Unfall mit Personenschaden: Schmerzensgeld für Verletzungen aus einem Crash

Unfall – kleine Ursache, große Wirkung

Unfall mit Personenschaden: Wie viel Schmerzensgeld ist möglich?

Unfall mit Personenschaden: Wie viel Schmerzensgeld ist möglich?

In den ersten fünf Monaten im Jahr 2016 kamen laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat knapp 1.200 Personen durch Unfälle ums Leben. Diese traurige Statistik wird durch die noch gravierenderen Zahlen der verletzten Personen ergänzt.

Rund 290.000 Personen trugen in Folge von Unfällen mit Kfz Schäden unterschiedlicher Schweregrade davon.

Die Verletzungsarten, die durch einen Unfall mit Pkw, Motorrad, Fahrrad oder Lkw verursacht werden, sind breit gefächert und können von simplen Schürfwunden bis hin zu schwerwiegenden Querschnittslähmungen reichen.

In den meisten Fällen begründen Personenschäden daher Schmerzensgeld, welches Ausgleich und Genugtuung für die erlittenen Schmerzen schaffen soll.

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie es sich beim Unfall mit Personenschaden mit dem Schmerzensgeld verhält.

Schmerzensgeld – Der immaterielle Schadensersatz

Unabhängig von der persönlichen Reizempfindlichkeit sind Schmerzen für die meisten Menschen ein großes Leid. Gerade, wenn sie langanhaltend sind, können sie die Lebensführung des Geschädigten erheblich beeinträchtigen.

Aus diesem Grund hat das Zivilrecht in § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Form des Schmerzensgeldes eine Anspruchsgrundlage für fremdverursachte Verletzungen geschaffen.

Derartige Ansprüche können immer dann vor der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht werden, wenn eine Verletzung der körperlichen, gesundheitlichen, freiheitlichen oder sexuellen Integrität vorliegt. Entsprechend zieht ein Unfall mit Personenschaden oftmals Schmerzensgeld nach sich.

Neben rein physischen Wunden werden auch psychische Beeinträchtigungen, die durch ein Schadensereignis ausgelöst werden, durch diese Ansprüche erfasst. So erhält der Geschädigte infolge eines Unfalls nach dem Verkehrsrecht beispielsweise von der Versicherung des Verursachers eine Entschädigung für sogenannte Schockschäden.

§ 253 BGB sieht für körperliche oder seelische Versehrtheit eine billige Entschädigung in Geld vor. Es existieren keine pauschalen Kosten, sondern es finden stets individuelle, dem Einzelfall entsprechende Berechnungen statt.

Bei einem Unfall mit Personenschaden kommt häufig Schmerzensgeld zum Tragen.

Bei einem Unfall mit Personenschaden kommt häufig Schmerzensgeld zum Tragen.

Als Orientierung dienen dem Geschädigten ebenso wie einem Rechtsanwalt oder einem Richter sogenannte Schmerzensgeldtabellen. Diese listen vergangene Urteile auf, in denen ein Unfall mit Personenschaden Schmerzensgeld nach sich zog.

Es können also vergleichbare Verletzungen herangezogen und so ein finanzieller Rahmen abgesteckt werden, der dann von der gegnerischen Versicherung mit oder ohne Unterstützung durch einen Rechtsanwalt einforderbar ist.

Unfall mit Personenschaden: Vielfältige Verletzungsfolgen

Bei einem Unfall mit Personenschaden deckt das Schmerzensgeld ganz unterschiedliche Bereiche ab. Denn bei einem Crash mit dem Motorrad oder Pkw können nicht nur die beschädigten Körperbereiche, sondern auch der Schweregrad verschieden sein und so Ansprüche gegenüber der Haftpflichtversicherung begründen.

Beispielsweise kann ein Verkehrsunfall im Ernstfall Verletzungen mit Todesfolge verursachen und auch dann Schmerzensgeld begründen. So entschied das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg 2009 in einem Fall, in dem ein schweres Schädelhirntrauma zwei Jahre nach dem Schadensereignis zum Tod führte.

Die Hinterbliebenen erhielten für den Unfall mit Personenschaden Schmerzensgeld in Höhe von 750.000 Euro (OLG Oldenburg, 2009, Az. 1 U 130/08).

Knapp 31.000 Euro erhielt ein Kläger vom OLG Nürnberg 1995 zugesprochen, der infolge eines Unfalls ein schweres depressives Syndrom entwickelte (OLG Nürnberg, 1995, Az. 3 U 468/95).

In einen Behandlungsfehler mündete ein Unfall mit Personenschaden 2007. Das Schmerzensgeld belief sich in der Entscheidung des OLG Koblenz auf 3.000 Euro. Diese Entschädigung bezog sich auf eine Leidensverzögerung infolge einer verzögerten Operation (OLG Koblenz, 2008, Az. 5 U 1236/07).

Das Landgericht Köln (LG) sprach dem Geschädigten von einem Unfall mit Personenschaden 1993 ca. 1.300 Euro zu, nachdem dieser ein Halswirbelsäulen-Syndrom (auch Schleudertrauma genannt) erlitt (LG Köln, 1993, Az. 23 o 203/92).

Die Bemessungsgrundlagen für die Entschädigung lassen sich also nicht pauschalisieren, sondern müssen einzelfallbezogen betrachtet werden. Im Zweifel ist hier die Konsultation von einem Anwalt anzuraten.

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8 Kommentare

  1. Elmar R. sagt:

    habe meine Frau von der Arbeit geholt sie Arbeit als Verkäuferin bei der Heimfahrt ist mir ein Auto mit voller wucht in die Rücksite gefahren . Meine Frau liegt noch im Krankenhaus wer zahlt das bekommt sie ASchmerzengeld und wer und wo muss ich da hin ich als Ehemann wo gefahren ist auch Krankgeschrieben wegen Nacken und Prellungen an der Schulter wer zahlt meinen Arbeitsauefall kann ich Schmerzengeld bekommen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Elmar R.,

      in diesem Fall müssen Sie sich an die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers wenden. Diese ist für die Regulierung des Versicherungsfalls zuständig. Eine pauschale Aussage zur Höhe können wir nicht treffen, da dies immer eine Einzelfallentscheidungen ist und auf Grundlage der entstandenen Verletzungen berechnet wird. Hier ist es empfehlenswert, sich an einen Anwalt zu wenden. Dieser kann Sie bezüglich des weiteren Vorgehens beraten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. H. Sabrina sagt:

    hallo! mei lebensgefährte hatte am dienstag einen autounfall am weg zur arbeit! ein anderes auto kam ins schleudern und prallte mit voller wicht gegen sein auto das am pannenstreifen stand. er ist nun im krankenstand. lippe aufgeplatzt gehirnerschütterung und prellungen am ganzen körper. hat man da anspruch auf ein schmerzensgeld??? mfg

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Sabrina,

      eine Rechtsberatung dürfen wir nicht vornehmen. Sie haben die Möglichkeit, sich mit Ihren Fragen an einen Anwalt zu wenden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. b-w sagt:

    Habe Unfall, Sachschaden und Personenschaden selber verursacht.
    Habe eine heruntergefallene Handtasche versucht während der Fahrt aufzuheben.
    Dabei bin ich mit geringer Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn geraten, den Bordstein hinaus und dann vor eine Laterne.
    Ausser Sachschaden an meinem eigenen PKW war die stadt. Laterne defekt.
    Ich selber habe mir Prellungen, Schürfwunden und einen gebrochenen Finger zugezogen.
    Mit welchen strafrechtlichen Folgen habe ich zu rechnen? Punkte in Flensburg, Bußgeld etc?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo B-W,

      welche Folgen auf Sie zukommen, wird davon beeinflusst, welcher Verstoß Ihnen vorgeworfen wird. Aus diesem Grund ist eine pauschale Angabe leider nicht möglich.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Vanessa.S sagt:

    Ich hatte vor zwei Tagen einen Roller Unfall auf dem Weg zur Schule der mit Personenschaden ausging.
    Habe ich da Anspruch auf Schmerzensgeld?

    Danke im voraus

    • Bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Vanessa S.,

      ob Sie Anspruch auf Schmerzensgeld haben, hängt unter anderem davon ab, ob Sie Mitschuld an dem Unfall haben. Bitte konsultieren Sie einen Anwalt für Verkehrsrecht und lassen sich von diesem beraten.

      Die Redaktion von Bussgeldkatalog.org

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