Bewilligungsquote für E-Auto-Prämie überraschend niedrig

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 14. August 2020

Niedrige Bewilligungsquote: Die E-Auto-Prämie wird nur in 73 Prozent aller Fälle genehmigt.
Niedrige Bewilligungsquote: Die E-Auto-Prämie wird nur in 73 Prozent aller Fälle genehmigt.

Schon seit einigen Jahren versucht die Bundesregierung, die Elektromobilität in Deutschland voranzutreiben. Der Umweltbonus, eine spezielle Kaufprämie für Elektrofahrzeuge, soll Autokäufern seit 2016 die Entscheidung zum E-Auto erleichtern. Doch die Beantragung des Umweltbonus scheint schwieriger als gedacht, denn die Bewilligungsquote für die E-Auto-Prämie liegt bundesweit nur bei 73 Prozent. Dies gab jetzt der Bundestag bekannt.

Rund jeder vierte Antrag nicht bewilligt

Im Zuge des Corona-Konjunkturpakets wurde der Umweltbonus beträchtlich erhöht. Bis Ende 2021 können sich Autokäufer über eine Prämie von bis zu 9000 Euro freuen, wenn sie sich für ein reines E-Auto entscheiden. Beim Kauf eines Plug-in-Hybrids winkt eine Förderung von immerhin bis zu 6750 Euro. Bei den Verbrauchern kam diese Maßnahme offensichtlich gut an, denn die Zahl der Förderanträge ist seit der Erhöhung deutlich gestiegen. Allein im Juli waren es fast 20.000 (von rund 70.000 Anträgen seit Jahresbeginn).

Allerdings wird nicht jeder dieser Anträge auch genehmigt. Tatsächlich ist die Bewilligungsquote für die E-Auto-Prämie überraschend niedrig, wie nun die Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP bekannt gab: Bundesweit wird mehr als jeder vierte Antrag auf den Umweltbonus nicht genehmigt. Zudem zeigten sich Unterschiede zwischen den Bundesländern:

  • Im Saarland wurden die wenigstens Anträge genehmigt. Hier liegt die Bewilligungsquote nur bei 70 Prozent.
  • Mit jeweils 76 Prozent weisen Berlin und Nordrhein-Westfalen die höchste Quote auf.
  • Bundesweit liegt die Bewilligungsquote für die E-Auto-Prämie bei 73 Prozent.

Gründe für niedrige Quoten werden nicht genannt

Fällt die Bewilligunsquote für die E-Auto-Prämie bald besser aus?
Fällt die Bewilligunsquote für die E-Auto-Prämie bald besser aus?

Warum mehr als jeder vierte Antrag bei den Behörden scheitert, wurde in der Antwort nicht mitgeteilt. Der FDP-Politiker Bernd Reuther betonte daher, dass die Bundesregierung den Ursachen für die niedrige Bewilligungsquote genau auf den Grund gehen müsse und sich nicht scheuen dürfe, „auch strukturelle Probleme anzusprechen und nachzusteuern”.

Das Bundeswirtschaftsministerium stellte allerdings klar, dass die Zahlen auch richtig interpretiert werden müssten. Denn nur weil ein Antrag nicht bewilligt ist, heißt das nicht automatisch, dass er abgelehnt wurde. Sprecherin Annika Einhorn äußerte sich dazu wie folgt:

In vielen Fällen handelt es sich um Anträge, die aktuell noch bearbeitet werden. Im Februar gab es beim Umweltbonus einen Wechsel vom zweistufigen zu einem einstufigen Antragsverfahren. Damit ist das Verfahren für die Bürger bereits erheblich einfacher und weniger bürokratisch.

Möglicherweise begründet sich die geringe Bewilligungsquote bei der E-Auto-Prämie somit auch durch eine lange Bearbeitungszeit. Das vereinfachte Antragsverfahren könnte dann dazu führen, dass zukünftig mehr Anträge bewilligt werden.

Quellen und weiterführende Links

Bildnachweise: fotolia.com/BERLINSTOCK (Vorschaubild), fotolia.com/BERLINSTOCK, fotolia.com/carballo

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