sind offiziell als „Zeichen“ bekannt und jeweils mit einer Nummer versehen.

Doch ein Gebot dieser Art muss nicht in Schildform daherkommen. Auch die sogenannte durchgezogene Linie, die auf der Mitte einer Fahrbahn sichtbar wird, gilt als ein zu beachtendes Verkehrszeichen und ist das Thema dieses Ratgebers. Hier erfahren Sie unter anderem, ob eine durchgezogene Linie eine Strafe nach sich ziehen kann. Nicht zuletzt wird das Überholen über eine durchgezogene Linie beleuchtet.

Die durchgezogene Linie nach StVO beachten

Wie bereits erwähnt, gilt die durchgezogene Linie als offizielles Verkehrszeichen, spezifisch als Zeichen 295. Dieses müssen Verkehrsteilnehmer im Sinne von § 41 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) befolgen. Der erste Absatz des Paragraphen bezieht sich dabei direkt auf die Anlage 2 der Verordnung.

Anlage 2 der Straßenverkehrs-Ordnung listet verschiedene Verkehrszeichen, geordnet nach Kategorien, auf. So lässt sich einfach nachlesen, welche Regeln in Bezug auf ein Schild oder eine Markierung der Fahrbahn zu beachten sind. Zu jedem Zeichen zeigt zudem ein Bild, wie dieses gestaltet ist.

Die durchgezogene Linie fällt als Zeichen 295 in die Kategorie der Markierungen. Ein wichtiges Verbot ist schon die Gestaltung der lückenlosen Geraden einleuchtend: Fahrzeugführer dürfen die durchgezogene Linie nicht überfahren. Ein Bußgeld droht selbst dann, wenn ein teilweises Überfahren stattfindet. Folglich gilt ebenso: Liegt eine durchgezogene Linie vor, ist Überholen nicht gestattet. Weiterhin ist zu beachten:

  • In der Regel ist rechts von der Fahrstreifenbegrenzungslinie zu fahren.
  • Grenzt die durchgezogene Linie einen befestigten Seitenstreifen ab, müssen Landwirtschaftsfahrzeuge so weit wie möglich rechts von ihr fahren.
  • Auf der Fahrbahn darf nicht geparkt werden, wenn zwischen dem stehenden Fahrzeug und der durchgezogenen Linie nicht mindestens drei Meter Platz ist.
  • Eine durchgezogene Linie darf überfahren werden, wenn dahinter eine Grundstückszufahrt liegt und diese auf keinem anderen Weg erreichbar ist.
  • Das Überholen bei durchgezogener Linie ist nicht erlaubt,

    Das Überholen bei durchgezogener Linie ist nicht erlaubt,

  • Ein Bußgeld droht beim unerlaubten Überfahren: Eine durchgezogene Linie zieht mindestens eine Sanktion über 10 Euro nach sich, wenn sie mit einem Fahrzeug teilweise oder ganz überragt werden. Beim Überholen erhöht sich das Bußgeld auf mindestens 30 Euro. Kommt es zur Gefährdung oder Behinderung anderer, erhöhen sich die Sanktionen drastisch. Dann drohen auch Punkte in Flensburg.

Schutz durch die durchgezogene Linie

Der Gesetzgeber hat nicht aus Willkür die durchgezogene Linie und die dazugehörigen Bußgeldvorschriften geschaffen. Die Fahrstreifenbegrenzungslinie dient dem Zweck der Verkehrssicherheit. Sie soll beispielsweise vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern Gewissheit darüber vermitteln, dass es unabhängig von der Verkehrssituation zu keinen Überholvorgängen durch Fahrzeuge von hinten kommt.

Das sorgt für eine zusätzliche Sicherheit in bestimmten Verkehrssituationen. Ein Beispiel: Ein Fahrzeugführer fährt vom Straßenrand auf eine Fahrbahn ein, die eine durchgezogene Linie besitzt. Dabei muss er nicht damit rechnen, dass der nachfolgende Verkehr zum Überholen ansetzt, wenn dadurch die Mittellinie überfahren werden würde.

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