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Was bei einem Führerscheinentzug zu tun ist

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 9. September 2021

Am 16. April 2021 wurde eine Korrektur der StVO-Novelle mit neuen Bußgeldern von Bund und Ländern ausgearbeitet. Diese neuen Bußgelder werden bis voraussichtlich September 2021 in Kraft treten.

Welche neuen Bußgelder künftig gelten sollen, erfahren Sie hier:

Entzug der Fahrerlaubnis? Hinweise zu Sperrfrist, Wiedererteilung, Kosten und Co.

Der Führerscheinentzug droht nicht nur Autofahrern
Der Führerscheinentzug droht nicht nur Autofahrern

Ist ein Verkehrsteilnehmer oftmals zu schnell unterwegs, droht nicht nur ein Fahrverbot, sondern auch der Entzug der Fahrerlaubnis.

Beide Maßnahmen können jedoch nicht nur bei Geschwindigkeitsüberschreitungen eintreten. Auch wer mehrfach mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wird, muss ein Fahrverbot oder den Führerscheinentzug befürchten. Eines davon ist jedoch weitreichender, langwieriger und kostenintensiver als das andere.

Die Unterschiede und die Folgen beider Maßnahmen sollen in diesem Ratgeber erklärt werden. Was Sie tun können, wenn Sie Ihren Führerschein verloren haben, lesen Sie außerdem in diesem Artikel.

FAQ: Führerscheinentzug

Wann kann es zum Führerscheinentzug kommen?

Mögliche Gründe für einen Führerscheinentzug sind Drogen und/oder Alkohol am Steuer, Straftaten im Straßenverkehr oder das Erreichen von acht Punkten auf dem Flensburger Punktekonto.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Führerscheinentzug und Fahrverbot?

Bei einem Führerscheinentzug wird Ihnen die Erlaubnis, ein Kfz im Verkehr zu steuern, generell aberkannt. Bei einem Fahrverbot müssen Sie Ihren Führerschein temporär abgeben, erhalten ihn jedoch in der Regel nach maximal drei Monaten automatisch wieder zurück.

Wie bekomme ich nach einem Entzug meinen Führerschein zurück?

Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen, erhalten Sie diese nur durch eine Neuerteilung zurück. Sie können die neue Fahrerlaubnis bereits sechs Monate vor Ablauf der Sperrfrist beantragen. Allerdings müssen Sie in der Regel gewisse Voraussetzungen erfüllen, wie z. B. das Bestehen einer MPU.

Spezifische Ratgeber zum Thema Fahrerlaubnisentzug:

Informationen zum Führerscheinverlust

Wenn Sie Ihren Führerschein verloren haben oder er Ihnen gestohlen wurde, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Führerscheinverlust, wie und wo Sie einen neuen Führerschein beantragen können.

Keine Lust zu lesen? Die Entziehung der Fahrerlaubnis im Video erklärt

Video: Wann müssen Sie den Führerscheinentzug fürchten?

Führerscheinentzug versus Fahrverbot

Wer ein besonders schweres Vergehen im Straßenverkehr begeht oder mehrfach einen Fehltritt verursacht, muss in der Regel mit diversen Maßnahmen rechnen, die das deutsche Straßenverkehrsrecht regelt. Die beiden schwersten Maßnahmen im Verkehrsrecht sind das Fahrverbot und der Entzug der Fahrerlaubnis. Am Rande soll hier auch der Freiheitsentzug als Folge von schweren Vergehen im Strafrecht erwähnt werden, welcher auch als Maßnahme im Rahmen des Straßenverkehrs angeordnet werden kann.

Diese Maßnahmen sollen die Verkehrssicherheit erhöhen. Außerdem dienen sie der Verkehrserziehung der Verkehrsteilnehmer und sollen durch ihre besondere Schwere abschrecken. Die Strafen sind besonders für Vielfahrer ärgerlich, welche aus beruflichen Gründen auf das Fahrzeug angewiesen sind. Dennoch sind die Maßnahmen unerlässlich für das reibungslose Verhalten im Straßenverkehr.

Das Fahrverbot

Der größte Unterschied vom Fahrverbot zum Entzug der Fahrerlaubnis ist die zeitliche Begrenzung. Ein Fahrverbot kann nur mindestens für einen Monat und höchstens für 3 Monate verhängt werden.

Sie müssen zwar auch Ihren Führerschein abgeben, jedoch ist die Wiedererteilung hier einfacher gestaltet. Nachdem Ihnen ein Delikt zur Last geworfen wird, weshalb ein Fahrverbot verhängt wird, haben Sie in der Regel 2 Wochen Zeit, um Einspruch einzulegen. Geschieht dies nicht, werden der Bußgeldbescheid und das damit verhängte Fahrverbot rechtskräftig. Prinzipiell haben Sie vier Monate Zeit, um den Führerschein abzugeben.

Diese Vier-Monats-Frist besteht jedoch nur, wenn Sie innerhalb der letzten zwei Jahre nicht schon einmal Ihren Führerschein verloren haben. Das Dokument muss bei der im Bußgeldbescheid genannten Stelle abgegeben werden. Dies kann eine zuständige Behörde oder auch die hiesige Polizeidienstelle sein. Wer nicht von der Vier-Monats-Frist Gebrauch machen kann, muss seinen Fahrausweis direkt nach der Rechtskraft der Bußgeldentscheidung abgeben.

In der Zeit des Fahrverbots darf kein Fahrzeug bedient werden. Auch Mofas, für die kein Fahrausweis benötigt wird, dürfen nicht gefahren werden. Sollten Sie dies dennoch tun und Sie werden kontrolliert, können Sie mit

Die Entziehung der Fahrerlaubnis kann bei verschiedenen Vergehen drohen
Die Entziehung der Fahrerlaubnis kann bei verschiedenen Vergehen drohen
  • einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr,
  • einer Geldstrafe oder
  • dem Entzug der Fahrerlaubnis

rechnen.

Der Fahrausweis kann nach Ablauf des Fahrverbots per Post, also per Nachnahme, verschickt werden. Dieses Verfahren ist aber mit einer Gebühr für den Versand verbunden. Die zweite Möglichkeit ist, den Fahrausweis direkt bei der Behörde bzw. Institution abzuholen, bei welcher er auch abgegeben wurde.

Der Führerscheinentzug

Das Gegenteil zum Fahrverbot bildet der Entzug der Fahrerlaubnis. Die Maßnahme wird auch Führerscheinentzug genannt, obwohl es juristisch richtig ist, von einer Führerscheinabgabe zu sprechen. Der Entzug der Fahrerlaubnis definiert die “Aberkennung” der Erlaubnis, ein Fahrzeug zu führen. Dies kann aus unterschiedlichen Gründen geschehen, wie beispielsweise Trunkenheit im Verkehr, schwere Unfallflucht oder aufgrund der Punkteüberschreitung im Fahreignungsregister.

Beim Fahrverbot wird der Fahrausweis, also das Dokument per se, abgegeben. Der Führerscheinentzug oder Führerscheinverlust definiert das “Abgeben” der Erlaubnis, Fahrzeuge führen zu dürfen.

Der Führerscheinentzug wird durch ein Gericht oder die Verwaltungsbehörde angeordnet. Sobald das Urteil rechtswirksam ist, ist der Fahrausweis ungültig. Er wird entweder von den zuständigen Beamten einbehalten oder mit einem Vermerk über die Ungültigkeit versehen. Zusätzlich wird eine Sperrfrist verhängt. Diese beträgt mindestens 6 Monate, dauer häufig jedoch noch länger. Bereits 6 Monate vor Ablauf der Frist darf der Verkehrsteilnehmer einen Antrag auf die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen.

Jedoch kann sie in der Regel nicht ohne weiteres wieder erlangt werden. Meist stellt die zuständige Fahrerlaubnisbehörde Bedingungen. Diese sind als Voraussetzungen zu verstehen, welche erfüllt sein müssen, damit die Fahrberechtigung wieder erlangt werden kann. Als Beispiele sind hier eine MPU, also eine medizinisch-psychologische Untersuchung, oder eine Nachschulung für die jeweiligen Führerscheinklassen zu nennen.

Wer am Straßenverkehr teilnimmt, muss nicht nur mit Bußgeldern sondern auch mit einem Führerscheinentzug rechnen
Wer am Straßenverkehr teilnimmt, muss nicht nur mit Bußgeldern sondern auch mit einem Führerscheinentzug rechnen

Der Führerscheinentzug wird in zwei Kategorien eingeordnet:

  1. Entzug der Fahrerlaubnis per Gericht: Nach einer Verkehrsstraftat wird eine Sperrfrist verhängt. Sechs Monate vor deren Ablauf kann die Fahrberechtigung neu beantragt werden.
  2. Entzug der Fahrberechtigung per Führerscheinstelle: Nach einem schweren Vergehen im Straßenverkehr, beispielsweise nach dem Erreichen der Höchstpunktzahl in Flensburg, prüft die Führerscheinstelle etwaige Bedingungen, unter denen die Neuerteilung geknüpft ist.

Vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis

Die Beamten können den Fahrausweis bereits vorläufig einbehalten, wenn die Beamten “Gefahr in Verzug” sehen. Dieser Begriff kommt aus dem Verfahrensrecht und bezeichnet die Befugnis der zuständigen Behörden, den Führerschein vorläufig zu entziehen, wenn sie der Meinung sind, dass ein Schaden eintreten würde. In diesen Fällen kommt es häufig zum vorläufigen Führerscheinverlust:

  • Gefährdung des Straßenverkehrs
  • unerlaubtes Entfernen vom Unfallort mit Tötung oder schwerer Verletzung eines Menschen oder Verursachung eines bedeutenden Schadens an fremdem Eigentum
  • Trunkenheit im Verkehr
  • Vollrausch

Führerscheinentzug: Ab wann ist der “Lappen” weg?

Führerscheinentzug wegen Alkohol am Steuer
Führerscheinentzug wegen Alkohol am Steuer

Die Entziehung der Fahrerlaubnis kann aus verschiedensten Gründen angeordnet werden. In diesem Kapitel werden die meisten Gründe aufgezählt. Außerdem sollen hier auch die möglichen Folgen erläutert werden, damit Sie rechtzeitig wissen, was auf Sie zukommt.

Drogen und Alkohol: Führerscheinentzug

Wer Alkohol trinkt und sich an Steuer eines Fahrzeugs setzt, gefährdet nicht nur sich, sondern besonders auch andere Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Grund führte der Bund empfindliche Strafen für dieses Vergehen ein. Die höchste Maßnahme ist der Führerscheinentzug wegen Alkohol.

Die Promillegrenze liegt zwar bei einem Wert von 0,5. Gefährdet eine Person jedoch den Verkehr und andere Teilnehmer, kann sie bereits ab 0,3 Promille zur Rechenschaft gezogen werden. Neben einer Freiheits- oder Geldstrafe ist auch die Entziehung der Fahrberechtigung eine mögliche Folge des Vergehens.

Die absolute Fahruntüchtigkeit ist gesetzlich bei einem Wert von mehr als 1,1 Promille gegeben. Hier droht sofort der Führerscheinentzug bei Alkohol.

Wiederholungstäter müssen mit höheren Strafen rechnen, auch wenn nur geringe Mengen an Alkohol im Blut nachgewiesen werden.

Die Folgen einer Fahrt unter Alkohol und Drogen sind häufig die Teilnahme an einer MPU und/oder der Führerscheinverlust. Die Themen Cannabis und Führerschein werden auch oftmals in Verbindung gebracht, wenn es darum geht, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird. Hier kommt es jedoch auf den Einzelfall und die hiesigen Behörden an. Es kann nicht pauschal gesagt werden, was bei welcher Menge von Drogen im Körper angeordnet wird.

Der Führerscheinentzug wegen Alkohol droht nur bei besonders schweren Vergehen oder Wiederholungstätern. In der Regel wird “nur” ein Fahrverbot verhängt. Beim Führerscheinentzug wegen Drogenbesitz oder Konsum ist dies jedoch anders. Hier kommt es häufiger zu dieser schwerwiegenden Maßnahme.

Zusätzlich kann zur Wiedererlangung des Führerscheins, also wenn Sie Ihren Führerschein verlieren, ein sogenannter Abstinenznachweis gefordert werden. Hierbei müssen Sie in einem bestimmten Zeitraum, regelmäßig zu Tests, um nachzuweisen, dass Sie keine Drogen oder Alkohol konsumiert haben.

Fahrverbote werden im Gegensatz zum Führerscheinentzug wegen Alkohol bereits ab dem ersten Verstoß gegen die Promillegrenze verhängt. Hierbei handelt es sich um ein Fahrverbot von einem Monat. Beim zweiten und dritten Vergehen muss bereits mit einem Fahrverbot von 3 Monaten gerechnet werden. Die Staffelung der Fahrverbote ist bei Drogen am Steuer gleich.

Führerscheinentzug bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung

Ein Führerscheinverlust im eigentlichen Sinne ist bei der Geschwindigkeitsüberschreitung nicht üblich. Hier werden in der Regel “nur” Fahrverbote ausgesprochen. Umgangssprachlich wird aber auch bei dieser Maßnahme vom Führerscheinentzug wegen zu hoher Geschwindigkeit gesprochen.

Die Fahrverbote dauern einen bis 3 Monate. Folgende Staffelung gibt es dabei:

Dauer des Fahr­verbotsInnerorts - Führer­schein­ent­zugAußerorts - Führer­schein­ent­zug
1 Monatab 21 km/h zu schnellab 26 km/h zu schnell
2 Monateab 51 km/h zu schnellab 61 km/h zu schnell
3 Monateab 61 km/h zu schnellüber 70 km/h zu schnell

Für Wiederholungstäter gelten spezielle Regeln: Wer innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten zweimal die Geschwindigkeit um mindestens 26 km/h überschreitet, muss den Fahrausweis für einen Monat abgeben. Bekommen Sie aufgrund des Bußgeldkatalogs für eines der beiden Vergehen ein Fahrverbot, wird dieses um einen Monat verlängert. Der Zeitraum von einem Jahr beginnt mit dem ersten Vergehen über 26 km/h.

Grundsätzlich ist der Führerscheinentzug bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ärgerlich. Vielfahrer bzw. Fahrer, die auf das Fahrzeug angewiesen sind, trifft dies jedoch am härtesten. Was also tun, wenn die Fahrerlaubnis entzogen werden soll?
Oftmals kann von einem Führerscheinentzug bei zu hoher Geschwindigkeit abgesehen werden. Dies ist jedoch abhängig vom jeweiligen Gericht und wird von Fall zu Fall unterschiedlich entschieden. Sollten Sie also Ihren Fahrausweis dringend benötigen, ist ein Anwalt im Verkehrsrecht dringend zu empfehlen.

Im Laufe der Jahre haben sich aufgrund von diversen Gerichtsurteilen verschiedene Fallgruppen herauskristallisiert, bei welchen die Chancen höher sind, einem Führerscheinverlust zu entgehen:

  • Augenblickversagen: Ein sonst konzentrierter Fahrer hat für eine kurze Zeitspanne den Verkehr und seine Regeln außer Acht gelassen.
  • Existenzgefährdung: Kraftfahrer, die selbstständig sind, also ein eigenes Unternehmen besitzen, brauchen den Fahrausweis, um das Unternehmen weiterführen zu können.
  • Arbeitsplatzgefährdung: Fahrer, welche sich in einer Beschäftigung befinden, droht der Verlust der Arbeitsstelle und der Existenz, wenn der Führerschein verloren wird.
  • Zeitablauf: Liegt ein langer Zeitraum zwischen Vergehen und Gerichtsurteil kann vom Fahrverbot abgesehen werden bzw. das Fahrverbot verkürzt werden. Der Zeitraum liegt in der Regel bei 2 Jahren. Dieser Fall ist jedoch nur wirksam, wenn der Fahrer die lange Verfahrensdauer nicht selbst herbeigeführt hat.
  • Notstandssituation: Manchmal kann vom Führerscheinentzug abgesehen werden, wenn der Fahrer eine notstandsähnliche Situation zu befürchten hatte. Als Beispiel ist hier etwa eine persönliche oder berufliche Ausnahmesituation zu nennen: Ein Taxifahrer wurde von einem Gast genötigt, sich zu beeilen und wurde vom Fahrverbot freigesprochen.
  • Umstand: Wenn der Fahrer aufgrund von persönlichen Umständen zur Eile gezwungen wurde. Hier sind Fälle anzuführen, in denen der Richter “Gnade” walten ließ, weil die betroffene Person eine querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrerin ist, welche auf einem Dorf lebt und zur Beschaffung von Nahrungsmitteln in die nächstgrößere Stadt fahren muss.
  • Tatumstände: Der Fahrer hat die Tat aufgrund von besonderen Umständen im Einzelfall begangen. Dies kann beispielsweise ein Einsatzleiter der freiwilligen Feuerwehr sein, welcher im Einzelfall schneller fahren musste. Bei dieser Fallgruppe muss es sich um einen besonderen Einsatz für die Gemeinschaft handeln.
  • Verbotsirrtum: Liegt ein vermeidbarer Verbotsirrtum vor, kann vom temporären Führerscheinverlust abgesehen werden. Als Beispiel sei hier eine verwirrende Beschilderung zu nennen. Wenn also nicht deutlich wird, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorliegt, kann oftmals von der Entziehung der Fahrerlaubnis abgesehen werden.
Wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird, können Probleme bei der Arbeit entstehen
Wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird, können Probleme bei der Arbeit entstehen

Diese Fallgruppen haben sich oftmals “bewährt”, jedoch kann hier nur im Einzelfall entschieden werden. Aus diesem Grund sind sie nicht die Regel. Gelegentlich entscheiden Gerichte zu Gunsten des Verkehrssünders, wenn er einen bestimmten Beruf wie Arzt oder Anwalt ausübt. Dennoch gibt es auch viele Urteile, die dies wieder verneinen würden. Aus diesem Grund ist zu empfehlen, dass ein Anwalt zurate gezogen wird. Erst mit seiner Beratung können die Chancen beim Entgehen des Fahrverbots erhöht werden.

Neben diesen Fallgruppen haben sich auch weitere Methoden bewährt. Nimmt der Fahrer beispielsweise an einem Aufbauseminar teil, kann vom Führerscheinentzug abgesehen werden. Dies geschieht in der Regel nur im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen, die der Kraftfahrzeugfahrer ergreift. Ist zusätzlich eine Besserung des Verhaltens im Straßenverkehr zu erkennen, kann auch hier der Führerschein nicht verloren werden.

Die Chancen auf ein Absehen sind besonders hoch, wenn der Temposünder zum ersten Mal von einem möglichen Führerscheinverlust betroffen ist. Die Chancen sinken, wenn der Fahrer bereits das beispielsweise dritte Fahrverbot zu befürchten hat.

Wer seine Fahrberechtigung im Zuge einer Geschwindigkeitsüberschreitung verliert, verliert lediglich die Erlaubnis mit der Klasse, mit welcher er die Tat begangen hat, zu fahren. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Fahrer, welcher mit einem Pkw zu schnell gefahren ist, nur seine Berechtigung zum Führen der Klasse B für Pkw verliert. Ist er Berufskraftfahrer, kann er seinen Beruf weiter ausüben, da ihm diese Klasse erhalten bleibt. Diese Regelung ist nicht bei einem Führerscheinentzug wegen Alkohol oder Drogen möglich.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Absehen vom Fahrverbot immer eine Bußgelderhöhung zur Folge hat.

Wird von der Anordnung eines Fahrverbots ausnahmsweise abgesehen, so soll das für den betreffenden Tatbestand als Regelsatz vorgesehene Bußgeld angemessen erhöht werden.(§ 4 Absatz 4 Bußgeldkatalog-Verordnung)

Führerschein verloren nach einem Rotlichtverstoß

Auch ein Rotlichtverstoß stellt ein besonders schweres Verkehrsvergehen dar. Beim Überfahren einer roten Ampel können Gefährdungen für andere Verkehrsteilnehmer wie etwa Fahrradfahrer oder Fußgänger entstehen. Aus diesem Grund werden bei diesem Vergehen auch Fahrverbote verhängt. Wer eine rote Ampel überfährt und dadurch eine Gefährdung darstellt, kann mit einem Führerscheinentzug von einem Monat bestraft werden. Diese Regelung gilt bereits bei einem Rotlichtverstoß, bei dem die Ampel unter einer Sekunde rot anzeigte.

Von einer Gefährdung wird nach deutschem Recht gesprochen, wenn der Tatverursachende “dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet” (§ 315c Strafgesetzbuch). Von letzterem wird gesprochen, wenn der Wert der Sachbeschädigung in der Regel 750 Euro übersteigt.

Wird eine Ampel überfahren, welche schon länger als eine Sekunde rot anzeigte, können in manchen Fällen sogar eine Geldstrafe, eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und die Entziehung der Fahrberechtigung die Folge sein. Hier kommt es jedoch auf die Schwere der Tat an, nach der beurteilt wird, welche Folge der Fahrer zu befürchten hat und ob der Führerschein verloren wird.

Auch hier hat der Fahrer, dem die Fahrerlaubnis entzogen werden soll, Optionen, um diesem zu entgehen. Die größte Fallgruppe stellt hier das Augenblickversagen dar. Es sind Gerichtsurteile bekannt, bei dem der Angeklagte beweisen konnte, dass er in Folge von

  • Irritationen,
  • Verwechselungen oder
  • zeitweiliger, einfach fahrlässiger Unaufmerksamkeit wegen einer Ablenkung

gehandelt hat. Die Chancen bei diesen Fällen steigen, wenn die Zeiträume zwischen dem Aufleuchten des roten Lichts und dem Überfahren der Haltelinie größer werden. Hier geht das Gericht davon aus, dass der Fahrzeugführer nicht grob pflichtwidrig handelte, sondern wegen der eben genannten Folgen den Rotlichtverstoß verursachte.

Führerscheinentzug droht auch bei einem Rotlichtverstoß
Führerscheinentzug droht auch bei einem Rotlichtverstoß

Das Bayrische Oberlandesgericht urteilte jedoch bei einem Fall, bei dem der Angeklagte Fahrer blindlings dem Vordermann folgte und so über die rote Ampel fuhr, dass hier nicht von einem sogenannten Mitzieheffekt ausgegangen werden kann. Das bedeutet, dass bei diesem Grund dennoch der Fahrausweis entzogen werden kann.

Eine beliebte Rechtfertigung für das Überfahren einer roten Ampel ist der Umstand der Blendung infolge von Sonnenstrahlung oder eines entgegenkommenden Fahrzeugs in der Dunkelheit. Diverse Gerichtsurteile deuten darauf hin, dass bei diesem Grund nicht von einem Fahrverbot angesehen werden kann. Sie begründen ihre Entscheidung damit, dass Fahrzeugführer ihre Geschwindigkeit der umliegenden Gegebenheiten anzupassen haben.

Führerscheinentzug in der Probezeit

Auch in der Probezeit kann die Fahrerlaubnis entzogen werden. Dies geschieht in der Regel, wenn 3 A-Verstöße bzw. 6 B-Verstöße begangen werden.

Ein A-Verstoß ist ein schwerwiegendes Vergehen, welches beispielsweise Unfallflucht, Nötigung oder Alkohol am Steuer sein kann. B-Verstöße hingegen sind weniger schwerwiegende Vergehen: abgefahrene Reifen, Parkverstöße oder Handy am Steuer. Die Reihenfolge, damit Fahranfänger ihren Führerschein verlieren, ist wie folgt:

A-Verstoß → 1. A-Verstoß in der verlängerten Probezeit (Verlängerung der Probezeit) → 2. A-Verstoß in der verlängerten Probezeit ⇒ Führerscheinverlust

2 B-Verstöße (Verlängerung der Probezeit) → 2 B-Verstöße in der verlängerten Probezeit → erneute 2 B-Verstöße in der verlängerten Probezeit ⇒ Führerscheinentzug

Mit der Entziehung der Fahrberechtigung wird eine Sperrfrist verhängt. Diese kann von 6 Monate bis zu 5 Jahren andauern. Sechs Monate vor Ablauf der Frist kann die Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantragt werden werden.

Ob dafür eine erneute Fahrschulausbildung absolviert werden muss oder an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung sowie einem Aufbauseminar teilgenommen werden muss, ist vom Einzelfall abhängig.

Wird die Fahrberechtigung wieder erlangt, beginnt die Probezeit von neuem. Begeht der Fahranfänger dann Verkehrsvergehen können die Strafen in der Regel höher als gewöhnlich ausfallen. Neben dem Führerscheinentzug in der Probezeit kann es auch zu einer Freiheitsstrafe kommen.

Der Führerschein kann auch verloren werden, wenn ein Fahranfänger nicht am Aufbauseminar teilgenommen hat. Dann geht das Gesetz davon aus, dass er nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen.

Der Führerscheinentzug bei Straftaten

Wir wollen möglichst früh kriminelle Karrieren stoppen. Mit dem Entzug der Fahrberechtigung treffen wir die Heranwachsenden, die gerade die Freiheit der eigenen Mobilität erleben, empfindlich und regen zum Nachdenken an. (Hans-Peter Uhl, CSU, im Interview mit der Tageszeitung “Die Welt”)

Als Alternative zur Freiheits- und Geldstrafe wollen die CDU/CSU und SPD den Führerscheinverlust künftig auch bei Straftaten durchsetzen. So könnten Menschen, die einen Diebstahl begehen, bald ihre Fahrerlaubnis entzogen bekommen. Die Diskussion befindet sich jedoch noch im Anfangsstadium. Der Führerschein kann also nicht verloren werden, wenn Fahrer eine Straftat begehen.

Über 8 Punkte bedeuten einen Führerscheinentzug

Ergeben sich acht oder mehr Punkte, gilt der Inhaber einer Fahrberechtigung als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen und die Fahrerlaubnis ist zu entziehen. (§ 4 Absatz 5 Straßenverkehrsgesetz)

Infolge der Änderung der Gesamtpunktzahl für das Fahreignungs-Bewertungssystem kann ein Fahrzeugführer nun insgesamt 8 Punkte erhalten, bis der Fahrausweis und die Fahrberechtigung entzogen werden. Diese Maßnahme der Punkteerlangung soll der Verkehrserziehung dienen und zielt auf Verhaltens- und Einstellungsänderungen der Fahrer ab. Studien einiger europäischer Länder zeigten, dass die Punktesysteme erst dann wirksam sind, wenn den Fahrern am Ende die Fahrberechtigung entzogen werden kann.

Bevor es zum Führerscheinentzug wegen zu vieler Punkte kommt, muss die zuständige Behörde eine Ermahnung (bei 5 Punkten) und eine Verwarnung (bei 7 Punkten) verschicken. Wird nach der Verwarnung dann ein weiterer Punkt im Fahreignungsregister erlangt, ist die Entziehung der Fahrerlaubnis die Folge. Hier bei spielt das Tattagprinzip eine entscheidende Rolle.

Sollten Sie die 6-Punktegrenze überschreiten, ohne dass Sie eine Ermahnung erhielten, muss der Punktestand auf 5 reduziert werden. Gleiches gilt bei der Erreichung von 8 Punkten. Erhalten Sie keine Verwarnung vorher, wird Ihr Punktestand auf 7 Punkte herabgesetzt.

Sollten Sie Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einlegen, werden die Punkte nicht verschoben. Sie gelten trotzdem ab dem Tag, an dem das Vergehen begangen wurde.

Nachdem ein Autofahrer 8 Punkte erreicht und den Führerschein verloren hat, folgt die Sperrfrist. Erst sechs Monate vor deren Ablauf darf er die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beantragen.

Sollten Sie in diesem Zeitraum dennoch ein Fahrzeug führen, gilt dies als Fahren ohne Fahrerlaubnis und kann sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Jedoch können Sie nach dem Führerscheinentzug wegen zu vieler Punkte fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge bedienen:

  • motorisierte Krankenfahrstühle für körperlich behinderte Personen mit Elektroantrieb, einer Leermasse bis zu 300 kg (inklusive Batterien), einer zulässigen Gesamtmasse von maximal 500 kg, einer Höchstgeschwindigkeit von höchstens 15 km/h und einer maximalen Breite von 1,10 m sowie
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Stapler, welche für die Land-und Forstwirtschaft bestimmt sind und nicht mehr als 6 km/h erreichen sowie einachsige Zug- und Arbeitsmaschinen, welche mit Holmen gelenkt werden

Zusätzlich zu diesen Fahrzeugen können Sie trotz Führerscheinentzug noch weitere führen. Es gibt Fahrzeuge, welche mit einer gültigen Prüfbescheinigung gefahren werden dürfen. Die Voraussetzung der Prüfbescheinigung bilden eine Ausbildungsbescheinigung (wird nach einer gewissen Anzahl an Fahr- bzw. Theoriestunden in einer Fahrschule erlangt) und eine Theorieprüfung. Damit können Sie folgende Fahrzeuge führen:

  • Mofas, also einspurige, einsitzige Fahrräder mit Hilfsmotor (auch ohne Tretkurbeln) mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit auf ebener Bahn von 25 km/h,
  • zweispurige und elektrisch angetriebene Mobilitätshilfen, welche durch Gewichtsverlagerung gelenkt werden, sogenannte Segways,
  • Krankenfahrstühle mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 10 km/h

Die Sperrfrist beim Führerschein

Nach einem Führerscheinentzug beginnt in der Regel die Sperrfrist vom Führerschein. In diesem Zeitraum darf der Verkehrssünder keine neue Fahrerlaubnis beantragen. Die Länge der Sperrfrist hängt vom individuellen Fall ab. Die Sperrfrist vom Führerschein wurde eingeführt, damit ein Betroffener, der charakterlich nicht geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen, nicht mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen kann. Das Strafgericht gibt also eine Prognose ab, welche Zeit der Angeklagte benötigt, damit eine Besserung aus seinem Verhalten zu erkennen ist. Die Sperrfrist dauert im Durchschnitt etwa 9 bis 11 Monate.

Nach Ablauf der Sperrfrist vom Fahrausweis wird dieser nicht direkt wieder zugestellt. Er muss neu beantragt werden. Weiter können noch zusätzliche Maßnahmen bzw. Voraussetzungen anfallen, welche der Fahrer erfüllen muss.

Um die Führerschein-Wiedererteilung zu erwirken, muss das Amt eine Prüfung durchführen
Um die Führerschein-Wiedererteilung zu erwirken, muss das Amt eine Prüfung durchführen

Das zuständige Führerscheinamt prüft dann in eigener Verantwortung, was der Angeklagte benötigt, um seinen Fahrausweis wiederzuerlangen bzw. ob der Betroffene die erforderliche Fahreignung zurückerlangt hat, um ein Fahrzeug bedienen zu dürfen.

Wurde der Fahrausweis bereits vor der Gerichtsverhandlung entzogen, also konnte der Autofahrer in der Zeit keinen Gebrauch von seiner Fahrerlaubnis machen, wird die verbleibende Sperrfrist demnach definiert. Setzt der Richter beispielsweise eine Sperrfrist von 12 Monaten an und die Zeit zwischen dem Führerscheinentzug und dem Gerichtsurteil betrug 6 Monate, muss der Beklagte noch eine Sperrfrist von weiteren 6 Monaten abwarten. Der Zeitraum der vorläufigen Sicherstellung des Fahrausweises wird bereits beim Urteil berücksichtigt.

Die Sperrfrist beginnt in der Regel an dem Datum, an dem das Gericht zum letzten Mal den Sachverhalt des Betroffenen prüfte. Dieser Tag ist für den Anfang der Sperrfrist festgesetzt:

  • Verfahren wurde vor dem Amtsgericht beendet: Datum der Beendigung der Hauptverhandlung
  • Verfahren wurde mit der Rechtskraft eines Strafbefehls beendet1: Datum des Erlasses des Strafbefehls
  • Verfahren wurde in der Hauptverhandlung in einer Berufungsinstanz beendet2: Datum, an dem das Berufungsurteil gesprochen wurde
  • Berufung gegen ein amtsgerichtliches Urteil wurde zurückgenommen: Datum der Beendigung der Hauptverhandlung

1: Dies ist der Fall, wenn kein Einspruch eingelegt wurde bzw. ein eingelegter Einspruch zurückgenommen wurde.
2: In diesem Fall wird die Sperrfrist im Berufungsgericht neu festgesetzt. Zwar wird die vorhergehende Zeit des Führerscheinentzugs in der Regel berücksichtigt, jedoch muss eine Sperrfrist mindestens 3 Monate betragen. So kann es möglicherweise passieren, dass die restliche Sperrfrist auf mindestens 3 Monate verlängert wird.

Die letzte Tatsachenentscheidung des Gerichts wird außerdem bereits zur Sperrfrist vom Führerschein mitgezählt. Erlässt das Gericht das Urteil an einem 16. eines Monats, endet die Sperrfrist am 15. eines Monats.

Ein Antrag auf die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kann 6 Monate vor Ablauf der Sperrfrist gestellt werden. Die Zeit begründet sich darin, dass die Bearbeitungszeit eines Antrags bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde in der Regel sehr hoch ist.

Laut § 69a Strafgesetzbuch kann die Sperrfrist mindestens 6 Monate und höchstens 5 Jahre betragen.

Das Mindestmaß der Sperre beträgt ein Jahr, wenn gegen den Täter in den letzten drei Jahren vor der Tat bereits einmal eine Sperre angeordnet worden ist. (§ 69a Absatz 3 StBG)

Die isolierte Sperrfrist

Wenn eine Fahrerlaubnis nicht entzogen werden kann, wird von einer isolierten Sperrfrist gesprochen. Das bedeutet, wenn der Betroffene keine Fahrberechtigung besitzt, kann ihm dennoch eine Sperrfrist verhängt werden. Dies geschieht immer dann, wenn die Fahrerlaubnisbehörde davon ausgeht, dass die Person eine gewisse Zeit warten muss, um eine Fahrberechtigung beantragen zu können.

Die lebenslange Sperrfrist

In manchen Fällen kann die Sperrfrist lebenslang andauern. Dies ist jedoch sehr selten und wird in Folge von diesen Straftaten verhängt:

  • regelmäßige Trunkenheitsfahrten
  • das Auto wird als Waffe für Straftaten wie zum Beispiel Überfälle genutzt
  • Fahren trotz mehrerer Führerscheinsperrfristen
  • Fahrer ist notorischer Straftäter wie beispielsweise Drängler oder Raser
  • Fahrer reagiert aggressiv auf andere Verkehrsteilnehmer wie beispielsweise Schläger

Nach Paragraph 69a Strafgesetzbuch kann die lebenslange Sperrfrist immer dann verhängt werden, “wenn zu erwarten ist, daß die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht”.

Die Sperrfristverkürzung

Sechs Monate vor Ablauf der Sperrfrist kann der Führerschein neu beantragt werden
Sechs Monate vor Ablauf der Sperrfrist kann der Führerschein neu beantragt werden

Eine verkürzte Sperrfrist ist dann ratsam, wenn Sie beruflich auf den Fahrausweis angewiesen sind. Diverse Institutionen bieten eine Sperrfristverkürzung an. Aber Vorsicht: Nicht an allen Gerichten kann diese erwirkt werden, wenn nicht Schulungsmaßnahmen ergriffen worden sind. Aus diesem Grund ist ein Anwalt zu empfehlen, welcher Auskunft darüber geben kann, bei welchem Gericht die Erfolgschancen hoch sind.

Die Verkürzung der Sperrfrist hängt davon ab, welche Schulungsmaßnahmen Sie ergriffen haben, um dem Gericht eine Besserung des Verhaltens präsentieren zu können. Meist kann die Sperrfrist mit geeigneten Maßnahmen um bis zu 3 Monate verkürzt werden. Hierbei ist es ratsam, rechtzeitig mit einem Anwalt oder dem Gericht über das Vorhaben der Sperrfristverkürzung zu sprechen. Die Möglichkeit einer Verkürzung wird danach geprüft.

Die Sperrfrist kann aufgehoben werden, wenn sie mindestens 3 Monate betragen hat. Nach Paragraph 69a Absatz 7 kann sie nach mindestens einem Jahr verkürzt werden, wenn der Betroffene in den letzten 3 Jahren bereits eine Sperrfrist angeordnet bekam.

Führerschein zurück mit der Wiedererteilung

Nach dem Führerscheinentzug folgt die Sperrfrist. Ist diese erfolgreich absolviert, kann die Fahrberechtigung wiedererteilt werden. Dies darf bereits 6 Monate vor Ablauf der Frist geschehen. Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde prüft nach Empfang des Antrags auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis eventuelle Maßnahmen, die der Fahrer erfüllen muss, um erneut einen Fahrausweis erwerben zu können.

In Ausnahmefällen kann die Fahrerlaubnisbehörde eine erneute Fahrerlaubnisprüfung nach § 20 Absatz 2 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) anordnen. Dies kann geschehen, sobald die Behörde der Meinung ist, dass der Betroffene keine erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten mehr nach dem Führerscheinentzug besitzt.

Das Ende der Sperrfrist bedeutet also nicht automatisch die Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Dies kann erst mit einem Antrag auf Wiedererteilung der Fahrberechtigung geschehen. Dazu müssen Sie den erforderlichen Antrag bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde stellen.

Diese prüft dann, ob Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Fahrausweis wiederzubekommen. Meist ist dies die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Diese fällt in der Regel an, wenn Sie den Führerschein verloren haben, weil Sie die Höchstanzahl an Punkten im Verkehrszentralregister in Flensburg erreicht haben. Ist die Fahrerlaubnis entzogen worden, weil der Betroffene an einer Drogen- oder Alkoholabhängigkeit leidet, muss zusätzlich ein Abstinenznachweis erbracht werden.

Ob für Sie eine MPU notwendig wird, um den Fahrausweis durch eine Wiedererteilung zurückzubekommen, hängt vom individuellen Fall ab. Sie sollten daher mit Ihrem Anwalt oder der Fahrerlaubnisbehörde in Kontakt treten. Der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kann stattgegeben werden, wenn die Maßnahmen erfolgreich absolviert wurden. Die Kosten und notwendigen Unterlagen müssen auch bei der entsprechenden Behörde abgefragt werden, da auch dies abhängig vom Bundesland ist.

Führerschein zurück ohne MPU?

Die MPU ist mit hohen Kosten verbunden. Wer diese nicht zahlen kann bzw. ein negatives Gutachten erhält, kann auf die Verjährung nach dem Führerscheinentzug setzen. Laut Gesetz wird die Verjährung mithilfe von Tilgungsfristen erreicht. Laut Paragraph 29 der StVG besitzt jede Straftat oder Ordnungswidrigkeit eine Tilgungsfrist. Läuft diese ab, darf die Tat, die zur Sperre geführt hat, dem Betroffenen nicht mehr vorgeworfen werden.

Bei Straftaten, auf die die (isolierte) Entziehung der Fahrerlaubnis folgt, besitzen eine 10-jährige Tilgungsfrist. Das bedeutet, dass die Verjährung 10 Jahre nach dem Führerscheinverlust eintritt. Dabei ist es egal, ob der Fahrausweis wegen eines Alkohol- und Drogendeliktes oder aufgrund eines anderen Vergehens verloren wurde.

Nach dem Führerscheinentzug droht meist eine MPU
Nach dem Führerscheinentzug droht meist eine MPU

Ein Betroffener muss sich das folgendermaßen vorstellen: Das Vergehen wird in einer Akte gesammelt. Beim Führerscheinentzug wird dieses Dokument noch zusätzlich in der Akte verwahrt. Fallen Sie bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung durch bzw. erhalten ein negatives Gutachten, wird auch dieses in der Akte gespeichert. Alle Unterlagen, welche sich hier befinden, können dem Fahrer angelastet werden. 10 Jahre nach dem Führerscheinverlust tritt die Verjährung bzw. Tilgungsfrist ein. Diese bewirkt, dass die Akte in der Regel gelöscht wird. Das bedeutet, die Fahrerlaubnisbehörde kann Ihnen keine MPU mehr anordnen, da sie praktisch nichts mehr über das Vergehen weiß. Natürlich ist dieses System in der Realität etwas komplexer, dennoch soll es die Sachlage für Verbraucher skizzieren.

Wie also funktioniert das Verfahren: Führerschein zurück ohne MPU? Die 10-jährige Tilgungsfrist hat verschiedene Starttermine, sodass die Verjährung erst nach 15 Jahren eintreten kann:

  • bei strafrechtlichen Verurteilungen: Start am Tag des ersten Urteils
  • bei Entziehung, Versagung oder Verzicht der Fahrerlaubnis sowie Anordnung einer Sperrfrist: Tilgungsfrist beginnt mit der (Neu-)Erteilung der Fahrerberechtigung
  • bei verwaltungsbehördlichen und gerichtlichen Bußgeldentscheidungen wegen Ordnungswidrigkeiten: Startdatum ist der Tag der Rechtskraft des Urteils
  • bei verkehrspsychologischen Beratungen sowie Aufbauseminaren: Start der Frist am Tag der Ausstellung der Bescheinigung/beim Verzicht auf die Fahrberechtigung: Frist beginnt am Tag des Zugangs der Verzichterklärung bei der Behörde

Von einer Versagung wird immer dann gesprochen, wenn die Fahrberechtigung aufgrund von einer Erkrankung oder Behinderung entzogen wird. Die Fahrberechtigung geht in diesem Fall davon aus, dass der Betroffene nicht für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist.

Die Anordnung der MPU selbst kann nicht verjähren. Jedoch verjährt das Vergehen, weswegen die MPU angeordnet wurde. In der Regel beginnt also die Verjährung nach dem Führerscheinentzug erst mit der Neuerteilung der Fahrerlaubnis, spätestens jedoch fünf Jahre nach der beschwerenden Entscheidung des Gerichts bzw. der Rechtskraft dieser.

Die Tilgungsfrist dauert also maximal 15 Jahre und beginnt mit der Rechtskraft der Entscheidung. Nach dieser Zeit kann ein Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt werden. Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde kann dann keine MPU mehr anordnen. In manchen Fällen ist es jedoch üblich, dass eine erneute Prüfung abgelegt werden muss, da die Behörde davon ausgeht, dass der Fahrer nach dieser langen Zeit keine Kenntnisse mehr über das Fahren besitzt.

Der Betroffene darf während dieser Zeit jedoch keine neuen Verstöße begehen. Ist dies der Fall kann sich die Tilgungsfrist verlängern. Sollten Sie vor dem Ablauf der 15 Jahre einen neuen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen, werden Sie zur MPU aufgefordert. Wird die Frist für die MPU nicht eingehalten, versagt Ihnen die Behörde den Fahrausweis und die Tilgungsfrist beginnt von vorn.

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Was bei einem Führerscheinentzug zu tun ist
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848 Kommentare

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  1. dirk sagt:

    Habe 2004 meinen Führerschein weggenommen bekommen für zehn Monate. Kurz vor Ablauf der Sperre sollte ich eine Mpu machen und bin durchgefallen. Wie und wann bekomme ich den jetzt wieder da sind jetzt elf Jahre vergangen.

    • Timmm sagt:

      Hallo habe 2001 mein Führerschein verloren und bin 3 Monte vor Ablauf der 15 Jahre ohne Führerschein gefahren was erwartet mich wenn ich versuche mein Lappen zurückzuholen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Dirk,

      wenden Sie sich mit dieser Anfrage an Iher örtliche Führerscheinzulassungsstelle.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Jürgen sagt:

    hallo habe mein Führerschein seit 2002 weg Laut Gericht 2003.
    Habe nie eine MPU gemacht .
    Wann kann ich den führerschein wieder beantragen ?

    • Mika sagt:

      Einfach die Verjährungsfrist von 15 Jahren abwarten.Danach Antrag auf Neuerteilung stellen.

      • Karl B. sagt:

        ES IST SEHR WICHTIG DIE 15 JAHRE MIND ABZUWARTEN SONST GEHT DER GANZE SCH——– VO VORNE LOS BEI MIR HATS FUNKTIONIERT ABER MUSSTE DIE FÜHRERSCHEIN PRÜFUNG ABLEGEN JETZT HABE ICH NUR NOCH KLASSE B NIX MIT 7:5 TO

        • Thomas M. sagt:

          Hallo,

          habe seit 1998 keinen Führerschein mehr. Jetzt soll ich alles nochmal neu machen ?
          Für was ich habe doch einen Führerschein,also warum nochmals 3000,- ausgeben für alles.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Jürgen,

      die Rechtslage hierzu ist sehr kompliziert; einheitliche Aussagen hierzu lassen sich nicht machen. Suchen Sie eine MPU-Beratung auf und schildern Sie Ihren Fall.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Karl Kox sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe meinen Führerschein am 06.10.2012 verloren. Habe einen Unfall. Ich bin seit September 2014 an der einjährigen Abstinenz per Haaranalyse auf Alkohol und Drogen dran. Bei dem Unfall selbst gab es keine Personenschäden.

    Eben habe ich von einem Bekannten erfahren, dass es sein kann das ich den Führerschein, selbst wenn ich due MPU bestehe, neu machen muss.

    Was ist da dran?

    Ich habe erst im Januar 2014 erfahren, dass ich eine MPU machen muss.
    Ich war noch nie auffällig und bin auch nicht vorbestraft.

    Vielen Dank für ihre Antwort.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Karl,

      die Fahrerlaubnisbehörde prüft bei jedem Vorfall, bei dem sie eine MPU anordnet, ob der Fahrer die Sicherheit im Straßenverkehr gefährdet und unter welchen Umständen es vielleicht nicht mehr der Fall ist. In Ausnahmefällen kommt sie zu dem Entschluss, der Fahrer eine erneute Fahrschulprüfung ablegen muss, um seinen Führerschein wieder zu erlangen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. andrea sagt:

    hi , habt ihr rat?

    Ich hab rechtskräftigen Bußgeldbesch. der zentralen Bußgeldstelle artern
    wegen Ordnungswidrigkeit(en) §24a Abs. 2, 3 §25 StVG : 242BKat; §4 Abs. § BKatV
    wird gegen mich 1. eine Geldbuße (§ 17 OWiG )
    2…. Kosten des Verfahrens …….
    Ein Fahrverbot für die Dauer von 1Monat angeordnet.
    Es handelt sich um ein Regelfall nach §4 Abs 3BKatV daher war ein Fahrverbot anzuordnen.
    zahl der Punkte gemäß bußkatalog :2
    Heute flattert von der Fahrerlaubnisbehörde eine Anhörung zum Entzug meiner Fahrerlaubnis gemäß Thür. Verwaltungsver-fahrengesetzes ein. Anlage ist eine Verzichtserklärung die ich ausfüllen soll um der kostenpflichtigen Entziehung wegen der ordnungswidrigkeiten des Bescheides der Bußgeldstelle entgehen kann.
    wo soll ich mich dran halten oder ordnungswidr. werden immer doppelt geahndet kommt noch irgendein amt/ Behörde ?????
    Weis überhaupt nicht , außer das man sich gezielt abgezockt vorkommt.
    Nen Rat??

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Andrea,

      wir können Ihnen an dieser Stelle keine Rechtsberatung geben. Sofern Sie 8 Punkte in Flensburg haben, ist der Entzug Ihres Führerscheins rechtsmäßig, ansonsten wenden Sie sich bitte an einen Anwalt und lassen sich dort professionell beraten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Andreas sagt:

    hallo mir wurde mein Fahrerlaubnis entzogen (Nachschulung nicht gemacht), ich wurde wegen vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteil. (Geldstrafe und 12 Monate Sperrzeit)
    Was wird mich erwarten wenn ich eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantrage???
    Kann meine Berufliche Situation (Montagearbeiter) darauf Einfluss haben???

    Mit freundlichen Grüßen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Andreas,

      sofern keine MPU verordnet wurde, können Sie nach der Sperrfrist erneut den Führerschein beantragen. Ihre berufliche Situation hat darauf keinen Einfluss.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. marion sagt:

    Hallihallo. .. ich habe meinen fs im Januar 2011 wegen Alkohol am Steuer verloren.
    Nach nun knapp vier Jahren mich wieder hinangetraut. ..
    habe eine negative mpu mit dem Verweis zur nachschulung nach Paragraph 70 …
    Nun habe ich drei Termine gehabt und der 4. Steht an .
    Meine Frage nun
    -bekomme ich dem Fs sofort nach Vorlage wieder oder kommt da noch etwas auf mich zu ?

    Vielen Dank im voraus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Marion,

      sofern Sie ein positives Gutachten einreichen können, steht der Neuerteilung des Führerscheins nichts mehr im Weg.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Carolin sagt:

        Hallo :)
        Ich hätte da mal eine frage. Und zwar hat ein bekannter die fahrerlaubnis verloren und er erlangt sie erst wieder, wenn er 1 jahr lang Abstinenz nachweisen kann. Und das kostet ja Geld. Und das hat er momentan nicht und er fragt sich, ob er, wenn er z.b in 7 Jahren den Abstinenz test macht, dann den Führerschein wieder bekommt oder ob er wieder eine Führerscheinprufung hinter sich bringen muss.

        • bussgeldkatalog.org sagt:

          Hallo Carolin,

          eine Möglichkeit, die MPU zu umgehen und unmittelbar wieder die Fahrerlaubnis zu erhalten, besteht nicht. Erst wenn sich der Betroffene fünf Jahre lang nichts zuschulden kommen lässt, setzt eine Frist in Gang. Nach Ablauf von dann weiteren zehn Jahren erst wird die Akteneintragung gelöscht und die Fahrerlaubnis kann – ohne MPU – erneut beantragt werden. Insgesamt bedeutet das also eine Zeitspanne von fünfzehn Jahren.

          Sie können sich darüber unter folgendem Link informieren:
          https://www.bussgeldkatalog.org/mpu-verjaehrung/#wann_verjaehrt_eine_mpu

          Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  7. jerome sagt:

    Hello ,mein führerschein vorde anuliere von 13 jahr was solte ich machen fur wieder habe.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Jerome,

      wenden Sie sich mit dieser Frage an Ihre örtliche Führerscheinzulassungsstelle.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. Michi sagt:

    Hallo habe mein Fahrerlaubnis das erstemal wegen Alkohol am Steuern verloren,
    bei mir wurde im Blut 1,52 Promille festgestell,sonst war ich noch nie auffällig geworden.Habe für 9 Monaten keine Fahrlaubnis von Gericht aus bekommen,
    muss ich jetzt mit einer MPU rechnen.
    LG.Michi

  9. Tommi sagt:

    Hallo ich habe damals meinen FS wegen Alkohol und Punkte verloren bin mir aber nicht mehr sicher wann genau das war 2001 od. 2002. Habe bei der FS Stelle von damals ( bin umgezogen ) angerufen wegen einer FS Kartei, Sie sagte mir das dies nicht mehr möglich sein da es über 10 Jahre her ist hat wohl geschaut. Heißt das die Frist ist vorbei ?? Oder kann es sein das ich trotzdem MPU noch machen muss.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Tommi,

      Verstöße, die mit Alkohol zu tun haben, werden sogar für etwa 15 Jahre gespeichert. Unser Tipp: Suchen Sie eine MPU-Beratung auf, dort kann man Sie zum Thema beraten und über die weitere Vorgehensweise reden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  10. Helga sagt:

    habe nach 10 Jahren Fahrpraxis meinen FS abgeben müssen und nach erfolgreicher MPU wieder bekommen.
    Beginne ich mit dem neuem FS versicherungsmäßig von vorne (als Neueinsteiger) ?
    Vielen Dank im Voraus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Helga,

      Auskunft hierzu erhalten Sie von Ihrer Kfz-Versicherung. Informieren Sie sich über die verschiedenen Konditionen und lassen Sie sich individuell beraten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  11. Eduard sagt:

    Hallo,
    mir wurde im August 1998 Führerschein genommen wegen Drogen.
    Im September 1999 habe ich Neuantrag gestellt und mir wurde MPU angeordnet.
    Im Dezember 1999 habe ich MPU gemacht und nicht bestanden, das Ergebnis habe ich der Führerscheinstelle nicht mitgeteilt.
    Habe damals das Neuantrag automatisch ablaufen lassen – (1 Jahr lang), ca. September 2000.
    Das heißt theoretisch und praktisch die Führerscheinstelle hat von mir seit September 2000 bis heute nichts gehört.
    Im September 2015 sind quasi 15 Jahre.
    Kann ich ohne wenn und aber im Oktober 2015 ein Antrag auf Fahrerlaubnisneuerteilung ohne MPU stellen?
    Kommt das durch?

    • Christian sagt:

      Hallo,

      ich habe da mal eine Frage,
      kurz zu meiner Situation: 2002 habe ich meinen Führerschein aufgrund einer Polizeikontrolle und und positivem Test auf THC freiwillig abgegeben, hatte 10 Monate Fahrverbot, Geldstrafe und Anordnung einer MPU.
      Bevor ich meinen Führerschein abgegeben hatte, habe ich meinen Bundeswehr Führerschein CE auf zivil umschreiben lassen.
      Donnerstags wurde ich damals von der Führerscheinstelle informiert das ich den neuen mit BCE abholen kann was aber nicht mehr geschehen ist, da ich Freitags dann meinen B aufgrund der Kontrolle abgeben durfte.
      So jetzt nach langer Zeit bin ich reif, habe die MPU bestanden und von der Führerscheinstelle gesagt bekommen, CE habe ich nie besessen, müsste ich komplett neu machen und für B muss ich die Prüfungen nochmal neu machen. Theorie habe ich bereits bestanden und Praktisch ist in zwei Wochen dran.

      Jetzt zu meiner Frage, habe ich irgend welche Möglichkeiten wieder an den CE zu kommen ohne neu machen zu müssen?
      Oder kann ich zumindest den E für B irgendwie bekommen?

      Vielen Dank schon mal vorab und mit freundlichen Grüßen
      Christian

      • bussgeldkatalog.org sagt:

        Hallo Christian,
        Sie müssen nachweisen, dass Sie den CE-Führerschein bereits schon einmal besessen haben. Dazu fragen Sie am besten bei der Bundeswehr oder der entsprechenden Stelle, die ihn damals umgeschrieben hat. Vielleicht sind dort noch die nötigen Unterlagen vorhanden. Achtung: Die Fahrerlaubnis der Klasse CE ist auf 5 Jahre befristet. Es bedarf hierfür eines ärztlichen Zeugnisses über den ausreichenden Gesundheitszustand und das entsprechende Sehvermögen. Sie können ihn auch noch Jahre nach Fristablauf verlängern. Die Führerscheinstelle prüft dann im Einzelfall, ob Sie zum Fahren der Fahrzeuge in der beantragten Klasse geeignet sind. Das bedeutet, wenn Sie mehrere Jahre schon keine Lkw mehr gefahren sind, kann es vorkommen, dass die Behörde verlangt, dass Sie noch einmal eine Fahrschulprüfung absolvieren müssen. Eventuell ist auch die erneute Ablegung der Theorieprüfung nötig. Achtung: Ihre Fahrpraxis könnte schon zu lange her sein, sodass sie unter Umständen die Fahrschule noch einmal komplett machen müssen. Für die BE haben Sie vermutlich ebenfalls noch einmal eine praktische Prüfung abzulegen.
        Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Eduard,

      grundsätzlich sollte die Neuerteilung klappen, aber besprechen Sie Ihren Fall am besten noch einmal mit einem Anwalt oder der MPU-Beratung.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  12. Dennis D. sagt:

    Hallo

    ich habe folgendes Problem, ich bin vor einigen Jahren (2008) mehrmals geblitzt worden, aufgrundessen musste ich eine MPU beim TÜV ablegen. Alles gemacht, danach enschieden Sie ,noch ein Aufbauseminar auch erfolgreich absolviert.
    Durch meine blöde naivität bin ich ausgegangen das ich wieder am Strassenverkehr teilnehmen darf. So hab mich dann wieder ins Auto gesetzt und bin wieder gefahren. Es war soweit alles in Ordnung , bin öftere male in eine Kontrolle gekommen und die Beamten haben mich nach Papiere gefragt und habe Sie Ihnen gegeben nach 5 min konnte ich weiter fahren. Jetzt hatte ich letztes jahr eine Kontrolle ,wo ich total überrascht war, Papiere abgegeben nach 5 min kam die Beamtin wieder und teilte mir mit das ich kein KfZ führen darf (weil er mir entzogen worden ist) so dann auf die Wache, dort wurde mir dann mitgeteilt das ich seit 2008 noch immer keine Fahrerlaubnis hatte. Ich bin aber die ganzen Jahre über immer wieder normal gefahren und in unzählige Kontrollen gekommen und es hat nie irgendeiner was gesagt.
    Es stellte sich herraus das das Aufbauseminar zwar erfolgreich abgeschlossen war aber meine Partnerin, die Kosten für das Semniar überwiesen hat . Daraufhin hat die Zulassungsstelle auch nie den Wisch von der IFS erhalten. Ich habe bei der IFS angerufen und mich erkundigt warum ich nie eine Rechnung/ Mahnung oder sonstiges schreiben erhielt. das Seminar kostete zu der Zeit 500 euro ,mittlerweile 1500 mit Zinsen . Was ich jetzt natürlich nicht bezahlen kann mal eben, aber eher bekomme ich auch den Wisch nicht, logisch. Jetzt habe ich vor meinen Führerschein auf wiedererteilung zurück zu holen, was würde auf mich zukommen ,oder was könnte mir passieren, weil mir jetzt vorgeworfen wird das ich ohne Fahrerlaubnis gefahren bin über die ganzen Jahre. Ich brauche Ihn wirklich , ich habe 2 kinder noch relativ jung , meine Ex Frau zieht mit Ihnen jetzt in Richtung Frankfuhrt und ich habe ein Leasing Auto vor der Tür welches ich erworben habe und nicht bewegen darf. Kann mir vielleicht jemand weiterhelfen ,was ich jetzt tun kann um den Führerschein auf schnellsten und normalsten weg zurück zubekommen ?!Danke im Vorraus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Dennis,

      Ihre Geschichte wirkt sehr abenteuerlich. Wir würden Ihnen raten, Nachweise zu sammeln, dass Sie damals das Seminar besucht haben und dass dieses auch bezahlt wurde (beispielsweise durch einen entsprechenden Kontoauszug). Irgendwo müssen ja die 500 Euro von damals gelandet sein, und dass man diese Summe “verschusselt” hat, ist definitiv unprofessionell.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  13. Bastian sagt:

    Hallo,
    ich habe 1998 meinen Führerschein wegen einer Trunkenheitsfahrt verloren, 9 Monate sperre. Wurde dann 02.2002 nochmal erwischt, fahren ohne Fahrerlaubnis (ohne Alkohol Einfluss). Hab mir jetzt eine Selbstauskunft beim BKA (Auskunft aus dem FAER) zuschicken lassen. Dort steht das es diese beiden Eintragungen noch gibt, aber diese sich in der Überliegefrist befinden.
    Rein Rechnerisch sind die 15 Jahre abgelaufen. Kann ich jetzt einen Antrag auf Wiedererteilung stellen und mit einem positiven Ergebnis rechnen?

    Gruß
    Basti

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Bastian,

      grundsätzlich können Eintragungen, die in der Überliegefrist sind, die Neuerteilung des Führerscheins nicht verhindern. Falls Sie jedoch zwischendurch einen Antrag auf den Führerschein gestellt haben, wurde die Verjährungsfrist unterbrochen. Die Rechtslage ist hier sehr kompliziert; Sie sollten sich an einen Anwalt wenden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  14. Steffen sagt:

    Habe mein FS vor 5 Jahren wegen Alkohol (1,8)verloren. Nun möchte ich ihn wieder. Habe ihn damals vor Ablauf der Sperre wieder beantragt. Womit habe ich zu rechnen, und was kann auf mich zukommen nach der langen Zeit.
    MFG… Steffen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Steffen,

      Auflagen zur Wiedererteilung Ihres Führerscheins kann Ihnen die Führerscheinzulassungsstelle nennen. Es ist z.B. möglich, dass Sie vor der Wiedererteilung ein positives MPU-Gutachten einreichen müssen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  15. Dirk sagt:

    Bin unter Alkohol gefahren habe über 1promille im Blut gehabt der Führerschein wurde von der Polizei gleich einbehalten
    . Arbeite auf dem bau und bin auf meinen Schein angewiesen. Habe nie was mit Alkohol am Steuer zu tun gehabt. Mit was muss ich nun rechnen, würde auch eine sehr hohe Geldstrafe in kauf nehmen nur um mein Führ

    • Dirk sagt:

      Nachtrag:um meinen Führeschein schnell wieder zu erlangen.

      • bussgeldkatalog.org sagt:

        Hallo Dirk,

        gerade bei Alkoholvergehen ist es schwierig, das Fahrverbot in eine Geldstrafe umzuwandeln. Bitte lassen Sie sich von einem Verkehrsanwalt diesbezüglich beraten.

        Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  16. Simone G. sagt:

    Sie schreiben:
    Sollten Sie die 6-Punktegrenze überschreiten, ohne dass Sie eine Ermahnung erhielten, muss der Punktestand auf 5 reduziert werden. Gleiches gilt bei der Erreichung von 8 Punkten. Erhalten Sie keine Verwarnung vorher, wird Ihr Punktestand auf 7 Punkte herabgesetzt.

    Mein Sachverhalt: Die Führerscheinstelle hat mich bei 7 Punkten ( bzw. während 8) angeschrieben und verwarnt. Zu diesem Zeitpunkt hatte (1 Woche vorher) den 8 Punkt erreicht. Somit kam 3 Wochen später das Schreiben mit dem Entzug. Ich sehe mich daher nicht rechtzeitig verwarnt.

    Woran machen Sie fest das schon bei 6 Punkten zu verwarnen ist und man 1 Punkt abgezogen bekommt?

    Zusätzlich wurden mir nach einem Aufauseminar 2012, 4 Punkte abgezogen, so steht es auch in der Flensburger Kartei. Dadurch wurde bei der Umrechnung zum 01.05.2014 von 9 auf 4 Punkte umgerechnet. Die Führerscheinstelle hingegen hat nur 2 Punkte abgezogen (da ein weitere Verstoss vorlag – mich aber nicht informiert und damit von 11 auf 5 am 01.05.2014 umgerechnet, was dann nach den erneuten 3 Punkten insgesamt 8 Punkte gibt. Das mit den 2 Punkten stand erstmals in der Anlage zur Verwarnung.
    Nach der neuesten Aufstellung aus Flensburg wären es nur 7 und somit kein Führerscheinentzug.
    Wer hat das sagen, die Füherscheinstelle oder das Kraftfahrt Bundesamt?
    Übringens war in der Anlage zur Anhörung wegen des Führerscheinentzuges die 4 Punkte abgezogen, in der vorherigen Anlage zur Verwarnung 2 Punkte.

    Ich brauche eine verlässliche Aussage oder ein Urteil, wann von 7 auf 6 oder von 8 auf 7 Punkte zu reduzieren ist.

    Danke

    Simone G.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Simone,

      jeder Führerscheininhaber soll zweimal verwarnt werden, bevor der Führerschein entzogen werden darf. Bei Ihrem Punktekonto scheint allerdings einiges durcheinander gekommen zu sein. Am besten wäre es, Sie würden sich anwaltlich zum Thema beraten lassen. Wir dürfen Ihnen hier keine tiefgehende Rechtsberatung geben. Wenden Sie sich erneut an Ihrer Führerscheinzulassungsstelle – die hier verantwortlich ist, das KBA verwaltet lediglich die Daten – und verweisen Sie darauf, dass Sie nicht ausreichend zum Entzug informiert wurden, und dass Ihre Akten anscheinend fehlerhaft geführt wurden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  17. udo sagt:

    ich wurde mit 0,8 angehalten bei der Blutentnahme hatte ich auf einmal 2,28 Promille ich kann mir das nicht erklären

    Führerschein wurde eingezogen was kommt jetzt auf mich zu kosten – sperre neue Führerschein Prüfung oder MPU bekomme ich meinen alten Führerschein wieder wenn alles vorbei ist sollte ich mir einen Anwalt nehmen bin arbeitssuchend und darum nicht viel Geld es wurde anoyum bei der Polizei angerufen ich wäre in einer Kneipe gewesen und hätte viel getrunken davon weis ich aber nichts hoffe könnt mir eine antwort geben lg

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Udo,

      zwischen der Blutalkohol-Konzentration und der Atemalkohol-Konzentration kann ein großer Unterschied bestehen. Vor Gericht maßgeblich ist alleine der Blut-Test, da dieser genauer ist. Ab einer Promille-Anzahl von 1,1 Promille im Straßenverkehr liegt eine Straftat vor, die Sanktionen, die vor Gericht bestimmt werden, sind mannigfaltig. Es kann auch eine MPU verordnet werden. Um sich optimal beraten zu lassen, wäre ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt sicher nicht verkehrt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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