Promillegrenze in Spanien: Mit Sherry zu fahren, hat meist Folgen

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 16. April 2020

Spanien setzt der Promille eine Grenze

Spanien: Promille sind beim Autofahren nicht gern gesehen
Spanien: Promille sind beim Autofahren nicht gern gesehen.

Sangria – das ist üblicherweise, das alkoholische Getränk, das mit Spanien in Verbindung gebracht wird. Allerdings gibt es die „eine“ Sangria gar nicht, denn je nach Region, enthält sie unterschiedliche Zutaten. Doch Spanien hat was Alkohol anbelangt, noch mehr zu bieten. Neben Bier und Weinen, sind es Sherry (oder auch Jerez) sowie der Cava, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Doch bei allem Genus sollten Urlauber nicht vergessen, dass eine Promillegrenze in Spanien ebenso gültig ist wie zu Hause in Deutschland.

Eine einheitliche Promillegrenze im Europa gibt es nicht. Was ist in Spanien bezüglich der Promille hinterm Steuern zu beachten? Der nachfolgende Ratgeber erläutert, ob die Straßenverkehrsordnung Unterschiede für bestimmte Verkehrsteilnehmer bei der Promillegrenze in Spanien kennt. Mallorca, Gran Canaria oder andere spanische Inseln haben oftmals regionale Bestimmungen, ob das auch auf Alkohol hinterm Steuer zutrifft, wird ebenfalls betrachtet.

FAQ: Promillegrenze in Spanien

Wo liegt das Alkohollimit in Spanien?

Wie in Deutschland müssen sich Fahrer in Spanien an eine Promillegrenze von 0,5 halten. Für Berufskraftfahrer, Busfahrer sowie Fahrer der Rettungskräfte und Fahranfänger gilt ein Limit von 0,3 Promille.

Welche Konsequenzen hat ein Verstoß gegen die Alkoholgrenze in Spanien im Auto oder auf dem Fahrrad?

Je nach Schwere des Verstoßes fallen die Bußgelder unterschiedlich hoch aus. Die Bußgeldtabelle gibt einen Überblick zu möglichen Höhen sowie zu Fahrverboten und weiteren Sanktionen.

Werden spanische Bußgelder in Deutschland vollstreckt?

Ja, das ist durchaus möglich. Ab einer von Höhe von 70 Euro ist eine Vollstreckung spanischer Bußgelder bzw. eines ausländischen Bußgeldbescheids in Deutschland eine Option, sofern die spanischen Behörden ein Amtshilfegesuch stellen.

Bußgelder für die Missachtung der Alkoholgrenze in Spanien

Haben Urlauber in Spanien zu viel Promille im Atem oder im Blut, drohen Konsequenzen. Diese reichen von dreistelligen Bußgeldern über Fahrverbote bis hin zu Geld- oder Freiheitsstrafen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen beispielhaften Überblick zu möglichen Sanktionen:

VerstoßSanktionen
Missachtung der Promillegrenze500 - 1.000 EUR
ab 1,2 PromilleGeld- oder Freiheitsstrafe,
zusätzlich ein Fahrverbot
Missachtung der 0,5-Promillegrenze auf dem Fahrradab 500 EUR

Promille: Die Grenze liegt in Spanien im europäischen Durchschnitt

Die Alkohohlgrenze in Spanien ähnelt den Grenzen in Deutschland.
Die Alkohohlgrenze in Spanien ähnelt den Grenzen in Deutschland.

Wer sich in den spanischen Weinbaugebieten die eine oder andere Kostprobe nicht entgehen lassen möchte, sollte das Fahren dann in andere Hände geben.  Denn auch in Spanien ist Alkohol hinterm Steuer ein Thema bei dem Polizei und Behörden keinen Spaß verstehen. Haben Sie also zu tief ins Glas geschaut oder eine Sangria am Strand genossen, ist der Beifahrersitz die bessere Variante. Doch wie sieht in Spanien die Alkoholgrenze eigentlich aus? Müssen sich Urlauber hier umstellen oder gelten die gleichen Vorgaben wie zu Hause?

Keine Sorgen, umgewöhnen müssen sich deutsche Urlauber in Bezug auf die Promillegrenze in Spanien nicht. Auch hier sind bis zu 0,5 Promille noch erlaubt. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer, sofern sie nicht unter bestimmte Sonderregelungen fallen. Also sowohl im Auto als auch auf dem Motorrad oder im Wohnmobil ist die gleiche Promillegrenze in Spanien zu beachten.

War es dann doch einmal ein Cava zu viel oder das Bier schmeckte zu gut, dann sollten sich Fahrer auf Bußgelder von mindestens 500 Euro einstellen. Ab Werten von 1,2 Promille muss dann auch das Fahrzeug stehen bleiben, denn hier ist ein Fahrverbot für Spanien sehr wahrscheinlich. Hinzu kommt, dass auch ausländische Fahrer ein Punktekonto haben, von dem bei Verstößen Punkte abgezogen werden. Ein Alkoholverstoß ab 0,5 Promille hat in der Regel einen Abzug von sechs Punkten zur Folge. Ist das Konto bei null angelangt, droht ebenfalls ein Fahrverbot.

Spanien: Welche Promillegrenze gilt für Fahranfänger?

Neben der allgemein gültigen Promillegrenze sind in Spanien auch spezielle Regelungen für einige Gruppen von Verkehrsteilnehmern  zu beachten. Neben Berufskraftfahrern müssen insbesondere Fahranfänger, die den Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen, darauf achten, dass für sie eine andere Promillegrenze gilt.

Zwar herrscht im Gegensatz zu Deutschland kein striktes Alkoholverbot, allerdings liegen die erlaubten Promille in Spanien für diese Fahrer deutlich unter der allgemeinen Alkoholgrenze – und zwar bei 0,3 Promille.

Folgende Verkehrsteilnehmer müssen sich an diese Vorgaben halten:

  • Fahranfänger (weniger als zwei Jahre Fahrpraxis bzw. Besitz des Führerscheins)
  • Berufskraftfahrer
  • Fahrer von LKW über 3,5 t
  • Busfahrer, Schulbusfahrer
  • Fahrer von Transporten gemäß ADR (Gefahrguttransport), Spezialtransporte
  • Fahrer der Rettungsdienste
  • Fahrer von Fahrzeugen mit mehr als acht Sitzplätzen

Ein Verstoß hat auch hier ein Bußgeld von mindestens 500 Euro zur Folge. Je nach Schwere der Missachtung, sind Fahrverbote ebenfalls möglich.

Wie viel Promille sind in Spanien auf dem Fahrrad erlaubt?

Die Promillegrenze in Spanien gilt für das Fahrrad ebenso.
Die Promillegrenze in Spanien gilt für das Fahrrad ebenso.

Anders als in Deutschland müssen in Spanien auch Radfahrer die allgemeine Promillegrenze ernst nehmen, denn diese gilt, wie bereits erwähnt, für alle Verkehrsteilnehmer. Sind Sie also mit dem Rad auf den Jakobsweg unterwegs oder erkunden Sie die Küsten mit dem Drahtesel, ist das Feierabendbier oder das Glas Wein zu Entspannung das höchste der Gefühle. 

Die Promillegrenze in Spanien liegt beim Fahrrad ebenfalls bei 0,5. Die Missachtung dieser, hat wie beim Kfz Bußgelder ab 500 Euro zur Folge. Ob ein Fahrverbot droht, wenn die Promillegrenze mit dem Fahrrad missachtet wurde, kann unter Umständen im Einzelfall durch ein Gericht entschieden werden.

Vollstreckung spanischer Bußgelder in Deutschland

Ein in Spanien verhängtes Fahrverbot ist nicht nach Deutschland übertragbar. Haben Sie die Promillegrenze in Spanien nicht beachtet, können Sie trotzdem weiterhin in Deutschland fahren. Anders sieht das allerdings im Zusammenhang mit den Bußgeldern oder Geldstrafen aus.

Spanien, als Mitglied der Europäischen Union, hat den Rahmenbeschluss zur Vollstreckung von Geldsanktionen in nationales Recht umgesetzt. Das bedeutet unter anderem, dass spanische Behörden beim Bundesamt für Justiz (BfJ) ein Amtshilfegesuch einreichen können. Möglich ist das für Bußgelder ab einer Höhe von 70 Euro, was bei einer Missachtung der Promillegrenze in der Regel gegeben ist. Beantragen die spanischen Behörden eine Vollstreckung des Bußgeldbescheids aus dem Ausland in Deutschland, übernimmt dies das BfJ. Es prüft die Ansprüche in der Regel und vollstreckt den Bescheid, wenn dieser gerechtfertigt ist. Allerdings geht das Bußgeld nicht nach Spanien, sondern in die deutsche Staatskasse.

Wird keine Vollstreckung beantragt, kann ein Bußgeld aus Spanien, dennoch weiterhin Folgen für Betroffene haben. Denn reisen diese innerhalb der Verjährungsfrist wieder ein, ist die Vollstreckung im Land weiterhin möglich. So kann die Ein- bzw. Weiterreise so lange untersagt sein, bis die offenen Beträge beglichen sind. Haben Urlauber also gegen die Promillegrenze in Spanien verstoßen, sollten Sie einen Bußgeldbescheid nicht ignorieren. Im Zweifelfall ist die Konsultation mit einem Anwalt für Verkehrsrecht ratsam.

Quellen und weiterführende Links

Bildnachweise: iStockphoto.com/bpperry (Header)

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