Untersuchung des Umweltbundesamtes: E-Scooter sind umweltschädlich

News vom 03.09.2019 um 14:17 Uhr
Bisher sind E-Scooter eher umweltschädlich, weil sie überwiegend den Fahrrad- und Fußgängerverkehr ablösen.
Bisher sind E-Scooter eher umweltschädlich, weil sie überwiegend den Fahrrad- und Fußgängerverkehr ablösen.

E-Scooter, die motorisierten Flitzer auf kleinen Rollen, bringen ihre Fahrer leise, schnell und ohne Abgase von A nach B. Was sehr umweltfreundlich klingt, ist allenfalls bequem. Das hat jetzt das Umweltbundesamt erkannt und die Ergebnisse seiner Untersuchungen über E-Scooter veröffentlicht. Deren Quintessenz lautet: Die beliebten Tretroller leisten aktuell keinen wirklichen Beitrag zur Verkehrswende. E-Scooter sind sogar umweltschädlich, weil sie bisher lediglich an die Stelle des weitaus umweltverträglicheren Fuß- und Radverkehrs treten. Außerdem halten weder Akkus noch Leihroller besonders lange.

Besser als Autos, aber schlechter als Fahrräder und Schusters Rappen

Seit Juni 2019 dürfen Rollerfahrer mit ihrem E-Scooter am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, wenn das Gefährt bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllt. Seitdem sind unzählige Anbieter für Leihroller wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und die Deutschen nehmen dieses Angebot auch gerne an.

Nur leider entpuppen sich die E-Scooter dabei als umweltschädlich. Maria Krautzberger, die Präsidentin des Umweltbundesamtes, erklärt auch warum:

„Die gefahrenen Strecken sind meist zu kurz und können regelmäßig auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewältigt werden.“

[Quelle: Umweltbundesamt: E-Scooter momentan kein Beitrag zur Energiewende]

Wenn also überwiegend Fußgänger, Radfahrer oder ÖPNV-Nutzer auf den Elektro-Tretroller umsteigen, dann schadet das der Umwelt. Und genau das scheint momentan der Fall zu sein, wie erste Zahlen und Umfragen belegen. In Berlin z. B. fahren die meisten Leihroller-Kunden nur zwei Kilometer damit.

Nur wenn PKW- und Motorradfahrer auf E-Scooter umsteigen würden, kämen die Roller der Umwelt zugute. Außerdem sorgen die Leihroller immer wieder für Unmut, weil sie überall achtlos in der Gegend abgestellt werden und häufig Passanten und Radfahrer behindern.

Kurzlebige Akkus statt Energie ohne Ende

E-Scooter sind nicht nur umweltschädlich. Achtlos irgendwo abgestellt, behindern sie oft Fußgänger und Radfahrer.
E-Scooter sind nicht nur umweltschädlich. Achtlos irgendwo abgestellt, behindern sie oft Fußgänger und Radfahrer.

Der zweite Grund, warum E-Scooter aktuell eher umweltschädlich sind, liegt in der Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus. Sie enthalten häufig Nickel, Kupfer, Kobalt oder Aluminium – alles Stoffe, die oft unter fragwürdigen Bedingungen für Mensch und Umwelt gewonnen werden.

Beim Kobaltbergbau beispielsweise wird das Grund- und Oberflächenwasser mit Chemikalien und Schwermetallen kontaminiert. Den Gemeinden fehlt es an sauberem Wasser. Die Bergbauarbeiter tragen Gesundheitsschäden davon. Fische sterben, die Netze der Fischer bleiben leer.

E-Scooter: Verfluchte Verkehrshindernisse oder nützliche Helferlein?

Wer mit seinem motorisierten Tretroller im Straßenverkehr unterwegs ist, muss sich auch entsprechend an die Verkehrsregeln der StVO halten. Der Fußgängerweg ist z. B. tabu. Die Fahrer müssen Radwege nutzen oder ggf. die Straße und beim Abbiegen per Handzeichen auf ihren Richtungswechsel hinweisen. Wer die Regeln nicht einhält, kann genauso mit einem Bußgeld belegt werden, wie andere Verkehrsteilnehmer.

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