E-Scooter-Versicherung: Ist diese verpflichtend?

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 4. Dezember 2019

Wie E-Scooter an ihr Versicherungskennzeichen gelangen

Kommt es zu einem Unfall mit dem E-Scooter, kommt die Versicherung für die entstandenen Schäden auf.
Kommt es zu einem Unfall mit dem E-Scooter, kommt die Versicherung für die entstandenen Schäden auf.

Bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr lassen sich Unfälle oder Sachschäden auch bei allergrößter Vorsicht nicht immer vermeiden. Ein kleiner Augenblick der Unachtsamkeit kann dabei allerdings schnell zu enormen Schäden und hohen Forderungen nach Schadensersatz führen.

Aus diesem Grund müssen die Führer von Kraftfahrzeugen eine entsprechende Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, die mögliche Schäden an fremdem Eigentum übernimmt. Dabei kann bei zahlreichen Anbietern auch eine spezielle E-Scooter-Versicherung abgeschlossen werden.

Doch müssen E-Scooter in Deutschland versichert werden? Wie lange ist ein entsprechendes Versicherungskennzeichen für Elektrokleinstfahrzeuge gültig? Welche Sanktionen drohen für das Fahren ohne Plakette? Und was kann eine E-Scooter-Versicherung kosten? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: E-Scooter-Versicherung

Muss ein E-Scooter in Deutschland versichert werden?

Ja, laut den deutschen Verkehrsregeln dürfen Elektro-Scooter nur mit einer Straßenzulassung und einer Versicherung am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.

Was kostet eine E-Scooter-Versicherung?

Die Versicherung für E-Scooter verursacht im Durchschnitt jährliche Kosten in Höhe von 20 bis 40 Euro.

Was droht, wenn Sie ohne Versicherungsplakette mit dem E-Scooter unterwegs sind?

Wenn Sie Ihren E-Scooter nicht versichern lassen, kann dies eine Straftat darstellen. Ist hingegen bei bestehendem Versicherungsschutz „nur“ das Versicherungskennzeichen abgelaufen, sieht der Bußgeldkatalog ein Verwarngeld vor. Mehr dazu hier.

Braucht ein E-Scooter eine Kfz-Versicherung?

E-Scooter: Nur mit einer entsprechenden Versicherung ist die Teilnahme am Straßenverkehr erlaubt.
E-Scooter: Nur mit einer entsprechenden Versicherung ist die Teilnahme am Straßenverkehr erlaubt.

Für alle Kraftfahrzeuge, die am öffentlichen Verkehr teilnehmen, schreibt der Gesetzgeber eine Kfz-Haftpflichtversicherung vor. Diese Vorschrift gilt zudem auch für die sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge, die, weil der Fahrer keine eigene Kraft aufwenden muss, auch als Kraftfahrzeug gelten. Aus diesem Grund sind  auch E-Scooter versicherungspflichtig.

Anders sieht es hingegen aus, wenn  Sie mit einem einfachen Tretroller unterwegs sind. Denn dabei wenden Sie ihre eigene Energie auf, um von A nach B zu gelangen. Fügen Sie im Zuge dessen Dritten einen Schaden zu, greift die private Haftpflichtversicherung.

Daher muss jeder, der einen eigenen E-Scooter kauft, eine Versicherung abschließen, bevor er sich mit dem Gefährt in den Straßenverkehr stürzen darf. Mit dem Abschluss der Kfz-Haftpflichtversicherung erhält der E-Scooter auch eine Versicherungsplakette. Dieses Kennzeichen gilt zum einen als Nachweis über den bestehenden Versicherungsschutz und ermöglicht zum anderen auch die Zuordnung des Elektro-Tretrollers.

Eine E-Scooter-Versicherung ist in Deutschland immer nur für ein Jahr gültig und das Versicherungsjahr beginnt grundsätzlich am 01. März. Allerdings können Sie die Kfz-Haftpflichtversicherung auch zu einem späteren Datum abschließen, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass der Schutz nur bis zum letzten Tag im Februar besteht. Diese begrenzte Schutzdauer führt auch dazu, dass Sie am E-Scooter jährlich den Versicherungsaufkleber erneuern müssen. Je nach Jahr ist dieser entweder blau, grün oder schwarz.

Besonders einfach lässt sich die E-Scooter-Versicherung online abschließen. Allerdings müssen Sie dann abwarten, bis das Versicherungskennzeichen mit der Post ankommt. Gehen Sie hingegen zu einem Versicherungsbüro vor Ort, kann die Möglichkeit bestehen, dass Sie den Aufkleber direkt mitnehmen können. Dabei sollten die Besitzer der E-Scooter Versicherungskosten in Höhe von 20 bis 40 Euro im Jahr einplanen.

E-Scooter ohne Versicherung: Welche Strafe droht?

E-Scooter: Ohne Zulassung und Versicherung dürfen diese nicht auf öffentlichen Straßen fahren.
E-Scooter: Ohne Zulassung und Versicherung dürfen diese nicht auf öffentlichen Straßen fahren.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass E-Scooter eine Versicherung benötigen, um am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen. Fehlt diese oder ist das Versicherungskennzeichen nicht ordnungsgemäß angebracht, kann dies Sanktionen nach sich ziehen.

So wird die Inbetriebnahme eines versicherungspflichtigen Fahrzeugs, ohne dass dieses über den entsprechenden Versicherungsschutz verfügt, als Straftat gewertet. Dieser Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr nach sich ziehen.

Fehlt hingegen bei bestehender E-Scooter-Versicherung einzig der Aufkleber, sieht der Bußgeldkatalog dafür ein Verwarngeld in Höhe von 40 Euro.

Übrigens! Auch wenn Sie einen E-Scooter ausleihen, muss dieser grundsätzlich versichert sein. Als Kunde müssen Sie für das kurzfristige Fahrvergnügen allerdings keine extra Versicherung abschließen, denn in diesem Fall sorgt der Verleiher für die E-Scooter-Versicherung.

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