LKW-Abmessungen – was Sie beachten sollten

Bußgeldkatalog LKW-Abmessungen

VerstoßBußgeld
Maße unzulässig, Höhe unter 4,20 m20 €
Maße unzulässig, Höhe über 4,20 m60 €
Sonder­erlaubnis nicht eingeholt60 €

Welche LKW-Abmessungen gelten in Deutschland und worauf müssen Fahrer achten?

Welche LKW-Abmessungen gelten in Deutschland und worauf müssen Fahrer achten?

Welche LKW-Abmessungen gelten in Deutschland und worauf müssen Fahrer achten?

Im Asphaltdickicht unserer Zeit ist alles genormt und vermessen. Straßen haben Mindestbreiten, Tunnel haben Mindesthöhen und auch Abstände zwischen LKW und Fahrbahnrand werden durch Seitenstreifen reguliert.

Grund ist das Bestreben, einen regen Verkehrsfluss gewährleisten zu können und möglichst vielen Fahrzeugen den Zugang zum Straßenverkehr zu ermöglichen. Aus diesem Grund sind auch der Größe und Sperrigkeit von Fahrzeugen durch festgelegte LKW-Abmessungen in Deutschland Grenzen gesetzt.

Doch welche Abmessungen müssen LKW-Fahrer und Unternehmen berücksichtigen, wenn Sie durch Deutschland fahren? Welche Normen gelten für welche LKW-Typen? Welche Aspekte eines LKW sind betroffen? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Spezielle Informationen zum Thema LKW-Abmessungen:

Wie werden in Deutschland LKW-Abmessungen und Gewichte reguliert?

Die LKW-Abmessungen für die Ladefläche und weitere Dimensionen des Fahrzeugs ergeben sich in Deutschland aus § 22 Straßenverkehrsordnung (StVO). Darin sind Maximalwerte für Standard-LKW und ihre Abmessungen in Höhe, Breite und Länge festgelegt.

Die Fahrzeughöhe als Grenze für LKW-Abmessungen

So dürfen Fahrzeug und Ladung zusammen eine Höhe von vier Metern nicht überschreiten. Land- und Forstwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen diese Höhe nur dann überschreiten, wenn sie beladen sind. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass es in Deutschland abseits der Autobahnen viele Brücken gibt, die nur vier Meter hoch sind. Deshalb kann für Fahrzeuge, die diese Höhe übersteigen, oft nicht garantiert werden, dass sie eine zu fahrende Strecke auch passieren können.

Schilder wie dieses beschränken die LKW-Abmessungen auf bestimmten Straßen noch mehr.

Schilder wie dieses beschränken die LKW-Abmessungen auf bestimmten Straßen noch mehr.

In Nummer 104 des Bußgeldkatalogs im Anhang der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) wird für die Überschreitung der zulässigen LKW-Abmessungen ein Bußgeld von 20 € verhängt. Beträgt die Höhe des Fahrzeugs über 4,20 Meter, erhöht sich die Sanktion auf 60 €.

LKW-Typen und ihre Abmessungen in Breite und Länge

Es gibt verschiedene LKW-Arten und auch Abmessungen. So können LKW-Abmessungen innen und außen sich zwischen zwei Fahrzeugen unterscheiden. Deshalb wird bei der Maximallänge von Fahrzeugen zwischen Abmessungen des LKW für Sattelzug und Lastzug unterschieden.

Ein Sattelzug ist ein Gespann aus LKW und Auflieger. Zu den Sattelzügen gehören auch die meisten Tieflader. Die Abmessungen für LKW mit Auflieger fallen etwas geringer aus, als die für Lastzüge. Das komplette Gespann darf maximal 16,50 Meter lang sein.

Ein Lastzug oder auch LKW-Hängerzug hat Abmessungen von maximal 18,75 Metern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass ein Solofahrzeug, also ein einzelner LKW ohne Anhänger, hier nur maximal 12 Meter lang sein darf. Die 18,75 Meter gelten für das Gespann samt Anhänger.

Besonders bei der Fahrzeuglänge wird im Bezug auf zulässige LKW-Abmessungen auch die Ladung wichtig. Denn es gelten auch Grenzen dafür, wie weit die Ladung aus dem Fahrzeug hinausragt. Hier ist die Höhe des Fahrzeugs entscheidend: Bis zu einer Höhe von 2,50 Metern darf die Ladung überhaupt nicht nach vorne über das Fahrzeug hinausragen. Bei höheren Fahrzeugen beträgt der maximale Überstand 50 cm.

Nach hintern darf die Ladung bis zu 1,50 Metern über den LKW hinausragen. Bei kurzen Strecken von maximal 100 Kilometern sind es sogar drei Meter.

Maximale Breite eines LKW

Wenn Ihr LKW-Sattelzug die Abmessungen überschreitet, kann es schon mal eng werden.

Wenn Ihr LKW-Sattelzug die Abmessungen überschreitet, kann es schon mal eng werden.

Bei der Breite gilt in der Regel für beide Typen derselbe Standard für LKW-Abmessungen.  Hier gilt eine Maximalbreite von 2,55 Metern. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen bis zu 3 Metern breit sein, wenn sie Erzeugnisse aus der Land- und Forstwirtschaft transportieren. Dies liegt daran, dass diese Güter, wie zum Beispiel Baumstämme, oft sehr sperrig sind.

Auch für klimatisierte Fahrzeuge, wie z. B. Kühltransporte, gilt eine Ausnahme. Diese dürfen 2,60 Meter breit sein, wenn ihre Seitenwände samt Wärmedämmung mindestens 45 mm dick sind.

Die Sondergenehmigung – wenn das Maß überschritten wird

§ 29 der Straßenverkehrsordnung regelt die sogenannte „Übermäßige Straßenbenutzung“. Wenn bei einem LKW die Abmessungen die zugelassenen Grenzen tatsächlich überschritten werden, dann gilt seine Straßennutzung als übermäßig. In diesem Fall ist zum Fahren eine Sondergenehmigung für einen Schwertransport einzuholen. Dies gilt auch für Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Bauart kein ausreichendes Sichtfeld lassen. Dazu gehören beispielsweise Kräne oder Mähdrescher.

Nach der StVO zählt auch die LKW-Masse zu den Abmessungen für einen Transport, die gesetzlich durch Vorschriften reguliert werden. Hierbei ist die Achszahl entscheidend. Es gelten folgende Höchstgewichte:

  • 18 t für zweiachsige Anhänger
  • 25 t für dreiachsige Anhänger
  • 36 t für vierachsige Lastzüge oder Sattelkraftfahrzeuge
  • 40 t für Fahrzeugkombinationen mit fünf oder sechs Achsen

Entspricht z. B. Ihr LKW-Auflieger diesen Abmessungen nicht,  müssen Sie ebenfalls mit einem Bußgeld von 60 € rechnen. Vergewissern Sie sich deshalb vor der Fahrt, dass Ihr LKW den Abmessungen nach StVO entspricht.

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