Unfall mit Personenschaden: Anspruch auf Schmerzensgeld

Von Thomas R.

Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Schmerzensgeldtabelle: Urteile zum Unfall mit Personenschaden

Ver­letzungSchmer­zens­geldGe­richt / Jahr
Schweres Schädel­hinrtrauma, welches zwei Jahre nach dem Unfall zum Tod des Betrof­fenen führteca. 750.000 €für die HinterbliebenenOLG Oldenburg / 2009
(Az. 1 U 130/08)
Schweres depres­sives Syndromca. 31.000 €OLG Nürnberg / 1995
(Az. 3 U 468/95)
Leidens­verzögerung infolge einer verzö­gerten Operationca. 3.000 €OLG Koblenz / 2008
(Az. 5 U 1236/07)
Schleuder­traumaca. 1.300 €LG Köln / 1993
(Az. 23 O 203/92)

Unfall – kleine Ursache, große Wirkung

Unfall mit Personenschaden: Wie viel Schmerzensgeld ist möglich?
Unfall mit Personenschaden: Wie viel Schmerzensgeld ist möglich?

In den ersten fünf Monaten im Jahr 2016 kamen laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat knapp 1.200 Personen durch Unfälle ums Leben. Diese traurige Statistik wird durch die noch gravierenderen Zahlen der verletzten Personen ergänzt.

Rund 290.000 Personen trugen in Folge von Unfällen mit Kfz Schäden unterschiedlicher Schweregrade davon.

Die Verletzungsarten, die durch einen Unfall mit Pkw, Motorrad, Fahrrad oder Lkw verursacht werden, sind breit gefächert und können von simplen Schürfwunden bis hin zu schwerwiegenden Querschnittslähmungen reichen.

In den meisten Fällen begründen Personenschäden daher Schmerzensgeld, welches Ausgleich und Genugtuung für die erlittenen Schmerzen schaffen soll.

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie es sich beim Unfall mit Personenschaden mit dem Schmerzensgeld verhält.

FAQ: Schmerzensgeld nach einem Unfall mit Personenschaden

Wann liegt ein Unfall mit Personenschaden vor?

Von einem Personenschaden ist die Rede, wenn Menschen bei einem Unfall zu Schaden kommen. Hierbei kann es sich um Verletzungen oder im schlimmsten Fall den Tod handeln.

Ist Schmerzensgeld möglich?

Das Gesetz sieht einen Anspruch auf Schmerzensgeld bei fremdverursachten Verletzungen vor. Diese können sowohl körperlicher als auch seelischer Natur sein.

Welche Entschädigung ist bei einem Unfall mit Personenschaden üblich?

Gesetzliche Vorgaben zur Höhe des Schmerzensgeldes gibt es nicht, daher muss jeder Fall individuell bemessen werden. Einige Urteile können Sie dieser Schmerzensgeldtabelle entnehmen.

Schmerzensgeld – Der immaterielle Schadensersatz

Unabhängig von der persönlichen Reizempfindlichkeit sind Schmerzen für die meisten Menschen ein großes Leid. Gerade, wenn sie langanhaltend sind, können sie die Lebensführung des Geschädigten erheblich beeinträchtigen.

Aus diesem Grund hat das Zivilrecht in § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Form des Schmerzensgeldes eine Anspruchsgrundlage für fremdverursachte Verletzungen geschaffen.

Derartige Ansprüche können immer dann vor der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht werden, wenn eine Verletzung der körperlichen, gesundheitlichen, freiheitlichen oder sexuellen Integrität vorliegt. Entsprechend zieht ein Unfall mit Personenschaden oftmals Schmerzensgeld nach sich.

Neben rein physischen Wunden werden auch psychische Beeinträchtigungen, die durch ein Schadensereignis ausgelöst werden, durch diese Ansprüche erfasst. So erhält der Geschädigte infolge eines Unfalls nach dem Verkehrsrecht beispielsweise von der Versicherung des Verursachers eine Entschädigung für sogenannte Schockschäden.

§ 253 BGB sieht für körperliche oder seelische Versehrtheit eine billige Entschädigung in Geld vor. Es existieren keine pauschalen Kosten, sondern es finden stets individuelle, dem Einzelfall entsprechende Berechnungen statt.
Bei einem Unfall mit Personenschaden kommt häufig Schmerzensgeld zum Tragen.
Bei einem Unfall mit Personenschaden kommt häufig Schmerzensgeld zum Tragen.

Als Orientierung dienen dem Geschädigten ebenso wie einem Rechtsanwalt oder einem Richter sogenannte Schmerzensgeldtabellen. Diese listen vergangene Urteile auf, in denen ein Unfall mit Personenschaden Schmerzensgeld nach sich zog.

Es können also vergleichbare Verletzungen herangezogen und so ein finanzieller Rahmen abgesteckt werden, der dann von der gegnerischen Versicherung mit oder ohne Unterstützung durch einen Rechtsanwalt einforderbar ist.

Unfall mit Personenschaden: Vielfältige Verletzungsfolgen

Bei einem Unfall mit Personenschaden deckt das Schmerzensgeld ganz unterschiedliche Bereiche ab. Denn bei einem Crash mit dem Motorrad oder Pkw können nicht nur die beschädigten Körperbereiche, sondern auch der Schweregrad verschieden sein und so Ansprüche gegenüber der Haftpflichtversicherung begründen.

Beispielsweise kann ein Verkehrsunfall im Ernstfall Verletzungen mit Todesfolge verursachen und auch dann Schmerzensgeld begründen. So entschied das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg 2009 in einem Fall, in dem ein schweres Schädelhirntrauma zwei Jahre nach dem Schadensereignis zum Tod führte.

Die Hinterbliebenen erhielten für den Unfall mit Personenschaden Schmerzensgeld in Höhe von 750.000 Euro (OLG Oldenburg, 2009, Az. 1 U 130/08).

Knapp 31.000 Euro erhielt ein Kläger vom OLG Nürnberg 1995 zugesprochen, der infolge eines Unfalls ein schweres depressives Syndrom entwickelte (OLG Nürnberg, 1995, Az. 3 U 468/95).

In einen Behandlungsfehler mündete ein Unfall mit Personenschaden 2007. Das Schmerzensgeld belief sich in der Entscheidung des OLG Koblenz auf 3.000 Euro. Diese Entschädigung bezog sich auf eine Leidensverzögerung infolge einer verzögerten Operation (OLG Koblenz, 2008, Az. 5 U 1236/07).

Das Landgericht Köln (LG) sprach dem Geschädigten von einem Unfall mit Personenschaden 1993 ca. 1.300 Euro zu, nachdem dieser ein Halswirbelsäulen-Syndrom (auch Schleudertrauma genannt) erlitt (LG Köln, 1993, Az. 23 o 203/92).

Die Bemessungsgrundlagen für die Entschädigung lassen sich also nicht pauschalisieren, sondern müssen einzelfallbezogen betrachtet werden. Im Zweifel ist hier die Konsultation von einem Anwalt anzuraten.

Über den Autor

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Thomas R.

Thomas hat einen Abschluss in Politikwissenschaften von der Universität Jena. Er gehört seit 2018 zum Team von bussgeldkatalog.org und verfasst News und Ratgeber zu verschiedenen Themen im Verkehrsrecht.

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