Standheizung oder Klimaanlage: Verbrauch erhöht sich durch elektrische Ausstattung

Wahre Spritfresser unter den elektronischen Einbauten

Beheizbare Außenspiegel oder eine Standheizung treiben den Verbrauch hoch.

Beheizbare Außenspiegel oder eine Standheizung treiben den Verbrauch hoch.

Wie beeinflussen Radio, Klimaanalage und Standheizung den Verbrauch von einem Auto? Diese Frage stellt sich vielen Autofahrern, wenn sie ein Gerät im Wagen einschalten. Vielen ist es gar nicht so bewusst, dass Energieverbrauch auch gleichzeitig Kraftstoffverbrauch bedeutet.

Nicht nur ein sparsames Auto, eine angepasste Fahrweise und die richtigen Reifen sowie der Reifendruck können sich positiv auf den Spritverbrauch auswirken. Auch der richtige Einsatz von Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Radio machen sich an der Zapfsäule bemerkbar.

Die Ausstattung eines Fahrzeugs kann schon vor dem Kauf auf einen erhöhten Spritverbrauch hinweisen. So stellen elektrische Fensterheber, ein Radio als Kombination mit einem Navigationsgerät sowie Klimaanlage, Sitz- und Standheizung einen Mehrbedarf an Energie dar.

Doch wie kann Sprit eingespart werden, wenn auf den Komfort nicht verzichtet werden soll? Wie viel Mehrverbrauch wird durch die elektronischen Geräte verursacht und welche Maßnahmen helfen hier den Energieverbrauch zu senken? Diese Fragen sollen im nachstehenden Ratgeber betrachtet und erläutert werden.

Klimaanlage und Standheizung: Verbrauch und Energiegewinnung im Auto

Jedes elektronische Gerät oder jede Funktion in einem Kfz benötigt Strom. Die wenigsten Autofahrer beschäftigen sich jedoch mit der Frage, wie dieser Strom produziert wird und welche Auswirkungen dies auf den Kraftstoffverbrauch hat.

Der Strom, der für das Radio, die Klimaanlage oder die Standheizung für den Verbrauch erzeugt werden muss, entsteht in der Lichtmaschine. Diese wird über einen Keilriemen durch den Motor angetrieben und funktioniert wie ein Generator. Der so produzierte Strom steht allen elektrischen Geräten im Auto zur Verfügung.

Darüber hinaus besitzen Kfz auch noch eine Batterie, die Energie speichert und diese abgibt, wenn der Motor nicht läuft.

Elektrische Geräte, wie das Autoradio, erhöhen den Verbrauch zusätzlich.

Elektrische Geräte, wie das Autoradio, erhöhen den Verbrauch zusätzlich.

Sind nun elektrische Geräte eingeschaltet, erhöht sich der Drehwiderstand des Keilriemens. Somit muss mehr Kraft aufgewendet und dafür mehr Sprit verbraucht werden. Je nach Motordrehzahl und Art der Lichtmaschine erfordern, laut ADAC, 100 Watt Leistung etwa 0,1 Liter pro 100 km.

Der Spritverbrauch bei konstant eingeschalteter Klimaanlage ist demnach an der Tankstelle und bei den Kosten doch deutlich zu spüren.

Auch die Beleuchtung des Wagens wird über die Lichtmaschine versorgt. Da es sich hierbei meist um vorgeschrieben Sicherheitseinrichtungen handelt, ist es nicht zu empfehlen hier zu sparen oder diese gar zu vernachlässigen.

Doch wie kann der Verbrauch bei benötigter Standheizung minimiert werden? Welche Maßnahmen verhindern, dass bei Nutzung der Klimaanlage der Benzinverbrauch zu stark steigt? In den folgenden Abschnitten werden die elektronischen Spritfresser einmal näher betrachtet.

Heizungen und Lüftung: Eine Standheizung und deren Verbrauch

Niemand steigt gerne in ein kaltes Auto, besonders dann nicht, wenn im Winter die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Eine Standheizung kann hier sehr praktisch sein, da sie das Auto erwärmt, ohne dass der Motor dabei laufen muss.

Fast jedes Fahrzeug kann mit einer Standheizung ausgerüstet werden. Diese ist meist nicht serienmäßig verbaut und wird oft auch von externen Herstellern produziert. Die Nachrüstung und der Einbau sollten immer von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden. Entscheiden sich Autofahrer dafür ihre Fahrzeuge mit Standheizungen nachzurüsten, lohnt sich immer ein Vergleich der verschiedenen Modelle und der verwendeten Technik.

Dennoch bedeutet die kontinuierliche Nutzung einer Standheizung einen erhöhten Spritverbrauch. Je nach Modell und Hersteller kann bei einer Standheizung der Benzinverbrauch zwischen 0,6 und 1,7 Liter pro Stunde liegen.

Auf den Komfort verzichten muss ein Fahrer nicht, denn eine Standheizung senkt den Verbrauch beim Start. Der Motor befindet sich dann bereits auf Betriebstemperatur und benötigt somit weniger Kraftstoff, um die Fahrt aufzunehmen.

Auch auf den angemessenen Einsatz der Standheizung sollte geachtet werden. Steigen zum Beispiel die Temperaturen auf ein angenehmes Maß, kann mitunter auf die Standheizung verzichtet werden.

Ein weiterer Spritfresser ist die Sitzheizung. Ein erhöhter Spritverbrauch ist hier meist nicht vermeidbar. Dieser ist meist vom Hersteller und auch von der gewählten Temperatur abhängig. Oft wird bei einer Sitzheizung der Verbrauch mit 0,1 Liter pro 100 km angegeben, da etwa 100 Watt Leistung benötigt werden.

Kann auf die Sitzheizung verzichtet werden, ist dies ein guter Weg um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.

Mehr Verbrauch: Eine Klimaanlage im Auto bedeutet höhere Kosten

Nutzung der Klimaanlage: Der Benzinverbrauch steigt an.

Nutzung der Klimaanlage: Der Benzinverbrauch steigt an.

Ist die Standheizung im Winter für ein angenehmes Klima im Autoinneren zuständig, übernimmt das bei wärmeren Temperaturen die Klimaanlage. Der Spritverbrauch steigt hier, wie auch bei der Standheizung, an. Denn diese elektronische Einrichtung zählt zu den größten Stromfressern im Fahrzeug.

Daher ist es nachvollziehbar, dass sich der Spritverbrauch bei eingeschalteter Klimaanlage merklich negativ verändert. Liegt bei einer Standheizung der Verbrauch bei 0,6 bis 1,7 Liter, benötigt die Klimaanlage etwa 10 bis 15 Prozent mehr Kraftstoff.

Klimaanlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen, die auch unterschiedlich viel Energie benötigen. Bei der Vollautomatik regelt die Anlage alles selbst, nur die gewünschte Temperatur muss eingestellt werden. Bei der halbautomatischen oder auch bei der manuellen Variante, muss der Fahrer das Gebläse selbst einstellen. Letztere Systeme sind zwar günstiger, doch der Benzinverbrauch der Klimaanlage ist im Gegensatz zur Vollautomatik höher.

Wie kann nun der Verbrauch der Klimaanlage im Auto gesenkt werden? Hierzu sollte beispielsweise bei der Vollautomatik darauf geachtet werden, dass diese sich im „Auto-Modus“ befindet und die Temperatur nicht zu gering gewählt ist. Je mehr heruntergekühlt werden muss, desto höher ist der Spritverbrauch. Empfehlenswert ist eine Temperatur, die nicht mehr als sechs bis acht Grad unter der Außentemperatur liegt.

Darüber hinaus kann auch das rechtzeitige Ausschalten der Klimaanlage im Auto den Verbrauch senken. So ist es sinnvoll, die Anlage etwa zehn Minuten vor dem Ende der Fahrt abzuschalten. Neben dem verminderten Spritverbrauch, hat die Klimaanlage auch die Möglichkeit zu trocknen, was auch der Keimbildung entgegen wirkt.

Der Einsatz einer Klimaanlage erhöht also immer den Kraftstoffverbrauch, da sie einiges an Energie benötigt, um die Wunschtemperatur im Auto herstellen und halten zu können. Daher sollte die Anlage auch nur dann eingeschaltet werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Dies gehört auch zu einer vorausschauenden Fahrweise.

Weitere Stromfresser im Auto

Im Auto gibt es aber nicht nur große und offensichtliche Stromfresser. So treiben Motormanagement, Beleuchtung, Klimaanlage und Standheizung den Verbrauch oft wahrnehmbar in die Höhe. Doch auch kleinere elektronische Einrichtungen können mitunter für eine Kostensteigerung sorgen. Auf einige hat der Fahrer Einfluss, andere sind für die Sicherheit fast unabdingbar und sollten nicht eingespart werden.


Beim Autoradio ist der Verbrauch zugegebenermaßen nicht sehr hoch, dennoch kann auch hier, durch eine gezielte Nutzung, Kraftstoff eingespart werden. So kann zum Beispiel das Einschalten auf den Verkehrsfunk reduziert und die Musik nur dann gehört werden, wenn die Fahrer dies wirklich möchten.

Spezielle Einrichtungen, wie ein Soundsystem, Hi-Fi-Verstärker oder CD-Wechsler sowie USB-Schnittstellen können zu einem Bedarf von bis zu 400 Watt mehr führen und somit auch einen Mehrverbrauch beim Kraftstoff bewirken.

Die Sitzheizung: Der Benzinverbrauch ist auch hier erhöht.

Die Sitzheizung: Der Benzinverbrauch ist auch hier erhöht.

Auch Komfortausstattungen, wie elektrische Fensterheber, eine beheizbare Heckscheibe oder beheizbare Außenspiegel können zu einem erhöhten Spritverbrauch beitragen.

Weitere Stromverbraucher im Auto sind zum Beispiel auch die elektronischen Fahrassistenzsysteme, wie ABS, ESP oder Bremsassistenten sowie Abstandskontrollsystem. Diese sollten jedoch aus Sicherheitsgründen nicht abgeschaltet werden. Wie diese so eingesetzt werden, dass die Verbrauchsteigerung gering ausfällt, kann unter anderem bei einem Fahrsicherheitstraining erlernt werden.

Zusammenfassung

Viele Autofahrer vergessen, dass elektrische Geräte, wie beispielsweise eine Standheizung, den Verbrauch ihres Autos steigern. Daher sollten elektronische Geräte bei Nichtnutzung ausgeschaltet werden und nicht nebenher mitlaufen. Das ermöglicht es, Energie und Sprit zu sparen.

Diese elektronischen Geräte führen zu einem erhöhten Verbrauch:

  • Standheizung – Verbrauch steigt zwischen 0,6 und 1,7 Liter pro 100 km
  • Sitzheizung – Benzinverbrauch steigt um etwa 0,1 Liter auf 100 km
  • Klimaanlage – Spritverbrauch steigt um 0,3 bis 0,54 Liter pro 100 km
  • Autoradio – Verbrauch steigt
  • Elektronische Fahrassistenzsysteme, beheizbare Scheiben und Spiegel sowie elektrische Fensterheber – Verbrauch steigt

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