Carsharing in Deutschland: Möglich Bußgelder mit dem Mietauto

Von Thomas R.

Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Carsharing – Wie funktioniert das?

Carsharing ist in Deutschland sehr beliebt
Carsharing ist in Deutschland sehr beliebt

Carsharing ist die neue kostengünstige Alternative zum eigenen Auto. Während das eigene Auto, besonders in der Stadt, oftmals auf dem Parkplatz steht und dennoch Kosten verursacht, fällt beim Carsharing-Anbieter ein deutlich geringerer Preis an.

Sie sparen also laufende Kosten, wie beispielsweise die Versicherung oder die Kfz-Steuer, und finden immer einen Parkplatz für Carsharing-Fahrzeuge. Gerade in großen Städten wie Berlin, Hamburg oder München ist das Carsharing besonders beliebt.

Der Begriff leitet sich aus „Car“ und „Sharing“, also „Auto“ und „Teilen“ ab. Umgangssprachlich wird das Verfahren auch „Auto-Sharing“ oder „Auto-Teilen“ genannt. Carsharing bezeichnet auch die Methode, Autos privat zu teilen. Es muss also nicht immer auf kommerzieller Ebene ablaufen, zumal sich privates Carsharing großer Beliebtheit erfreut und oft kostengünstiger ist.

Um sich ein Auto mit anderen teilen zu können, müssen Sie zuerst Mitglied in einem Verein oder bei einem Anbieter sein. Nach der Registrierung erhalten Mitglieder ein Zugangsmedium, welches beispielsweise ein Code oder eine Karte sein kann, mit der sich die Fahrzeuge öffnen lassen.

Das Auto kann im Vorfeld per Smartphone-App, per Telefon oder online gebucht werden. Das variiert jedoch je nach Carsharing-Anbieter.

FAQ: Carsharing

Was bedeutet Carsharing?

Übersetzt bedeutet der Begriff, dass sich ein Auto (car) geteilt (sharing) wird. Sowohl kommerzielles als auch privates Carsharing sind möglich.

Welche Kosten können beim Carsharing entstehen?

Neben den Mietgebühren, den Anmeldekosten und den Benzinausgaben, können weitere Kosten entstehen. Welche das sind, zeigt unsere Übersicht hier.

Wer zahlt bei einem Unfall mit einem Carsharing-Auto?

In der Regel ist die Versicherung durch die Gebühren beim Carsharing abgedeckt. Wichtig ist, dass sich Fahrer vorher über die Höhe der Selbstbeteiligung informieren.

Spezifische Themen zum Carsharing

Die folgenden Ratgeber befassen sich mit besonderen Aspekten, die mit der Thematik des Carsharing zusammenhängen. Ein Klick auf das jeweilige Thema führt Sie direkt zum passenden Text.

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Was kostet Carsharing und welche Bußgelder sind möglich?

Auch hier gibt es Unterschiede von Anbieter zu Anbieter. Beim Carsharing bezahlt der Fahrer entweder pro gefahrener Minute, pro Stunde oder Kilometer. Einige Unternehmen verlangen eine jährliche Gebühr. Zusätzlich müssen Sie noch Anmeldekosten einkalkulieren. Diese betragen zwischen 10 und 50 Euro.

Jedoch kommen noch mehr Kosten auf den Carsharing-Kunden zu. Diese sind in den AGB versteckt. So kann eine „unerlaubte Auslandsfahrt“ rund 250 Euro kosten. Weitere Carsharing-Kosten haben wir nachfolgend für Sie aufgeschlüsselt (sie variieren stark je nach Anbieter):

TatbestandGebühren
Serviceeinsatz vor Ort (bei Reifenpanne etc.)ab 25 Euro je Stunde
Sonderreinigung (bei Rauchen im Auto etc.)ab 25 Euro
Fahrzeugreparaturab 50 Euro
Bearbeitung bei Eingang eines Bußgeldbescheides (Ordnungswidrigkeiten)5 - 20 Euro
Bearbeitung eines Parkverstoßes10 Euro
Bearbeitung eines Sonderfalles (Straftaten wie Alkohol am Steuer)150 Euro
Unerlaubt in das Ausland gefahren250 Euro
Umparken von wiederrechtlich abgestellten Fahrzeugen50 Euro
Abschleppen von einer fremden FirmaRechnung erfolgt durch Fremdfirma, etwa 80 - 100 Euro
Bearbeitungsgebühr für das Abschleppen (wird noch einmal vom Carsharing-Anbieter erhoben)25 - 50 Euro
Verlust der Tank-/Parkkarte oder des Fahrzeugschlüsselsab 25 Euro (bis etwa 350 Euro)
Beim Carsharing läuft die Polizeikontrolle so ab, als wäre es das eigene Auto
Beim Carsharing läuft die Polizeikontrolle so ab, als wäre es das eigene Auto

Wer sich ein Auto mit anderen teilen möchte, sollte sich vorher die AGB ganz genau durchlesen. Hier finden Sie alle Informationen, wann etwas wie viel kostet. Werden Sie beispielsweise mit dem Carsharing-Auto geblitzt, leitet Ihnen der Anbieter den Bußgeldbescheid weiter. Erfahrungsgemäß dauert dies sehr lange, sodass die Widerspruchsfrist gegen den Bußgeldbescheid in der Zeit schon längst erloschen sein kann.

Wer dennoch dagegen vorgehen möchte, kann eine „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ beantragen. Hierbei ist ein Anwalt zu empfehlen, der Sie beraten kann. Den Antrag kann jedoch auch jede natürliche Person stellen; hierfür benötigen Sie also nicht zwingend einen Rechtsbeistand.

Liegt ein Unverschulden Ihrerseits an der Versäumnis der Frist vor, kann die Wiedereinsetzung beantragt werden. Dann gilt die zweiwöchige Frist zum Einspruch gegen den Bußgeldbescheid von vorn.

Eine Verkehrskontrolle mit einem Carsharing-Auto läuft zum Beispiel genauso ab, wie mit einem „normalen“ Fahrzeug. Der Anbieter wird in der Regel darüber informiert. Aber Achtung: Wollen Sie hinterher behaupten, dass jemand anderes gefahren ist, können Sie hohe Strafen seitens des Carsharing-Anbieters bekommen. In den Verträgen steht in der Regel, dass lediglich der Vertragspartner fahren darf. Werden Sie also von der Polizei angehalten und diese notiert einen anderen Fahrer, kann es teuer werden.

Das sind die größten Carsharing-Anbieter

Aufgeschlüsselt nach der Anzahl der Kunden, sind dies die größten Anbieter von Carsharing:

  • DriveNow, Car2Go (zusammen ShareNow)
  • Flinkster
  • Cambio
  • Stadtmobil

Mit dem Carsharing-Auto einen Unfall verursachen: Was kommt auf mich zu?

In der Regel ist jedes der Carsharing-Fahrzeuge durch eine Versicherung geschützt. Je nach Modell handelt es sich um eine Teil- oder Vollkasko-Versicherung. Bei den Carsharing-Kosten sind diese Gebühren bereits enthalten.

Was aber viele Mitglieder nicht wissen: Die Versicherung beim Carsharing hat meist eine hohe Selbstbeteiligung. Oftmals beträgt sie 750 Euro. Zahlt der Kunde aber einen jährlichen Beitrag, kann sich die Selbstbeteiligung reduzieren.

Aufgrund schwerer Unfälle in der Vergangenheit mit Carsharing-Fahrzeugen in Deutschland überlegen die Anbieter nun, den Stand der Punkte in Flensburg bei einer Registrierung abzufragen und die Person gegebenenfalls abzulehnen.

Über den Autor

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Thomas R.

Thomas hat einen Abschluss in Politikwissenschaften von der Universität Jena. Er gehört seit 2018 zum Team von bussgeldkatalog.org und verfasst News und Ratgeber zu verschiedenen Themen im Verkehrsrecht.

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